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Schnoor-Bräu

Das Schnoorviertel ist ein Viertel mit mittelalterlicher Bebauung und eine der Top-Sehenswürdigkeiten für Bremen-Touristen.

Dann gibt es ein Bier mit dem schönen Namen "Schnoor Bräu", das mit dem Slogan "Das Dunkelbier für Bremen" wirbt. Natürlich fragen auch bei mir hier immer wieder Kunden danach, aber ich habe das Bier nicht im Sortiment. Warum das so ist, wollt ihr wissen? Nun… Gebraut wird diese Hopfenkaltschale nämlich in der Herbsthäuser Brauerei in Bad Mergentheim-Herbsthausen, einem 22000-Seelen-Örtchen im nordöstlichen Baden-Württemberg. Die Brauerei ist zudem austauschbar, vor ein paar Jahren stand noch die Engel-Brauerei in Crailsheim auf dem Etikett.

Auch wenn die Ursprünge vielleicht typisch bremisch sind und das Bier möglicherweise auch ganz lecker ist (hab's nie probiert) – aber dagegen ist ja selbst ein in Issum gebrautes Beck's noch heimatverbundener.


Minijob gegen Mittag

In der Stellenanzeige habe ich ausdrücklich eine Teilzeitkraft für die Abendstunden (also bei uns 15-24 Uhr) gesucht. Zitat aus dem Anzeigentext:
Wir suchen ab sofort eine/n Kassierer/in für überwiegend Kassiertätigkeiten an Scannerkasse mit regelmäßig ca. 25 Stunden pro Woche. Neben der reinen Kassiertätigkeit fallen dabei natürlich auch andere supermarktübliche Arbeiten an.

Arbeitszeiten wären an unterschiedlichen oder auch festen Tagen ab 15 Uhr, je nach Bedarf. Unser Markt ist bis 24 Uhr geöffnet.
Zitat aus dem Anschreiben einer Bewerberin:
Ich suche einen Minijob in Bremen, bin Alleinerziehend und suche eine flexible Nebentätigkeit.
Ich kann nur zwischen 10 und 14 Uhr arbeiten, nicht am Wochenende.
Knapp daneben ist jedenfalls auch daneben. :-P

SPAR-Märkte in Cala Galdana / Menorca

Carina und Benedict haben mir zwei Fotos von ziemlich kleinen SPAR-Märkten im Ort Cala Galdana auf Menorca zukommen lassen. Vielen Dank dafür!

Bei dem Laden, der auf dem unteren Bild zu sehen ist, frage ich mich ja, wie echt der wohl ist. Die Tanne sieht jedenfalls nicht nach dem SPAR-Original aus. :-)

Für die große Ansicht auf das Bild klicken!


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Flaschenstauender b500

Jetzt ist es passiert: Nach wochenlangem reibungslosen Betrieb muckt unser neuer Leergutautomat nun doch herum und produziert immer wieder einen Flaschenstau in der Einheit, welche die Flaschen auf den Tisch stellen soll. Ich glaube, da muss mal ein Techniker ran: :-O


Shop-Altlasten

Oops… Habe hier in einer Ablage noch zwei Notizen gefunden, auf denen ich mir notiert hatte, dass ich zwei Onlineshop-Kunden noch ein paar Zotter-Artikel nachliefern wollte, die ursprünglich nicht vorrätig waren. So weit, so gut – der Haken an der Sache ist, dass die beiden Zettel rund zwei Jahre alt sind.

Entweder habe ich das längst erledigt und nur die Notizen vergessen oder es ist sowohl mir als auch beiden Kunden durchgerutscht, dass da noch etwas offen ist. Wie auch immer, ich habe jetzt mal beide angeschrieben und mal vorsichtig nachgefragt, ob ich da etwas vergessen habe. Wenn, werde ich meine Schuld inkl. kleiner Wiedergutmachung natürlich umgehend begleichen. :-)

Kinderbesteck ab 18!

