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100% Frucht

Seit ein paar Tagen habe ich ein kleines Display mit "Frucht Snacks" hier im Laden stehen. Diese kleinen Häppchen bestehen aus "100% Frucht" und wer sich die Packung anguckt, wird wohl kaum auf den ersten Blick vermuten, dass sich Erdbeeren tatsächlich nur im einstelligen Prozentbereich und damit äußerst nebensächlich in dem Produkt befinden.

Einen SpOn-Artikel über die "Umfrucht-Falle" wollte ich zunächst in der nächsten Linksammlung mit aufnehmen. Aber er passte zufällig haargenau zu diesen "N.A!"-Snacks. Dieser Text beschreibt exakt diese kleinen Fruchtstückchen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass mit dieser Passage im Text:
In einem anderen Produkt, das mit "100 % Frucht Erdbeere" ausgewiesen war, wurden die vermeintlichen Erdbeerstücke den Angaben zufolge aus Apfelsaft, Apfelmus und Erdbeermus zusammengesetzt.
sogar exakt diese Fruchtstücke in dem weißen Beutelchen gemeint gewesen sind.

Wenn man geballte Erdbeerkraft erwartet hat, liest sich die Zutatenliste ausgesprochen ernüchternd: 52% Apfelsaft, 40% Apfelmus, 5% Erdbeeren – die restlichen drei Prozent teilen sich konzentrierter Fruchtsaft, Zitrusfasern, Geliermittel und Aromen. Dieses Produkt ist jedenfalls meiner Meinung nach ein sehr schöner Kandidat für den "goldenen Windbeutel".

Und, mal unter uns, die Dinger schmecken scheiße.


Punica im Ausverkauf

Ich hielt "Punica" in der typischen Mehrwegflasche immer für einen eher bedeutenderen Artikel in der Getränkeabteilung. Wenn nicht allgemein, dann hat dieses Produkt aber doch zumindest bei uns hier am Standort Gastfeldstraße in den letzten Jahren gewaltig an Wichtigkeit verloren. Wir hatten hier sieben Sorten im Sortiment und ich habe in den letzten Jahren insgesamt nur höchstens alle paar Wochen mal eine Kiste ( = sechs Flaschen!) nachbestellt.

Jetzt räumen wir den Fachböden gerade. Die freigewordene Fläche werde ich übrigens nicht für neue Artikel verwenden, sondern auf diese Weise Artikel im Regal unterbringen, die bislang immer nur provisorisch im Gang standen. Diese E-Mail ist unvergessen, der Zettel hängt hier nach wie vor neben meinem Monitor an der Wand und, ja, ich bin dabei, hier eine neue Struktur zu schaffen. Wenngleich auch diese Wandlung in der von mir bekannten Weise nicht von heute auf morgen erfolgt.


Kringelz

Die Kellogg's ZimZ heißen jetzt Kringelz.

Intern (und in Abwesenheit von Kunden) bleibt's hier bei uns aber trotzdem bei "Scheißhäufchen". :-)


Immer noch "LIDL GmbH" an dieser Adresse

Vielleicht sollte ich aufhören, darüber zu schreiben. Vielleicht wird es mit jedem weiteren Blogeintrag über die "LIDL GmbH" schlimmer und immer häufiger werden Ausbildungsplatzsuchende mich im Web finden und sich immer häufiger bei mir bewerben. Andererseits habe ich so endloses Futter für's Blog. Ich bitte im Vorfeld um Entschuldigung, falls die Thematik sich dann kanalisiert und es sich hier nur noch um fehlgeleitete Bewerbungen dreht. :-)

Vor ein paar Tagen hat sich eine junge Frau bei mir beworben. Erstaunlicherweise kamen hier zeitgleich zwei große Umschläge an. In beiden Umschlägen lag jeweils eine komplette Bewerbungsmappe, die auch beide an die selbe Person gerichtet waren. Ich vermute, dass damit eine Art Bezirksleiter (Bereichsleiter, Gebietsleiter, wie auch immer die bei LIDL heißen) gemeint war. Den Adressen auf den Anschreiben nach zu urteilen, sollten sie wohl ursprünglich an zwei verschiedene LIDL-Filialen gehen, die offenbar von der selben Person betreut werden. Möglicherweise wollte die Bewerberin damit sicherstellen, dass ihre Bewerbung auf jeden Fall bei dem Verantwortlichen ankommt.

Die beiden Bewerbungen habe ich kommentarlos zurückgeschickt. Allerdings konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ihr eine E-Mail zu schreiben, in der ich sie auf ein paar Missstände in ihren Unterlagen hingewiesen habe. Trotz, oder möglicherweise auch gerade wegen des Gefühls, dass das anmaßend wirken könnte, schrieb ich dazu, dass es mir ja eigentlich vollkommen egal sein könnte und ich es nur gut meinen würde. Unter anderem auch, dass ich es an Stelle des LIDL-Mitarbeiters seltsam gefunden hätte, über die Postadresse von zwei "meiner" Filialen angeschrieben zu werden.

