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Kekse

Grundsätzlich gilt bei uns, dass wir nach Möglichkeit alle Waren aus den Kartons auspacken. Diese Info ist auch Teil der Packanweisung, die ich mit sämtlichen neuen Mitarbeitern durchgehe und mir quittieren lasse.

Unter der Prämisse wurde hier alles richtig gemacht.

Aber … In der Packanweisung steht "nach Möglichkeit" und ich erkläre auch immer, dass man das mit gesundem Menschenverstand beim Packen selber entscheiden soll. "Alles, was ohne Karton stabil steht soll ausgepackt werden", erkläre ich immer und ergänze auch die Info, dass es bei vielen Produkten jedoch sinnvoll ist, die Kartons mit ins Regal zu stellen. Maggi-Tüten zum Beispiel. Oder Fruchtgummitüten (sofern sie nicht im Regal in den Teil mit den Körben gepackt werden). Oder Puddingpulver, Ramen-Nudeln und noch viele andere Produkte, die einfach mit der Pappe weniger leicht umfallen können.

Die Hobbit-Kekse sind aber eigentlich auch ein Produkt, das man besser mit Karton platzieren kann. Die kleinen Rollen sind einerseits hochkant bedruckt und stehen daher auch aufrecht im Karton, anderseits stehen sie nicht sehr stabil, wenn man sie ohne umgebende Kartonage auf die kleinen Standflächen stellt. Packt man sie aus und legt sie hin wie auf dem Bild kann man einerseits die Beschriftung schlechter lesen, andererseits rollen die Kekse durch die Gegend.

Wer auch immer das gemacht hat, ich verurteile ihn oder sie dafür nicht – aber das ist einer der Momente, wo man sich ein klitzekleines Bisschen mehr gesunden Menschenverstand wünscht.

Seufz …


Trauerparty

… und dann war da noch unsere Kassiererin, die sich bei uns zu ihrem Studium noch etwas Geld verdiente. Sie war in Deutschland geboren und von ihren äußerlichen Merkmalen mal abgesehen, also vor allem der Hautfarbe, hätte ihr niemand unterstellt, nicht "deutsch" zu sein.

Dennoch war ein großer Teil ihrer Familie noch im ursprünglichen Land in Afrika zu Hause und so lebte sie halt mehr oder weniger in beiden Kulturen. Leider weiß ich gerade nicht mehr, aus welchem Land ihre Familie stammte, Ghana war es jedoch nicht.

Eines Tages sprach sie mich an, sie bräuchte relativ spontan eine Woche Urlaub.

Noch bevor ich nach dem Grund fragen konnte, erklärte sie mir, dass sie zu Hause (also in Afrika) einen Todesfall hätten. Ihre Oma sei gestorben.

Noch bevor ich einen mitleidigen Gesichtsausdruck aufsetzen und mein Beileid äußern konnte, erklärte sie mir, dass das immer total cool gefeiert wird. Laut und bunt und mit vielen Gästen, eine richtige Party für die Verstorbene.

Im Geiste hörte ich bereits "Astronomia" von Tony Igy. :-)

Vier. In Worten: Vier.

Die unterschiedlichen Artikel stehen bei uns im Laden unterschiedlich breit in den Regalen. Vieles ist einreihig, manches doppelt, manche Produkte machen sich richtig breit, da wir einfach viel davon brauchen.

Vom Kaffeeweißer unserer Eigenmarke brauchen wir nicht ganz so viel, da aber der Platz im Regal noch vorhanden und mit keinem anderen Artikel zu füllen war, stehen von dem Kaffeeweißer gleich vier Gläser nebeneinander. Vier.

Witzig daran ist, dass dieses Produkt in Kartons zu je zwölf Gläsern geliefert wird. Und jetzt wird’s spannend: In den Kartons stehen die Gläser 3 breit und 4 lang. Bietet sich auch an, denn Kartongrößen mit 2 x 6 Gläsern oder 12 Gläsern hintereinander in Reihe wäre ein wirklich unpraktisches Format für dieses Produkt.

