An der Kasse stehen seit heute neue Stühle. Die alten waren inzwischen rund 7,5 Jahre alt und damit einfach vollkommen "durch". Nicht durchgesessen, aber technisch einfach k.o. Die Gasdruckfedern haben diesen Namen nicht mehr verdient und die Rückenlehnen ließen sich auch nicht mehr dauerhaft bequem feststellen. Obwohl ich selber oft genug dort saß, fiel mir das nie wirklich auf. Vielleicht aber auch, weil ich diesbezüglich nicht sonderlich empfindlich bin.
Die neuen Stühle wurden mit Armlehnen ausgeliefert. Schade nur, dass wir diese aus Platzgründen nicht gebrauchen konnten, denn wenn man am Kassenarbeitsplatz sitzt, würden die Lehnen nur stören. Ich bringe es kaum über's Herz, die einfach wegzuwerfen. Aber andererseits... was soll man damit anfangen? (Oder möchte die jemand haben? Ich verschenke sie gerne.)
Ich bin ja froh, dass ich den Leergutautomaten habe. Aus den bekannten Gründen sowieso, aber da ist noch ein kleiner Nebeneffekt:
Der Automat hat sehr viel Platz eingenommen, der ursprünglich im Lager frei verfügbar war: Zum einen durch den vorgelagerten Raum, den die Kunden betreteten können, zum anderen einfach durch das Gerät selber und die Förderbänder und den Flaschentisch. Zwanzig Quadratmeter nimmt das alles sicherlich ein - immerhin rund 15% des gesamten Lagers.
Das klingt nun erstmal gar nicht positiv, richtig? Aber: Durch den Platzmangel musste ich mir zwingend eine komplett neue Ordnung im Lager ausdenken. Seit Mitte Oktober habe ich daran gearbeitet und immer wieder neue Ideen gehabt und verworfen, wie man vor allem das Leergut sinnvoll unterbringen kann. Besonders schwierig wird dies hier, weil überall Türen und Winkel sind. Mitunter sind wir daran regelrecht verzweifelt.
Es scheint aber so, als ob ich nun endlich eine gute Lösung gefunden habe, jedenfalls arbeite ich daran seit drei Tagen intensiv. Ich hoffe, dass ich die Umsetzung noch in dieser Woche fertigbekomme.
Dieses Leergutchaos aus Zeiten vor dem Leergutautomaten möchte ich jedenfalls nie wieder haben...
Der erste Anstrich der Trockenbauwand rund um den Leergutautomaten ist fertig. Das sieht zwar alles noch recht scheckig aus, aber zum einen war die Farbe noch nass, als die Bilder entstanden sind (inzwischen sieht es sogar schon richtig gut aus!), zum anderen war das gerade mal der erste Anstrich.
Mir gefällt's sehr gut.
Hier noch einmal zum direkten Vergleich die improvisierte Wand aus Getränkekisten, die wir in den ersten Tagen um den Automaten herumgebaut hatten:
Gestern Nachmittag haben wir den Wänden des Raumes, in dem der Leergutautomat steht, den ersten Anstrich verpasst. Weil Gipskartonplatten stark saugend sind und zudem an etlichen Stellen durch de Einbau gespachtelt und dadurch sehr staubig waren, haben wir erstmal die gesamte Fläche großzügig mit Tiefgrund behandelt.
Für sämtliche Bau- und Umbaumaßnahmen bleibt seit einigen Monaten ja (leider) nur noch der Sonntag, sofern man keine Kunden durch die Arbeiten stören möchte. Ein kleiner Wermutstropfen der 24-Stunden-Öffnung...
Hier noch ein letzer Blick auf die "nackte" Wandfläche:
Vorhin öffnete sich nach einem dumpfen, pochenden Geräusch, das wohl ein Anklopfen darstellen sollte, plötzlich die Bürotür. Ein Mann, den ich auch als Kunden kannte, befand sich auf meiner Treppe. Halb liegend, halb sitzend und mit sehr ernstem Tonfall bat er mich, sofort die Polizei zu rufen.
Um der Polizei am Telefon sagen zu können, weshalb sie sich auf den Weg hierher machen sollten, fragte ich den Mann, was denn überhaupt los wäre. Er erzählte, dass hinter ihm jemand mit dem Messer her wäre und ihn abstechen wollen würde. Das klang dringend genug für die Notrufnummer der Polizei. Nachdem sich dort jemand gemeldet hatte, stelle ich mich als Anrufer vor und übergab das Telefon an meinen Kunden.
Wenig später traf auch schon die Polizei ein. Ich bekam zwar leider nur einige Gesprächsfetzen mit, aber es schien wohl so, als ob er nach einer kleinen Streiterei jemanden mit der Faust ins Gesicht geschlagen hätte, worauf dieser wohl ein Messer gezückt hätte. Schon nach einer Minute gingen die beiden Polizisten mit dem Mann zum Streifenwagen vor die Tür. Dort standen inzwischen zwei Polizeiautos, fünf Polizisten und auf der anderen Staßenseite mehrere Dutzend Schaulustige.
