Eine Kundin hat eben ihr Portemonnaie an der Kasse vergessen. Der Name sagt mir nichts, ein Ausweis ist nicht dabei. Nur 'ne ganze Menge Zettelkram. Im Telefonbuch finde ich die Frau auch nicht - aber zum Glück gibt es jemanden, der weiterhelfen kann, denn schließlich lag wenigstens eine ec-Karte dabei.
Also habe ich bei der Sparkasse Bremen angerufen und darum gebeten, daß von dort aus diese Frau angerufen wird. Ich habe nicht erwartet, daß mir die Telefonnumer genannt wird, aber mir reicht es ja schon, wenn sie überhaupt irgendwie erfährt, daß ihr Geld nicht verloren gegangen ist.
Witzig: Sie hat die Firmen-Visitenkarte des Bruders einer meiner besten Freunde dabei.
Nachtrag: Hat ja prima geklappt. Noch im Laufe des Nachmittags hat sie ihre Sachen wieder abgeholt.
Ein Pärchen stand vorhin an der Kasse. Er stand hinter ihr und hat seine Frau/Freundin umarmt. Völlig harmlos und ganz anständig. Dahinter: Eine bekannte Kundin, die eigentlich gar nicht da gewesen sein dürfte.
Diese Kundin fing jedenfalls an, sich lautstark über die beiden zu beschweren: "Das ist ekelig und Sie sollen das unterlassen. Sowas tut man nicht in der Öffentlichkeit. Das stört mich."
Es folgten einige verstörte Blickwechsel zwischen dem Paar, der Kassiererin und dem Kunden dahinter. Die beiden bezahlten ihre Ware, der Typ drehte sich noch einmal um und wünschte der, die sich gestört fühlte: "Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag und ein beknacktes Leben." :biggrin:
Der Kunde dahinter schüttelte auch nur noch den Kopf...
Aber der Kollegin habe ich gesagt, daß sie das bitte dem Kunden mitteilen soll, der sie eben angesprochen hat. Das ist was persönliches zwischen mir und dem Weihnachtsmann und nachdem er mich und die Botin schon mehrmals recht rüde angemacht hat, möchte ich ihn eben nicht mehr beliefern. "Sich lautstark beleidigen lassen" schließt mein Verständnis von Kundenservice nämlich nicht mehr mit ein.
Ein Kunde suchte zwei Artikel und fragte auch gleich, ob wir die "wieder reinbekommen" würden. Da es sich dabei um einen Stammkunden handelte, dem ich gewisse Kenntnisse über diesen Laden zutraue, habe ich nicht weiter über die Möglichkeit nachgedacht, daß er die Artikel vielleicht doch übersehen haben könnte und antwortete ihm, daß sie zu den entsprechenden Lieferterminen wieder reinkommen werden. Er bedankte sich und drehte sich um.
Bei einem der beiden Produkte wurde ich allerdings skeptisch, denn ich war mir ziemlich sicher, daß Ende vergangener Woche das Regal noch fast voll war. Also sah ich nach und rief dem Kunden zu, daß doch noch etwas da sei, wenn auch nicht mehr viel und der Rest dazu noch ganz nach hinten gerutscht war.
Er freute sich und ich ließ es mir nicht nehmen, auch noch nach dem anderen Artikel zu gucken. Wieder Bingo! Das Regal war in diesem Fall sogar bis oben hin voll, nur vermutete der Herr die Ware wohl an einer anderen Stelle.
Nachdem wir gestern Abend schon eine leere Bockwurst-Packung gefunden haben, ist einer Kollegin vorhin eine weitere leere Hülle im Regal in die Hände gefallen.
Da lag ein alter Einkaufszettel an der Kasse. Was wollte der Kunde / die Kundin haben? Soja oder ein Sofa? Oder sollte das "Soja-Joghurt" heißen? Ich tendiere mehr zum "Sofa". Es wird also eindeutig Zeit für eine neue Abteilung: "Junges Wohnen"...
Anruf eines Kunden: Ob wir einen bestimmten Artikel (noch) im Sortiment hätten, wollte er wissen. Und damit ich auch genau weiß, welches Produkt er meint, hat er mir dann gleich noch die EAN-Nummer vorgelesen - und zwar, ohne daß ich danach gefragt habe.
Wenn mal alle Kunden bei der Nennung ihrer Sonderwünsche so gut mitarbeiten würden...
