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Nicht an die Tafel

In der Vergangenheit, und gerade auch in den letzten Tagen hier vermehrt in den Kommentaren, wurde ich schon oft gefragt, ob ich Lebensmittel nicht an die Bremer Tafel spenden würde. Diese Frage beantworte ich inzwischen gerne mit einem klaren "Nein!".

Eine Zeitlang kam hier mehrmals pro Woche der Wagen der Tafel vorgefahren, doch es spenden wohl zu viele Firmen zu hochwertige Dinge an die Tafel und wenn ich bei einer kompletten Kiste mit frischem Rosenkohl (den ich zu viel bestellt hatte und von dem ich wusste, dass ich ihn hier nicht verkaufen werde) zu hören bekomme, dass der nicht "beliebt" (Zitat!) ist und deshalb nicht mitgenommen wird, dann kann ich nur den Kopf schütteln.

Die Sache mit dem Rosenkohl war nicht die einzige. Derartiges ist häufiger passiert und nachdem die Fahrer wiederholt Joghurtbecher beim Aussortieren vor allem auch neben den Müllcontainer geworfen hatten, so dass Hof und Rampe mit aufgeplatzten Bechern voll lagen, hatte ich keine Lust mehr auf das Theater.

Ist aber auch nicht so dramatisch: Wenn hier etwas weggeworfen wird, ist es meistens wirklich nicht mehr genießbar. Viele Dinge reduzieren wir rechtzeitig oder ich verschenke sie mitunter auch an die Mitarbeiter.

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Comments

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Einzelhändler Stefan on :

"dass der nicht "beliebt" (Zitat!) ist"

Ich könnt' jetzt überrascht tun, aber das wäre gespielt und will doch den Rest des Jahres ehrlich bleiben ;-)

maxaret on :

Das mag jetzt hart klingen, aber ich z.B. bin kein großer Anhänger Der Tafel. Das hat folgenden Grund: Ich zahle mehr als genug Steuern (immerhin 20.0000 EUR im Jahr) mit sehr geringer Gegenleistung, für das Geld kann ich wohl erwarten, dass der Staat einer seiner - meiner Meinung nach - Hauptaufgaben nachkommt und Bedürftige mit Lebensmittel erster Wahl versorgt. Stattdessen wird das Geld durch Prestigeprojekte, Korruption und generelle Unfähigkeit vernichtet und man überlässt Den Tafeln das Feld, die auf ehrenamtliche Arbeit und mitunter auch Lebensmittel zweiter Wahl angewiesen sind.

maxaret on :

Ganz so viel ist es dann auch nicht: ich zahle nur 20.000 EUR

Anonym on :

Es ist ein zweischneidiges Schwert.

Wenn der Staat offenbar nicht Willens ist eine solche Versorgung vorzunehmen ist es gut wenn jemand einspringt und zeigt wie es laufen sollte. Das Problem ist, dass daraus ein Selbstverständnis wird und der Staat sich noch weiter zurückzieht.

Florian on :

sehe ich präzise umgekehrt.

Gerade weil ich auch viel Steuern zahle: Staat haben wir in Deutschland eh viel zu viel.

Wenn sich der Staat guten Gewissens zurückziehen kann, weil es private Initiativen gibt, die die Arbeit machen, dann ist das ein Fortschritt.
Im Zweifelsfall traue ich einer privaten "Tafel"-Initiative auch eher zu, sinnvolle und auf den Einzelfall eingehende Unterstützungsarbeit zu leisten als einer staatlichen Behörde.

Zum Rosenkohl-Beispiel:
Ärgerlich ist da nicht das Verhalten des Tafel-Mitarbeiters. Er hat halt schlicht die Wahrheit gesagt. Und letzlich ist es ja besser, wenn er Ware, die er nicht losbekommt erst gar nicht annimmt.
Es ist eher ein Zeichen dafür, wie gut es uns in Deutschland geht.
Wenn selbst die Ärmsten sich noch den Luxus erlauben können, Essen das ihnen nicht schmeckt abzulehnen.
In früheren Zeiten (und heute noch in vielen Ländern) wäre so etwas unvorstellbar gewesen.

