Folgende E-Mail habe ich eben verschickt:
Hallo!
Wir kennen uns nicht, aber ich denke, dass Sie die Firma kennen, die ihren Sitz bis vor einer Weile in meiner Immobilie hatte: […], quasi ein
Mitbewerber von Ihnen.
Diese Firma hat uns ca. 7 Europaletten voller Chemikalien und Stoffe hinterlassen, die rund aus dem Bereich Bauwerksabdichtung stammen. Teilweise sind die Gebinde noch originalverschlossen, zum Beispiel mehrere 30kg-Kanister KISOL (wenngleich noch unter dem alten Namen
AIDA).
Ich kann den Zustand und die Beschaffenheit / Brauchbarkeit der Sachen nicht beurteilen. Wenn Sie davon etwas haben möchten, SCHENKE ich es Ihnen. Für mich ist das alles nur zu entsorgender Sondermüll. Nehmen Sie sich, was Sie haben möchten, so haben wir beide etwas davon!
Haben Sie keine Scheu, mich anzurufen. Ich bin ja auf Sie zugekommen. Ihre Telefonnummer ist in diesem Moment leider nicht
erreichbar.
Mal gucken, was passiert.
News aus Bremen Nord: Momentan sind wir dabei, die ganzen in der Halle verbliebenen Sondermüll-Hinterlassenschaften in einer der beiden Garagen zu konzentrieren. Da stehen tatsächlich ziemliche Werte herum. Alleine schon die originalverschlossenen Kanister mit Kisol "Tiefenschutzverkieselung" haben einen Wert von über 1000 Euro.
Mal schauen, wie es mit dem Zeugs weitergeht. Am Donnerstag beäugt ja die Frau vom Fach die gesammelten Werke…
Um 10 Uhr wollte vorhin eigentlich der Techniker für die Reparatur meines T1100-Plotters hier sein.
Tzja…
Der Maurer war gerade nochmal hier und hat die Zarge so weit vorbereitet, dass die Tür eingehängt werden konnte. Sehr schön.
Nun fehlt der Tür nur noch ein funktionierendes Schloss, eine mitarbeiterfeste Drückergarnitur und schließlich etwas Farbe und sschon ist auch diese Baustelle beendet.
Ein paar Leser wollten wissen, was ich überhaupt mit der Halle anfangen möchte. In der ursprünglichen Version (gleich nach "Picas") sollte dort ein neues Heimtierprojekt entstehen. Diese Idee ist im Laufe der Zeit in den Hintergrund gerückt. Viel mehr ging es neuerdings nur noch darum, dort vor allem Material und Ware zu lagern, um Platz in den Läden zu schaffen. Nebenbei bemerkt soll von dort aus auch der Onlineshop die lange fällige Vergrößerung bekommen. Also: Geduld.
Der Hallenbereich sieht momentan auf den Fotos, die ich bislang veröffentlicht habe, zugegebenermaßen tatsächlich etwas traurig aus. Der verschmutzte Fußboden, die nackten Wände und die freifliegend verlegten Kabel sorgen für einen ganz eingenen Eindruck. Aber, hey, wir stehen da noch ganz am Anfang. Das wird schon.
Am ersten Abend hatte ich natürlich auch ein paar Fotos gemacht. Nur mit meiner kleinen Kompaktknipse, daher sind die Bilder nicht unbedingt berauschend. Sie sollten aber reichen, damit ihr euch selber einen kleinen ersten Eindruck verschaffen könnt.
Blick von der Zwischentür in die Halle. Im Hintergrund ist eine zweite Ebene eingezogen. Darunter werden Lagerräume und Werkstätten entstehen.
Blick von der zweiten Ebene in die andere Richtung. Deutlich zu sehen ist der große Berg Altchemikalien. Insgesamt macht die Halle so von innen natürlich einen recht traurigen Eindruck. Wenn der Fußboden erstmal gereinigt ist und die Wände weiß gestrichen wurden, wird das alles schon viel besser aussehen.
Das Rolltor. Elektrisch betrieben. Yeah.
Es gibt eine vernünftig installierte Dusche:
Unser erstes improvisiertes Büro:
Teeküche mit Durchreiche:
Die Geschichte zur Halle ist folgende: Der ursprüngliche Eigentümer ist in Insolvenz gegangen, seine Hausbank hat das Gebäude "verwertet", wie es so schön heißt, um möglichst viel Geld für die ausstehende Hypothek herausschlagen zu können. Im Klartext heißt das: Es kam zu einer Zwangsversteigerung. Da wohl auch das Geld fehlte, um den großen Berg Chemiemüll zu entsorgen, verblieb dieser in der Immobilie. Die Bank soll davon gewusst haben, als es zur Versteigerung kam.
