Ein Kunde klärte mich im Laden nett gemeint darüber auf, welche Blättchen wir unbedingt ins Sortiment nehmen sollten und welche wir nicht bräuchten. "Ich bau' mir Joints natürlich auch aus drei kurzen Blättchen, aber mit den langen ist es einfacher. Aber da sollten es die schwarzen sein. Die weißen OCB braucht doch kein Mensch mehr..."
Okay, werde ich berücksichtigen.
Interessanter fand ich eigentlich, wie er darüber geredet hat. Alle Viele kiffen – aber so offen gegenüber Dritten darüber zu reden, fand ich schon irgendwie seltsam.
Es könnte mannigfaltige Gründe haben, die für einen Außenstehenden kaum zu erfassen sind. Wir wissen nicht, ob es vielleicht nur ein Spiel oder eine verlorene (oder gewonnene, je nach Standpunkt) Wette war. Wir wissen auch nicht, in welcher Beziehung der Mann und seine weibliche Begleitung zueinander stehen. Wir wissen nicht, was vor dem Einkauf geschah und wie es danach weitergeht.
Es bleibt dennoch ein komisches Gefühl, wenn man mitbekommt, wie jemand relativ öffentlich (s)eine Frau mit "Hopp!", "Sieh' zu!", "Trab an!" und ähnlichen Kommandos auf Trab hält.
Netterweise halten sich laute, aufdringliche Handyklingeltöne in letzter Zeit immer mehr in Grenzen. Standardgedüdel hört man fast gar nicht mehr, eher Auszüge aus den aktuellen Charts. Gerade bei männlichen Heranwachsenden ist deutscher Gangsta-Rap ja sehr beliebt. Vorzugsweise auf auf Maximallautstärke.
Zwar auch laut, aber sehr erfrischend dagegen, war vorhin der Rufton eines Handys einer Kundin mittleren Alters: Die ersten Takte waren eindeutig genug, um den Titel zu identifizieren: Cancion del Mariachi, dem Titellied des Films Desperado. (Hier das Video bei DuRöhre.)
Eine junge Dame sprach mich und einen Kollegen an. "Haben Sie Kondome?", wollte sie wissen. Wahrheitsgemäß antwortete ich ihr, sie drehte sich um und ging in die entsprechende Richtung. Ich hoffe, unseren herzhaften Lacher hat sie entweder nicht mehr mitbekommen oder nicht auf sich bezogen.
Dabei war sie doch gar nicht gemeint gewesen.
Uns steckte quasi noch der Lacher eines versunanstzoti lustigen Witzes im Hals und in dem ging es um genau dieses Thema. Und dann kommt Sekunden später eine Kundin und fragt nach Nahkampfsocken. Sooo passend.
Eine Frau ging mit einem Einkaufskorb durch den Laden. Begab sich dabei hierhin und dorthin, wieder zurück und nochmal von vorne. Ganz, ganz langsam füllte sich der rote Korb mit den unterschiedlichsten Waren. Während des gesamten Einkaufs sprach die Frau mit "irgendjemandem". Richtig wundern tut man sich darüber im Zeitalter von Mobiltelefonen mit Headsets eigentlich nicht mehr und nimmt es hin, ohne weiter darüber nachzudenken.
Aber nun bin ich doch sehr irritiert: Kein Kabel, kein "Knopf im Ohr". Gar nichts. Ich glaube fast, dass dei Frau tatsächlich die ganze Zeit mit sich selber geredet hat. Das würde auch ein bisschen zu dem scheinbar orientierungslosen Herumirren durch den Laden passen.
Der etwas ältere Mann beharrte darauf, dass wir diese Woche Feuerlöscher "für 25 Mark" im Angebot hätten und wollte zwei Stück kaufen.
"Oh, das tut mir Leid.", sagte ich zu ihm. "Ich habe keine Feuerlöscher im Angebot, das wüsste ich ganz sicher."
Er fluchte noch etwas von "Angebot vorrätig halten" und erzählte mir, dass er zum "Gewerbeamt" gehen wird, aber ich glaube, selbst da dürfte er seine Brandschutzausrüstung nicht bekommen können.
Eine Kundin wollte eine Schachtel Zigaretten kaufen. Nachdem meine Mitarbeiterin das Päckchen über den Scanner gezogen hatte, nannte sie der Kundin den zu zahlenden Betrag.
Eine Handvoll Kleingeld wechselte den Besitzer. "Müsste stimmen.", sagte die Kundin dazu und meine Kassiererin sortierte, zählte und stellte schließlich fest: "Jawohl, stimmt genau."
