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KüTü statt HaTü

Seit ein paar Jahren bekomme ich über die Abo-Funktion von Amazon regelmäßig die Handtuchrollen für unsere Einweghandtuchspender in die Firma geliefert. Die Menge ist inzwischen ganz gut eingepegelt und so kommen wir Monat für Monat immer ganz gut hin. Eigentlich versuche ich ja immer, Amazon zu vermeiden, aber diese Abofunktion ist ungemein praktisch.

Die beiden Pakete mit den Papierrollen werden unterschiedlich geliefert, manchmal stecken sie in einem großen Karton, oftmals werden sie aber in zwei kleineren Kartons geliefert, teilweise sogar an unterschiedlichen Tagen.

Bei dieser Lieferung gab es das eine Paket bereits ein paar Tage zuvor. Einen Tag nachdem ich die Versandbestätigung für das zweite Paket erhalten hatte, kam eine Kollegin zu mir ins Büro und berichtete, dass "da eben ein sehr großes Paket von Amazon gekommen ist".

"Was heißt 'sehr groß' bei dir? Du meins etwas größer als die Pakete mit unseren Papierhandtüchern?", wollte ich wissen.

"Nein, sehr, sehr groß", erwiderte die Kollegin.

WTF?! Ich sprang auf und sah selber nach. Da stand ein ungewöhnlich großer Karton im Lager, in den die Handtuchrollen locker zweimal reingepasst hätten. Ich rätselte, was da drin sein könnte, dann eigentlich hatte ich nichts bei Amazon bestellt. Siehe oben.

Da hatte sich wohl beim Kommissionieren unserer Ware irgendjemand vertan. Statt der 12 Rollen mit Papierhandtüchern gab es insgesamt 36 Rollen parfümierte Küchentücher, abgepackt in sechs Sechserpacks, die zu einer großen Umverpackung in Folie eingeschweißt waren.

Wegen der paar Rollen machen wir jetzt keinen Aufriss und schicken die auch nicht zurück. Sind zwar keine Artikel, die wir bei uns im Laden als Handelsware verkaufen können, aber die werden schon ihre Verwendung finden. Parfümierte Küchenrollen?! Was es alles gibt …


Lustige Strichcodes – 778

Auf der "Würzmischung mit Gemüse" von Vegeta hatte Susanne diesen Strichcode gefunden, der auf einer Bratpfanne serviert wird. Vielen Dank für die Zusendung.

Von beiden Seiten leicht angebraten sind die mitteldicken Striche am bekömmlichsten. Oder so ähnlich zumindest. :-P


Falscher Hummus

"Wieviel kostet der 'Hummus pikant'", wollte die Kollegin wissen, die mich von der Kasse aus angerufen hatte, "der ist nicht scanbar."

"Von welcher Marke ist denn der", erkundigte ich mich.

"Dennreh oder so."

Dennree ist die Eigenmarke der gleichnamigen Bio-Märkte. Wir verkauften der Kundin das Produkt nicht und verwiesen auf die Alternativen bei uns aus dem Sortiment.

Was bleibt, ist ein großes Fragezeichen: Woher kommt der Topf Hummus? Hat ein Kunde ihn mitgebracht und gedankenverloren abgestellt? Ist es mit irgendeiner Handelsware, die wir regulär verkaufen, hier in den Laden gekommen? Werden wir wohl nie erfahren …

Leergutbon in der Kistenannahme

Etwas bedröppelt klingelte eine Stammkundin an der Lagertür. Ich eilte hin und sie berichtete mir, dass ihr der Leergutbon runtergefallen und genau dort … An der Stelle überlegte sie eine Weile, wie das wohl heißt, was sie meinte. "Na, da, wo man die Kisten reinstellen kann. Da ist der reingefallen."

Das wäre eigentlich auch gar kein Problem gewesen, aber offenbar hatte der Bon die Lichtschranke getroffen, so dass das Förderband für die Kisten anlief und den Bon direkt nach hinten in den Automaten transportiert hat.

