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Sie träumen von Elektroschrott?

Laut des Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz - ElektroG) müssen auch "unsichtbare" Elektrogeräte wie z. B. singende Grußkarten über die Systeme zur Entsorgung von Elektroschrott entsorgt werden.

Von einer Zeitarbeitsfirma, mit der wir nicht zusammenarbeiten und auch nicht zusammenarbeiten wollen, habe ich eine Werbepostkarte mit gesprochenen Inhalt bekommen. Der Text, den die Frau da runterleiert, steht zwar auch in der Karte, aber man wollte wohl unbedingt dafür sorgen, dass der Empfänger die Karte nicht nur unachtsam ins Altpapier wirft, sondern sich die Mühe macht, sie ganz achtsam zum Wertstoffhof zu bringen, um sie dort in den Elektroschrott-Container zu werfen.

Da ich hier sowieso immer eine Kiste in der Firma stehen habe, in der ich alte Elektrogeräte sammle, auch wenn z. B. Kunden mal welche abgeben, was aber sehr selten vorkommt, ist das nun nicht die große Mühe für mich gewesen. Aber das sind wieder unnötig verschwendete Materialien, die vermutlich bei den meisten Empfängern kurzfristig im Müll landen. Mutmaßlich bei den meisten Leuten im Altpapier oder Restmüll.


Persönliche Beratung

Eine Reiseagentur wirbt online mit "persönlicher Beratung". Neben dem sehr persönlichen Telefonkontakt während der Öffnungszeiten gab es nur noch den Chatbot Amelia für die Beratung. Das sind Gegensätze wie Himmel und Hölle. Ein nettes, persönliches Gespräch ist toll. Aber jeder Verantwortliche, der einen Chatbot auf einer Website anbietet, musste sich vermutlich noch nie im Leben von so einem System helfen lassen. Zumindest ich habe noch nie von irgendeinem Chatbot eine befriedigende Antwort bekommen. Selbst eine E-Mail ist persönlicher. Dauert zwar länger, aber die Antwort hilft einem zumindest weiter.


Dinge werden sonderbarer …

Ein Kollege berichtete, dass am Abend zuvor jemand angerufen hatte, der ihm mitteilen wollte, dass er am nächsten Tag leider nicht arbeiten können.

Der darauf folgende Dialog verlief wohl etwa folgendermaßen:

"Interessant, mit wem spreche ich denn?"

"Harste"

"Nein. Das ist der Name des Marktes hier."

"Nein, ich heiße Harste …"

"… Björn ist mein Vater!"
Falls der Kollege nicht während der Arbeitszeit zu betrunken gewesen ist, wovon nicht ausgegangen werden muss, hat sich da wohl irgendjemand einen Scherz erlaubt. Ob das nur ein simpler Telefonstreich oder der Versuch war, "ins Blog" zu kommen, wissen wir nicht. Letzterer hätte nun auf jeden Fall Erfolg gehabt.

Da man bei uns ja nie ganz anonym, sondern immer mit übermittelter Rufnummer anrufen muss, bin ich da hinsichtlich irgendwelcher Wiederholungen recht entspannt.

Kartenbetrug: Schuss ins Blaue

Eine Kriminalpolizei hier aus Norddeutschland hat auf der Suche nach einem Betrüger, der offenbar Kreditkartendaten erschlichen und damit fleißig eingekauft und sich vor allem Geld via Cashback auszahlen lassen hat, auch bei mir angefragt.

Es ging gar dabei allerdings gar nicht um einen konkreten Vorfall, der bei uns stattgefunden hat. Der oder die Täter war/en wohl hier im Umkreis unterwegs, denn wenigstens einer dieser Fälle wurde angezeigt, und nun bestand die Hoffnung, dass er vielleicht auch bei uns gewesen ist und es nun Videobilder von ihm oder ihnen gäbe.

Die Anfrage war also eigentlich nur ein Schuss ins Blaue. Die Anfrage lautete, ob wir überprüfen könnten, ob ein einschlägig auffälliger Einkauf innerhalb eines etwa anderthalbstündigen Zeitfensters bei uns stattgefunden hat. Ich überprüfte, konnte aber keine Auffälligkeiten feststellen, was ich der Polizei auch mitteilte. Wäre ein interessanter Vorfall dabei gewesen, hätte natürlich dringendes Interesse an dem Bildmaterial bestanden.

