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KASTEN

Das Bier "BIER" kommt in Getränkekästen daher, die einfach nur mit "KASTEN" beschriftet sind. So sehr pragmatisch, dass daraus inzwischen eine eigene Marke geworden ist. Über das Bier, das keinen Namen hat, erfahrt ihr hier noch etwas mehr.

Zugegeben: Irgendwie funktioniert es. Der Kasten mit der Aufschrift "KASTEN" fiel mir im Lager zwischen all dem anderen Leergut sofort auf.

Auf der Website des Herstellers steht übrigens, warum das Bier keinen Namen hat:

Die Grundidee entstand 2008 an einem gemeinsamen Abend in der heimischen Küche. Wir hatten mehrere Biersorten vorrätig und wollten herausfinden, ob wir unser Lieblingsbier am Geschmack erkennen konnten. Das Ergebnis überraschte uns: im Blindtest konnte keiner von uns seine Lieblingssorte herausschmecken. Im Gegenteil: oft schmeckte das Lieblingsbier jetzt gar nicht mehr!

Doch warum konnte es es allein in Deutschland über 5.000 Biermarken geben, wenn (wie wir) die meisten Verbraucher noch nicht einmal ihr Lieblingsbier am Geschmack erkennen können? Und warum sagt man trotzdem, Marke XYZ sei das eigene „Lieblingsbier“?

Unsere Schlussfolgerung: Geschmack ist Einbildung! Er wird durch Werbung und Vorbilder geprägt und schließlich zur Gewohnheit – denn anders als anhand des Markenbildes kann ein Normalverbraucher die Getränke gar nicht unterscheiden.
Die Idee hinter "BIER" ist ja lustig, aber der Aussage kann ich überhaupt nicht zustimmen. Alle Produkte schmecken irgendwie mehr oder weniger unterschiedlich und ganz sicher beeinflusst der aufgedruckte Markenname auch die eigene Wahrnehmung und Erwartungen an ein Produkt.

Klar, für die einen ist es nur "Bier" und es gibt sicherlich genug Menschen, denen feine Unterschiede beim Geschmack egal sind oder die erst gar keine Unterschiede schmecken. Und vielleicht schmecken viele Marken auch (sehr) ähnlich, so dass einem mit weniger fein ausgeprägtem Geschmacksempfinden die Unterschiede gar nicht auffallen – aber pauschal zu behaupten, dass Geschmack Einbildung ist und nur durch den Markennamen im Kopf entsteht, finde ich reichlich gewagt. Und, sorry, diesen Begriff ausgerechnet von mir verwendet zu sehen, extrem arrogant.

Gerade DASS es viele unterschiedlich schmeckende Biere gibt, hat mich überhaupt erst vor knapp 20 Jahren an Bier herangeführt. Für mich war Bier immer ein "Mag ich nicht"-Produkt. Bis mir ein ehemaliger Mitarbeiter mal ein Überraschungspaket mit vielen unterschiedlichen Bieren aus ganz Europa geschenkt hatte und Ines und ich aus der Not heraus einfach vorne angefangen haben, uns durchzuprobieren. Dabei kam irgendwann die Erkenntnis, dass es durchaus interessante und leckere Sorten gibt und ich schwöre, dass die Markennamen in diesem Fall vollkommen egal waren.

Aber ausgerechnet von einem Bierbrauer den Spruch zu hören, dass Geschmack nur Einbildung ist, finde ich schon ziemlich hart. (Und würde jetzt einfach mal frech den Einwand in den Raum werfen, dass denen keine Alternative blieb, weil ihr Produkt einfach im Vergleich mit anderen Sorten nicht mithalten kann.)


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Comments

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eigentlichegal on :

Na, das ist ja mal überhaupt nicht originell. Die kopieren also das "kein Schnickschnack, nicht einmal ein richtiger Name"-Konzept von "5,0".
Fand ich einmal ganz lustig, aber das zu kopieren ist schon etwas peinlich.