elbunk on :

ich arbeite selbst momentan in einer Einrichtung die Spenden annimmt (sowohl Lebensmittel als auch Kleidung) und die an bedürftige weitergibt.
Da bleibt es nicht aus, dass wir auch sagen müssen, dass wir etwas nicht annehmen können. Obdachlose können z.b. mit einer Riesentüte Seidenschals im Winter nämlich kaum etwas anfangen. Wohingegen warme Schals gerne mitgenommen werden.
Leider reagieren Spender immer sehr ungehalten wenn man ihnen soetwas mitteilt - auch wenn das sehr freundlich und mit der nötigen portion dank für "dass sie an uns gedacht haben" passiert. Es ist mir scheierhaft wieso.
Genauso verhält es sich übrigens, wenn wir einfach keinen Platz mehr in der kleinen Kammer haben, in denen wir die Kleidung aufbewahren (kommt vor, besonders jetzt zur Weihnachts(nachweihnachts)zeit. Auch wenn man den Weg zu einer anderen Einrichtung erklärt, die ein paar Schritte entfernt ist, sind die leute irgendwo säuerlich.
(leider?) ist nämlich genug zutun, und wenn jeden tag 3 mitarbeiter damit beschäftigt wären die Spenden mit denen wir nichts anfangen können zum Container zu bringen, könnte man auch gleich dichtmachen.
Maxarets Eintrag kann ich nicht so ganz nachvollziehen - nur weil vom Steuergeld kein Essen für die Tafel bereitgestellt wird, finden sie es unsinnig zu spenden? Der Staat hat für vieles leider kein Geld (auch weil Wähler erwarten, dass man erstmal Autobahnen ausbaut und die Altersvorsorge sichert, was ich hier nicht verurteilen möchte), tut aber auf diesem Sektor schon sehr viel (zum Beispiel gibt es in Deutschland idR niemanden der unfreiwillig auf der Platte lebt, der Staat vermittelt jedem, der sich auf dem Amt meldet eine Unterkunft).
Es werden so viele gute Lebensmittel weggeworfen, dass es selbst wenn der Staat der Tafel Lebensmittel kaufen würde noch eine Schande wäre wenn diese einfach so weggingen.
Dass Herr Harste mit Mitarbeitern der Tafel so schlechte Erfahrungen gemacht hat ist bedauerlich.

Banshee on :

Hier kann ich Puck nur zustimmen: Zwischen Seidenschals und Rosenkohl besteht ja wohl ein gaaaanz kleiner Unterschied. (Ich hätte übrigens die Seidenschals genommen und versucht auf einem Flohmarkt zu verkaufen - für das Geld hätte man dann ja Wollschals kaufen können).
Ich hätte ja noch nachvollziehen können, wenn die Mitarbeiter mit der Begründung "Wir haben leider heute schon so viel Gemüse bekommen, dass der Rosenkohl schlecht würde, bitte haben Sie Verständnis." abgelehnt hätten.
Aber mit der Beliebtheit der Speisen zu argumentieren, ist ja wohl völlig absurd. Vor allem wenn man dann auf der offiziellen Homepage so etwas liest: Das Ziel der Tafeln ist es, dass alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden.
Ich kann Björn völlig verstehen, denen hätte ich auch nichts mehr gespendet.

Puck on :

Der Vergleich zwischen Seidenschals und Rosenkohl hinkt dann doch etwas.
Aber sowas hätte ich dann doch nicht erwartet. So schlecht scheint es dann den meisten wohl doch noch nicht zu gehen :-(

slud on :

Vor die Wahl gestellt zwischen Seidenschals und Rosenkohl - ich glaube ich würde die Seidenschals vorziehen. SOOO schlecht können die garnicht schmecken. Liegt aber wohl dann eher an meinem RosenkohleswirdgegessenwasaufdenTischkommtkindheitstrauma ... *würg* ;-)

Lukas Beeler on :

Ach was, wenn ich Rosenkohl koche hat den fast jeder gern.

Rezept:
(pro Portion)

1 Rosenkohl (ganz kleiner)
200gr Käse
100gr Speck

Rosenkohl mit Käse überbacken. Mit dem Speck servieren. Lecker.

