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Flugrost in der Kupplung

Unser relativ neuer Drucker zickte neuerdings herum. Wurde aus einer bestimmten der vier Papierkassetten gedruckt, blieb das Papier ohne klar erkennbaren Grund auf halbem Wege stecken. Es gab keine Hindernisse wie noch hängengebliebene Papierfetzen, es war nichts erkennbar beschädigt und das Papier war auch in Ordnung, nicht gebogen, geknickt oder gewellt. Da wir über den Mietvertrag Vollservice haben, kam ein Techniker und hat sich die Sache mal angesehen.

Noch bevor der gute Mann irgendwas auseinandergebaut hatte, mutmaßte er, dass es die Kupplung sein könnte. Die Mechaniken für den Papiertransport von jeder einzelnen Schublade werden jeweils über eine elektromagnetisch gesteuerte Kupplung, ein nur wenige Zentimeter durchmessendes Bauteil, an den von nur einem Motor betriebenen Hauptantriebsstrang gekoppelt. Eine verschlissene Kupplung bei PKW und beim Leergutautomaten kennt man, aber bei einem Drucker?

Er erzählte mir, dass die nicht verschlissen ist, sondern sich vermutlich nur Flugrost auf den Kupplungsscheiben abgesetzt hat.

Flugrost. Kupplungsscheiben. In einem Plastikgehäuse. Im Drucker. Und sonst an keinem anderen Teil des Gerätes. Klar. Das Fragezeichen in meinem Kopf war so groß, dass es mir fast links und rechts die Ohren absprengte.

Es war übrigens Flugrost auf den winzigen Kupplungsscheiben. Eine hauchdünne rotbraune Schicht, kaum wahrnehmbar, aber doch einen Putzlappen färbend – und ausreichend, um die Kupplung durchrutschen zu lassen.

Die Drucker kommen im Container auf dem Schiff aus Fernost und mutmaßlich ursächlich ist vermutlich die Seeluft. Plastikgehäuse, Elektronik, Glasscheiben, Aluteile – alles nicht gefährdet. Aber diese kleinen Kupplungsscheiben aus Eisen ohne jeglichen Korrosionsschutz, die bekommen trotz ihrer versteckten Bauweise den Rost. Kaum zu glauben, aber wahr.

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Comments

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Dörk on :

Kann ich bestätigen ;-) . Ich bin ja bei einem KM-Händler und wir haben das auch schon 1-2x gehabt. Die Kupplung war aber so richtig verrostet, also komplett braun! Ist aber schon einige Zeit her und kam lange nicht vor. Möglicherweise war das auch eine Charge Kupplungen, die irgendwie anfälliger waren. Man weiß es nicht.

Zeddi on :

Moin,

ich hatte vor über 20 Jahren meine IT Ausbildung bei nem Unternehmen das ua auch Büromaschinen gewartet hat gemacht.

Dort kann ich mich auch an ein bestimmtes Druckermodell das zu dem Zeitpunkt ein paar Jahre bereits alt war erinnern, das genau so ein Problem vereinzelnt hatte, mutmaßlich wenn die Geräte in etwas feuchteren Umgebungen standen oä.

Das waren meine ich Kyocera 1700 oder so ähnlich. Da die Garantie da meist schon vorbei war und damals Full-Service noch nicht so verbreitet, musste der Kunde dafür oft zahlen.
Oft konnte man die aber reinigen und etwas gegen Rost schützen so das nicht unbedingt ein Ersatzteil notwendig war. Gute alte Zeit.

Jodelschnepfe on :

Die Oberfläche einer Kupplung soll ja einen bestimmten Reibungskoeffizient aufweisen (und so günstig wie möglich herzustellen sein). Von daher kann es erst einmal sinnvoll erscheinen, so eine Oberfläche nicht gegen Korrosion zu schützen. Was später damit im realen Leben passiert, steht latürnich auf einem anderen Blatt.

eigentlichegal on :

Für den Fall, dass das jetzt ein wiederholt vorkommendes Ereignis wird, möchte ich mir ob der von Björn zu erwartenden Reaktionen alle Rechte an dem Begriff "Fluchrost" sichern.

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