Als ich einen meiner Mitarbeiter rausgelassen habe, hat sich mal wieder gezeigt, dass in manchen Kulturkreisen offenbar angenommen wird, dass eine eingeschaltete Ladenbeleuchtung dem Kunden das Recht zum Einkaufen einräumt. Ein Recht, das mit verbalen Attacken und agressiven Gesten durchgesetzt werden muss.
Heute haben wir uns (wie immer am Totensonntag) zum alljährlichen Aufbau der Weihnachtsdekoration hier im Laden getroffen. Die Motivation ist noch nicht besonders groß, aber irgendwie muss man ja anfangen.
Erster Dämpfer: Dank der neuen Klimaanlage (die nicht wegen der aktuellen Hitzewelle im Betrieb ist, sondern als Wärmepumpe den Laden heizt) können wir unser Rentier-Ensemble (Hier auf dem oberen Foto) nicht so wie sonst aufbauen. Wir haben aber schon eine Idee. Wartet's ab.
Ende September wurde in Salzburg ein vor allem auf Feinkost und hochwertige Lebensmittel ausgelegter SPAR-Markt in Mozarts Geburtshaus eröffnet.
Ein paar Tage später hat mir Christian ein paar Bilder geschickt, auf denen man das Innere des Marktes, der tatsächlich mehr einer Delikatessenabteilung als einem normalen Supermarkt ähnelt, erkennen konnte. Vielen Dank dafür!
Blogleser Martin hat mir vor einer Weile mal diese Sammlung an Links zu Videos von Rémi Gaillard. Ein Teil davon spielt auch in Supermärkten. Ich finde ihn und seine Aktionen ja nur bedingt lustig, aber immerhin mehr als Mario Barth, dessen Auftritte ich mir ansehen kann, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Wirklich klasse finde ich übrigens die Nummer mit dem Hähnchengrill.
Eine Mutter war mit ihrem Sohn hier im Laden. Der Junge ist etwa zwölf Jahre alt, die Mutter kenne ich seit Jahren als Bio-"Hardlinerin", bei der alles ökologisch korrekt sein muss.
Aufgeschnappter Dialogfetzen im Vorbeigehen:
Sohn: "Ich möchte aber auch gleich für mich eine Tüte Riffels kaufen."
Mutter: "Kenne ich nicht. Was ist das?"
Sohn: "Leckere Chips."
Mutter, lauter: "Kartoffelchips etwa..?"
Sohn, kleinlaut: "Ja."
Wie es letztendlich ausgegangen ist, habe ich nicht weiter beobachtet. Aber das Gesicht der Frau sprach Bände!
Vor ein paar Tagen hatte ich schon irgendwo eine Zeitungsmeldung zu dem Thema gelesen, Udo Vetter hat es vorhin bei sich im Lawblog themasiert. Es ging darum, dass Verbraucher getäuscht würden, weil der Prozentsatz der angegebenen Tagesdosis an Vitaminen auf 100g und die der Nährstoffe auf 15g berechnet wird.
Gut, das mag auf den ersten Blick irritierend sein. Aber die tatsächlichen Mengen stehen auf doch auf dem Etikett und dass sich jemand seine Ernährung ausschließlich anhand empfohlener Tagesmengen zusammensetzt, kann ich mir nicht vorstellen. Ich persönlich deute diese RDA-Werte als Zusatzinfo, von denen ich meine Ernährung noch nie anhängig gemacht habe.
Nutella ist und bleibt eine Kalorienbombe, aber dass über sowas ein Gericht urteilen muss, finde ich nun wirklich armselig.
Nachtrag: Mir ist gerade aufgefallen, dass die Werte auf dem Etikett bei Udo ganz andere sind. Das Foto der Verbraucherzentrale ist also offenbar schon etwas älter. Aktuell (ich habe hier eben ein Glas aus dem Laden abfotografiert) hat Nutella auf jeden Fall mehr Kalorien.
…der junge Mann, der zwar schlau genug war, mich ganz geschickt zu beklauen – aber dann dummerweise seinen kleinen Alibi-Einkauf mit ec-Karte bezahlt hat.
Eine Kundin suchte "Chicken Wings". Gemeinsam mit einer meiner Mitarbeiterinnen suchte sie in der Fleischtruhe. "Hier", meine Angestellte nahm eine Packung Hähnchenflügel aus der Truhe, "da haben wir doch welche."
"Nee"", sagte die Kundin. "Das sind ja Hühnerflügel."
Aus einem Testkaufbericht. Unter anderem wird notiert, ob und von wem der Service "Kunde zum Produkt begleiten" erfüllt worden ist. Kann der Testkäufer die Person nicht namentlich benennen (was bei uns eher selten vorkommt), wird die Person eben so gut es geht beschrieben. Im aktuellsten Bericht heißt es:
männlich, ca. 50 Jahre alt, ca. 180cm groß, rote kurze Haare.
Ich bin 1,86m groß, mit Schuhen also eher 190 als 180cm. Aber ich bin der einzige bei uns, auf den das Attribut "kurze rote Haare" fällt.
bei diesem Anblick in Felanitx/ Mallorca mussten wir spontan an dich denken.
Man sieht: Platz für einen SPAR-Markt ist in der kleinsten Hütte!
Liebe Grüße,
Anne + Adrian
Vielen Dank dafür. Niedlich, der kleine Laden. Aber wer weiß..? Vielleicht ist das ja auch, nach rechts abknickend und im Bild nicht zu sehen, eine 1000qm-Halle?
Unser Batterieregal ist übrigens nicht mehr leer und auch nicht mehr ohne nachvollziehbare Platzierung, sondern inzwischen wieder ordentlich und reichlich bestückt. Weihnachten mit all den kleinen batteriebetriebenen Spielzeugen für kleine und große Kinder kann also kommen.
Einer Bewerberin hatte ich einen relativ kurzfristigen (3 Tage) Termin für ein Vorstellungsgespräch gegeben. Nun hat sie mir mitgeteilt, dass sie den leider nicht wahrnehmen kann und deswegen gerne zu einen anderen Zeitpunkt kommen würde.
Okay, das war recht knapp und (vor allem) deshalb habe ich mit ihr einen neuen Termin für das Gespräch abgemacht.
Hinterher kamen mir Zweifel, ob das nicht doch mal wieder zu nett war. Wer einen Job haben will und schon bei der ersten "Anweisung" des potentiellen Arbeitgebers scheitert, ist eventuell dann doch nicht die richtige Besetzung.
Nachtrag: Jetzt gerade fällt mir erst auf, warum dieser Beitrag vermutlich für eine solch umfangreiche Diskussion gesorgt hat: Ich habe ein kleines Detail vergessen, das natürlich für den gesamten Kontext ziemlich bedeutend war. Der Anruf der Frau kam eine gute Viertelstunde vor dem eigentlichen Termin.