Von allen Lebensmitterlgeschäften, die wir in Italien gesehen hatten, fand ich den
CONAD-Markt
bei uns in der Urlaubsgegend am schönsten und am inspirierendsten.
Die Wände hinter der Gemüseabteilung waren in einem sehr dunklen Grünton gestrichen. Das sah schon beeindruckend gut aus und statt, dass man als Kunde durch die dunklen Flächen erschlagen wurde, rückte die beleuchtete Ware in den Fokus. Das gefiel mir so gut, dass ich den Bereich in meiner Gemüseabteilung hier in der Gastfeldstraße unbedingt auch so gestalten möchte!
Die restlichen Wände, z.B. über den Kühlregalen, waren in einem sehr hellen Grauton gestaltet. Passte farblich sehr schön zu dem Dunkelgrün, allerdings hadere ich noch, ob mir das wirklich so richtig gefiel.
Passend zu dem Grau und dem Grün waren die restlichen Flächen und Stützen in dem Markt in einem knalligen Orange gestrichen. Die Farbkombination war insgesamt toll, bei dem Orange befürchte ich, dass man sich daran sattsieht (pun not intended). Generell würde ich das aber insgesamt am liebsten 1:1 kopieren.
Apropos Stützen: Einfach mit Wandfarbe gestrichen, im unteren Bereich rundherum mit Edelstahlblechen verkleidet. So einfach, so wirkungsvoll.
Kundin: "Hallo! Schweppes. Fünf mal!"
Die Flaschen stehen ganz oben im Regal und ich habe sie ihr auch anstandslos heruntergegeben. Das, was da auf meiner Zungenspitze lag, war nicht nett. Hab's dann aber ohne weiteren Kommentar heruntergeschluckt.
Jeden Dienstag Morgen ruft ein Lieferant an, um eine Bestellung entgegenzunehmen. Wirklich
jeden Dienstag. Diese Bestellung bereitet normalerweise ein Kollege vor, der entweder Montags oder Dienstags hier in der Spätschicht ist.
Jeden Dienstag sage ich den Leuten im Callcenter dann, dass entweder schon eine Bestellung vorliegen müsste oder dass sie noch am Abend durchgegeben wird und dass sich mein Mitarbeiter dazu selber melden würde.
Jeden Dienstag Vormittag.
Nun hatte mein Kollege aber ausnahmsweise mal Montag und Dienstag frei, so dass ich die Bestellung komplett selber machen musste. Und als ich am Dienstag am späten Nachmittag gerade die Firma in den verdienten Feierabend verlassen wollte… Naaaaa, wer rief da an und nicht schon am Vormittag? Riiiiiiiichtiiiiiiiiiig.
Zum Glück ist das Zeitfenster bis Mittwoch acht Uhr offen.
Jahrzehntelange Indoktrination durch die Hardliner unter den Vegetariern – und dann wird vegane Ernährung plötzlich kommerzialisiert und damit einer breiten Masse schmackhaft (pun intended) gemacht und dann ist das auch wieder nicht richtig. Es ginge ja nicht mehr um die Sache, sondern nur noch um den Kapitalismus. Meine Fresse, sollen die sich doch freuen, dass dadurch – aus welchen Gründen auch immer – möglicherweise weniger Viecher getötet werden.
Am Schluss des Berichts wird noch ausführlich berichtet, wieso durch viele Veganer die Fleischwirtschaft sogar noch angekurbelt werden könnte. Dass der Fleischwirtschaft vollkommen egal sein kann, warum sich jemand vegan ernähren möchte (Modetrend oder Überzeugung), wird da verschwiegen. Die genannten Konsequenzen wären auch eingetreten, wenn es nur Veganer aus dem "radikalen Kern" gäbe…
Oder was übersehe ich da gerade?
Hier der Link zum Artikel, der mich zu dem Text veranlasst hat.
Johannes hat mir dieses Bild eines SPAR-Marktes in
Bad Hofgastein geschickt.