Nachdem gestern Abend eine Kundin damit drohte andeutete, hier nicht mehr einzukaufen, hat sich knapp zwei Stunden später noch ein Kunde verabschiedet:
Ein guter Stammkunde reichte mir plötzlich die Hand und verabschiedete sich mit lobenden Worten für meinen Laden.
Immerhin konnte er mir den Abschied damit versüßen, daß er sich als Blogleser outete und somit virtuell mit uns verbunden bleiben wird. Ich wünsche ihm jedenfalls alles Gute in Baden-Württemberg.
Herr Harste. Sie haben so eine schöne Auswahl an Fruchtsäften. Und vorne machen Sie Reklame für Bacardi, 37% Alkohol. Sie bringen Leute an den Suff und zum Selbstmord. Zu Ihnen komm' ich nicht mehr.
Ohne weitere Worte zu verlieren ging sie aus dem Laden.
Kann mir jemand erklären, was die Frau für einen Auftrag hatte? Mir hat's jedenfalls die Sprache verschlagen...
Über fünf Jahre lang kaufte ein Kindertagesheim aus der Gegend bei uns auf Kredit ein. Die Köchin kam morgens her, suchte die benötigten Waren zusammen und unterschrieb an der Kasse nur einen zusätzlich ausgedruckten Beleg. Anhand dieser Belege habe ich dann monatliche Rechnungen geschrieben, insgesamt immer im Bereich 350-650 Euro.
Seit rund zwei Monaten haben die einen neuen Mitarbeiter in der KiTa. Ich weiß nicht, ob er die Kinder verhungern läßt, meinen Laden nicht mag oder die Waren woanders kauft. Ich weiß nur, daß ich mir die ganze Mühe nicht mehr für 10-20 Kleinst-Einkäufe mit insgesamt 10-15 Euro Umsatz im Monat machen werde.
So habe ich nun eben auf die letzte Rechnung den folgenden Text gedruckt: "Wichtiger Hinweis: Beachten Sie bitte, daß wir ab sofort keinen Kreditkauf mehr anbieten können und die Ware direkt bezahlt werden muß!"
Das klingt zwar hart, aber für zwei Flaschen Essig á 35 Cent spare ich mir den Zeitaufwand.
Ein Kunde fragte mich, ob wir zufällig Biergläser oder -Krüge hätten. Zuerst verneinte ich, doch dann fiel mir zum Glück sofort ein, daß ich ja noch zwei Kartons mit jeweils 6 Bierkrügen im Lager stehen haben müßte, die ursprünglich als Dreingabe beim Kauf kompletter Bierkisten gedacht waren.
Der Herr hatte es etwas eilig, aber dennoch durchsuchte ich in seinem Beisein das komplette Lager. Ich durchwühlte alle Regale und Warenvorräte, doch nirgends waren diese [censored] Kartons zu finden. Während ich immer grimmiger wurde, schließlich mußten die Gläser doch irgendwo sein, verlor der Kunde endgültig die Geduld und trollte sich.
Wie das Leben so spielt, sah ich - und das ist kein Witz - ein paar Sekunden später doch tatsächlich die beiden Kartons zufällig unter dem Tisch mit der Leergutkasse stehen.
Ich rannte noch schnell zum Ausgang, aber leider vergeblich. Der Kunde war schon außer Sichtweite.
Eine Kundin reklamierte noch während des Kassiervorganges ihren Kassenbon: "So viel? Was ist denn daran so teuer?"
Nach kurzer Überprüfung stellte sich heraus, daß sie davon ausging, daß die gekauften Mehrkornbrötchen nicht 30, sondern 25 Cent kosten. Bei drei Stück ergibt das immerhin einen Mehrpreis von 15 Cent. Auch bei gerade mal schlapp 3 Euro Gesamtbon ist das natürlich ein riesiger Preissprung zu einem möglicherweise überschlagenen Wert.
Ein Kunde beschwerte sich gerade darüber, daß unser Sortiment wenig abwechslungsreich und dadurch langweilig sei.
Ich glaube, auf gerade mal 550qm Verkaufsfläche zaubern die wenigsten Händler so ein umfangreiches Sortiment und voller Neuheiten gespicktes Sortiment hin, wie wir hier.
Zu einer geplanten Lieferung hatte ich eine Frage und habe deshalb eben die Kundin angerufen. Leider war nur der Anrufbeantworter zu Hause. Das Gespräch verlief folgendermaßen:
"Hier ist der automatische Anrufbeantworter von Susanne. Leider bin ich im Moment nicht zu Hause, es kann aber gerne nach dem Signalton eine Nachricht hinterlassen werden. [Piep] [Klick] [Tut-tut-tut-tut...]"