"Kein Verkauf unter 18 Jahre", steht auf dem Preisschild für dieses Kinderbesteck (inkl. wenig scharfem Messer, das noch links neben der Gabel lag). Ist vielleicht auch besser. Manch Serienmörder hat vielleicht erst durch einen Löffel seine Leidenschaft entdeckt. :-D


Eistruhendeckel

Eine Kundin sprach mich mitten im Laden mit ganz besorgt klingendem Tonfall an: "Die Eistruhe hinten steht offen!"

Brav bedankte ich mich für die Aufmerksamkeit und den Hinweis und sagte ihr, dass ich den Deckel dann mal gleich wieder schließen werde. Als ich bei den Tiefkühltruhen ankam, waren bereits wieder sämtliche Deckel geschlossen. Da war wohl ein anderer Kunde schneller.

Aber schon irgendwie witzig… In der Zeit, in der die junge Frau einen Mitarbeiter hier im Markt gesucht und den Sachverhalt erklärt hat, hätte sie selber den Glasdeckel der Eistruhe sogar mehrfach hintereinander auf- und wieder zuschieben können. :-)

Süßes oder Saures

Den gruseligen Teil von Halloween mag ich. Dekoration, Feiern, Veranstaltungen. Nicht ohne Grund haben wir Scary Shopping ins Leben (Hrhr…) gerufen.

Womit ich überhaupt nichts anfangen kann, ist die Bettelei nach Süßigkeiten. Dafür haben wir hier das Nikolauslaufen und ich denke, das ist auch vollkommen okay und ausreichend und darum geben wir hier im Laden nichts.

Nach dem Ritsch kommt das Plitsch

Getränkedosen werden normalerweise auf sogenannten Tray-Kartons ausgeliefert. Da stehen die Dosen dann wie auf einem Tablett, daher der Name, sicher und dennoch leicht erreichbar.

Manchmal sind diese Kartons mitsamt den Dosen mit einer PET-Folie umwickelt, damit beim Transport vom Hersteller zum Einzelhändler nichts auseinanderfällt.

Die Dosen sind heutzutage oftmals aus sehr dünnem Aluminium gefertigt. Jeder, der schonmal eine leere "Red Bull"-Dose in der Hand hielt, weiß, wie weich und wabbelig die Dinger in leerem Zustand sind.

Schlitzt man nun mit einem Packmesser etwas zu schwungvoll die Folie seitlich auf, kann es durchaus mal passieren, dass man hinterher außer der Folie auch sechs aufgeschlitzte Dosen vor sich hat.

Und während man die Sauerei wegwischt, hat man viel Zeit darüber nachzudenken, was man gerade falsch gemacht hat. :-P

Eins in die Hand, eins in die Jacke

Ein Mann kaufte ein. Er wirkte dabei etwas fahrig, aber zunächst nicht weiter auffällig. Das heißt, doch, auffällig war da etwas ganz gewaltig: Er trug zwar einen Teil der Ware auf den linken Arm gestapelt, jedes Teil ließ er allerdings in seiner Jacke veschwinden. Dies tat er allerdings nicht besonders unauffällig, sondern er warf die Sachen mitten Laden regelrecht durch den geöffneten Reißverschluss.

Vorsichtshalber informierte ich trotzdem schonmal meine Kassiererin und positionierte zusätzlich noch zwei Kollegen in Habachtstellung am Ausgang. Man weiß ja nie.

Dann ging der Typ an die Kasse, beförderte das Sammelsurium vom Arm auf das Laufband, riss die Jacke auf, ließ den ganzen Inhalt ebenfalls auf den Kassentisch fallen und tönte lautstark "Ich! Klau! Nicht!" – und in dem Moment waren wir uns sicher, dass der Kerl irgendwie (mit was auch immer) komplett dichtgedröhnt war. Die Art, wie er sprach, irgendwie langgezogen und unkontrolliert. Die flappsigen, fahrig wirkenden Bewegungen…

Was auch immer das war, er sollte weniger davon nehmen. :-P

Die Gratwanderung

Immer wieder wird es so sein: Je größer ein Lebensmittelgeschäft und je vielfältiger das Sortiment gestaltet ist, desto mehr Waren werden aussortiert.
Was verdorben und/oder sogar gesundheitsgefährlich ist, wird entsorgt, das ist klar. Aber was passiert mit allen anderen Sachen? Abgelaufene Lebensmittel, Brötchen vom Vortag, angeschlagenes Obst, schrumpelige Paprika, krumme Gurken und gerade Bananen?