Vielen Dank dafür!
Lars ist schon jahrelanger Mitleser und arbeitet neben seinem Studium in einem Supermarkt. Dort muss er, wie es nunmal so ist, auch das Leergut wegsortieren und dabei ist ihm eine alte PET-Mehrweg-Colaflasche mit aufgedrucktem Haltbarkeitsdatum 1995 aufgefallen. Vielen Dank für das Foto.
Eigentlich ist das nicht weiter spektakulär – aber es gibt einem Gelegenheit, mal gedanklich in die Vergangenheit zu schweifen. 1995, das ist zwanzig Jahre her. Zu der Zeit steckte ich gerade noch in meiner Berufsausbildung. Leider habe ich nicht mehr ermitteln können, wann genau Coca-Cola die PET-Mehrwegflasche hier in Deutschland eingeführt hatte. In meinem Schuljahr 90/91 gab es sie schon, aber sie wurden erst während meines eigenen Supermarkt-Nebensjobs eingeführt, den ich erst ab 1989 hatte. Irgendwo dazwischen gab es diese riesige "
UNKAPUTTBAR"-Werbekampagne zur Einführung der PET-Flaschen. Und, JA, natürlich haben wir das provoziert und so eine Flasche im Laden einfach fallenlassen. Und sie ist kaputtgegangen. Sie war damals nämlich genau auf die Kante des Deckels gefallen, so dass der obere Teil des Schraubverschlusses abplatzte. Ich durfte die Sauerei hinterher beseitigen und die Marktleitung fand es lustig.
Besonders hervorzuheben war auch der Pfandwert: Während man für andere Limoflaschen 30 Pfennig Pfand bezahlen musste, durfte man für die Coca-Cola-Flaschen gleich 70 Pfennig auf den Tisch legen. 70 Pfennig war relativ viel Geld, die Flaschen waren eine richtige kleine Wertanlage und unglaublich beliebt bei Leergut wegbringenden Kindern und natürlich, die gab es damals auch schon, Flaschensammlern.
Nach der Euro-Einführung wurde das Pfand für diese Flaschen übrigens auf die allgemeinen 15 Cent angepasst.
Im Markt in Findorff bekommen wir übrigens demnächst einen Freifunk-Router. Wer also unbedingt beim Einkauf surfen möchte und dabei schon oft das Mobilfunknetz-Funkloch bei uns im Laden verflucht hat, kann also zukünftig auf kostenloses und anonymes Wlan zugreifen.
Wie
vor ein paar Tagen schon richtig vermutet, sind heute die ersten Weihnachtsartikel (Ich kann diesen Euphemismus "Herbstgebäck" nicht leiden!) hier eingetroffen. Jetzt müssen wir nur noch Zeit und Muße finden, die Sachen im Laden unterzubringen.
Manchmal frage ich mich ja, wozu ich überhaupt Einsatzpläne für meine Mitarbeiter erstelle und ausdrucke. Manchmal kitzelt es in den Fingern, aus Provokation nur einen Blankozettel an die Pinnwand zu pappen und den Rest dem Schicksal zu überlassen.
Marcel hat mir geschrieben:
Mich wundert immer wieder, warum es so viel sensorisch mangelhaftes Obst und Gemüse im Handel gibt. (Da ich noch nie in deinem Laden war, ist das natürlich nicht auf dich bezogen, sondern nur eine leider häufig gemachte Erfahrung) Beispielsweise traue ich mich in vielen Läden kaum noch Kirschtomaten zu kaufen, da sie häufig einfach nur sauer statt nach Tomate schmecken. Aber auch bei Wassermelonen und Birnen erlebe ich bei der ersten Kostprobe häufig eine böse Überraschung. Und das gilt nicht nur im Winter, sondern auch in der Saison.
