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Vor 40 Jahren: Tschernobyl

Es ist schon so lange her, statistisch gesehen haben die meisten Menschen auf der Erde da noch nicht einmal gelebt: Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Vor 40 Jahren kam es zu dem Super-GAU.

Ich war gerade 12 Jahre alt und hab das als Kind natürlich alles nur am Rand mitbekommen. Zu der Problematik, dass Informationen damals und aus dem Ostblock ohnehin nur spärlich und verzögert an die Öffentlichkeit gelangten. Woran ich mich noch erinnern kann war das große Thema, dass man keine Pilze mehr essen soll und dass Spielplätzte gesperrt waren.

Ja, Atomkraft ist sicher. So wie ein Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel ist. Aber wenn etwas Schlimmes passiert, dann hat es auch gleich katastrophale Ausmaße. Um bei dem Vergleich zu bleiben: Ein abgestürztes Flugzeug hinterlässt trauernde Angehörige – beim Atomunfall, wie bei Tschernobyl zum Beispiel, werden unter Umständen tausende Quadratkilometer Fläche für lange Zeit zum Sperrgebiet.

Klimawandel und Energiekrise: Atomkraftwerke könnten tatsächlich ohne weitere CO2-Belastung für viel Energie sorgen, aber jeder von euch kann sich die Frage stellen: Möchte ich es direkt vor der Tür haben und wäre ich damit einverstanden, wenn auch die Abfälle dort gelagert werden? Nein, gut, setzt auf Wind und Solar, damit sowas wie vor 40 Jahren nicht noch einmal passieren kann.

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TOMRA on :

Nur gut, dass Unterweser gut 50 km Luftllinie entfernt ist und Krümmel, Emsland, sowie Grohnde noch etwas mehr.

someone on :

Zum Glück ist Unterweser schon lange im Rückbau. Außer den 40 Castoren im Zwischenlager ist da nicht mehr allzuviel strahlendes Material.

Ingo84 on :

Bei mir im Wohnort liegt ein Zwischenlager für nukleare Altlasten. Da habe ich kein Problem mit. Klar, das Risiko ist da natürlich geringer als in einem AKW, aber besser, der Kram ist da unter kontrollierten Bedingungen eingelagert und jederzeit wieder abtransportierbar als dass man alles in ein marodes, nicht wirklich dafür geeignetes Bergwerk kippt. :-)

Ich schon wieder on :

Jetzt gibts da nur ein Problem: Wir schalten unsere noch ziemlich guten und unbestritten sicheren Meiler ab, während viel ältere und gefährlichere Kübel v.a. in Frankreich weiterbetrieben werden. Die liegen schön in der Hauptwindrichtung.
Außerdem waren die deutschen Atomkraftwerke bereits gebaut und haben stabil Strom geliefert. Strom, den man dank Energiewende und zunehmender Elektrifizierung - das Elektroauto als neuer Verbraucher ist nur das bekannteste Beispiel - dringend benötigt. Für Kühlung und Licht im Supermarkt wirds reichen, aber nur mit Wind und Solar allein und komplett ohne fossile Energien lässt sich kein Industrieland betreiben.
Und dann war da noch der Stromfresser KI, mit dem hier jemand so gern rumspielt. Global gesehen verbraten diese Rechenzentren Unmengen Strom.
Naja, egal. Beziehen wir halt die Lebensmittel und Drogerieartikel alle aus Polen, die komplette Technik aus China und erfreuen wir uns an unserer (lokalen) Emissionsfreiheit.

unregistrierter User on :

Natürlich kann man den alten deutschen Reaktoren nachweinen. Eine längere Laufzeit hätte aber auch zur Folge gehabt, dass der Ausbau von Wind/Solar eher langsamer vorangegangen wäre, da wir ansonsten noch viel öfter viel zu viel Strom "übrig" gehabt hätten. Denn ein früherer Ausstieg aus der Kohle wäre unwahrscheinlich gewesen. An der Kohle hängen wirtschaftlich ganze Regionen, das Thema "Ende Gelände" ist dort hoch emotional und daher auch nur langfristig möglich. Zudem waren die deutschen AKW zwar besser steuerbar als andere Bauarten, dennoch eben keine Lastfolger wie Kohle (zumindest eingeschränkt) oder Gas.
Aber okay, die Diskussion ist eh inzwischen rein hypothetisch, denn unsere alten AKW sind Geschichte. Und ein Neubau wäre (abgesehen von der Frage der Wirtschaftlichkeit) nicht mehr in einer Zeitspanne zu erstellen, die noch nennenswert Einfluss auf die Energiewende hätte.
Uns bleiben also nur die Erneuerbaren Energien und ja, auch mit denen ist ein Industrieland zu betreiben! Wind & Solar mit Biomasse/Geothermie/Wasserkraft und entsprechenden Speichern können sehr wohl eine gesicherte Versorgung 24/7 zur Verfügung stellen! Und nein, das wird kein "sauteures" System, sondern dank Sektorkopplung, Senkung des Primärenergiebedarfs, Effizienzgewinne und Flexibilisierung des Stromverbrauchs voraussichtlich sogar günstiger, zumindest aber unabhängiger und damit gegenüber internationalen Krisen und Despoten deutlich resilienter.

Jodelschnepfe on :

Es sollen sich nach meiner kurzen Recherche immer noch mindestens sieben graphitmoderierte, wassergekühlte Siedewasser-Druckröhrenreaktoren vom Typ RBMK-1000 sowjetischer Bauart in Betrieb befinden. Weitere Informationen zu diesem Typ und insbesondere der konstruktionsbedingten Schwachstellen kann man hier nachlesen: https://de.nucleopedia.org/wiki/RBMK-1000

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