Puck on :

Bist Du sicher, dass Du Rosenkohl jetzt nicht mit Blumenkohl verwechselst ;-)

Bettina v. Mottenburg on :

@Lukas Beeler:
Mit dem Rosenkohlkochen, das würde ich mir an deiner Stelle nochmal überlegen.

1 Rosenkohl (ganz kleiner) ...?

Wie schafft man es, einen "kleinen Rosenkohl" mit 200 g Käse zu überbacken und findet man ihn danach auch noch wieder?

Vielleicht sollte man sich erstmal schlau machen, wie Rosenkohl überhaupt aussieht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenkohl

Hootch on :

Nunja, ich glaube nicht, dass Lukas sich vertan hat. Das wäre eine Möglichkeit Rosenkohl zuzubereiten, so dass auch ich ihn essen würde. 200g Käse und 100g Speck pro Portion... hmmm.

Mein Alternativvorschlag:
Gebratener Rosenkohl
Man nehme (pro Portion):
180 - 220g Rosenkohl
1 mittelgroße rote Zwiebel
Rotweinessig
Salz, Pfeffer

Rosenkohl waschen. Zwiebel in Spalten schneiden und in etwas Butterschmalz glasig dünsten, dann mit etwas rotweinessig ablöschen und bei geringer Hitze schmoren lassen.
Jetzt in einer Pfanne Butterschmalz verflüssigen und auf große Hitze bringen. Kurz vor dem Anbraten den Rosenkohl durch ein gleichschweres Steak ersetzen, dies anbraten bis der gewünschte Garzustand erreicht ist. Nach belieben würzen. Die Zwiebeln darübergeben. Fertig.
Als Beilage empfehle ich Ofenkartoffeln. :-)

Grüße!

ince on :

Rosenkohl schmeckt am besten wenn man ihn vor dem Servieren durch ein Schnitzel ersetzt.

Sven on :

Stimme ich zu! :-)

Lukas Beeler on :

Hach, die Deutschen haben immer noch keinen Humor ;-)

bbr on :

Bitte nicht von Durchlaucht Mottenburg auf alle Deutschen schließen. ;-)

Mart on :

schon mal was von Ironie gehört???
Ich find das Rezept super, denn das wäre auch für mich der einzige Weg wie ich das Zeug runterwürgen könnte ;-)

Mart on :

tja da haben wir wohl alle gleichzeitig geantwortet :-O

Bernd v. Mottenburg on :

Na, da bin ich dann mal gespannt, was die Bremer Tafel mir antwortet, wenn ich ihr den Blogeintrag des Shopbloggers maile.

Die Mail ist gerade versendet worden.

maRc on :

Sogar an Silvester findet man in Blogs noch Menschen, die ein wirklich zum lachen bringen. Danke. Frohes Neues ;-)

Björn Harste on :

Die Antwort (sofern eine kommt) würde ich auch gerne lesen.

Bernd v. Mottenburg on :

@Björn Harste:

Versprochen! Auch wenn keine Anwort kommt gibts Nachricht.

fredi on :

björn, aber bitte auch einen blogeintrag darüber schreiben!

Mottenkugel on :

Gibt es schon eine Antwort? :-P

Raoul on :

Würde mich auch interessieren. Sie hat uns die Rückmeldung doch versprochen! Und gerade im Internet hält man seine Versprechen doch! :'(

Philipp Stern on :

Kann es nicht auch ganz einfach so sein, dass die Tafel viel mehr Lebensmittel bekommt, als gebraucht werden? Ist doch zumindest nicht auszuschliessen. Und das man dann die beliebtesten Lebensmittel aussortiert ist doch naheliegend. Ich finde die Kritik daher überzogen. Joghurtbecher auf dem Boden sind aber natürlich trotzdem nicht OK. Hat hier aber mal ein Gespräch mit den Mitarbeitern über diesen Missstand statt gefunden?

Anke on :

Mal ne andere Frage:

In Stadtallendorf (Hessen) gibts jetzt die erste Kindertafel Deutschlands. Zum Erstaunen der Verantwortlichen sind schon am ersten Tag über 30 Kinder da gewesen (Es ist eine Kleinstadt)

Angenommen sowas würde es in Bremen geben, würdest du denen dann noch ne Chance geben und Lebensmittel anbieten (sofern sie über sind)?