Woran kann das liegen? Wird die Ware nicht bei der Lieferung kontrolliert und ggf. reklamiert? Die Einzelhändler sollten doch eigentlich selbst ein Interesse daran haben, nur für einwandfreie Ware zu bezahlen. Oder landet aus irgendwelchen Gründen solche Ware trotzdem im Verkauf?
Es ist schwierig. Der kleine Gemüsehändler, der nachts um vier Uhr auf den Großmarkt fährt und sich die Ware selber zusammensucht, kann natürlich immer die bestmögliche Qualität kaufen, bzw. nicht überzeugende Ware einfach stehen lassen.
Ab einem bestimmten Maßstab funktioniert das einfach nicht mehr. Da ist man zwangsläufig darauf angewiesen, dass man als Einzelhändler von seinen Großhändlern und diese von ihren Zulieferern vernünftige Ware bekommt. Und da gewinnt dann oft auch wieder derjenige mit den besten Konditionen. Natürlich wird die Ware stichprobenartig überprüft, aber das klappt dann eben nur so, wie es der Name schon sagt.
Mich stört es selber oft genug. Grüne Banenen, saure Clementinen, harte Birnen, hohle Nüsse, geschmacklose Tomaten – alles immer wieder dabei.
Normalerweise erlaube ich ja keine Aushänge im oberen Bereich unserer Türen, aber vielleicht hilft es ja, die Katze wiederzufinden…
Anfang August hatte eine Kundin einen meiner Mitarbeiter mit extrem besorgten Unterton angesprochen: Sie hätte hier im Laden eine Packung Dany&Sahne gefunden, die schon vor mehreren
Jahren abgelaufen sein sollen.
Die Zahlenkombination stand zum Glück nur für den zwölften August, bei Frischeprodukten normalerweise ohne Jahresangabe.
Etwas erstaunt war ich über eine deutlich sichtbar montierte Kamera, die hier am Haus nebenan die komplette Front der benachbarten Moschee im Blick hat. Kurze Nachfrage bei einem der Mitglieder dort, wieso sie so aufgerüstet haben.
Tzja – nach inzwischen mehreren Brandanschlägen auf andere Moscheen hier im Großraum und einigen Einbruchversuchen direkt am Gebäude meiner Nachbarn, haben die Betreiber schlicht und einfach Angst, dass Schlimmeres passieren könnte. Ist schon krass.
Und erfüllt mich nebenbei bemerkt auch mit Sorge, da unsere Gebäude unmittelbar aneinandergebaut stehen. Wand an Wand, Dach an Flachdach. Noch Fragen?
Auf dem Foto seht ihr die Wand unseres Kassenbüros. Links hängt ein privates Foto, der Ausschnitt aus einer
Don-Rosa-Geschichte verweilt dort auch schon einige Jahre. Untendrunter hängt die Pinnwand, an der zum Beispiel auch immer die Personaleinsatzpläne aushängen.
So weit, so gut.
Wenn mir jetzt noch jemand erklären kann, warum irgendein Kollege (oder auch mehrere) die beiden Pappstücke, den Henkel einer Getränkeverpackung, den EAN eines Stoffbeutels und die Folienverpackung von zehn Münzgeldrollen dort hingeklebt hat…
Wenn ihr übrigens mal Wünsche habt, dass ich hier im Blog über bestimmte Themen oder Details schreibe oder mir darüber zumindest mal Gedanken mache, dürft ihr diese gerne äußern.
Nicht, dass hier die Gefahr einer Blogflaute bestünde, aber falls es da mal was gibt, dürft ihr mich ungeniert fragen! Es kann ja immer mal sein, dass einen besondere Details (z.B. technische oder organisatorische) aus einem Supermarkt interessieren, die man sonst nie zu Gesicht bekommt oder zu denen man nie jemanden fragen kann.
Nachtrag: Kommentare deaktiviert, damit ich die Liste irgendwann mal abarbeiten kann, ohne dass ich mit neueren Anfragen durcheinanderkomme. Wer noch eine spezielle Frage oder Anregung hat, möge mir diese bitte via E-Mail zukommen lassen!