Als ich am Zeitschriftenregal vorbeiging, hörte ich ein sehr typisches Geräusch: Einer Kundin waren die Werbebeilagen aus einer Zeitschrift gerutscht und mit deutlich vernehmbaren "patsch!" auf dem Boden gelandet.
Sie hat sich jedenfalls nicht gebückt und das Altpapier aufgehoben. Stattdessen hat sie in Ruhe weitergelesen und danach ihren Einkaufswagen zur Kasse geschoben.
Und jetzt wissen alle, warum ich morgens beim Packen aus den Heften und Tageszeitungen schüttelnderweise fast sämtliche Werbebeilagen entferne...
Die Überprüfung der Zeitkonten und Gehaltszahlungen der einzelnen Mitarbeiter ist mir ein allmonatliches Grauen. Es gibt wenige Jobs, die ich hier nicht mag - und dieser gehört nunmal dazu.
Aber nun bin ich fertig und der Steuerberater darf die entsprechenden Auszahlungen auf die einzelnen Lohnkonten buchen und die Daten zur datev weiterleiten.
So, erstmal zwei Diebstahlsmeldungen ausgefüllt und zum zuständigen Polizeirevier geschickt. Die Dinger lagen hier seit rund einem Monat herum und warteten darauf, bearbeitet zu werden.
Gut, daß sowas nicht nach ein paar Wochen verjährt.
Gerade stand eine seltsame Type, vielleicht Anfang zwanzig, im Gang mit den Haushaltswaren. Kurzentschlossen ging ich ins Büro, um ihn auf dem Monitor zu beobachten. Auf dem Weg ging ich direkt an ihm vorbei und sah, daß er irgendwas aus dem Regal in der Hand hielt. Außerdem hatte er mich so seltsam erschrocken angesehen, wie es "Ertappte" häufig tun. 10 Sekunden später konnte ich ihn auf dem Bildschirm allerdings gar nicht mehr entdecken. Da war er nämlich schon wieder draußen.
Ich bin mir ganz sicher, daß das "Irgendwas" mit ihm verschwunden ist.
Pfand konnte ich dem Kunden dafür zwar nicht auszahlen, aber dennoch hat er mir die Flasche (zur Entsorgung) überlassen.
Eigentlich nichts Besonderes, aber andererseits bekomme ich Mineralwasserflaschen aus Italien so selten in die Hände, daß ich ihr ein Foto gegönnt habe. Und nach dem Shooting gab es eine ausgedehnte Ruhepause im gelben Sack.
Eine Kollegin drückte mir eine Schachtel gefrorenes Gemüse in die Hand. Die Verpackung war schon ganz weich und naß, so richtig gefroren wirkte die Ware nicht mehr. Die Frage, ob der Kunde sich eine neue nehmen könne, bejahte ich natürlich.
Was geschehen war? Der Kunde hatte an der Kasse bemerkt, daß die Packung angetaut war und erinnerte sich natürlich sofort daran, daß man sowas nicht kaufen soll. Theoretisch richtig.
Wenn man die Ware nicht vorher schon eine halbe Stunde im Einkaufswagen spazierengefahren hat. :doh:
Ein älterer Kunde suchte Fleisch für "Dicke Rippe".
Ein Kollege kam ins Büro und hielt mir ein Paket Beinscheiben und ein Paket Schweinebauch in Scheiben vor die Nase: "Der Kunde möchte wissen, was er davon nehmen kann."
"Nichts davon. Und Schweinerippen haben wir leider nicht da.", antworte ich ihm wahrheitsgemäß.
Eine Minute später kam der Kollege wieder ins Büro: "Der Kunde hat die Bauchscheiben genommen. 'Doch, doch, doch, das geeeeht!' , meinte er!"
Prinzipiell sicherlich. Nur mit Rippchen abnagen wird's schwierig.
Ein Kunde mußte 5,48€ bezahlen. Dies tat er fast vollständig mit 5-Cent-Stücken. Meine Kassiererin hat sich nichts anmerken und ihn gewähren lassen. Verabschiedet hat er sich mit den Worten: "War doch gar nicht so schlimm..."
Der Kunde hinter ihm erkannte die Situation richtig: "Na, der hatte einen sonnigen Humor."
Dieser Herr hat dann übrigens 2,15€mit ec-Karte bezahlt.
Eine Kundin hielt mir eine selbstgeschriebene Einkaufsliste vor die Nase und erkundigte sich, ob wir ihr die Ware in der kommenden Woche nach Hause liefern könnten.
Ich habe sie dann in Anbetracht der Hieroglyphen Handschrift glücklicherweise davon überzeugen können, die Sachen selber zusammenzusuchen und mir nur die Lieferung zu überlassen.
Immer wieder betreten Kunden morgens vor sieben Uhr den Laden und kaufen in aller Seelenruhe ein. Das kann man niemandem vorwerfen, denn schließlich weiß nicht jeder immer die genaue Uhrzeit und außerdem lädt eine nicht abgeschlossene Ladentür ja nun auch geradezu zum Eintreten ein.
Aber warum fällt so vielen Leuten nicht auf, daß sie hier im Halbdunkeln ihre Waren aus den Regalen suchen müssen..? :thinking:
Eine Kundin schlug vor, statt der derzeitigen Leergutklingel lieber etwas originelleres zu installieren. Sie würde zum Beispiel statt des gewohnt langweiligen Dreiklanggonges einen Uhu-Ruf gut finden.
Am 1. Oktober 2004 wurde der Uhu vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2005 gekürt.
Manchen Leuten sollten echt die Finger abfallen. Von einem Aufsteller mit Überraschungseiern fast die gesamte obere Lage einzudrücken - und damit natürlich unverkäuflich zu machen - sollte mit roher körperlicher Gewalt pädagogisch richtig geahndet werden.
Ein älterer Kunde sprach mich eben auf ein paar leere Regalböden an, die er im Laden entdeckt hat: "Räumen Sie schon aus, wird hier nun auch zugemacht?"
Nein, die Regale sind noch leer. Wir erweitern.
Wir werden nicht "zugemacht".