Waaaah! Ab heute nenne ich es nicht mehr "kleines Büro" oder "Kassenbüro" oder liebevoll "mein Kontor" – ab heute nenne ich es "unsere kleine Bahnhofshalle!"
Ein Tag konzentrierte Büroarbeit, etwa 1,5 Millionen Male unterbrochen von Leuten, die irgendetwas entweder von mir oder einfach nur in diesem Raum wollten.
Was für'n Glück, morgen is' Berufsschule morgen ist Sonntag.
Eine Frau, die sich als Mitarbeiterin des nächsten "real,-"-Marktes (Für die Einheimischen: Den in der Duckwitzstraße) vorstellte, wollte mir Werbeflächen verkaufen. An einer Tafel im besagten "real,-"-Markt.
Nochmal langsam zum Mitschreiben: In/An einem Lebensmittelmarkt soll eine Werbetafel aufgestellt werden, auf dem auch der lokale (Lebensmittel-)Einzelhandel werben soll.
Naja, beim Metro-Konzern wundere ich mich über gar nichts mehr.
Cold Call einer Frau, die mit mir einen Vertreterbesuch vereinbaren wollte. Es ging um irgendeine Dienstleistung, deren Sinn sich mir auch nach kurzer Erläuterung nicht erschloss. Ich vermute, dass es letztendlich auf einen Energie- oder Versicherungsvertrag hinauslaufen sollte.
Ich lehnte dankend ab, die Frau verabschiedete sich mit "Tschüssi".
Was würde wohl passieren, wenn man an den Leergutautomaten ein großes Schild mit dem Aufdruck "nicht defekt", "in Betrieb" oder "funktioniert" hängen würde. Wie viele Kunden würden wohl gleich klingeln und um Hilfe rufen?
Eine Kollegin kam zu mir ins Büro und hielt mir zwei Schachteln Tiefkühlpizza vor die Nase. Ob ich irgendeinen Unterschied bemerken würde..? Ich verneinte zunächst, bis ich die beiden Kartons in den Händen hielt. Es gab einen deutlich wahrnehmbaren Gewichtsunterschied.
Der erste Karton brachte 512 Gramm auf die Waage. Kommt wohl hin, da die Pizza 410 Gramm wiegt und da noch Karton, Folie und die Pappscheibe, auf der die "Ofenfrischen" liegen, dazukommen. Müsste in etwa hinkommen:
Der zweite Karton war wesentlich schwerer – er wog fast doppelt so viel. Natürlich wussten wir schon vorher, was da in der Schachtel steckt: Eine zweite Pizza. Wenn man den Karton mit 70g und die Pappscheibe mit 30g (pro Pizza, also 60g zusammen) berechnet, kommt man auf rechnerische 950g Gesamtgewicht. Passt:
Und – oh Wunder – natürlich war es genau so… Wir hatten schon leere Schachteln dazwischen, aber dass sich zwei Pizzas in einen Karton kuschelten, habe ich in über zwei Jahrzehnten im Einzelhandel auch noch nicht erlebt.
Nachdem wir die Packung nun sowieso schon geöffnet hatten, konnten wir die beiden Mafiatorten auch gleich in den Ofen schieben. Abendessen und dann Feierabend. Gute Nacht.
Wir haben Post von Lycamobile bekommen. Man bedankt sich dafür, dass wir "Lacamobile SIM-Karten" an die Kunden weitergeben. Als Dankeschön gibt es noch drei Guthabenkarten im Wert von jeweils 10 Euro dazu.
Das wäre nicht weiter außergewöhnlich – wenn wir hier deren Produkte überhaupt verkaufen würden. Tun wir aber nicht. Denn Fakt ist: SIM-Karten gibt es hier gar nicht und Prepaid-Guthaben auf jeden Fall nicht für Lyca. Weder früher in Form von Rubbelkarten, noch jetzt mit dem neuen Kassensystem in der ausdruckbaren Version.
Gut, jetzt haben wir drei Karten. Vielleicht bringt das ja die Initialzündung, hier Lycamobileguthabendealer zu werden. Dennoch habe ich den Brief kopfkratzend mit einem dicken Fragezeichen auf der Stirn geöffnet…
Es ist bei mir zwar über 25 Jahre her (uff…), aber irgendwie ist es ein erhabener Anblick, wie die gute alte TOS/GEM-Oberfläche hier auf einem meiner Monitore im Büro flimmert. Buchstäblich, da die Auflösung (320 Bildpunkte in der Breite) irgendwie konvertiert werden muss.