Eine ältere Kundin gab Leergut ab. Einige Minuten später stand sie wieder an der Lagertür und rief nach mir, um mir mitzuteilen, dass ich mich da wohl "etwas vertan" hätte.
Ich hatte dreizehn Bierflaschen und drei Colaflaschen.
Stimmt. Daran erinnerte ich mich noch genau. Ein Blick auf den Leergutbon beruhigte mich: Dreizehn mal acht Cent und dreimal fünfzehn Cent hatte ich ihr ausgezahlt. Insgesamt 1,49€. Das stimmte ganz genau und so erklärte ich es ihr in Ruhe.
Achso, das wusste ich nicht. Ich trinke sonst kein Bier und habe darum keine Ahnung von sowas.
Erst der Arsch mit dem Kaffee und nun haben wir gerade festgestellt, dass irgendjemand quasi den gesamten Bestand an After Shave mitgehen lassen hat.
Und was passiert Straftätern, wenn sie erwischt werden? "Du, du, du, mach' das nicht wieder." Manche Täter haben weit über 100 Fälle an Ladendiebstählen in ihrer Akte und laufen trotzdem frei herum.
Das Telefon klingelte. Ich ging ran, meldete mich wie immer. Eine Frau war dran, die sich freundlich meldete und sich nach den Öffnungszeiten erkundigte:
Guten Abend, ich wollte nur Fragen, wie lange Sie noch geöffnet haben.
Noch ungefähr vier Stunden.
Noch ungefähr vier Stunden?
Ja, genau.
Alles klar, vielen Dank.
Ich konnte das Gesicht der Frau zwar nicht sehen, aber der Tonfall in ihrer Gegenfrage ließ vermuten, dass das Fragezeichen, das wie in einem Comic in dem Moment über ihrem Kopf schwebte, geradezu gigantisch war.
Ein Junkie hat eben versucht, Kaffee in Massen zu klauen. Seinen (großen) Rucksack hat er vollgestapelt und verließ den Laden, als die Warensicherungsanlage anschlug, fluchtartig. Mit Hilfe einiger Kunden konnten wir ihn zum Glück in der Seitenstraße stellen.
Wieder hier in der Firma angekommen folgte das normale Programm: Diebesgut auspacken, Strafantrag ausfüllen und die Polizei rufen. Ich habe mir angewöhnt, die Polizei bei beinahe jedem Ladendieb herzubestellen - und heute hat sich mal wieder bestätigt, dass dies eine gute Angewohnheit ist.
Die beiden Herrschaften in grün schwarz stellten bei der Überprüfung der Personalien des Täters fest, dass ein Haftbefehl gegen ihn besteht. Und so haben sie ihn erstmal zur Wache mitgenommen.
Jedenfalls ist mir in dem Moment klargeworden, warum der Dieb unbedingt wollte, dass ich die Sache ohne Polizei regle...
Folgendes Foto habe ich im Urlaub in Bulgarien geknippst. Heißt "SPAR" in Bulgarien wirklich "SPARM" oder is das ein Versuch deutsche Urlauber zu locken? Die Tanne ist doch zumindest originalgetreu, oder?
Gruß
ein stiller Blogleser
P.S. Der SPARM-Markt konnte sogar mit 24/7 Öffnungszeiten dienen....
Lieber Sven,
ich würde meine Hand dafür zwar nicht ins Feuer legen, aber das sieht stark nach dem Versuch aus, sich ein Stück vom weltweiten Bekanntheitskuchen der SPAR abzuschneiden.
Schönen Gruß an einen Kunden, der sich vorhin bei mir an der Leergutannahme als Blogleser geoutet hat und mir stolz verkündete, dass er eine Flasche dabei hat, die "bestimmt was für's Blog" wäre.
Ein Kunde wollte eben gerade 10 Kisten Beck's Bier haben. Nachdem er wir um den Preis geschachtert hatten, gab ich ihm die Kisten für den Preis von neun mit.
Das Bier hatte er in einen großen Einkaufswagen gestapelt. Und als er eben bei mir im Eingangsbereich den Wagen die eine Stufe runterpoltern ließ, polterte nämlich noch mehr. Nämlich die Kisten aus dem Wagen und gegen sein Auto und die Flaschen auf den Gehweg - natürlich nicht ohne Sachschaden.
Da waren die ganzen Verhandlungen vergeblich gewesen...
So wie Thomas Knüwer habe ich auch Post von Zimpel bekommen. Es handelte sich dabei sogar um das gleiche Schreiben und den gleichen "2. Versuch".
Auf letzterem notierte ich, dass ich kein Interesse an einer Eintragung meiner Daten hätte und faxte das Schreiben an Zimpel zurück. Gerade mal eine Stunde später kam die Anwtwort per Mail:
Sehr geehrter Herr Harste,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Wir haben verstanden, dass Sie nicht in unserer Datenbank genannt werden wollen. Das ist schade, aber wir werden Ihrem Wunsch entsprechen.
Einen guten Start in die Woche und freundliche Grüße
Vorhin sprach mich (vollkommen erfolglos) eine Frau hier im Laden an. Sie würde bei einem "internationalen Konzern" arbeiten, der jetzt auch "in Deutschland expandieren" will. Dazu würden noch "fähige und nach Erfolg strebende Mitarbeiter" gesucht werden, die sich "ein festes Standbein oder ein stattliches Zweiteinkommen" verdienen möchten.