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Getrennt abgerechnet

Eine Kundin legte drei kleine Häufchen auf das Förderband der Kasse. Alle drei brav und deutlich erkennbar mit einem Warentrenner voneinander abgegrenzt. "Das soll getrennt abgerechnet werden", erklärte sie.

Wenn sie jeden der drei Einkäufe z.B. mit einer größeren Banknote bezahlt hätte um so jeweils passendes Wechselgeld zu bekommen. Hat sie aber nicht.

Wenn sie nun wenigstens einen der drei produzierten Kassenbons mitgenommen hätte, oder im Idealfall sogar alle drei. Hat sie aber nicht.

Ein großes Fragezeichen über dem Kopf meines Kassierers hinterlassen. Das hat sie.

Nationalgetränk

Zwei nette Kundinnen haben mich eben nach Martini gefragt. Mit der einen ging ich vor und zeigte ihr die Auwahl. Sie freute sich und um den Moment mit der freundlichen Dame zu verlängern schwärmte ich ihr vor, wie schön man den doch wunderbar pur mit viel Eis und einem guten Buch in der Hand gemütlich im Sessel sitzend genießen kann.

Da kam ihre Freundin dazu, die ihrerseits ins Schwärmen geriet: "Ihr habt ja Sternmarke hier."

"Ja", sagte ich mit einem Grinsen "Billiger Fusel."

Sie verteidigte sich: "Neeee, das ist das Nationalgetränk auf Föhr [Anm.d.Red: Stimmt sogar.] und wir kommen auch aus Föhr."

Oops, Fettnäpfchen. Aber sie nahmens mit Humor und wollten ja sowieso den Martini haben und nicht den billigen Fusel die Spirituosen-Spezialität.

(Falls ihr beiden das hier zufällig irgendwann mal zu lesen bekommt: Schönen Gruß vom Shopblogger aus Bremen. :-) )

Interessante Technik

Ein reichlich kaputter Typ gab zwei Gebinde Leergut ab, in dem sich einst Inhalt aus dem untersten Preissegment befand.

Danach schlich er noch recht "verdächtig" durch den Laden. Ich sollte irgendwann mal versuchen, dieses Gefühl irgendwie in Worte zu fassen und hier niederzuschreiben. Wenn man jahrelang mit Menschen zu tun und im Laufe der Zeit schon viele Dutzend Ladendiebe der unterschiedlichsten Kategorien (Von der armen Oma bis zum professionellen Drogenbeschaffer) beobachtet und erwischt hat, entwickelt man irgendwie ein Gefühl dafür, wer "klauverdächtig" ist und wer nicht. Dieser Mann war es definitiv.

Auf Irrwegen schaffe er es schließlich zum Spirituosenregal. Dort schaute er sich recht umständlich die einzelnen Sorten an und befummelte schließlich an einer Flasche Wodka das Sicherungsetikett. Drehte es und zog daran, vermochte es allerdings nicht abzureißen.

Danach stellte er sich an der Kasse an, denn schließlich hatte er noch seinen Leergutbon einzulösen.
Ohne ihm erkennbar zu unterstellen, dass er etwas klauen wollte, beschloss ich dennoch, ihm zu zeigen, dass er hier nicht "anonym" ist. "Die gehen ganz schön schwer ab", sprach ich ihn an der Kasse an, ohne eine bestimmte Reaktion zu erwarten.

"Ich finde das eine ganz interessante Technik. Die sehen ja aus wie die Plomben beim Zoll. Sollen wohl verhindern, dass geklaut wird."

Ach, was.

Junger Mann

Ein Kunde im Alter von ca. 40-45 Jahren hat mich gerade mit "Guten Tag, junger Mann" begrüßt.

Kompliment oder Zeit, sich Gedanken zu machen?

Katerfrühstück

Irgendwie witzig, wenn der erste Kunde am Morgen nach einem Feiertag sich mit Labskaus, Rollmops und sauren Gurken eindeckt. :-)

Seltsames Paar

Ich saß eben an der Kasse, als ein Pärchen in der Schlange auftauchte. Sie waren beide im Alter von Mitte bis Ende zwanzig. Sie fiel mir auf, weil sie ausgesprochen gut aussah. Hübsches Gesicht, freundliches Lächeln, absolut sympathische Erscheinung. Er dagegen war, und dies kann ich sicherlich in Maßen auch als Mann beurteilen, ein relativ hässlicher Vogel.

