Skip to content

In der nächsten Stunde

Wegen eines Ladendiebs ohne Papiere rief ich die Polizei an und bat um Unterstützung. So weit war alles klar, nur die Verabschiedung durch den Beamten war etwas irritierend: "Wir versuchen, in der nächsten Stunde da zu sein."

Weil gerade Packtag war und wir eigentlich gar keine Zeit hatten, um eine Stunde herumzustehen und auf die Cops zu warten, gab es eine Planänderung. Ich rief wieder an und sagte den Einsatz ab. Da unser Dieb ganz am unteren Ende angekommen war, hatte er ohnehin nicht viel zu befürchten.

Er gab zu, obdachlos und Alkoholiker zu sein, war aber kooperativ und überhaupt nicht aggressiv und hat (und das wirkte wirklich sogar ehrlich auf mich) für seine Tat um Entschuldigung gebeten. Für die Abschreckung wollte ich trotzdem seine Daten aufnehmen. Als ich mit Stift und Klemmbrett aus dem Büro kam, bat er darum, dass ich ihm die Schreibutensilien gebe. In einer erstaunlich schönen Schrift notierte er daraufhin brav alle seine persönlichen Daten und auf Wunsch auch die Stelle, wo er postalisch zu erreichen ist. Das Hausverbot bekam er zwar von uns, aber den Aufwand für die Anzeige erspare ich allen Beteiligten …

Fotocommunity-Bilder (25)

Dieses winzige Räupchen krabbelte einst über das Dach meines Autos. Könnte mal ein Kohlweißling geworden sein. :-)

(Wobei ich gerade überlege, ob es wirklich mein Auto war. Den Untergrund hatte ich sicherlich nicht umgefärbt und das einzige weiße Auto hatte ich drei Monate lang Ende 1997 – und soooo alt ist das Foto auch noch nicht …


NVR-Absturz

Ich wollte "mal eben schnell" was im Livebild unserer Videoanlage nachsehen und öffnete die NVR-Anwendung hier auf meinem PC im Büro. Die Software startete, aber auf die Kamerabilder wartete ich vergeblich. Ich wollte unbedingt wissen, ob ein Kunde an der Kasse einen bestimmten Artikel bezahlt, aber die Sekunden verstrichen und die Ansicht blieb grau. Plötzlich poppte die Fehlermeldung von Windows mit dem Hinweis auf, dass NVR nicht reagiert. Danke, das habe ich auch selber gemerkt.

Da es jetzt auch egal war und der Kunde (war ehrlich, wie ich später in der Aufzeichnung am Rekorder überprüft habe) ohnehin weg war, witterte ich zumindest noch einen Blogeintrag und machte einen Screenshot von der Fehlermeldung. So hat der Absturz wenigstens noch einen positiven Nebeneffekt gehabt … :-P


Einstecken beim Rausgehen

Während meine Kassiererin kurz im Umfeld der Kasse aufgeräumt und in genau diesem Moment die Einkaufswagen zusammenschob, kam ein junger Mann mit ein paar Produkten in der Hand zur Kasse.

Da er bis zum Erreichen des Kassentischs die Sachen offen getragen hat, war er wohl ursprünglich darauf eingestellt gewesen, diese zu bezahlen. Die Klauentscheidung muss bei ihm sehr spontan im letzten Moment gefallen sein und so steckte er sich, während er an der Kasse vorbeiging, die Waren in einem Sekundenbruchteil unter die Jacke und verließ unser Geschäft.

Hat man so auch noch nicht gesehen …


Was wurde aus Linux, Versuch 4?

Mitte 2024 (Oh, so lange schon wieder her …) hatte ich mir einen PC für einen (letzten) Versuch mit Linux gekauft. Dabei kam zunächst heraus, dass die Linux-Welt entweder nichts für mich persönlich oder vor allem nicht für langjährige Windows-Nutzer im Quereinstieg taugt.

"Mal eben" irgendwelche Software installieren ist eben nicht unbedingt so einfach wie in der Windows-Welt, wenn man denn überhaupt passende Anwendungen findet – und ich bin halt seit Jahrzehnten bestimmte Programme gewöhnt. Ich hatte mir dann einen nagelneuen Windows11-PC (Intel i7-13700) gekauft, der wirklich schnell ist und mit dem ich sehr glücklich bin. Der Xeon-Rechner in seinem massiven Lenovo-Gehäuse blieb anderthalb Jahre ungenutzt unterm Schreitisch stehen.

Nun hatte sich unsere Tochter zu Weihnachten nicht nur einen 3D-Drucker, sondern auch einen PC gewünscht. Letzteren vor allem, um damit Projekte für den Drucker zu bearbeiten. Die ersten Wochen arbeiteten wir nun mit der Handy-App und schickten vor allem fertige Modelle an den Drucker, die suche nach einem geeigneten PC lief ohne Priorität im Hinterkopf. Ein älterer Windows-PC, den wir auch noch im Haus hatten, kam nicht in Frage, da der wirklich schnarchlangsam ist. Mein Notebook wollte ich aber auch nicht ins Kinderzimmer stellen, da ich viele meiner eigenen Projekte darauf habe und die Arbeit auf dem (relativ) kleinen Bildschirm auch eher nur eine Option ist, falls es mal nicht anders geht.