Es gibt viele Möglichkeiten, nicht mehr verkaufsfähige Waren zu verwenden: Selber verbrauchen? Unter den Mitarbeitern aufteilen? An Kunden verschenken? Suppenküchen? Foodsharing? Tafeln? Oder doch in die Tonne?

In den großen Filialunternehmen wird sowas normalerweise ganz pragmatisch nach "Schema F" gelöst, was aufgrund der Planwirtschaft oftmals auch gar nicht anders möglich ist: Was nicht verkauft werden konnte, muss entsorgt werden. Einige Große unterstützen zwar die Tafeln, die Beweggründe dafür sind, behaupte ich, nicht in erster Linie humanitärer Art.

Bei den kleinen Betrieben kann man natürlich viel flexibler mit nicht mehr verkaufsfähiger Ware umgehen. Einen Teil zum Beispiel verbrauchen wir privat einfach selber. Nicht mehr ansehnliches Gemüse, abgelaufene Fleischpakete, beschädigte Verpackungen – all das nehmen wir mit nach Hause, zumindest in Maßen. Artikel, die wir nicht verbrauchen wollen oder (z.B. der Menge wegen) können, kommen hier reduziert auf den Restetisch.

Jetzt bin ich richtig schön vom Thema abgekommen, über das ich eigentlich schreiben wollte und weshalb der Eintrag hier überhaupt den Titel "Gratwanderung" trägt.

Eigentlich wollte ich nämlich mit diesem Beitrag auf eine ganz andere Problematik aufmerksam machen, vor der wir im Zusammenhang mit den oben genannten Situationen immer wieder stehen. Es gibt da nämlich eine tatsächliche Gratwanderung. Und zwar wandeln wir hier ständig auf dem extrem schmalen und veränderlichen Pfad zwischen "zum Sonderpreis verkaufen" und "wegwerfen" (wobei "wegwerfen" stellvertretend für jede andere Verwendung außer einer Veräußerung steht).

Wenn man bestimmte Artikel, z.B. sb-verpacktes Fleisch, sehr weit im Preis oder schon relativ lange vor dem eigentlichen Haltbarkeitsdatum reduziert, um sie auf jeden Fall zu verkaufen, trainiert man u.U. seinen Kunden an, diese Artikel nur noch zu den Sonderpreisen zu kaufen. Reduziert man die Sachen nicht oder nur wenig, bleibt wiederum möglicherweise viel Ware übrig, die dann entsprechend behandelt (also normalerweise entsorgt) werden müsste.
Das ist genau die Gratwanderung, von der ich eben sprach. Es ist mitunter sehr schwierig, dabei den richtigen Pfad zu finden.

Uns ging es hier in den letzten Wochen mit dem Fleisch so. Gerade wenn Fleisch weggeworfen werden muss, finde ich persönlich das immer besonders verwerflich. Immerhin sind dafür Tiere gestorben. Also haben wir versucht, mit einer sehr deutlichen Preisreduzierung die Ware auf jeden Fall zu verkaufen, um das Fleisch vor dem Müll zu retten. Das hat auch funktioniert. Aber nicht nur das: Wir mussten Woche für Woche immer mehr Fleisch reduzieren, aber es ging dann auch zu 100% immer weg. Einige Kunden hatten regelrecht gelernt, wie das System funktionierte und das war ja nun auch nicht in unserem Sinne. Nun reduzieren wir wieder nur noch um ein Drittel und was dann überbleibt findet den Weg in die heimische Tiefkühltruhe.