DurstigerMann on :

Grundsätzlich begrüße ich ja die Einrichtung der Tafeln. Dass nun Rosenkohl abgelehnt wird, finde ich aber auch etwas irritierend, zumal es sich ja nur um eine Kiste handelte.
Ich möchte hier jetzt keine große Hartz4 Diskussion starten, denke aber schon, dass von dem Geld, was man da bekommt, sich einigermaßen vernünftig ernähren könnte. Dass es Leute gibt, die in Deutschland Hunger leiden müssen, glaube ich kaum. Jedenfalls solange sie sich hier legal aufhalten. Dass 350€ für eine einzelne Person kaum ausreicht (Lebensmittel, Kleidung, Strom, Telefon, Hausgeräte usw.)- einverstanden. Aber wenn man überlegt, was eine Familie so bekommt (z.B. 5 köpfige Familie, 2 Erwachsene, 3 Kinder bis 14 J.: 347 + 311 + 207 + 207 + 207 = 1279 plus Miete (für eine 4 Zimmer Wohnung sagen wir mal 500€ warm). Macht unterm Strich also 1779€. Finde ich jetzt nicht so wenig...

m.k on :

ja das ist nicht wenig, da müssen andere 2 monate für Arbeiten.
Und fehlt da nicht noch das Kindergeld in der berechnung?

DurstigerMann on :

Ich glaub Kindergeld gibts nicht zusätzlich bzw. es wird angerechnet. Mit meinem Beitrag wollte ich auch nicht sagen, dass Hartz IV-Empänger faul sind, sondern nur, dass eine Familie, die davon lebt, schon eine gewisse Menge Geld erhält und sicher nicht verhungern muss!

Jürgen on :

Es wird keine Warmmiete bei Harz gezahlt. Nebenkosten wie Heizung Strom, Wasser, Telefon usw. würden von deinen errechneten 1279 Euro abgehen, so dass bei 5 Leute ca. 200 Euro pro Person für Lebensmittel, Kleidung, Pflege und sonst. zur Verfügung stehen.

Oliver on :

Falsch, Wasser und Heizung werden zusätzlich zur Regelleistung gezahlt. Strom und Telefon nicht.

Dennis on :

Ich finde, solche Tafeln muessten verboten werden, denn Sie untergraben das Prinzip von Hartz V.

Der niedrige Satz soll die Arbeitslosen quasi zwingen bzw. den Anreiz erhoehen sich um Arbeit zu bemuehen.

Aber nein! Durch das Vorhandensein von solchen Tafeln koennen Sie sich grossartig mit Lebensmitteln eindecken und das Hartz 4 Geld kann gespart werden fuer Premiere, Korn und Zigaretten und der Anreiz ist zunichte.

Wer in Deutschland Arm ist, der hat keine Leistungsbereitschaf und das sollte man nicht unterstuetzen.

Tafeln sind unnoetig!

-pm- on :

>Wer in Deutschland Arm ist, der hat keine Leistungsbereitschaf >und das sollte man nicht unterstuetzen.

>Tafeln sind unnoetig!
HalloDennis, ich wünsche Dir NICHT das Du in die Hartz4 Falle fällst!

Hinterher sieht man ALLES GANZ ANDERS! Trotzdem auch Dir einen GUTEN Rutsch!
:-O

Dennis on :

Ich möchte an dieser Stelle einmal darauf hinweisen, dass Dennis ein weit verbreiteter Name ist, und offensichtlich etliche (mindestens aber 2) Personen unter diesem Namen hier posten.

Vielen Dank

zuckerschnute on :

Na dann hoffe ich mal, dass ich den richtigen "Dennis"erwische:

Mit Verlaub, du bist in Arschloch!!

PS: Hier handelt es sich um eine pointierte Äußerung des Missfallens aus konkretem Anlass.