Leider kam keine Antwort, aber vielleicht sind meine Tipps ja nicht vollkommen an ihr abgeprallt und sie hat sie sich für die zukünftigen Bewerbungen zu Herzen genommen. :-)


Oh, Niwoh

Neu bei uns gelistet, aber nicht von mir bestellt:
Sangria in der 1,5l-PET-Flasche.
Das ist dann ja schon fast wieder stylish.

SPAR-Markt in Toulouse

E-Mail von Michael aus Bremen:
Hallo Björn.

Als langjähriger stiller Blogleser konnte ich gestern nicht anders: Während einer Dienstreise nach Toulouse entdeckte ich diesen Sparmarkt in der Nähe meines Hotels, direkt am Canal du Midi nahe der Innenstadt.
Ich hoffe Du hast ihn noch nicht in Deiner Sammlung?
Na, und wenn schon... :-) Aber ich glaube, diesen hatte ich noch nicht dabei. Vielen Dank für das Foto.


Gebogen

Unbekannt ist, wer dieses Sicherungsetikett in den Deckel eines Glases Instant-Kaffee geklebt hat. Sagen kann ich auch nicht, wie lange es da schon pappt. Fakt ist aber: So ist es vollkommen wertlos.

Ich zitiere mal eben den Beitrag in der Wikipedia über diesen Typ von Warensicherungsetiketten:
Schneidet man das Etikett auf […], kommen bei den sog. aktuellen DR-Etiketten zwei (bei älteren sog. LE-Etiketten eine) lose eingelegte amorphe Metallstreifen zum Vorschein. Den dritten Metallstreifen, im Bild vorne zu sehen, hält eine Plastikfolie auf Abstand zu den losen Streifen. In einem Magnet-Wechselfeld geraten die amorphen Metallstreifen durch Magnetostriktion (Kontraktion im Magnetfeld) in mechanische Schwingungen. Im Resonanzfall schwingen sie noch kurz weiter, auch wenn das äußere Feld unterbrochen wird. Das Nachschwingen erzeugt seinerseits ein Magnetwechselfeld, das Antennen von außen registrieren.
Jetzt ratet doch mal, wie gut die Metallstreifen bei einem derart eingeklebten Etikett noch schwingen können. :-P


Tropf, tropf, hurrah!

Als ich durch den Laden ging, bemerkte ich eine rosafarbene Lache auf dem Boden. Es sah aus, wie ausgelaufenes Milchmischgetränk im Plastikbecher, also Müllermilch, bzw. der Eigenmarken-Klon davon. Von dort ausgehend lief eine Spur aus mehr oder weniger dicken Tropfen bis in die Nähe des Kühlregals, dort fand ich einen etwas kleineren Erdbeermilchsee.
Ich kombinierte: Einem Kunden war der Pott heruntergefallen und war etwas aufgeplatzt. Dennoch nahm er ihn mit, allerdings gab es zehn Meter weiter ein erneutes Malheur und ein weiterer Teil des Milchgetränks lief aus.

Aber wo war der Becher?

Nach kurzer Suche fand ich ihn im nahegelegenen Saftregal zwischen den dort platzierten Flaschen. Zum Glück war nicht viel ausgelaufen, nur am Fuß des Bechers war ein rosa Ring zu erkennen. Ich griff nach ihm – und musste in exakt dem Moment feststellen, dass er an der Seite von oben bis unten aufgerissen und dabei dummerweise auch noch halb gefüllt war. Irgendwie hatte der Innendruck des Bechers die Teile am Riss so zusammengepresst und abgedichtet, dass keine weitere Flüssigkeit auslief. Das ging so lange gut, bis der Druck meiner Finger den Becher verformte.

Ich lasse eurer Fantasie freien Lauf, euch die wilden Flüche, die ich während der Reinigung des Saftregals und der darin stehenden Flaschen von mir gegeben habe, vorzustellen. Seid kreativ, sehr kreativ.

Wie kann man so ein kaputtes Gefäß irgendwo in ein Regal stellen? Denken die Leute denn überhaupt nicht nach?!? :-(

Die Alternative

Eine junge Frau kam an die Lagertür und erkundige sich bei einem Kollegen, ob sie mal die "weggeschlossenen Sachen" sehen dürfe. Ohne lange zu überlegen, griff er nach dem Schlüssel für unsere Vegan-Vitrinen:
Einmal vegan, kommt sofort",
grinste er. Sie war irritiert:
"Was hatten Sie verstanden?"

