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Bewerber-Fragezeichen

Meine Stellenanzeige: "… Aushilfen zum Ware Verräumen, dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Getränkeabteilung. Regelmäßige Arbeitszeiten: Dienstags und Freitags, ca. 7-15 Uhr"

Der Bewerber: Gymnasiast an einer Regelschule hier in Bremen, macht sein Abi voraussichtlich in zwei Jahren. Aber hat vermutlich nicht den Leistungskurs Deutsch. :-P

Eigentlich ganz hübsch: Blau-Rosa

Der rosafarbene Haftgrund und das blaue Klebeband geben eigentlich eine schöne Farbkombination ab. Könnte fast so bleiben. :-)

Das ist aber nur die Basis, darauf kommt jetzt eine dünne Schicht Verputz und dieser wird dann ganz klassisch mit Fassadenfarbe gestrichen.

(Warum haben wir eigentlich schon wieder eine Baustelle vor dem Laden?!)


Think Pink!

Anfang des vergangenen Jahres hatten wir, die beiden Ladenbetreiber bei uns im Haus, die Idee, dass man die Fassade des Gebäudes mal etwas modernisieren könnte. Die Zustimmung wurde erteilt, wir machen jedoch nur den Bereich im Erdgeschoss.

Damit ging es heute los. Ein Kollege hatte mich eben kontaktiert: "Hey, da streichen welche deinen Laden pink!" Ich dachte erst, der wollte mich verarschen, aber nein, es ist pink. Wenn auch keine Deckfarbe sondern nur die Grundierung.

Bin mal gespannt, wie es da morgen aussieht … :-)


Zwei Sterne ohne Angabe von Gründen

Zwei-Sterne-Bewertung: Okay, meinetwegen. Man kann es nicht jedem Kunden Recht machen. Aber irgendeine Begründung wäre fein gewesen. Dann hätte ich zumindest gewusst, ob es konkretes Verbesserungspotential gibt oder ob die Unzufriedenheit durch einen Umstand verursacht wurde, den ich nicht ändern kann, z. B. keinen Parkplatz vor dem Haus gefunden oder sowas …


Zugabeaktion "Barbie / HotWheels"

Aktuell läuft auch bei uns noch die Zugabeaktion "Barbie / HotWheels", bei der Kunden sich pro Einkauf in Höhe von mindestens 30 Euro, den sie mit der EDEKA-App bezahlen, ein "Hot Wheels Mix & Match" oder eine "Barbie Mini" kostenlos bekommen.

Vielleicht hat von den mitlesenden Kunden ja noch jemand Interesse daran, uns auf diese Weise von den Spielzeugen zu befreien. Bislang wird diese Aktion bei uns nämlich ausgesprochen zurückhaltend angenommen. Vermutlich auch im Rest der EDEKA-Welt, denn eigentlich sollte sie bereits offiziell längst zu Ende sein.


Mein Berichtsheft in Echtzeit (Teil 98)

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die Fortbildung zum Gemüsescheißfachwegräumer erfolgreich bestanden. Von nun an dürfen Sie täglich die Papppresse ausleeren und in der Getränkeabteilung packen und bestellen.

Dass ich überhaupt die Prüfung zum Kaufmann im Einzelhandel geschafft habe, wundert mich inzwischen richtig. Da hatte ich wohl mehr Ehrgeiz, als man anhand des Berichtsheftes vermuten könnte.



Am Dienstag Morgen habe ich zuerst die Kisten und Kartons vom Obst- und Gemüse-Packen nach hinten ins Lager gefahren und vernichtet, bzw. herausgebracht. Anschließend habe ich vorne unseren Laden aufgeschlossen und die Paletten mit den Blumen und der Holzkohle rausgefahren.
Danach habe ich das Leergut schonmal zusammengestellt und zur Abholung nach draußen gebracht.
Brot vergleichen und auszeichnen (Wendeln und Harry). Leergut annehmen. Ausleeren der Mülleimer und unserer Recycling-Bos aus der Kassenzone.
Am Nachmittag habe ich "meine" Bestellung (Getränke) gemacht und die Mehrweg-Getränke (Essmann) gepackt.
Ware annehmen und die Paletten ins Lager / in den Laden fahren. Margarine packen. Ausleeren der Ballenpresse.