Landgericht Köln, Az.: 28 T 8/01

Sasy on :

Kommt bei dir keiner "containern"? Der hätte sich sicherlich über Rosenkohl gefreut. :-)

Kingsizefairy on :

Wo bitte gibt es denn noch eine 4 Zimmer Wohnung für 500 Euro warm?????
Ich komme ursprünglich aus der Region Leverkusen und da war für unter 700 kalt für 4 Zimmer nichts zu bekommen.
Letztendlich hatten wir (meine Kinder und ich) eine Zweizimmerwohung für rd. 474 kalt und uns wurde vom Amt nahegelegt, unterzuvermieten, da die Wohnung mit 74 qm zu groß sei!!!!!

Ich habe die Nase voll, dass pauschal Hartz IV Bezieher als asoziale und faule Schweine bezeichnet werden!!!
Schwarze Schafe gab es vorher auch schon, die die Sozialämter abgezockt haben ohne Ende.

Ich habe mir den Hintern aufgerissen, um wieder in Lohn und Brot zu stehen und bin letztendlich in eine Fabrik plöckern gegangen, für 7 Euro die Stunde. Brutto. Dafür würden gerade die, die die Hartz IV Bezieher pauschal als faul bezeichnen, noch nicht mal aufstehen.

Ich wünsche all diesen Kleingeistern, die so dermaßene Phrasen dreschen, von Herzen, dass auch sie in das unglaubliche Vergnügen von Hartz IV geraten.

Bei uns gab es keine Tafel, ich wäre froh gewesen, wenn es sie gegeben hätte.

Thorsten on :

Nunja, hier in der Nähe einer 24.000-Einwohnerstadt. Parterre, 64m² für 300,- Euro warm... Allerdings nur 2,5 Zimmer, aber trotzdem...

Das Problem an Hartz4 sind die schlechten Beispiele, die jeder entweder im Fernsehen sieht weil sich das eben viel besser senden läßt oder auch im eigenen Bekanntenkreis hat. Ich habe auch eine Bekannte, bei der ich regelmäßig zu viel bekomme, wie sie das Geld (Hartz4/Kindergeld) mit vollen Händen für irgendeinen Scheiß zum Fenster rauswirft. Urlaubswochenende mit dem Freund und den zwei Babys in einem 400km enfernten Hotel z.B. Und dann aber die Bank mit irgendwelchen Tricks mit der Karte noch bescheißt (Einkaufen ohne PIN am Ende des Monats) und da immer mehr Schulden aufbaut.

Daniel on :

Reste für die Reste der Gesellschaft.

Horst on :

Hallo Björn,

als sonst stummer Leser möchte ich doch mein Missfallen äußern und hoffe du überdenkst dein Engagement nochmals.
Ich hoffe meine Argumente bringen dich zumindest ins Grübeln:

Die Joghut-Becher gehen natürlich gar nicht. Hast du die Tafel informiert bzw. mit dem Abholer gesprochen? Damit sollte das Problem hoffentlich gelöst werden. Vergiss aber bitte nicht, dass das zum Großteil Ehrenamtliche sind die unter enormen Zeitdruck stehen alle Lebensmittel einzusammeln, zu verstauen, zu verteilen etc.

Thema Rosenkohl: Wenn die Lebensmittel von den Bedürftigen nicht angenommen werden (weil zum Beispiel viele gar nicht wissen wie diese zubereitet werden oder es viele gibt, denen Rosenkohl nicht schmeckt oder die Menge zu gering wäre das sinnvoll zu verteilen oder oder oder) dann akzeptier doch diesen Hinweis und verteil ihn eben unter deinen Mitarbeitern oder ab damit in die Tonne. Ist doch kein Beinbruch.

Deswegen die Tafel komplett zu boykottieren halte ich für falsch. Diese Einrichtungen sind (vor allem auf Grundnahrungsmittel) angewiesen, da eben Vater Staat nicht alles auffängt!

Also überdenk bitte nochmal dein Engagement, sprich mit den Tafel-Verantwortlichen über die Probleme - klär vielleicht auch vor Abholung ab, was prinzipiell überhaupt keinen Sinn macht anzubieten und tu so der Gesellschaft und deinem Gewissen einen guten Dienst.

Danke :-)

ElMartino on :

Also, ich hatte (anlässlich der Neueinrichtung meines Wohnzimmers) einer ähnlichen karitativen Einrichtung in Hamburg (nicht die Tafel aber irgendeine private Bedürftigenorganisation) meine komplette Schrankwand (Hülsta, Kiefer, zwar einige Jahre alt aber in echt gutem Zustand) telefonisch angeboten.