Da der Weg von vorne immer noch kürzer als von hinten war, steckte ich den Kopf durch die Öffnung, machte einen langen Arm und angelte den verlorenen Leergutbon wieder hervor.

"Ich darf da ja nicht einfach reinklettern", konstatierte die Kundin.

"Ooooch", lachte ich, "wenn es gut läuft, zieht der Automat Sie dann einfach ein und schiebt Sie nach hinten durch und die Kundin hinter Ihnen freut sich über das zusätzliche Pfandgeld".

Das fand die Frau hinter ihr lustiger als die Kundin selber. :-P

Fruchtkaramellen-Aufsteller

Wir haben derzeit einen Aufsteller mit Fruchtkaramellen im Markt stehen. Die Bonbons kennt vermutlich jeder: Flache, quadratische Kaubonbons in bunt-silbernem Papier, die in unzähligen Mengen zu diversen Festumzügen verteilt werden.

Schmunzeln musste ich bei der Beschriftung des Sockels:

"Die haben einen Namen?", ja haben sie. Aber "Frukas" habe ich noch nie gehört gehabt, aber meinetwegen, dann sollen sie eben ab jetzt "Frukas" heißen. Für mich bleiben es "Fruchtkaramellen".

Und bei euch so? :-)


Die Mail an das Sielaff SiVario Team

Hier trudelte eine etwas ungewöhnliche E-Mail ein. Adressiert war sie an bjoern@harste.info, angesprochen wurden der oder die Empfänger mit "Guten Tag Sielaff SiVario Team" – die E-Mail kam mir folglich schon nach den ersten fünf Wörtern mehr als sonderbar vor.

Ich zitiere mal in Ausschnitten:

[…] ich bin auf eurer Webseite aufmerksam geworden und habe gesehen, dass ihr Robotik- und Handling-Systeme für industrielle Anwendungen realisiert. Der Fokus auf effiziente und sichere Automatisierung wirkt sehr überzeugend.

[…]

Wir bei […] beschäftigen uns intensiv mit Rust als moderner, speichersicherer Ergänzung zu C/C++ sowie mit KI-Coding-Agenten wie Copilot für die Softwareentwicklung. In unseren Trainings zeigen wir Entwicklerteams praxisnah, wie sie Rust im Umfeld von Embedded- und Systems-Programmierung einsetzen können und wie sie KI-Agenten in ihren bestehenden Entwicklungs-Workflow integrieren können, ohne die Kontrolle über den Code zu verlieren.

Nutzt ihr in eurem Entwicklungsteam bereits Rust, C/C++ oder KI-Agenten wie Copilot in der Softwareentwicklung, oder habt ihr darüber nachgedacht, solche Technologien in eure Automatisierungssoftware einzusetzen?

Wenn das Thema für euch interessant ist: Wäre ein intensiver Crashkurs für euer Entwicklerteam noch vor Anfang des neuen Jahres, also innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen, eine Option? […]
So lautet meine Antwort:

Moin,

vielen Dank für die E-Mail, als Antwort gibt es einen kleinen Hinweis aus der Praxis: Bevor man anderen das effiziente Arbeiten mit Rust, C++ oder allgemein irgendwelchen KI-Agenten beibringen möchte, sollte man erst einmal sicherstellen, dass man eine ganz normale E-Mail an die RICHTIGE Firma senden kann.

Ich bin NICHT Sielaff, ergo schon gar nicht das Sielaff SiVario Team, ich verkaufe keine Leergutautomaten und stelle sie auch nicht her. Ich besitze so ein Gerät und berichte zeitweise in meinem Blog darüber. Aber nehmen Sie sich die Verwechslung nicht allzu sehr zu Herzen, ich wurde von einer Amtsrichterin auch schon für das Sozialgericht Bremen gehalten – nur, weil ich in einem Blogeintrag darüber berichtet hatte.