Gewürze 8/10

Rosmarin

Die auch Brautkräutl, Meertau oder "Maria Reinigung" genannte Pflanze ist ein Gewürzstrauch der Mittelmeerländer. Die lederartigen, nadelförmigen, immergrünen Blätter duften stark aromatisch, ein wenig nach Kampfer. Sie werden während und nach der Blütezeit geerntet und getrocknet. Es wird sparsam – frisch oder getrocknet – zum Würzen von Salaten, Saucen, Pilzen, Suppen, Geflügel, Lamm, Fisch uvm. verwendet.

Paprika (Spanischer, türkischer Pfeffer) ist eine Krautpflanze mit mehr oder weniger scharf schmeckenden Früchten. Man unterscheidet die großen Paprikaschoten, die als Gemüse in den Handel kommen und die spindelförmigen, kleinen Paprikaschoten, die getrocknet und gemahlen als Paprikagewürz in den Handel kommen. Die Würze liefert das Alkaloid Kapsaizin, das besonders in den Samen und den Scheidewänden in den Früchten enthalten ist.

Spenden als Strafe

Zufällig auf dem Monitor der Videoanlage beobachtet: Ein Kunde ging zum Leergutautomaten, steckte eine Bierflasche in das Gerät und lief sofort wieder weg, ohne den Bon zu ziehen. Das tat ich dann für ihn.

Er holte sich in der Zwischenzeit eine volle Flasche aus dem Laden und ging zur Kasse. Dort holte ich ihn wieder ein.

"Wenn Sie den Bon nicht haben wollen, stecke ich den gerne in die Spendenbox", sagte ich, während ich mit dem Zettel hin und her wedelte.

Er winkte ab: "Machen Sie das mal ruhig, Herr Harste. Ist mir gerade nicht zum ersten Mal passiert. Das ist dann meine Strafe fürs Vergessen."

Danke. :-D

Leere Reinigerflasche im Pappballen

Aus einem der fertigen Pappballen hier im Lager ragte der Hals einer zerquetschten Plastikflasche heraus, in der sich augenscheinlich mal irgendein Reinigungsmittel, vermutlich Allzweckreiniger, befunden hat. Ich ersparte mir das Augenverdrehen, denn die Pappe rund um die Flasche war nicht klebrig oder mit Reiniger durchsetzt; es ist also anzunehmen, dass da irgendwie eine leere Flasche in die Presse gelangt war.

Erstaunlich aber irgendwie, wie wir hier inzwischen darauf konditioniert sind, Dinge zu sehen, die nicht in den Pappballen gehören. Nicht immer läuft es ja so offensichtlich aus der Presse heraus auf den Fußboden.


Der Held von DPD

Keine Ahnung, wie weit DPD Pakete offiziell liefern muss. Seit es Paketdienste gibt, wird ja darum gestritten, ob bei Privathaushalten bis zur Wohnungstür im achten Stock oder nur bis an die Haustür. Oder eben nur bis vier Meter vor die Grundstücksgrenze, so wie in diesem Fall.
Der freundliche DPD-Bote hat sich offenbar einen Einkaufswagen geschnappt, die Kartons mit gelben Säcken dort hineingestellt (oder eben auch nicht) und das gesamte Ensemble schließlich neben der Straße stehengelassen. Einem Mitarbeiter des Empfängers, also einem meiner Angestellten, hat er auch nicht Bescheid gesagt.

Eher zufällig hatten wir etwas später die Pakete entdeckt, als ein Kollege und ich gerade in der Gemüseabteilung die Preisauszeichnung überarbeiteten und der Blick dabei durch die offenstehende Ladentür in Richtung Straße fiel.

Wer solche Paketboten hat, braucht jedenfalls keine Feinde mehr …

(Zu dieser Lieferung hat es dann von mir auch die erste Beschwerde gegeben, die ich jemals in Richtung eines Paketdienstes formuliert habe.)


LDs, weiter geht's!

Da haben wir gerade echt einen Lauf …

Kurz nachdem ich gestern Nachmittag für ein paar private Besorgungen unterwegs war, bekam ich einen Anruf aus der Firma: "Wir haben hier einen Ladendieb, der hat zwar einen Ausweis dabei, aber nur aus Georgien. Polizei holen?"
Polizei musste nicht sein, wir haben ja seine Daten. Der Mann war wohl auch sehr friedlich und hat die eine Flasche Haarshampoo, die er sich eingesteckt hatte, auch bereitwillig wieder ausgepackt.