"Na, die veganen Produkte. Die sind bei uns weggeschlossen und ich nehme an, dass Sie die haben wollten",
war seine Antwort. Da klärte sich das Missverständnis auf. Sie hatte nach "weggeworfenen Sachen" gefragt.

Sie wollte doch tatsächlich einen Blick in unseren Müllcontainer werfen. Das war jetzt sozusagen "Containern mit Anklopfen". Mein Mitarbeiter sah mich fragend an, ich zuckte nur mit den Schultern und so zeigte er ihr den Inhalt des Restmüllbehälters.
Sie hatte wohl auf die üblichen Mengen gehofft: Bergeweise verpackte Waren, die im Idealfall das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum höchstens gerade eben überschritten hatten und kistenweise Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern. Dem war aber absolut nicht so.
Das Gemüse war bei der Küche für die Obdachlosen gelandet und noch brauchbare Lebensmittel landen hier bei mir schlicht und einfach nicht im Müll.

Sichtlich enttäuscht verließ sie mit hängenden Schultern den Laden. Ich glaube, sie hatte bislang noch nicht erlebt, dass ihr jemand in einem Supermarkt freiwillig den Müllcontainer gezeigt hat und dieser sozusagen vollkommen leer ist.

Zigarettendieb und Beweismangel

Eine Kollegin stand in Kassennähe und bekam mit, wie ein junger Mann mit Kapuzenpulli eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten zog. Er blieb an der Kasse stehen und als er an der Reihe war, wechselte er etwas Geld und – nanu, wo sind die Zigaretten? Da sie sich nicht ganz sicher war, was da passiert ist oder ja auch möglicherweise etwas übersehen haben könnte, kam sie zu mir und schilderte mir den Vorgang.
Also sahen wir uns die Videoaufzeichnung an: Er drückte auf den Knopf, griff die Zigaretten, hielt sind eine ganze Weile in der Hand und plötzlich war die Schachtel nicht mehr zu sehen. Dummerweise standen da im falschen Moment zwei kleine Kinder vor ihm. Falls die Schachtel sich aber nicht in Luft aufgelöst hat, wird er sie aber wohl in seiner Hosentasche verschwinden lassen haben. Darin steckte nämlich zwischenzeitlich seine Hand, in der er die Kippen zuvor hielt.
Leider war der Typ zu dem Zeitpunkt schon außer unserer Sichtweite, aber optimistisch durchstreiften wir zu dritt die nahegelegenen Seitenstraßen. In einem als "Internet-Café" getarnten Laden für Drogenhandel aller Art sahen wir ihn zufällig an einem der dortigen PCs sitzen.
Um keinen unnötigen Stress zu machen, rief ich direkt die Polizei an, zeigte denen das Foto des Täters und nach knapp zwei Minuten kamen sie mit dem Kapuzenpulliträger zu mir zum Laden.
Er stritt alles ab. Nach dem Betrachten der Videoaufzeichnung gab er zu, Zigaretten gezogen zu haben, jedoch hätte er diese nicht kaufen wollen und sie deshalb fallen lassen. Unglaubwürdiger ging's nimmer, aber a) ließ sich nicht das Gegenteil beweisen und b) hatte er die Kippen nicht mehr bei sich, lediglich eine fast leere, ältere Packung.
Die Polizisten und ich waren einer Meinung, aber die änderte nichts an den belegbaren Tatsachen. Also bekam er keine Anzeige, aber doch immerhin von mir ein Hausverbot ausgesprochen.
Zwanzig Sekunden nachdem die Polizei sich verabschiedet hatte, kam einer der beiden Polizisten wieder zu mir und hielt eine Schachtel Zigaretten vor die Nase. Es war die gleiche Sorte, die der Mann in Restbeständen mit sich führte. Gefunden hatte sie die Schachtel in einem der Regal, an denen der vermeintliche Dieb auf dem Weg nach hinten vorbeigekommen war. Unsere Theorie ging auf: Er hat die Schachtel dort im Vorbeigehen deponiert, damit sie nicht bei ihm gefunden werden kann – aber leider war dieses Regalstück auf keiner der Kameras zu sehen und somit war auch dies nicht eindeutig belegbar. Schade, irgendwie…

Wir trösten uns damit, dass eine Anzeige wegen Ladendiebstahls sowieso keine nennenswerten Folgen für ihn gehabt hätte. Das gaben sogar die Polizisten resigniert zu.

Oops, abgelaufen

"Der neuste Wiesn-Hit", steht seit einigen Wochen nicht mehr auf dem Pappaufsteller, sondern zwischen den anderen Knabberartikeln im normalen Regal.

In Rahmen meiner derzeitigen Sortimentsbereinigung habe ich auch die "Bierstangel" gerade zu einem Sonderpreis ins Regal stellen wollen. So weit kam ich aber nicht mehr und jetzt liegen sie zum Supersonderpreis auf dem Restetisch. MHD: 27. Februar 2011.