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50 Euro und der Kassenbestand

Als ich die Kasse einer Kollegin abrechnen wollte, ergab sich, dass sie auf den Cent genau laut Software eine Differenz 50 Euro zu wenig in der Kasse hat. Das war schon ungewöhnlich, denn eigentlich ist sie unser unangefochtener Champion hinsichtlich stimmender Kassen. Da es am einfachsten ist kontrollierte ich zunächst, ob ich alles richtig eingegeben habe. Kann ja mal vorkommen, dass man die falsche Zeile erwischt, vor allem wenn nicht alle unterschiedlichen Banknoten in der Abrechnung vorhanden waren. Tippt man dann zum Beispiel die Anzahl fünf bei den 10ern und nicht bei den 20-Euro-Banknoten ein, hat man ganz schnell exakt 50 Euro zu wenig. Aber ein Eingabefehler war es nicht. Wir zählten also noch einmal alles gründlich nach, aber es war keine Differenz zu finden.

"Hast du irgendwie Geld gewechselt oder habt ihr euch heute Morgen beim Kleingeld rausgeben vertan?", fragte ich, aber die Kollegin verneinte beides. Die Kollegin ging mit Bauchschmerzen in den Feierabend, aber in mir gärte es noch. So guckte ich nach, wer die Kasse zuletzt vor ihr hatte.

Der Kollege, der den Kasseneinsatz am Abend zuvor hatte kassiert eigentlich auch sehr sauber, aber ich erfuhr, dass er aufgrund vieler Bargeldauszahlungen nicht den vollen Betrag unseres normalen Kassenbestands (500 Euro) in den Einsatz legen konnte. Daher waren nur 450 Euro darin. Das wäre auch kein Problem gewesen, wenn die Schichtleitung eine entsprechende Notiz hinterlassen hätte.

Aber selbst ohne diese Notiz hätten die beiden Kollegen am Morgen beim gemeinsamen Zählen der Kasse (Vier-Augen-Prinzip) das Fehlen der 50 Euro auffallen müssen. Da aber 60 Millionen Menschen nicht richtig Ostdeutsch können, hat der Kollege, der die Ansagen der Kollegin aus dem Osten in den Taschenrechner eingetippt hat, an einer Stelle nicht 46 €", sondern "96 €" verstanden. Dummerweise glich dieses Missverständnis exakt die Fehlmenge im Kasseneinsatz aus, so dass niemandem der Fehler aufgefallen war, da er in dem Moment einfach niemandem auffallen konnte.

So viel Aufregung, aber zum Glück keine echte Differenz. :-)

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Comments

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Jemand on :

Mein Neffe arbeitet im Rewe an der Kasse. Da haben mal 100 Euro gefehlt und zwischendrin kam noch jemand vom Rewe und hat ein bisschen Geld schonmal rausgenommen.

Jedenfalls musste er die 100 Euro aus eigener Tasche nachbezahlen. Er hätte es auch lassen können, dann hätte er den Job verloren.

Klodeckel on :

Ist auch richtig so. Wer sonst sollte Verantwortung für fehlendes Geld in der Kasse tragen als der Kassierer?

eigentlichegal on :

Wenn es um z.b. Betrugsmaschen geht: Derjenige, der die Kraft angelernt und sie nicht auf die üblichen Tricks hingewiesen hat

nicht der andere on :

Fehlerfreiheit existiert nicht. Warum sollte einerseits der Kassierer pekuniär haften, andererseits alle anderen nicht? Es fällt mal was runter, es geht mal was daneben, es wird mal falsch bestellt, es wir mal was schlecht, es mangelt in der Kommunikation und so weiter und so fort. Da müsste der Kassierer einen Überbestand ja ebenfalls ausgezahlt bekommen oder zumindest müsste er einen Zuschlag erhalten, der sein Zusatzrisiko im Schnitt ausgleicht.

SPages on :

Ich finde es super das bei euch im Team soviel Vertrauen da ist das man sagt "Okay, wir schreiben das mit den 50€ Fehlbetrag mal auf und prüfen erstmal was passiert seien könnte. Dann sehen wir weiter.".

Das schafft ein angenehmes Arbeitsklima.

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