Skip to content

Die Beleidigung der heiligen Sahne

Ein Kunde sprach mich im Laden an, er suchte Sprühsahne.

Da konnte ich unkompliziert helfen: Das gewünschte Produkt stand nämlich in Sichtweite hinter ihm und so machte ich mit einem Arm eine zeigende Geste, während ich ihm erklärte, dass wir dort eine große Auswahl hätten. Markenprodukt und Eigenmarke, fettarm, laktosefrei und sogar eine vegane Sprühsahne sei dabei.

Das Wort "vegan" hat den guten Mann wohl getriggert und tiradenartig klärte er mich geradezu hasserfüllt darüber auf, dass es "vegane Sahne" gar nicht geben kann, da Sahne grundsätzlich aus Milch besteht und nicht aus irgendwelchen Ersatzprodukten.

Es war aber auch sehr leichtsinnig von mir, diesen Ausdruck zu verwenden. "Vegane Sahne" gibt es genau wie "Erdbeermarmelade" schließlich gar nicht. Höre ich da gerade Protest, weil ihr euch jeden Morgen Erdbeermarmelade aufs Brötchen schmiert? Nun, lebensmittelrechtlich muss "Marmelade" aus Zitrusfrüchten bestehen. Bei Erdbeeren hat man "Erdbeerkonfitüre" oder qualitativ weniger anspruchsvoll "Erdbeerfruchtaufstrich" vor sich. Aber "Erdbeermarmelade" sagt trotzdem jeder, auch wir hier auf der Fläche.

Trackbacks

No Trackbacks

Comments

Display comments as Linear | Threaded

Crazy_Borg on :

Darauf ein Glas Kokosmilch.
Und dazu ein Brot mit Erdnussbutter.
;-)

Cliff on :

Vegane Sahne darf man aber nie nicht bei den Milchprodukten lagern, weil die nämlich die feinstofflichen Schwingungen der armen geschundenen Kühe aufnimmt, die "bad vibes" sozusagen, und die übertragen sich dann auf die armen sensiblen Veganermenschen. Kannst du das verantworten? Willst du das gar? Hast du etwas gegen Veganer?

Chespirito on :

Nichts, was man nicht mit einem Hildegard Orgonakkumulator wieder beheben könnte

Mitleser on :

Verstehe das Problem nicht, störe mich an diesen "falschen" Bezeichnungen weniger als an dem, was sich da manche Marketingfuzzies aus den Hirnwindungen pressen.

Vegane Sahne, veganer Döner, veganer Schinken, veganer Käse, jeder weiß, wie es gemeint ist.

thomasZ on :

Worauf hin er sich erstmal einen Leberkäse holen musste, um sich vom Schock zu erholen.

l0wside on :

Erdbeermarmelade? Brestlingsgsälz heißt das korrekt ;-)

Fruchtaufstrich muss qualitativ nicht schlechter sein. Konfitüre darf nach dem Wortlaut der Verordnung (ja, es gibt eine Konfitürenverordnung!) kein Pektin enthalten, deswegen muss man bei Konfitüren mehr Zucker reinkippen, damit es geliert. Wenn man weniger Zucker nimmt und dem Gelieren mit Äpfeln oder Pektin nachhilft, muss man Fruchtaufstrich drauf schreiben.

Das einzig Richtige on :

Falls wir von der dt. Rechtslage reden: Konfitüre darf direkt (Flüssigpektin) wie auch indirekt (Zitrusfrüchteschalen) Pektin (und beispielsweise Öle/Fette als Schaumverhüter) enthalten.

Das einzig Richtige on :

"Nun, lebensmittelrechtlich muss "Marmelade" aus Zitrusfrüchten bestehen. Bei Erdbeeren hat man "Erdbeerkonfitüre" oder qualitativ weniger anspruchsvoll "Erdbeerfruchtaufstrich" vor sich."
Das stimmt so pauschal nicht, da auf örtlichen an Endverbraucher gerichteten Märkten (Wochen-, Bauernmärkten usw.) der Begriff Marmelade auch für Konfitüre verwendet werden darf.

Only registered users may post comments here. Get your own account here and then log into this blog. Your browser must support cookies.

The author does not allow comments to this entry

Add Comment

Standard emoticons like :-) and ;-) are converted to images.
BBCode format allowed
E-Mail addresses will not be displayed and will only be used for E-Mail notifications.
Form options