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Rückrufe entstehen nicht durch Kundenhinweise

Im Kühlhaus lag ein ganzer Korb voll mit einer Sorte Wurst. Der Korb war deshalb voll, da es sich um den gesamten Bestand aus unserem Regal handelte.

Die Kollegin, die das veranlasst hatte, erklärte mir, dass ein Kunde sie angesprochen hatte und dass es für diesen Artikel einen Rückruf gebe und wir die Wurst deshalb unbedingt aus dem Verkauf nehmen mussten.

Ja. Nee. So einfach ist das nicht.

Wir nehmen Rückrufe natürlich grundsätzlich sehr ernst. Es gibt relativ belanglose Gründe (falsches MDH auf die Packung gedruckt), unproblematische aber unschöne (z. B. Fehler bei den Zutaten, Produkt schmeckt nicht so, wie es soll), aber auch lebensgefährliche, beispielsweise durch Fremdkörper (Metallteile oder Glasscherben), Keime oder nicht deklarierte Allergene im Produkt.

Die Lieferketten sind bei uns genauestens dokumentiert und wenn ein Artikel aus einer von einem Rückruf betroffenen Charge bei uns gelandet ist, bekomme ich den Rückruf auch umgehend auf unterschiedlichen Wegen zugestellt. Wenn nicht, dann nicht. Von dieser Wurst wussten wir nichts und nachdem ich die Sache überprüft hatte, war klar, dass die Wurst, die die Kollegin hier nach dem Hinweis des Kunden aus dem Regal genommen hatte, überhaupt nicht betroffen war.

Das war von ihm vielleicht nett gemeint, hat aber bei uns nur für unnötige Aufregung gesorgt. Die Kollegin ist auf jeden Fall jetzt instruiert, in solchen Fällen zumindest mal ihren Vorgesetzten (aka MOI!) zu fragen und nicht einfach das Regal auszuräumen.

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