Für bedürftige Menschen, denen das Geld für anständige Möbel fehlt.

Zögerliche und seeeehr gedehnte Antwort des zuständigen Mitarbeiters am Telefon: "...wir kommen erst einmal vorbei und begutachten die Möbel. Schrankwände werden nur genommen, wenn sie komplett und neuwertig sind und man sie auch mit gängigen Sitz- bzw. Ledermöbeln kombinieren kann. Dann müssen wir nochmal einen zweiten Vormittagstermin abmachen, um die Abholung zu organisieren. Sie sollten dabei bitte mit anpacken..."

Aha! Ich habe dankend abgelehnt und eine zweite Nummer gewählt. Die der Hamburger Stadtreinigung. Drei Tage später hat die Sperrmüllabholung die Möbel abgefahren...

Fazit: nie wieder "Tafel" oder ähnliche Einrichtungen. So wahnsinnig schlecht scheint es unseren Hartz IV-ern dann doch nicht zu gehen. Ob nun bei Lebensmitteln oder Möbeln! Unzumutbar, die RTL-Nachmittagssendungen auf Ledermöbeln zu verfolgen, zu denen die Hülsta-Schänke farblich nicht passen...

Katrin on :

Mein Vater ist auch ehrenamtlicher Fahrer der Tafel in unserem Ort (47.000 Ew). Was er teilweise berichtet, lässt mich auch nur mit dem Kopf schütteln. So "geht" z.B. Brot in ganzen Laiben überhaupt nicht. Ob die alle kein Brotmesser besitzen?? Selbst das geschnitte Brot wird von einer Vielzahl der Personen mit dem Kommentar "Nur Toastbrot!" abgelehnt. Da frage ich mich auch manchmal, ob es den Menschen noch zu gut geht oder was dazu führt, dass sie nicht froh sind über das, was ihnen angeboten wird??!?!?
So kommt es sogar vor, dass es bei uns mitunter "Tafel-Ware" zu essen gibt, die sonst gnadenlos im Müll gelandet wäre. Und bedürftig sind wir nicht wirklich. Das kann es doch nicht sein, oder?!?!
Über den Geschmack von Rosenkohl *örrgs* lässt sich streiten, aber leider trifft das o.g. Problem auf viele Lebensmittel zu.

Anke on :

Das ist echt ein starkes Stück!

Ich finde es nach wie vor gut, dass es Tafeln gibt, aber das Verhalten der Leute, die ihr hier beschrieben habt ist oftmals einfach nur undankbar.
Ich kann/wil mir einfach nicht vorstellen, dass das die Regel ist.

Bei Hartz4 gibt es tatsächlich etliche Negativbeispiele. Ich habe mehr als eine Person kennen gelernt die mir nen Lohnzettel zeigte und dann sagte, dass der Nettolohn weniger ist als Hartz4. Klar denken die nicht bis zur Rente und dass sie auch deswegen arbeiten aber heute muss man sich leider eh fragen, ob man überhaupt noch was bekommt. Genau mit dem Hintergedanken gehen diese Menschen nicht mehr arbeiten - wozu abrackern wenn ich fürs Nichtstun fast das gleiche oder im Schlimmsten Fall sogar noch mehr bekomme?

Einer von denen arbeitet nun wieder. Er konnte sein Haus abbezahlen und ist Schuldenfrei. Dennnoch verdient er jetzt nur 10€ mehr als mit Hartz4.