Am vergangenen Wochenende fiel mein Blick auf das massive Think-Station-Gehäuse in meinem Arbeitszimmer. Unsere Tochter ist nicht geistig in der Windows-Welt zu Hause, kann man sie von Anfang an mit Linux konfrontieren? Dazu war eine Frage zuerst zu klären: Gibt es die Software für unseren Drucker auch für Linux? Ja, gibt es. Will ich Linux noch eine weitere Chance geben? Ich wagte es.

Als Windows-Mensch muss man sich an viele Dinge gewöhnen. Zum Beispiel, dass man das Terminal, also das Kommandozeilen-Tool, sehr viel nutzen und die Anweisungen ans System eintippen muss. Da kam gleich die nächste Schwierigkeit – während man bei Windows zumindest halbwegs intuitiv Dinge erledigen kann, weil im UI vieles im Klartext steht, muss man die Befehle für das Terminal kennen. Da ist das Spektrum von "Ich weiß, dass es ihn gibt" über "Ich tippe ihn ein, weil es irgendwo so steht" bis zu "Ich weiß genau, was der Befehl macht" sehr groß. Als Quereinsteiger kommt man da zumindest halbwegs rein, aber intuitiv und selbsterklärend ist das nicht nicht. Wie auch?

Da hat mich in den letzten Tagen ChatGPT gerettet. Wann immer Linux irgendwas von mir wollte, das bei mir als Neu-Anwender nur große Fragezeichen hinterlassen hat, habe ich einen Screenshot von der entsprechenden Meldung gemacht und der KI vorgeworfen. Ohne Screenshot mit Beschreibungen im Klartext hielt ich es, wenn ich einfach nicht mehr weitergekommen bin und Dinge nicht so klappen wollten, ich ich es mir vorgestellt hatte. Mit der Bitte, das "für Dummies" zu erklären, kamen dann handliche Schritt-für-Schritt-Anweisungen dabei heraus, in denen auch auf Wunsch die Erklärungen stand, was da überhaupt passiert.

Die beiden wichtigsten Anwendungen auf diesem Computer, ein Webbrowser und die Software vom 3D-Drucker, laufen nun problemlos. Wenn wir sonst noch irgendwelche Software benötigen, werden wir schon Lösungen finden. Aber, das gebe ich hier ehrlich zu, so macht das ganze Unternehmen zumindest schon halbwegs Spaß. Jetzt kann man sich wirklich in der Linux-Welt mal in Ruhe umsehen und mit jedem Tag wird der Erfahrungsschatz größer. Vielleicht wird Linux doch noch mein favorisiertes Betriebssystem. Seit einer Woche geht es etwas besser …

Links 792

In Europa einzigartig: Hier ist Elefanten-Kuh Kariba nicht länger allein

Ist KI im Kinderzimmer sinnvoll oder gefährlich?

Ladendiebstahl: Säugling vorm Bauch und Diebesgut dazwischen

Markenrechte von X aufgegeben: Neues soziales Netzwerk soll „Twitter“ heißen

Ladendiebstähle auf Rekordniveau: "Am Ende zahlen die Ehrlichen"

EU-Verbot für Veggie-Wurst? Kompromiss scheitert im Parlament

Empfängerüberprüfung: IBAN eingeben, Klarnamen bekommen

Recht auf Reparatur kommt – Ersatzteile für Jahre gesichert

Warum Kunden Nestlé-Produkte im Regal liegen lassen

Schokoladen-Check: Eigenmarken punkten

KI-Spaß mit Gregor und Björn (25)

Der Versuch, ChatGPT einen Planeten rendern zu lassen, der wie die Erde aus blauen (Wasser) und grünen und braunen Flächen (Land) besteht, endete grundsätzlich in einer leicht modifizierten Version unseres Heimatplaneten. Dass unsere Erde unbestreitbar die Vorlage für dieses (und einige andere Bilder war), wird wohl jeder bestätigen …


Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken

Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" im Sortiment hätten. Unter dem Namen nicht. "Von welchem Hersteller sind die denn?", wollte ich wissen.

Das konnte sie mir leider nicht sagen. Sie hatte nur noch ein Fragment der Vorderseite der Verpackung und außer der Beschreibung des Produkts waren keine weiteren Informationen vorhanden.

Eigentlich kenne ich unser Sortiment ganz gut, aber vorsichtshalber ging ich dann doch mit dem Telefon am Ohr in die Abteilung und guckte genauer hin. Wir haben einige Sorten Hafergebäck im Keksregal und dass keiner davon "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" hieß, hatte ich zumindest richtig in Erinnerung und auch meine Überprüfung brachte diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse.

