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Etepetete

Im Rahmen der Diskussion um die unnötige Vernichtung von Lebensmitteln bin ich vor ein paar Tagen über den Onlineshop "Etepetete-Bio" gestolpert.

Das Unternehmen hat sich auf die Fahne geschrieben, Obst und Gemüse zu veräußern, das ansonsten aufgrund seines Aussehens auf dem Feld liegen bleibt, vernichtet oder zur Energiegewinnung zweckentfremdet wird. Zitat Etepetete: "In Deiner Box findest Du alles vom Feld – egal, wie’s aussieht. Dreibeinige Karotten, krumme Gurken oder zu klein geratene Avocados – sowas findest Du kaum im Supermarkt."

Eigentlich ist die Idee ja auch ziemlich cool. Aber würde ich mir selber diese Kisten bestellen, wenn ich keinen eigenen Supermarkt hätte? Nein. Denn die Ungewissheit darüber, was man dort geliefert bekommt, bezahlt man doppelt teuer: Einerseits ist die Ware in diesen Kisten kaum bis gar nicht günstiger als Bio-Gemüse im Supermarkt (Wobei das natürlich abhängig von der Saison und den Artikeln stark schwanken kann!), andererseits sind merkwürdig geformte Gemüse zwar durchaus genauso essbar und verwendenswert wie alle anderen Früchte, aber man hat mit Pech auch sehr viel verschnitt dabei, weil sich die Teile nicht so schälen und schneiden lassen, wie es mal geplant war.

So weit zumindest meine private Theorie dazu. Wie seht ihr das oder hat vielleicht sogar jemand von euch diese (oder ähnliche 2.-Wahl-Angebote) selber schon getestet, bzw. regelmäßig auf dem Tisch? Liege ich sehr falsch mit meiner Einschätzung? :-O

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Comments

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Micha on :

In einem Supermarkt hier in Berlin gab es eine Weile eine Ecke mit solchem Gemüse. Die Kette und auch der lustige Name der Ecke fällt mir nicht mehr ein.
Eigentlich hab ich da gerne gekauft. War eigentlich immer was dabei und preislich 50% unter der Konkurrenz.
Bei Sirplus bekommt man auch öfter unförmiges Gemüse.

Das Argument mit der schwierigen Schälerei darf man aber wirklich nicht unterschätzen.

Georg on :

Ich wuchs auf mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten,dieses war auch nicht immer gleichförmig gewachsen so ist die Natur halt.Die Tante bei der wir lebten hatte kaum große Mengen verschnitt,wenn sie Kartoffeln schälte konnte man durch die Kartoffelschale Zeitung lesen und ich kann aus eigener Erfahrung berichten mit etwas Übung gelingt einem das dann auch............

Konsument on :

Es hat schon seinen Zweck, Kartoffeln zu schälen. Sie dünn zu schälen ist dem nicht förderlich.

Georg on :

Pellkartoffeln werden aber erst nach dem Kochvorgang von ihrer Schale befreit und keiner stirbt an diese dünn entkleideten Erdäfel

Konsument on :

Oh ich habe eine rohe Kartoffel mit Schale gegessen und lebe noch, also kann das gar nicht ungesund sein...

eigentlichegal on :

Ausgehend von identischen Schälfähigkeiten hat man im direkten Vergleich aber trotzdem mehr Abfall bei unförmigem Gemüse.
Keiner nimmt Nachhilfe im Schälen um das zu Minimieren.
Die extremen Schäl-Skills gerade alter Menschen sind doch in Notzeiten entstanden: Keine Arbeit, wenig Nahrung
Da lohnte es sich dann auch die reichlich vorhandene Zeit in die Nahrungsoptimierung zu stecken.
Aber heutzutage? Klar sollte man Verschwendung vermeiden, aber es geht doch immer ums Verhältnis von Aufwand zu Erfolg.
Wenn ich zehn Minuten extra fein schäle kostet mich die Arbeitszeit mehr als das gesamte Gemüse

Konsument on :

Bin grad auf dem Karottentrip. Kann das Zeug Kiloweise gedünstet, gebraten, gesalzen und gebuttert verschlingen. Unförmige Karotten nerven einfach, also wird brutal "spargeschält". Sprich es fällt Abfall an, der mit filigranen Schälkünsten nicht entstanden wäre. Ist nicht wirklich viel mehr, aber messbar. Und je unförmiger, desto mehr Belastung im Handgelenk, da man ständig den Winkel wider der Natur anpassen muss.

Das finde ich persönlich noch vertretbar. Aber wenn man sich mal die "Sternköche" in ihren Sendungen anschaut. Sobald es unbequem wird beim Schnibbeln, wird der Rest einfach entsorgt.

Zwiebeln sind auch so eine Sache. Die TV-Köche lassen sich perfekte Exemplare raussuchen, aber du und ich, wir bekommen die unförmigsten Exemplare ever. Da muss man zwangsläufig mehr Zeit investieren, selbst wenn man die Schnitttechniken beherrscht.