Der biertrinkende Aggro-Typ von vergangenem Freitag, der hier in Handschellen herausgebracht wurde, war dann später auch wieder da. Noch bevor er irgendwas machen konnte, wurde er bereits erkannt und von den Kollegen auf die Straße gesetzt, diesmal ohne Rangelei. Da gibt es dann nachträglich noch eine Anzeige wegen des Hausfriedensbruchs.

Ich hätte absolut nichts dagegen, wenn es wieder etwas friedlicher werden würde. Momentan ist es wirklich schlimm mit den unangenehmen Vorfällen hier im Laden.

Käse verhökern im begehbaren Kiosk

Ein Typ, der schon mehrfach bei uns durch unterschiedliche Ladendiebstähle aufgefallen war, die Anzeigen sind ihm vollkommen egal, ging mit einem vollen Karton Käse durch den Eingang raus. Eine Kollegin hatte den Ladendieb bemerkt und schnell bei mir Bescheid gesagt. Ines und ich sprangen auf und rannten hinter dem Kerl her, der in aller Seelenruhe mit dem Karton auf dem Arm durch die Seitenstraße in Richtung Innenstadt spazierte.

Kurz bevor wir ihn erreichen konnten, verschwand er durch eine Tür in einem Gebäude. "Jetzt hab ich dich!", dachte ich noch als ich ebenfalls durch die Tür trat – und staunte nicht schlecht, als ich mich mitten in einem begehbaren Kiosk hier im Umkreis wiederfand. Unser Ladendieb war bereits hinter dem Tresen verschwunden und zeigte dem Inhaber des Lädchens den Inhalt des Kartons. Weiter kamen sie nicht, Ines und ich hielten den Typen fest, bis die Polizei eintraf. Es folgte eine weitere Anzeige, aber den Wohnungslosen ohne irgendwelche Perspektiven dürfte auch diese ziemlich kalt lassen.

Erstaunt war ich darüber, was mir einer der Polizisten gesagt hat. Er kenne den Kiosbesitzer als ehrliche Haut und er sei zuverlässig und es sei seiner Meinung nach absolut ausgeschlossen, dass dieser irgendwelche Hehlerware ankaufen würde. Ernsthaft? Nach dem, was ich gesehen habe, wäre ich da an seiner Stelle nicht mehr ganz so sicher.

Bier vs. 3,14x3,14

Ich stand vor dem Getränkekühlregal und wollte ein paar Flaschen helles Augustiner für zu Hause einpacken. Die waren aber dummerweise gerade leer. Mein leises Grollen bekam ein Stammkunde mit und fragte interessiert, ob alles gut wäre.

Wahrheitsgemäß schildete ich ihm die Situation mit wenigen Worten.

Dies bekam eine andere Kundin mit, die jäh verbal in unseren Dialog grätschte: "SOWAS trinkt man ja auch nicht!" Es stellte sich heraus, dass sie Beck's favorisierte. Das ist ja okay, vor allem hier in Bremen.

Aber Augustiner widerlich zu finden, rechtfertigt eigentlich schon ein Hausverbot. :-P

Ladendiebische Woche

Momentan haben wir es im Grunde täglich mit Ladendieben zu tun.

Ich versuche mal, das zu einem großen Beitrag zusammenzufassen.

1. Am Mittwoch Morgen fiel mir auf dem Fußboden in der Getränkeabteilung das abgerissene Etikett eines Seitenschneiders aus unserem Werkzeugregal auf. Der Blick in die Videoaufzeichnung offenbarte, dass ein Typ die Zange eingesteckt hatte. Und nicht nur das: Auf dem Weg durch den Laden hatte er auch noch für rund 35 Euro Milka-Schokolade in seinem Rucksack verschwinden lassen – weder das Werkzeug noch die Kalorienbombe hatte er natürlich bezahlt. Was mir zu dem Zeitpunkt nicht auffiel war, dass wir den Typen in der Vergangenheit bereits mehrfach hier schon erwischt hatten. Ich zeigte ein Foto im Kollegenkreis herum und bat darum, die Augen offen zu halten.