Ohne einen Hersteller / Importeur, einen Markennamen vielleicht oder im Idealfall den Strichcode auf der Verpackung konnte ich ihr leider auch nicht weiterhelfen. Sie hatte die Kekse bei einem anderen Edeka-Markt hier im Großraum gekauft und da hat man die ausgelistet und konnte oder wollte sie auch nicht mehr nachbestellen.

Ich sagte der Anruferin, dass die Informationen leider nur sehr vage sind und meine hellseherischen Fähigkeiten nicht ausreichen, um ihr irgendwie helfen zu können. Ich erklärte ihr, dass wir bei der Edeka mit vielen unterschiedlichen kleineren oder auch regionalen Herstellern oder Importeuren zusammenarbeiten, die von Markt zu Markt unterschiedlich sind oder sein können und die Chance, ein Produkt nur anhand einer Beschreibung wie "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" genau
zu identifizieren, doch eher gering ist. "Vielleicht gibt es die Firma ja auch schon gar nicht mehr oder sie stellen genau dieses Produkt nicht mehr her", sagte ich. Wir versuchen ja wirklich immer, irgendwie zu helfen – aber die Batterien in meiner Glaskugel waren diesmal einfach leer.

Sie bedankte sich resigniert und wir verabschiedeten uns voneinander.

Links 791

Antinatalismus: Ist es besser, wenn niemand mehr Kinder kriegt?

Alkohol in Deutschland billiger als fast überall in Europa

Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel - Das sollten Verbraucher wissen

Drei Viertel der Deutschen nutzen Supermarkt-Apps

Sind Männer benachteiligt, weil sie keine Kinder bekommen können?

Neue EU-Regel für PET-Flaschen: Das ändert sich in Zukunft

Museumswohnung in Hildesheim: Zeitreise in die 1950er

Edeka-Händler Feneberg mit 3000 Beschäftigten ist insolvent

Farmer in Kansas pumpen sich ihr letztes Grundwasser weg

AI Slop: Den Augen kann man nicht mehr trauen

7 Flaschen Alkohol in der Umhängetasche

Ein Mann steckte sich sieben Flaschen unterschiedlicher Spirituosen in seine Umhängetasche und konnte leider unerkannt den Laden verlassen.

Die Warensicherungsetiketten (Flaschenzippel) an den Flaschen lösten zwar den Alarm aus, als er rausging, jedoch war der Mann leider schneller in der Dunkelheit verschwunden, als irgendein Mitarbeiter von uns die Verfolgung aufnehmen konnte.


Plitsch, platsch!

Seit wenigstens zwei Jahrzehnten ist es hier ausdrücklich verboten, an der Kasse offene Getränke zu konsumieren. Gegen eine Flasche mit Schraubverschluss habe ich nichts, man redet viel und es tut gut, zwischendurch was zu trinken, aber Becher, Gläser oder auch To-Go-Becher haben da vorne nichts zu suchen.

Warum? Ganz einfach: Weil sie umfallen können und spätestens, wenn der klebrige Inhalt in die Technik läuft und für einen Ausfall der Kassen sorgt, ist klar, warum ich dieses Verbot einst erlassen habe.

Immer wieder gab und gibt es Kollegen, die die Regel missachten und leider bekomme ich das auch nicht immer mit und kann das Vergehen rügen. So wird es dann beim jeweiligen Mitarbeiter zur Gewohnheit.

Nun ist ein voller Kaffeebecher umgekippt. Solange sich die Kollegen damit nur gegenseitig ihre Hosen und Schuhe versauen, hat es vielleicht noch einen kleinen Lerneffekt. Und einen schadenfroh grinsenden Chef.

… und was kriegen wir?

Als wir diese Poster bekommen hatten, hieß die Firma in Verden, die Sheba, Chappi und Frolic herstellt, sogar noch Effem. Sie stammen aus den ersten beiden Jahren meiner Selbständigkeit hier und sind eigentlich keine Poster, sondern eher recht stabile Deckenhänger aus Pappe im A1-Format.

Dieses (und ein anderes mit Hundemotiv) hatten wir immer mal im Wechsel mit auf der Innenseite in den Plakatrahmen an unseren Schaufenstern drin, inzwischen (und da wir nun seit vielen Jahren schon nur noch die kleinen A3-Rahmen haben), haben wir diese "Plakate" natürlich schon lange nicht mehr aufgehängt. Dieses im Speziellen sowieso nicht mehr, da das ohnehin schon recht ausgeblichene Motiv durch die lange Zeit hier in einer Ecke im Lager verknickt und verspackt ist. Nachdem ich es nun noch in einem letzten Erinnerungsfoto mitsamt Blogeintrag vereweigt habe, hat es würdevoll als Sekundärrohstoff den Weg durch die Papppresse genommen.