Und wer jetzt wissen will, was auffällig gewesen wäre: Maximale Cashback-Summe, also 200 €, gerne auch zweimal unmittelbar hintereinander, jeweils begleitet von einem Alibi-Einkauf irgendeines wertvollen Artikels, meistens Guthabenkarten oder Zigaretten. Das wäre auch nicht das erste Mal gewesen, dass solche Betrüger sich hier im Laden genau so verhalten.

Eieiei …

Durchs Lager waberte ein unangenehmer Duft, der an Verwesung erinnerte. In einer bestimmten Ecke wurde es intensivier, aber richtig lokalisieren konnten Ines und ich den Geruch auch nicht. Je mehr ich schnüffelte, desto betäubter fühlte sich meine Nase an, irgendwann roch ich gar nichts mehr.

Auf gut Glück nahmen wir einen kompletten Bereich auseinander, in dem Leergut stand. Jeden Moment rechneten wir damit, zwischen den leeren Rahmen die stinkenden Überreste irgendeines Nagetieres zu finden, aber da war zum Glück nichts. In der Ecke stand noch der Mäusefallen-Tunnel, aber der war leer. Das Ding roch zwar etwas, aber eher nur leicht muffig und nicht nach Tod und Verwesung.

"Wir werden es noch finden", vertrösteten wir uns, stapelten das Leergut wieder zurück in die Ecke. Eine gute Stunde später fiel mir der Geruch wieder auf. Mit frischer Nase kam es mir so vor, als wenn die Quelle weiter in der Nähe eines Tisches läge, auf dem wir aktuelle Werbematerialien und neue Produkte zwischenlagern.

Nach kurzer Suche wurde ich fündig. Eine Eierpackung, in der wohl mindestens ein kaputtes Ei war, hatte jemand grob (und nicht luft- und insektendicht) in eine Tüte eingewickelt und dort auf dem Tisch abgestellt. Gut getarnt fiel die Packung nicht auf, aber die Natur war nicht aufzuhalten und so entwickelte der Inhalt ein spannendes Eigenleben, das in der Folge einen sehr typischen Geruch verströmte.

Wer die dort abgestellt hatte, stand leider nicht dabei. Wuargs. :-O

Herbe Butter?

In einer WhatsApp-Gruppe eines Sportvereins, mit dem wir zu tun haben, hat eine Mutter ihre Tochter wegen einer Verletzung abgemeldet:



Warum sie das englische Wort "Cut" eingestreut hat, statt einfach "Schnitt" zu schreiben, erschließt sich mir nicht. Gut, das sind vier Buchstaben weniger! Mit der gesparten Lebenszeit hätte sie die Bibliothek von Alexandria ins Klingonische übersetzen oder sämtliche Sandkörner der Sahara nach Größen und Gesteinsarten sortieren – alternativ einen mehrstündigen TED-Talk über nachhaltiges Buchstabeneinsparen in Kurznachrichten vorbereiten können. Ja, es gibt viele Anglizismen in unserer Sprache, so wie es viele Begriffe aus unserer Sprache in anderen Ländern gibt. Manche sind seit vielen Jahrzehnten im Einsatz, andere kommen aus modegründen oder auch aufgrund fehlender Alternativen dazu. Aber Cut statt Schnitt? Why? WARUM?

Passend dazu die Beschreibung vom aktuellen Deutschlandburger von McDonald's:

Ein fluffiges Bun in schwarz, rot, gold trifft auf ein saftiges Beef Patty mit 100% Rindfleisch aus Deutschland und knusprigen Bacon. Dazu zartschmelzender Cheese mit Cheddar im perfekten Zusammenspiel mit Tomaten, Zwiebeln und knackigem Salat. Vollendet wird die Geschmacksoffensive, von einer perfekt positionierten Steak Bull Sauce und der legendären Sauce im Kräuterbutter Style. Jeder Biss ein Volltreffer.
An "Bun" statt Hamburgerbrötchen hat man sich schon längst gewöhnt und dass diese flachen Fleischscheiben eher ein "Patty" als eine Frikadelle sind – okay. Bei "Cheese" statt Käse war ich aber augenverdrehend raus und der "Kräuterbutter Style" hat mir endgültig den Rest gegeben.

Das liegt allerdings daran, dass "herb butter" die meisten wiederum nicht verstanden hätten und man diesen Begriff nicht einstreuen konnte, ohne irritierte Gesichter zu hinterlassen. :-P