Während ich noch überlegte, dass er wahrscheinlich ein absolut liebevoller Mann ist, der alles für seine Partnerin tun würde und bei dem es nicht so sehr auf die Äußerlichkeiten ankommt, gab er sich vollkommen anders:

Er fing an, mit ihr wie mit einem kleinen Kind zu reden: "Da, pack' ein!", "Stell die Tüte hin, falls sie zu schwer wird!", "Die leichten Sachen nach oben." "Du musst 17,45€ bezahlen!" und so weiter.

Warum lässt sie sich sowas wohl gefallen?

Einkaufswagenchipssammlerin

Am Samstag habe ich ein Fax von einem Fleischer-Fachbetrieb aus dem Sauerland bekommen:
Moin Björn

Dieses Fax (Anhang) kam bei uns an. Wir haben aber keine Einkaufswagen und daher auch keine Chips.
Vielleicht könnt Ihr der Dame helfen.
Anbei war das Schreiben, das die "leidenschaftliche Sammlerin von Metall-Einkaufswagen Chips" offenbar recht planlos durch die Weltgeschichte geschickt hat. Anders kann ich mir nicht vorstellen, warum sie auch Fleischereien angeschrieben hat, zumal sie ausdrücklich um "von Ihnen aufgelegten Chips" bittet.

Aber auch ich kann ihr leider nicht helfen. Zum einen braucht man für meine Einkaufswagen keine Münzen oder Chips, zum anderen habe ich keine Eigenkonstruktionen und benutze, wenn ich z.B. im Baumarkt bin, eine ganz ordinäre 1-Euro-Münze. :-)

Die Kälte?

Es ist wirklich kalt draußen. Das könnte der Grund sein, warum heute Nacht relativ wenig los ist. Der extreme Gegensatz zum letzten Montagmorgen, denn da haben wir bislang einen Kundenrekord im Zeitraum von 0-6 Uhr gehabt.

Aber heute... Wenn nicht dennoch so viel zu tun wäre, könnte man hier glatt einschlafen.

Jetzt schon 6:1

Das Spiel Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld steht jetzt (in der 71. Minute) bei 6:1. Daran wird sich wohl nicht mehr sehr viel ändern, aber das erklärt, warum es seit knapp 1,5 Stunden hier so absolut ruhig im Laden ist.

Wenn Werder gewinnt, dürfte hier in absehbarer Zeit Hochstimmung im Laden herrschen. :-)

Nebenjob?

Ein Trio aus Heranwachsenden mit Migrationshintergrund schlich eben relativ lange durch den Laden. Sie guckten hier, gingen dorthin, fassten da was an, verteilten und gruppierten sich wieder und blickten bewusst in diese und jene Kamera. Wohl ohne zu wissen, dass ich sie schon seit mehreren Minuten durch eben diese beobachtete.

Während ich einen von ihnen beobachtete, gingen die anderen beiden in Richtung Getränkeabteilung und Leergutannahme. Da dort zu dem Zeitpunkt einige Kunden standen und Getränke generell nicht zu den diebstahlsgefährdeten Artikeln gehören (Von Spirituosen mal abgesehen, aber die stehen hier in einer anderen Gegend), beachtete ich die beiden nicht weiter.

Plötzlich hörte ich ein Rascheln im Lager. Ich sah aus der Tür, die beiden, die mitten im Lager standen, drehten sich um: "Sind Sie der Chef?"

Ihr könnt mal raten, wonach die beiden gefragt haben. Nein, kein Praktikumsplatz. Nach einem Nebenjob. Wovon träumen die? Dass ich mir hier dunkle Gestalten, denen ich kein Stück über den Weg traue und die in meinem Lager herumschleichen, freiwillig ins Haus hole?!? :-O

Nicht weitersagen

Eine junge Frau stand eben an der Kasse und löste den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Wie in solchen Fällen üblich eilte ich mit dem Handchecker nach vorne. Die Kundin trug eine relativ große Handtasche bei sich, welche sie mir auch prompt in die Hand drückte: "Hier, sie könne da gerne drin rumwühlen." Nee, wollte ich nicht. Mache ich nie alleine, auch nicht, wenn ich dazu aufgefordert werde.