Mich wundert nicht, dass es so viele "Sozialschmarotzer" gibt. Nichts desto trotz könnten die, die dann noch tafeln gehen, dankbar dafür sein und auch mal Rosenkohl und Graubrot essen. *kopfschüttel*

geru on :

Wir haben(meine Frau,unsere damals bei uns wohnende Tochter und meinereiner) 2 Jahre Ware von der Tafel bezogen und waren irgendwann von dem besch..so genervt das wir lieber den Gürtel Enger schnallten als dort noch Stundenlang anzustehen.Einmal abgesehen davon das die verteilenden Mitarbeiter einfach nicht begreifen können das man am Anfang 1 Personenhaushalten nicht 2 Brote in die Hand drücken kann um dann später 3 Personenhaushalte zu erzählen es wäre leider kein Brot mehr da,haben wir es immer wieder erlebt das der die Nummern aufrufende Türsteher seine Bekannten die ohne Nummernmarke ankamen einfach so einließ, wir erlebten auch des öfteren das die Mitarbeiter mit vollen Taschen aus denen die Besten Sachen schauten Feierabend machten während wir Obst und Gemüse erhielten das sofort verbraucht werden musste weil es am nächsten Tag nur noch Müll war.Wir kamen durch ehem. Nachbarn an die Tafel die als es ihnen noch besser ging selber ehrenamtlich bei der Tafel tätig waren,was die einen erzählten konnte man kaum glauben(Paketeweise Kaffe in den Kofferraum etc.) aber als sie dann mal mit mir zur Tafel fuhren und mit vollen Taschen rauskamen in denen Schinken,Salami,Kaffee,Belgische Pralinen etc.steckten,alles Sachen die wir nie zu sehen bekamenDer Leiter der Tafel war mit den Beiden gleich ins Lager gegangen und hatte die Taschen gefüllt man kannte sich ja noch von Früher. ,da wussten wir das sich dort wohl fast alle das Beste schnappen und die Bedürftigen bekommen den Rest.

Kingsizefairy on :

Ich kann das mit den Möbeln absolut nicht begreifen, wirklich nicht. Es war als Sozialhilfeempfänger möglich, sich in der Möbelkammer Möbel auszusuchen, wenn man welche benötigte. Das war in aller Regel nur Ramsch und Gerümpel und kaputt. Neuere Sachen oder schönere? Fehlanzeige.
Als wir die Wohnung meiner Mutter nach ihrem Tod ausgeräumt hatten, bot ich daher dem Sozialamt Möbel an, unter anderem ein ein Jahr altes Bett, 1.40m breit mit Matratze und Tagesdecke. Sehr modern, also nix Omamäßig oder so. Ich bekam zur Antwort, dass sie keine Möbel annehmen würden, da das Lager voll wäre. Wie ich von jemandem aus erster Hand erfahren habe, genau mit dem gleichen Sperrmüll, mit dem ich vor über 20 Jahren konfrontiert wurde.
Auch private Altmöbelsammler nehmen diese Dinge nicht an, weil sie nicht gehen. Für das fast nagelneue Bett boten sie mir dann 20 Euro an. Der Neupreis war 900 Euro....

Manchen geht es echt zu gut.

Ich bin froh, dass ich diese Zeiten hinter mir habe.

DurstigerMann on :

Passend zum Thema:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,526331,00.html

Elvin Atombender on :

Danke für den Link!

Das ist eben die Verostung der Republik. Wir befinden uns mitten auf dem Weg in die Diktatur des Proletariats.

DurstigerMann on :

Oder die Diktatur des Prekariats...

Elvin Atombender on :

Oder des Sub-Lumpenprekariats, das ironischerweise vom ehemaligen Proletariat bzw. seinen Gewerkschaften und Parteien wie KPD, SPD und deren beider Vereinigung SED zur Blüte gebracht wurde und weiterhin gehätschelt wird.

Christian on :

Die Unterstützungssätze für die Arbeitsunwilligen sind bewusst so niedrig angesetzt, dass der Wille zur Arbeit entsteht. Solange einige Menschen meinen, dieses Prinzip durch das zu untergraben, was sie für Wohltätigkeit halten, wird sich an der Situation nichts ändern:

Es werden geschenkte Möbel in die vom Staat bezahlte Wohnung gestellt, es wird der ja laut Gerichtsurteilen unverzichtbare Fernseher eingeschaltet (und ähnlichen Versagern bei der Selbstdemontage zuzusehen), es wird "nur das Beste" von der lokalen "Tafel" in sich hereingefressen und die Stütze fließt in so sinnvolle Sachen wie Schnaps, Sexspielzeug und Spielkonsolen.

Lebensmittel an die Tafel - gerne. Aber bitte vorher einmal draufspucken.