Aber wenn Sie möchten, kann ich Ihnen gerne einen Workshop anbieten: "Grundlagen der digitalen Kommunikation: Wie man das Adressfeld richtig nutzt." (Crashkurs, 5 Minuten) Erst die, danach die Rust-Schulung. ;-)

Einen passenden Ansprechpartner finden Sie bestimmt hier: https://sielaff.de/impressum
Es tut mir Leid, ich MUSSTE es einfach tun. :-)

MFG: Johny

Wir hatten vor vielen Jahren mal einen Kollegen namens Johny im Team. Das ist inzwischen rund 14 Jahre her, aber nun trat er bei mir unfreiwillig privat noch einmal in Erscheinung. Er hatte sich damals nämlich ein paar stabilere Holzkisten hier im Lager für sich privat zurückgestellt und entsprechend beschriftet, aber nach seiner Kündigung hier vergessen. Nachdem die Kisten dann noch eine ganze Weile (möglicherweise auch ein paar Jahre) herumstanden, weil sie einfach niemanden gestört hatten, nahmen wir sie mit nach Hause, um aus ihnen Brennholz für den Kaminofen zu machen.

Zusammen mit anderem Holz lagen nun auch die Teile dieser Kisten einige Jahre in unserem Brennholzlager und bei diesem Brettchen musste ich einfach vor der feierlichen Einäscherung noch ein Erinnerungsfoto machen. Damit sind wir nun endgültig geschiedene Leute. :-P




… nach § 153 Abs. 1 StPO abgesehen.

Post von der Staatsanwaltschaft. Es ging um den Fall eines Mitarbeiters, der sich hier mehrfach, soweit wir das nachweisen konnten, Leergut-Gutschriften erstellt hat. Dabei hatte er während seiner Arbeit an der Kasse mehrfach zwischen anderen Bezahlvorgängen die manuelle Leergut-Funktion genutzt und darüber Auszahlungen erstellt. Da seine Kassenabrechnungen diese Summe nicht als Plus-Differenzen auswiesen und darüber hinaus das Eingeben solcher Buchungen ohne weitere Absicht reichlich sinnfrei ist, gingen wir also davon aus, dass unser Mitarbeiter das Geld in die eigene Tasche gesteckt hatte.

Da wir uns nicht friedlich einigen konnten, stellte ich einen Strafantrag bei der Polizei. Es dauerte einige Jahre, bis der Fall nun eingestellt wurde:

Sehr geehrter Herr Harste,

dem Verfahren liegt Ihre Strafanzeige vom tt.mm.jjjj zu Grunde, in welcher Sie die missbräuchliche Erstellung und fehlerhafte Auszahlung von Leergutbons durch den Beschuldigten anzeigten.

Der Beschuldigte ist bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Auch liegt die Tat nunmehr längere Zeit zurück und der entstandene Schaden von insgesamt 34 Euro ist verhältnismäßig gering.

in Anbetracht dieser Umstände ist die Schuld des Beschuldigten als gering anzusehen. Auch ein öffentliches Interesse an der strafrechtlichen Verfolgung des Beschuldigten besteht vor diesem Hintergrund nicht.

Ich habe deshalb von der weiteren Verfolgung der Straftat nach § 153 Abs. 1 StPO abgesehen.
Da ich mich aufgrund der langen Zeitspanne seit der Vorfälle ohnehin schon längst damit abgefunden hatte, dass ich da niemals eine Antwort bekommen würde, schockiert mich diese Entscheidung nun nicht nennenswert.

Links 794

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Warten auf den Feierabend

Ein Kollege und ich unterhielten uns mitten im Laden, als wir von einer jungen Frau angesprochen wurden: "Arbeiten Sie hier?"

Grinsend antwortete ich: "Nee, wir warten nur noch auf den Feierabend."

Leider fehlte der jungen Dame das Ironie-Detektionsgen und sie guckte uns stumm an als kämen wir von einem anderen Planeten. Schnell schob ich hinterher: "Nein, alles gut, wir gehören dazu. Was können wir für dich tun?"

Kann ja nicht immer funktionieren mit den blöden Sprüchen. ;-)

Könnten Sie?