Bei dieser Zwangsversteigerung hatte derjenige das Objekt den Zuschlag bekommen, von dem ich es nun letztendlich gekauft habe. Der ursprüngliche Eigentümer blieb allerdings mit einer neuen Firma als Mieter in der Halle und redet sich nun damit heraus, dass die ganzen Sachen gar nicht (mehr) ihm gehören. Was wohl auch zu stimmen scheint.
Etwas wirr und Außenstehenden sehr schwer zu erklären…
Ich bin gespannt, wie es mit dem ganzen Zeugs jetzt weitergeht. Wir planten, die ganzen Sachen erstmal ordentlich in eine der Garagen zu stapeln, damit wir die Halle renovieren können.
Für den Fall, dass ich tatsächlich auf dem Kram sitzen bleibe, habe ich schonmal für nächste Woche einen Termin mit der Chefin einer Firma vereinbart, die auf Sondermüllentsorgung spezialisiert ist.
Der erste eigenmächtige Rundgang durch das Gebäude. Den Bürotrakt haben wir in korrektem Zustand vorgefunden. Zwei Bürostühle und ein Haufen Leergut, aber ansonsten ist alles ordentlich hinterlassen worden.
Als wir durch die Zwischentür zur Halle traten, traf uns jedoch fast der Schlag: Mit dem (unfotografierten) Zeugs in einer der beiden Garagen haben uns die Mieter etwa sieben gut gefüllte Europaletten voller Altchemikalien hinterlassen. Farben, Lösemittel, Öle, spezielle Mittel zur Abdichtung von Wänden, Mehrkomponentenmittel und noch viel mehr…
Irgendwas "musste" ja sein.
Jetzt wissen wir auch, warum es keine "Übergabe" gab und sich die Mieter nur still und heimlich verpisst haben.
Abgesehen davon liegen insgesamt wohl noch etwa drei Kubikmeter Sperrmüll in der Halle. Das ließe sich problemlos entsorgen, aber dieser ganze Chemiekram macht mir echte Bauchschmerzen.
"Besenrein" ist
das jedenfalls nicht.
Am Mittwoch Abend sollte nun also die Schlüsselübergabe in meiner Halle stattfinden. Den Schlüssel habe ich auch bekommen, allerdings wurde er mir nicht übergeben, sondern ich durfte ihn selber aus einem mir genannten "Geheimversteck" entnehmen. Dieses Versteck war der Hohlraum unter einer der Mülltonnen auf dem Gelände und da diese in der Zwischenzeit ganz offensichtlich bewegt wurden, entpuppte sich die geplante Schlüsselübergabe in Wirklichkeit als eine Schatzsuche ohne Karte. Hat aber zum Glück schließlich doch noch geklappt.
Wir schließen die Tür auf und sehen uns um…
Endlich haben wir eine neue und vernüftig eingemörtelte Zarge an unserer Tür zum Aufenthaltsraum. Insgesamt hat das nun ein paar hundert Euro gekostet, aber den traurigen Anblick der alten Tür konnte ich nicht mehr ertragen.
Und im Winter (hoffentlich nicht mehr in diesem) lohnt es sich auch endlich wieder, im Mitarbeiterraum die Heizung aufzudrehen.
So sieht's aktuell bei unserer Zür zum Personalraum aus. Nun muss nur noch alles verputzt werden und dann ist der Großteil der Arbeit auch schon erledigt:
Meldung vom Aufenthaltsraum: Die alte Stahlzarge ist mittlerweile komplett entfernt. Da sie auch in den Estrich eingelassen wurde, ist ein intensiver Einsatz eines elektrischen Abbruchhammers notwendig. Krach und Dreck – aber da müssen wir nun durch.
So, der Maurer ist da. Ich bin gespannt, wie sich die Arbeiten an unserer neuen Tür(zarge) entwickeln.
Info am Rande: Nächste Woche Mittwoch treffen wir uns mit den Noch-Mietern und dem Verkäufer in meiner Halle und machen die offizielle Abnahme und Schlüsselübergabe.
Ich freu' mich!
Als ich an unserem Eingangsbereich vorbeikam, entdeckte ich ein "wild" geklebtes Plakat an einer der Seitenscheiben neben den Türen, die von mir ausdrücklich nicht für Plakate freigegeben sind. Zack und weg.
Kurz darauf kam eine Kollegin lachend ins Büro: "
Die war erst drei Minuten vorher da und hat das rangeklebt. Sie hatte auch gefragt, aber wir haben extra gesagt, an eine der Türen in den unteren Bereich."
War eh nur für Circus Belly.