Kingsizefairy on :

Es wundert mich immer noch, dass wirklich alle Menschen, deren Schädel man öffnete, ein Gehirn hatten.

frei nach Wittgenstein


Auch dir für 2008 einen gekonnten Abgang in die hartz IV Abteilung und den sozialen Bankrott. Den geistigen Bankrott hast du mit deinem Text ja schon veröffentlicht....

Christian on :

Bleib mal ruhig. Dein "Wunsch" für mich wird unerfüllt bleiben. Du glaubst gar nicht, was man in Deutschland mit Intelligenz und Fleiß alles erreichen kann...

Spende du doch einfach einen Teil deines hoffentlich hart erarbeiteten Geldes an Menschen, die sich dann später über solche wie dich lustig machen. Aber lass andere sich ihre eigenen Gedanken machen. Und gib hier doch bitte nicht den pflichtgetreu empörten Menschenfreund - das ist meist eine sehr unglückliche Rolle.

Fireball on :

Wäre eine andere "Lösung" für gute Ware nicht, sie an "Containerer" abzugeben bzw. sie so zu platzieren, dass sie von denen gesehen wird?

elbunk on :

Christian, gerne würde ich etwas mehr dazu schreiben, aber das was du schreibst ist einfach dumm und abscheulich und etwas anderes fällt mir dazu einfach nicht ein.
Auf deine angebliche Intelligenz brauchst du dir nichts einbilden.

Christian on :

Küsschen! Du bist so süß!

Dass du meine Gedanken abscheulich findest, spricht für deinen reinen Charakter! Dazu meinen Glückwunsch. Solche Menschen braucht Deutschland. Leute, die auf jede etwas extremere Position mit Abscheu reagieren. Bloß nicht selbst denken, lieber die gesellschaftlich "anerkannten" Reflexe abliefern.

Mein Beileid.

elbunk on :

dass dieser reflex gesellschaftlich anerkannt ist löst in mir tiefes wohlbefinden aus.

Kingsizefairy on :

weißt du, ich habs grad im Kreuz und kann mich auf dein Niveau nicht bücken. ´Von daher erübrigt sich auch jede weitere Antwort. Es ist in deinem Fall absolut verschwendete Energie.

ich finde es in gewissem Maße amüsant,wenn so armselige Würstchen wie du meinen, sich mit ihrer angeblichen Intelligenz profilieren zu müssen.

Steini on :

Es ist erschreckend, wie pauschalisierend und vorutreilsbehaftet die meisten sind! Setzt Euch mal face to face für ein paar Tage mit dem Clientel auseinander, das die vielen Tafeln und Tafelläden aufsuchen muss!
Ich wünschen keinem, dass er auf Tafeln angewiesen ist, aber denen, die sich hier ohne Ahnung zu haben herablassend über die Ehrenamtlichen und/oder Bedürftigen äußern, den gönne ich mal zumindest einen nächtlichen Alptraum, der sie in Hartz4 oder in den Zustand verarmeter Rentner/innen versetzt, in der Hoffnung, dass es ein heilsamer Traum sein wird....

U.M. on :

Hallo,

ich persönlich nutze die Kindertafel gemeinsam mit meinen Söhnen (5+10) seit knapp acht Wochen jeden Freitag.

Ich kann den Unmut von Spendern schon nachvollziehen, aber sie können mir glauben:
Habe sowas bei unserer Tafel (Marburger Tafel) noch nie erlebt. ICH bin dankbar für jede Form der Unterstützung und habe ausser Süßwaren (aus Allergiegründen meiner Kinder) noch nie etwas abegelehnt und würde es auch nie tun...

Ich bin den Gewerbetreibenden unserer Gegend und den vielen ehrenamtlichen Helfern SEHR dankbar. Sie helfen uns wirklich, finanziell entspannter durch den Monat zu kommen und haben unseren Speiseplan erheblich aufgwertet...

DANKE!!! :-)

B.Dietz on :

Hallo,
ich würde gern mal zu der unsrigen Tafel(Hallesche Tafel)gehen,weiß aber nicht,ob ich da etwas bezahlen muß und wie das so vor sich geht.
Wir sind 2Erwachsene und 2Kinder und würden auch nie twas ablehnen.

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