TOMRA on :

Es gibt ja von denen z.B. auch Weinschorlen und im Prinzip finde ich diese "No frills" Konzepte sehr sympathisch, sowie in einem anderen Marktsegement damals als Pionier https://www.simyo.de/ gestartet ist und es im Laufe der Entwicklung deutlich verwässter wurde. Vgl. ehemalige Harddiscounter wie Aldi oder Plus im Gegensatz zum heutigen Lidl, Netto MD, etc.

Nicht alle möchten Oettinger, Sternburg oder Handelsmarken kaufen und als "Fußpils" rumlaufen.
Es gibt auch Events oder Clubs die bewusst "Bier" Bier oder "Weinschorle" anbieten und frei von evtl. Verträgen mit besonders internationalen Brauereien sind und sein möchten.

Wumpitz on :

Was kostet denn der Kasten?

Wenn alle Biere gleich schmecken, dann würde ich immer das Billigste kaufen.

TOMRA on :

Ich würde einen kleineren "Batzen" vermuten in diesem Kontext. ;-)
Bisher wusste ich gar nicht, dass es deren Produkt auch im LEH gibt, siehe Kommentar oben.

SPages on :

Das erinnert mich an meine Jugendzeit. Wir hatten als dekorative Pflanzen an unserem Jugendclub Hopfen angebaut was uns dann zu der Idee führt "he lass uns doch mal Bier brauen, wie schwer kann das schon sein".

Wir haben uns ein Wochenende Zeit genommen und naja um eine Idee zu haben wie unser Endprodukt schmecken soll auch das eine oder andere Bier beim brauen konsumiert.

Es stand die Frage im Raum wie nennen wir unser gesöff. Übereinkunft "Ein Bier", weil wie oft sagt man "ich hätte gern ein Bier". Daher die perfekte Marktlücke.

Das Ergebnis: War trinkbar, aber jetzt nicht so das wir es wiederholt haben.

Achim on :

Und welches kannst DU der „Bier-mag-ich-nicht“-Fraktion jetzt empfehlen?

Anonym on :

Es kommt ja immer darauf an, warum jemand kein Bier mag. Ist es zu bitter, dann lieber kein Pils probieren, sondern lieber etwas süffigeres wie Paulaner Oktoberfestbier. Ist es zu hopfig, dann auf keinen Fall ein IPA/Pale Ale und so weiter. Wenn man keinen Schaum/wenig Kohlensäure mag, wäre Weißbier unpassend.
Es ist wie so oft im Leben: finde selbst heraus, was dir schmeckt.
Mein Tipp gegen Bitterkeit: ein Helles wie von der Tegernseer Brauerei oder sogar Kölsch, was sehr leicht und neutral im Abgang ist.

Anonym on :

Also der pauschalen Aussage „alles ein und derselbe Geschmack“ kann ich nicht zustimmen. Wenn man sich in einer Bier-Kategorie bewegt, dann gibt es durchaus sehr ähnliche Gebräue. Beim Hellbier ist oft bei den südbayerischen Brauereien kaum ein Unterschied für mich zu erkennen. Trotzdem würde ich Arcobräu oder Chiemseer Hell gegenüber Augustiner oder Hacker-Pschorr bevorzugen (und gerade bei Augustiner/Hacker gibt es diverse Sorten).
Sobald es aber um eine besondere Sorte wie dunkles Weißbier, Pale Ale oder Bock geht, unterscheidet sich der Geschmack massiv. So habe ich das dunkle Weißbier von Unertl schätzen gelernt und im alkoholfreien Bereich bevorzuge ich Erdinger Weißbier alkoholfrei (kein echtes 0,0). Bei diversen Tests schmeckten mir andere alkoholfreie Biere nicht annähernd so gut. Das waren zwar keine echten Blindtests, jedoch hob sich mein Favorit erheblich vom Geschmack ab. Bei Gelegenheit teste ich es noch ohne Beeinflussung durch Flasche/Label. :-)

Bernd on :

Wer Bier trinkt, frisst auch kleine Kinder. *duck-wech*

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