2. Am Abend des selben Tages kam der Typ wieder. Wieder Milka-Schokolade, diesmal für über 50 Euro. Die Kollegen erkannten ihn, dabei stellte sich heraus, dass es ein "alter Bekannter" war. Konsequenz für uns: Zwei Anzeigen wegen Ladendiebstahls und zwei wegen des Hausfriedensbruchs. Konsequenz für ihn: Keine.

3. Freitag Mittag rief mich intern eine Kollegin hat: "Da ist so ein komischer Typ in der Getränkeabteilung, da solltest du mal hinterhergucken!" In dem Moment, in dem ich die Ansicht der Videokameras auf meinen Bildschirm holte, öffnete der Mann gerade zwei Flaschen Bier mit den Zähnen und hielt sich beide Flaschen gleichzeitig an den Mund. Wir dachten, wir lösen das Problem ganz unbürokratisch. Da der Typ jedoch keine Papiere dabei hatte und auch sonst nicht kooperativ schien, riefen wir dennoch die Polizei an. Zunächst über den Zentralruf.

Während wir warteten, hatte der Biertrinker jedoch irgendeine Fehlzündung im Kopf, bedrohte erst Ines mit Gesten in ihr Gesicht und kam dann die kleine Bürotreppe hoch und wollte mich in dem engen Gang angehen. Dummerweise stolperte er dabei die Treppe herunter, klatschte in hohem Bogen seitlings auf den Lagerboden und wurde von uns, inzwischen hatte ich per 110 um dringende Hilfe gebeten, mit insgesamt vier kräftigen Leuten am Boden fixiert. Keine drei Minuten später war die Polizei da und hatte ihn keine zwei Minuten später bereits mit angelegten Handschellen hier herausgeführt.



Am nächsten Tag erfuhr ich von einem Beamten, der die Videoaufzeichnung abholte, dass der Mann sogar noch in der Wache einen Polizisten verletzt hatte. "Der hat ein Vorstrafenregister von hier bis Meppen", sagte er. Für alle, die den Spruch nicht kennen: Das Vorstrafenregister ist sehr lang.

4. Samstag Nachmittag steckte ein Mann zwei Dosen Red Bull ein, löste damit aber schließlich den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Ausweisen wollte oder konnte er sich nicht, also rief ich die Polizei an. Über Amt, was am Wochenende immer mal länger dauern kann. Nachdem wir eine Stunde gewartet hatten, fragte ich noch einmal nach und erfuhr, dass man uns vergessen hätte. Zwischendurch versuchte der Dieb, zu türmen. Wollte den Überraschungsmoment nutzen und einfach am aufpassenden Kollegen vorbeirennen. Am anderen Kollegen, der in der Gemüseabteilung gerade Ware nachfüllte, kam er dann aber nicht vorbei und trottete so wieder mit uns ins Lager. Letztendlich kam die Polizei dann auch, aber es ist so viel Zeit dabei draufgegangen …

5. Gestern Mittag hatte ich aus dem Augenwinkel eine "komische Geste" gesehen. Ein Mann stand in einer Ecke und ich hatte das Gefühl, dass ich irgendwie wahrgenommen hätte, dass er etwas in seinen Rucksack gepackt hat. Ganz sicher war ich jedoch nicht und so lief ich schnell nach vorne zur Kasse. Da lagen zwei Flaschen Bier, den Rucksack hielt der Mann in der Hand.
"Entwarnung", dachte ich zunächst. Ich lief ins Büro und guckte schnell in der Videoaufzeichnung nach. Es wirkte wohl so auffällig, aber offenbar hatte er da tatsächlich die beiden Bierflaschen untergebracht. Was er da in der Hand hielt, sah jedenfalls nach einem runden, dunklen Gegenstand aus.
Die Bierflaschen hatte er leider erst in der Zeit geholt, in der ich nach vorne gegangen war. Also guckte ich mir den weiteren Verlauf seines Aufenthalts hier an. Dabei stellte sich heraus, dass der Typ eine Flasche Olivenöl für knapp 10 Euro eingesteckt hatte. Bis ich diese Gewissheit hatte, war er leider schon aus dem Laden und in alle Richtungen außer Sichtweite.