Da ich keinen adäquaten Ersatz für die
geklaute blaue Stapelbox finden konnte, und auch sämtliche Pappkartons irgendwie untauglich waren, steht nun auf dem Packtisch ein ausgemusterter Blumeneimer, in dem die alten SPAR-Werbezündhölzer nun wie in den vergangenen Wochen auch zum kostenlosen Mitnehmen bereitliegen.
Falls wieder jemand das Schild für sich so auslegt, dass der ganze Behälter gemeint ist, werde ich das selbstverständlich hier erwähnen, aber ich werde mich nicht darüber aufregen. Dies scheint mein absolut missverständliches Schild wohl zu implizieren, aber das Schild bleibt so und da uns der Vorrat an Eimern auch nicht so schnell ausgehen wird, ist das hier wohl jetzt die beste Lösung:
Das Telefon klingelte, ich ging ran und meldete mich wie gewohnt.
Es folgte eine automatische Ansage. Irgendwas mit Pflegevorsorge und wenn man eine Pflegestufe hätte, soll man die Taste "1" drücken. Das Telefon lag mit Freisprecheinrichtung neben mir und ich sortierte ohnehin meinen Papierkram, so dass mich der Anruf keine Zeit gekostet hat. "Aber
eure Zeit vergeude ich jetzt mal!", dachte ich mir und drückte die Taste 1.
Ich erwartete, in irgendeinem Callcenter zu laden. Stattdessen brach die Verbindung sofort ab und ich hörte nur noch ein monotones "Tut, tut, tut …"
Komisches Geschäftsmodell haben die. Davon kann man leben?
Wir haben ja schon einiges gesehen, aber dass jemand sein altes Geschirr hier in den Getränkereste-Eimer vor unserem Leergutautomaten entsorgt, war bislang noch nicht dabei …
Über die beiden leeren Konservengläser wundere ich mich dagegen nicht mehr.
Immer wieder bekomme ich Mails, in denen mir wie seriös auch immer geartete Unternehmen ihre Dienste anbieten wollen, "ungerechtfertigte oder negative Bewertungen auf Google löschen zu lassen.
Ich habe kein Interesse an solchen Löschungen, zumal ich selber mal "Opfer" einer solchen Löschung geworden bin. Ich hatte ein Unternehmen, mit dem ich wirklich schlechte Erfahrungen gemacht hatte, mit einem Stern bewertet und dazu auch einen wahrheitsgemäßen Text geschrieben. Diese Rezension ist nicht mehr online, hat der Besitzer des Unternehmens erfolgreich löschen lassen – zudem hatte ich relativen Aufwand damit, eine Stellungnahme für Google zu schreiben. Es ging eine Weile hin und her, die schlechte Bewertung ist nicht mehr online. Spätestens seit diesem Vorfall können mich diese Firmen mal an meinem Gesäß schlecken.
Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, diese Mail nicht nur zu ignorieren und in den Mülleimer zu schieben, sondern ich markiere sie als Spam. Zumindest über Google Mail besteht so nämlich die Chance, dass sie irgendwann generell als Spam erkannt und direkt bei Zustellung schon automatisch aussortiert werden.
Ein Mann rief und erklärte mir, dass sie Neukundengewinnung und den Erhalt von Stammkunden durch digitale Kanäle forcieren würden und wenn ich fünfzehn Minuten Zeit hätte für einen Termin in der kommenden Woche, würde man mir das mal gründlich erklären.
Nach seiner Einleitung war ich genauso schlau wie vorher und so fragte ich ihn mal ganz direkt, was die denn nun überhaupt machen würden und was er mir anbietet. Er wiederholte den Text mit den digitalen Kanälen und der Neukundengewinnung und ich war so doof wie eh und jeh.
"Okay, erklären Sie mir mal eben in drei Sätzen, was Sie konkret machen und was sie mir gerade anbieten wollen. Vielleicht hilft mir das weiter", forderte ich ihn auf.
Er ratterte im Grunde wieder seinen Text runter, ergänze in den beiden anderen der geforderten drei Sätze noch, dass wir hier eine hohe Supermarktdichte um uns herum hätten und dass es doch schön wäre, wenn die Kunden vom Penny und vom REWE hier in der Nachbarschaft auch zu Hause mal an uns denken und dann zu uns kommen würden.
Auch nach dem Geschwurbel in drei Sätzen wusste ich immer noch nicht, was die Firma macht und was der Mann mir da überhaupt auch nur annähernd anbieten oder vorstellen wollte. Er wirkte irgendwo zwischen beleidigt und eingeschnappt und wollte noch wissen, ob ich nicht gerne mehr Kunden hätte, aber mein Entschluss stand fest: "Danke. Aber nein, danke. Ich habe wirklich kein Interesse" – und damit war das Gespräch dann auch zügig beendet.
Ein Kollege, der gebürtig aus den USA stammt, stolperte über die veganen Kaugummis "Forest Gum", die wir
nach mehreren Aufstellern inzwischen regulär im Sortiment haben. Er verspottete spontan den Namen "Forest Gum" und wandelte das berühmte Filmzitat aus dem Film "Forrest Gump" ab: "
Gum, Forest, Gum!"
Wir kicherten wie Teenager, wobei für mich der Name der Kaugummis natürlich seit Jahren geläufig ist. Als ich schließlich noch ein "Chew, Forest, chew!" hinterherschob, brach der Kollege fast vor Lachen zusammen.
(Ist für Außenstehende jetzt vermutlich weniger lustig als für uns in dem Moment.)