Nobby on :

Das machen die Fernsehköche im TV, in ihren Restaurantküchen landen die Abschnitte aber zum grossen Teil im Topf mit dem Gemüsefond.

Konsument on :

Das passiert auch meist in den Sendungen. Zumindest wird es erwähnt. (Die Pilztstile nicht wegwerfen, da machen wir lecker Pilzsuppe draus. MACHT KEIN MENSCH zu Hause!) Aber man darf nicht vergessen, in den echten Küchen sind teils zig Köche zu Gange und so viel Sud kann kein Mensch verarbeiten. Der Stress und das Arbeitstempo führt dazu, dass sie eben das weg schmeissen, was wir privat noch mal versuchen fürsorglich zu schnibbeln.

Georg on :

Bei Pilzen nicht weil es die wg.Unverträglichkeit bei uns nicht gibt aber Zwiebeln werden z.B. nur grob zerschnitten in den Sud für Kaliningrader Klopse geschmissen,also auch mit der braunen Schale wird nach dem Kochen ja eh gesiebt,auch mit dem Suppengemüse wird so verfahren,warum denn entsorgen und dann diese fiesen Fertigbrühen verwenden ?

Georg on :

Wurzeln werden gebürstet und nicht geschält !!!! :-O

Konsument on :

Schon mal etwas "robustere" Karotten ungeschält gedünstet? Unter angenehmen Beissgefühl stelle ich mir was anderes vor.

Roland on :

Ich kaufe die Angebote gerne, WENN der Preis stimmt. Wie du es selber erwähnst, preislich sind diese "2te Wahl" Waren oft eher wie "erste Wahl" ausgezeichnet. In der Schweiz hat Coop mit "ünique" (www.coop.ch/unique) sogar eine eigene Marke (!) dafür. Und auch wenn auf deren Website steht " Je nach Saison und Verfügbarkeit sind verschiedene dieser Gemüse in grösseren Coop Verkaufsstellen zu attraktiven Preisen im Angebot." so ist meine Erfahrung, das die Preise oftmals über denen von regulärer Ware sind.

Naya on :

Für mich wäre eher das Problem, daß ich nicht jedes Obst und Gemüse mag, aber bei den Boxen nicht genau weiß, was ich in welcher Menge bekomme. Und wenn ich nur einen Teil davon tatsächlich dann gerne verwende, dann ist zum einen das Preis-Leistungs-Verhältnis schlecht und zum anderen auch doch wieder Lebensmittelverschwendung dabei.

Johannes on :

wenn in jeder normalen Packung karotten auch eine dreibeinige sein dürfte, gäbs das Problem net

Michael on :

Ich denke, an erster Stelle steht der Preis. Man ist es gewohnt, für sein Geld das bestmögliche Produkt zu erhalten. Zumindest ist es die Erwartung.

Die Lösung dürfte in der Mischung liegen.Eben ein vernünftiger Preis, zeitgleich aber auch die Gewissheit, durchaus Brauchbares zu erhalten.Wie Johannes oben schon schrieb, die "dreibeinige Karotte", sollte kein Grund zur Ablehnung sein.

Alph on :

Hier im Kaufland gibt es seit einiger Zeit Obst und Gemüse die sich "die etwas Anderen" nennen. Dabei sind krumme Karotten und Gurken und Äpfel mit minimalsten bis keinen Schäden (aber wild gemischte Sorten, einige konnte ich gar nicht zuordnen).

Die Preise bewegen sich in wirklich günstigen Regionen, neulich gab es das Kilo "Die etwas Anderen" Äpfel für 1 Euro zum selbst wiegen. Gute Idee, kaufe ich lieber als die dreimal teureren Pink Ladys...

Jerowski on :

Wir hatten zu Hause damals (tm) so ne Gemüsebox in der wöchentlich saisonales Gemüse vom (einigermaßen) lokalen Bauern kam (bin nicht mehr sicher, ob das Bio war, meine aber schon).
An sich nicht schlecht, aber definitiv nicht unbedingt ein Schnäppchen und man muss halt mit den Sachen auch was anzufangen wissen und genug Zeit und Hungrige Mäuler haben. Dann kocht man teilweise aber auch "gezwungen" kreativer und abwechslungsreicher und die Kinder lernen viel kennen (und schmecken). Da war auch "krüppeliges" drin, ist aber nicht weiter aufgefallen.
Als Supermarkt Besitzer (oder Mitarbeiter) würde ich sowas aber auch nicht anfangen, da sitzt man ja an der Quelle. Evtl. das eigene Sortiment so anpassen, dass es auch etwas in die Richtung geht, aber letztlich tut man durch das mitnehmen von übrig gebliebenen 2. Wahl Sachen wie du öfters berichtest ja eh schon was für die Resteverwertung.
Und z.B. bei Äpfeln und Co kaufe ich gern z.B. die Krummen Dinger (auch weil sie teils wirklich lecker sind) aber ich finde wie du und die Vorschreiber, dass die Sachen teilweise schon etwas günstiger als die "teureren" normalen Sachen sein dürften/müssten. Eben wegen "Verschnitt" und Co.

eigentlichegal on :

Bio-Landwirte, die das Gemüse wegen optischer Mängel auf dem Acker lassen oder einfach vernichten?
Ich kenn mich da nicht aus, aber für mich klingt dieses Grundszenario (das ja erst zur "Rettung" des Gemüses durch die Boxen führt) schon reichlich unglaubwürdig.
Das wäre doch immer noch perfektes Tierfutter.