Irgendwie aber auch selber Schuld. Jemandem aus einem "einschlägigen Gewerbe" wegen einer kleinen Meinungsverschiedenheit um Fußballmannschaften mit der Faust ins Gesicht zu schlagen ist schon irgendwie... gewagt.
Ein Kunde suchte eben eine Flasche Wein. Rotwein, einen (für Supermarktverhältnisse relativ) guten, nicht zu säurehaltig, eher etwas lieblicheres.
Aber dann gab es noch eine herausragende Eigenschaft, die der gesuchte Wein haben sollte: "Der muss gut knallen."
Ich drückte ihm eine Flasche Sangria und einen Eimer aus dem Haushaltswarenregal in die Hand. Ich habe mich dann bei meiner Empfehlung an den erstgenannten Eigenschaften orientiert. Nach dem Faktor wie schnell man von einem Wein düselig wird, habe ich meine Entscheidung bislang noch nie abhängig gemacht und konnte dem Herren deshalb dort leider schlecht den ultimativen Tipp geben.
Ich habe vom Bau der Trockenbauwand noch ein Paket Mineralwolle ("Trennwandplatten") abzugeben. Die Platten haben die Abmessungen 1250x625mm und sind 40mm dick. In dem Paket befinden sich 12 Stück.
Ich verschenke die Platten. Aber bitte vorher per E-Mail melden, damit niemand vergeblich herkommt.
PS: Es gibt nur das komplette Paket und keine einzelnen Dämmplatten.
Drei Paletten mit großen Coca-Cola-Einwegflaschen. Da es kaum Möglichkeiten gab, sie zu platzieren, hat ein Kollege die Cola in einen der wenigen verbliebenen relativ breiten Gänge gestellt.
Was daran so grotesk ist?
Nun: Das linke Regal enthält ausschließlich Artikel aus Fairem Handel, die inzwischen zu einem Großteil sogar aus ökologischer Erzeugung stammen. Das rechte Regal ist prall gefüllt mit hochwertigen Bio-Markenprodukten verschiedenster Hersteller, die man aus dem Bio-Fachhandel kennt.
In Findorff steht bislang kein Leergutautomat und folglich nehmen wir dort noch Leergut von Hand an. Aufgetaucht ist dabei eine Dose des Softdrinks Fruko (gehört zur PepsiCo).
Ich muss bei der Verpackung unweigerlich an Waschmittel denken. Das blau/weiß/grüne Muster mit den Luftblasen würde genauso gut in das Waschmittelregal passen.
Die Zotter-Advent(s)kalender sind recht sperrig, so dass ich sie immer getrennt von anderen bestellten Artikeln verschickt habe. Nun hat ein Kunde zu seinem Kalender noch vier kleine Tütchen Chips bestellt, um über die magische Grenze von 30€zu kommen, damit die Versandkosten wegfallen. Den Kalender und die Chips habe ich natürlich getrennt verschickt. gestern Abend bekam ich folgende E-Mail:
Hallo Björn,
Sorry wegen der Bestellung xxxx - hätte ich gewußt, daß der Zotter-Kalender sowieso gesondert verschickt wird, dann hätte ich nicht vier billige Tüten Chips mit dazubestellt... Das ist ja von den Versandkosten her wahrlich bescheuert (für dich).
Nächstes Mal bestelle ich wieder ordentlich.
Wie schön, so besorgte Kunden zu haben. Das passiert Händlern bestimmt auch nicht alle Tage.
Eine Kundin beklagte sich darüber, dass "ihr" Produkt ganz oben im Regal stehe und sie deshalb dort nie ankommen würde: "Wenn sie das nach unten stellen und irgendwas anderes da oben hin, kann ich davon mehr kaufen, weil ich dann nicht immer fragen muss."
Ich versuchte sie mit der Aussage, dass wir hier aus Platzgründen leider so hoch bauen müssen, zu beruhigen und sagte ihr nicht, dass wir von einem Artikel sprechen, den man nicht überall bekommt und der auch bei uns nur ins Randsortiment gehört. Den Platz mit einem besser laufenden Produkt zu tauschen wäre jedenfalls betriebswirtschaftlicher Unfug.
Ich saß heute Mittag an der Kasse, Und wieder einmal war eine Kundin da, die mich darum gebeten hat, ein paar Teile getrennt abzurechnen.
Sie wollte für beide Einkäufe keinen Kassenbon.
Sie bezahlte beides mit relativ viel Kleingeld ("Darf ich Ihnen etwas Kleingeld geben?") aus ihrem Portmonee. Es ging ihr also offenbar auch nicht darum, für eine getrennte Abrechnung das Kleingeld von mir zu bekommen.