Bei der letzten Leerung der Elepfandspendenbox fiel mir dieser Zettel entgegen. 10.000 Euro am Stück (von meinem Geld, zumindest habe ich die Notiz so verstanden) habe ich leider gerade nicht über, um sie an die Eliprojekte abzutreten.

Insgesamt ist hier zwar schon weit mehr als nur 10.000 Euro an Spendengeldern von uns an den REA e.V. überwiesen worden, aber der Löwenanteil Elefantenanteil davon stammt von unseren Kunden. Nichtsdestotrotz habe ich schon seit langer Zeit den jeweils höchsten Bon pro Woche mit meinem Geld verdoppelt und drücke auch für alle durch den Automaten geschobenen Einweg-Gebinde, von selber hier in der Firma konsumierten Getränken, auf die Spendentaste. Da dürfte so nach und nach auch eine ordentliche Summe zusammenkommen, da bin ich sicher.

Ines hat mich schon so oft angestubbst, dass wir auch mal mehr mit der Presse machen sollten. Woanders fließen 500 Euro Spendengeld und dann wird ein plakatgroßer Scheck demonstrativ überreicht und das Foto ist hinterher in der Zeitung zu sehen, wir haben die bisher gespendeten 12.000 Euro einfach nur sang- und klanglos an den REA e.V. überwiesen.


Nachdenkliche Strichcodes – 777

Diesen Strichcode auf einer Packung / Dose runde "Maria"-Kekse der ukrainischen Marke Yarych hat Honza mir mal wieder geschickt. Dafür vielen Dank.

Der Strichcode ist dekoriert mit einem Lazarett-Zelt und einem LKW, dazu der Text "Made in Ukraine under Fire". Leider sind wir Menschen besser im Über- als im Zusammenleben und wollen gerne Macht über andere haben, um das eigene Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Bis wir einen Weltfrieden erreichen, wird es wohl dauern, bis die Menschheit das Feld geräumt und die Flora und Fauna sich wieder frei entfalten kann.


Die Ananaslosigkeit

Seit einer Weile leerte sich unser Regal mit Ananas immer weiter, Nachschub kam nicht. Dass Artikel mal nicht lieferbar sind, kommt vor, aber dass dies für eine komplette Warengruppe zutrifft, ist doch eher selten. Außer wir stecken mal wieder in einer Preisverhandlung mit einem Lieferanten, aber die dürften bei Discount-Konserven eher nicht zutreffen.

Als das Regal komplett leer war, kamen wir mal auf die Idee, bei uns im internen Informationssystem nach Ananas zu suchen – und prompt fiel uns dieses Schild in die Hände, das nun momentan in der Nähe unseres Regals mit Obstkonserven hängt.

Zu dem Thema gab es Anfang Dezember einen ausführlichen Artikel in der Lebensmittel Praxis: Schlechte Ernten, gestörte Lieferketten – der Ananasmarkt ist in Bewegung


Die Stunde der alten Schneeschieber

Eher zufällig hatte ich bei uns in der Halle noch einen alten Karton mit Schneeschiebern gefunden. Wir hatten die mal vor Jahren im Angebot und ich vermute, als wir für den Umbau Platz brauchten, hatten wir sie mit zur Halle genommen. Es waren ja auch nur noch vier Stück und so gerieten sie in Vergessenheit.

Als ich bei dem vielen Schnee, den uns "Elli" beschert hatte, bei der Halle war, um nach Streumaterial zu gucken (wovon aber nichts mehr da war), fielen mir die Schneeschieber wieder auf. Etwas verstaubt und der Karton völlig ramponiert, aber nachdem wir sie zusammengebaut, gesäubert und hier angeboten hatten, waren sie auch ratzfatz verkauft.

Mit einem Verkaufspreis von unter zehn Euro pro Stück war das nun kein Vermögen, aber wir haben zumindest ein bisschen mehr Geld in der Kasse und in der Halle ist wieder etwas mehr Platz. Find ich gut. :-)