Chris_aus_B on :

> Das wäre doch immer noch perfektes Tierfutter.

Aber auch nur, falls die Ernte- + Transportkosten sich gegenüber dem Einkauf von (industriellem?) Tierfutter rechnen.
Außerdem wüsste ich jetzt kein Tier im Nahrungsmittelbereich, dass sich hauptsächlich in großen Mengen von den Obst- und Gemüsesorten ernährt, die für uns Menschen angebaut werden. (Getreide mal ausgenommen, das wird aber kaum wegen optischer Mängel nicht verkauft, da es bei uns fast nur verarbeitet ankommt.) Also kommen (sehr allgemein gesprochen wegen Unwissenheit) auch noch Aufbereitungs- und Mischarbeiten hinzu zum Preis.
Das wird sich für viele/manche nicht rentieren.

Nicht der Andere on :

Bekanntlich sind Schweine und Menschen ja Nahrungsmittelkonkurrenten (woraus dann mutmaßlich das Schweinefleischverbot in manch nahöstlich beheimateter Religion folgte). Angefangen von den Massengütern wie Kartoffeln, Möhren und Äpfeln ist so ziemlich jedes Gemüse und Obst für sie geeignet.

Nicht der Andere on :

... wobei Kartoffeln wegen der Stärke gedämpft sein müssen. Stark blähendes Zeug wie Zwiebeln und Kohl vertragen sie halt nicht, aber sonst eigentlich alles.

Chris_aus_B on :

Da es aber wahrscheinlich auch nicht gut ist die Schweine längere Zeit nur mit Äpfeln oder Möhren zu füttern kommen für den Schweinebauern halt noch Mehrkosten hinzu für (unterschiedliche) Lagerung und ggf. Zubereitung (-> Kartoffeln).

Ulf on :

Es gibt einige Thesen zum Thema Schweinefleisch bzw. andere Essensgebote in den Religionen.
Siehe: Scilog

egal on :

https://www.aldi-sued.de/de/sortiment/lebensmittel/lebensmittelverschwendung/

Diese "krummen Dinger" gibt es schon seit einiger Zeit bei Aldi zu kaufen, meist allerdings Äpfel.

Uli F on :

Ich war gerade mal auf der HP von etepetete. Mit der Aussage
"Kürzere Lieferkette
Weniger CO2-Austoß als der Supermarkt.
Vom Feld direkt zu Dir nach Hause."
bin ich aber so gar nicht einverstanden. Dann lass ich mir also in Zukunft alles (außer vielleicht Kühlware) direkt zuschicken und spare noch viel mehr CO2. Und wenn dann jeder das macht, dann sparen wir noch viel, viel mehr CO2.

Hendrik on :

Bei Elektrowaren sagt man ähnliches. Es sei besser sich z.B. den Fernseher liefern zu lassen, als ihn im Elektromarkt zu kaufen.
Dabei werden dann u.a. Dinge einberechnet, dass im Markt viele Fernseher mehrere Stunden unnütz eingeschaltet sind, die Beleuchtung, die Kassensysteme u.s.w..
Außerdem muss der Fernseher erst aus dem Großlager in den Markt transportiert werden. Der Kunde fährt dann noch zum Elektromarkt mit dem Auto und wieder zurück.

Vielleicht geht "etepetete" von ähnlichen Grundlagen aus. Im Supermarkt wäre es dann auch u.a. Licht, Kassensysteme, zusätzliche Kühlanlagen, der Weg der Ware vom Feld zum Zwischenhändler, zum Großhandel, zur Zentrale, zum Einzelhändler, der Kunde fährt von zuhause in den Supermarkt und dann wieder nachhause u.s.w..

Hier käme dann die Ware direkt vom Feld zum Kunden, ohne dass der Kunde noch fahren muss.

Ob das sinnig und stimmig ist, habe ich damit nicht bewertet. Ich denke nur, dass es die Denkweise von "etepetete" ist

Claudia Gründoof on :

Dieses Geschwätz über CO2 nervt langsam gewaltig. Plötzlich nimmt jeder in Anspruch, dass sein Vorgehen weniger CO2-Austoß hat. Meistens sind die Argumentationen total unsinnig konstruiert.

Nanny Ogg on :

Obst und Gemüse kaufe ich gern auf dem Wochenmarkt. Einige der Verkäufer bauen selbst an, das sieht also auch nicht immer so genormt aus und ich kaufe das bevorzugt ein. Der Großteil wird bei mir ungeschält (gewaschen und gebürstet) verarbeitet.

Ein weiterer Vorteil: Dort gibt es auch mal Sorten, die im Supermarkt nicht zu finden sind.

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