Warum die Kundin plötzlich die Arme nach oben riß und relativ lautstark darüber jubelte, dass sie richtig gerechnet hätte, werden wir alle wohl nie verstehen. Verlorene Wette? Erfolgserlebnis trotz Dyskalkulie? Wollte nur ins Blog?
Seit 3 Wochen wohn' ich nun auch in Bremen, und auch wenn ich es noch nicht zum "Midnight-Shopping" in die Neustadt geschafft habe, ist die Spar-Filiale hier in Findorff echt ein Licht am Horizont. Da hab ich meine ersten Pflanzen für meine neue Wohnung gekauft und auch das tolle und superleckere Ben-and-Jerrys-Eis! *mjam* Da wird einem doch gleich das Einleben in der neuen Stadt viel leichter gemacht.
Also viele Grüße in die Neustadt und weiter so. Ich les' deinen Blog echt gerne.
Sonnige Grüße,
Sabine
Danke für die Blumen und trotz des Schnees einen sonnigen Gruß zurück. So ein Lob läuft doch runter wie Öl.
"Lasst uns noch rein, sonst müssen wir verhungern.", bettelten die beiden Kunden um 0:15 Uhr vor der Eingangstür. Na, gut. Eigentlich hätte ich ja nicht gedurft... ach, was soll's. Man will ja niemanden leiden sehen.
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob die fünf Tafeln Schokolade die Aussage "müssen verhungern" nun ins Lächerliche zogen oder sogar besonders glaubwürdig machten.
Ein kleiner Junge sprach mich im Laden an: "Wo haben Sie Marmorkuchen?"
Ich führte ihn direkt zum Regal mit dem Fertigkuchen und zeigte ihm den Marmorkuchen von Bahlsen und den beiden günstige(re)n Marken. Dabei drückte ich ihm das Gebäck in der blauen Packung in die Hand.
Er legte ihn zurück ins Regal...
(Gut, dachte ich mir, will er wohl einen günstigen)
Eine Kundin stand mit ihren beiden kleinen Kindern an der Kasse. Der etwa sechsjährige Junge quengelte und wollte etwas aus dem Süßwarenregal haben, worauf seine Mutter relativ laut und so, dass alle anwesenden es hören konnten, erklärte, dass sie "mit den paar Euro" noch eine Woche hinkommen müsse.
Der Junge schwieg zunächst und sah sich neugierig um. Plötzlich fiel sein Blick auf das Bedienfeld des Zigarettenautomaten: "Mama, du brauchst bestimmt noch Zigaretten." – worauf sie antwortete, dass sie die "doch schon längst" gekauft hätte. Wenigstens die.
Durch die offene Lagertür hörte ich, wie ein Kunde den Leergutautomaten bediente. "Piep!", machte das Gerät plötzlich. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Kunde entweder die Flaschen falsch herum oder zu schnell hineingesteckt hat, oder wir das Gebinde gar nicht akzeptieren. Die meisten Kunden finden dies anhand des Textes auf dem Display zum Glück selber heraus.
"Piep!"
"Piep!"
"Piep!"
"Piep!"
Okay. Wenn ein Kunde es so hartnäckig versucht, greifen wir meistens ein. Ich stand auf, ging zum Leergutautomaten und erkundigte mich: "Will er irgendwas nicht annehmen?"
Die Antwort des Kunden: "Doch."
Steckte die Flasche in seine Tasche, zog den Bon und ging.
Eine Kundin wollte den Chef sprechen. Sie sprach dabei laut und aufgebracht. Um was es denn überhaupt ginge, wollten wir wissen. "Ihr Automat hat mir für meine Flasche nur 15 Cent gegeben, aber an der Kasse bezahle ich immer 25 Cent für die Flaschen. Das ist eine Saumäßigkeit, wie hier die Kunden abgezockt werden! Mit jeder verkauften Flasche bereichern Sie sich hier um 10 Cent!
Machen wir natürlich nicht um im klärenden Gespräch ließ sich die Kundin zum Glück auch wieder beruhigen. Sie hat eine Schweppes-Merhwegflasche abgegeben, die ganz klassisch mit 15 Cent bepfandet ist. Hier im Sortiment haben wir allerdings schon seit längerer Zeit nur noch die mit 25 Cent zwangsbepfandeten Schweppes-Einwegflaschen, die auf den ersten Blick zugegebenermaßen fast genauso aussehen, wie die Mehrwegflaschen.