Einige Sekunden später standen wir zu zweit am Packtisch. Inzwischen hatte ich schon herausgefunden, dass irgendetwas in oder an der Handtasche für den Alarm verantwortlich war und so stellte ich meine obligatorische Frage: "Haben Sie irgendetwas von Rossmann dabei?" Sie bejahte und öffnete die Tasche. Während wir beide hineinblickten, rührte sie in den Sachen herum und entschuldigte sich lachend: "Bisschen unordentlich. Bitte nicht weitersagen." Nein, mache ich nicht. Die Tasche war ziemlich voll und dabei tatsächlich recht wenig geordnet. Ein überdimensionales SchlampenSchlamperetui eben, typisch Damenhandtasche. :-)

Zwei Teile von der Drogerie mit dem Zentauren im Firmenlogo waren tatsächlich mit noch aktiven Warensicherungsetiketten beklebt. Ich entwertete sie und die Kundin freute sich, dass sie nun endlich wieder Ruhe hat. Auch in anderen Läden hätte sie schon oft mit ihrer Handtasche den Alarm ausgelöst, aber nie konnte etwas gefunden werden...

Apropos Blut

Der letzte Beitrag hat mich an einen Fall erinnert, der hier, noch einige Zeit bevor ich überhaupt mit diesem Blog begonnen habe, passiert ist:

Im Nachbarhaus prügelten sich zwei Männer. Mindestens einer der beiden war stark alkoholisiert und genau dieser Mann schafft es, hier in den Laden zu kommen und nach Hilfe zu fragen.
Ich erinnere mich nicht mehr an jedes Detail, aber er blutete aus einigen Stellen, unter anderem waren seine Lippen aufgeschlagen. Ich rief einen Krankenwagen herbei und während wir darauf warteten, fragte mich der Typ, ob er sich kurz bei uns waschen dürfte. Er drufte, dann in der Situation wollte ich ihm die Hilfe nicht verweigern.

Aber glaubt mir: Ich habe es sehr bereut, ihn auf die Herrentoilette gelassen zu haben. In seinem Suffkopp hat er das Blut echt überall hingeschmiert: Waschbecken, Armaturen, Fußboden, Wände, Spiegel, Handtuchspender, Mülleimer, Seife, einfach auf alles.

Das war richtig ekelig. :-(

Bierkistengutschein

Vor ein paar Tagen wollte ein Kunde wissen, ob er bei mir einen Gutschein für eine Kiste Bier kaufen könne. Spezielle Bierkistengutscheine habe ich natürlich nicht gehabt, aber "normale" Einkaufsgutscheine, in die ein Betrag eingetragen werden kann.

Im ersten Feld habe ich das Euro-Zeichen durchgestrichen und "1 Kiste Beck's" hingeschrieben. Im zweiten Feld sollte der Betrag in Worten eingetragen werden - dort habe ich mich dann für "1 Kiste Beck's" mit einem Smiley dahinter entschieden.

Immerhin: Der ungewöhnliche Gutschein kam gut an. :-)

Unterscheidungskriterium

Gesprächsfetzten eines Kunden, der mit einem Bekannten telefonierte, der sich offenbar in einem anderen SPAR-Markt befand:
Ich bin in dem coolen SPAR.
Cool, ja. :-)

Smalltalk im Selbstgespräch

Nachdem ich den Kunden an der Leergutkasse begrüßt hatte, ergänzte er, während ich schon anfing, seine Flaschen wegzuräumen:
Und? Wie is' so?
Und ohne, dass ich überhaupt Gelegenheit gehabt hätte, ihm zu antworten, fügte er an:
Muss ja, näch?
Danke. Ich finde dieses Smalltalk-Blabla nämlich mehr als fürchterlich.