Aus dieser Kartongröße ergibt sich ein praktischer Nebeneffekt: Wenn der Kaffeeweißer leer ist, komplett leer, quasi ausverkauft, und ich vier Kartons bestelle, könnte man nicht nur theoretisch, sondern auch sehr praktisch (was sogar sehr praktisch ist) zwei Kartons übereinander und zwei voreinander stellen – exakt so, dass die Regalbreite und Fachbodentiefe perfekt ausgenutzt ist. Ist das nur ein reiner Zufall? Ich glaube nicht. ;-)

Aber die beste Theorie nützt nichts, wenn ein Mitarbeiter und Freigeist die starren Grenzen eines Pappkartons oder gar eines Fachbodens in einem profanen Kondensmilchregal in Grund und Boden ignoriert und den Karton mit der schmalen Seite voran ins Regal stellt und die restlichen Gläser irgendwie lose drumherumwürfelt.


Erst nix, dann eilig!

Ein Kollege war vor längerer Zeit buchstäblich über Nacht verschwunden. Seine gemietete Wohnung hatte er wie eine Müllhalde hinterlassen, er kam nicht mehr zur Arbeit und war nicht mehr erreichbar. Aus Arbeitgebersicht musste ich natürlich irgendwie reagieren und so habe ich zunächst mehrere Abmahnungen und schließlich eine fristlose Kündigung in den Briefkasten geworfen. Diese Schreiben haben ihn natürlich nie erreicht, da er schon gar nicht mehr in der Stadt oder überhaupt hier in der Region war. Die Dreiwochenfrist für eine Kündigungsschutzklage verstrich ebenfalls ohne eine Reaktion und so meldeten ich ihn hier schließlich in der Lohnbuchhaltung ab und erledigte auch sonst alle anfallenden Formalitäten.

Ein knappes Dreivierteljahr später meldete sich plötzlich aus einer rund 200 km entfernten liegenden Stadt die Abteilung der Stadtverwaltung, die für finanzielle Beratung und Wohnhilfen zuständig ist. Mein ehemaliger Mitarbeiter säße nun dort und bräuchte Hilfe – und daher solle ich ihnen doch bitte so schnell es geht den Schriftverkehr (Abmahnungen / Kündigung) und auch Lohnnachweise / eine Arbeitsbescheinigung zukommen lassen.

Ich kann ja verstehen, dass es nun, wo sich der Herr dazu durchringen konnte, diese Hilfe anzunehmen, schnell gehen muss. Wer wohnungslos ist und sich dazu durchringen konnte, Hilfe anzunehmen, will sicherlich die Situation so schnell es geht wieder verlassen. Aber dennoch wirkt dieser Elan wie ein plötzlicher Aktivismus nach der monatelangen Lethargie …

Es ist nicht nur eine Floskel, sondern ich schreibe dies aus ganzem Herzen: Ich wünsche ihm, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt und alles wieder gut wird bei ihm. Das hat hier bei uns zwar ein etwas seltsames Ende gefunden, aber ich habe ihn immer sehr geschätzt, als Mitarbeiter wie auch persönlich. Das meine ich ernst! Ob das Arbeitgeber-Ich von mir ihm nach dem Theater erneut einen Job anbieten würde, weiß ich nicht, aber er ist ganz bestimmt kein schlechter Mensch.

Gute Antwortmöglichkeit in der IHK-Umfrage

Kürzlich kam eine Umfrage der Handelskammer Bremen hier an. Es ging um Azubis. Die erste Frage war natürlich, ob das Unternehmen generell ausbildet und ob man schon mal ausgebildet hat. Dann sollte man angeben, ob man aktuell ausbildet, wie viele Ausbildungsplätze man anbietet, welche Möglichkeiten die Azubis haben und so weiter und so weiter.

Die Frage "Bildet Ihr Unternehmen derzeit aus?" hatte ich natürlich wahrheitsgemäß mit "Nein" beantwortet. Da kam dann erst einmal die Frage, ob ich überhaupt ausbildungsberechtigt bin, diese bejahte ich. Darauf folgte die Frage, warum ich derzeit nicht ausbilde. Die Antwortmöglichkeiten darauf waren vielfältig, aber eine der vorgegebenen Antworten sprach mir aus der Seele – und genau so sendete ich die Umfrage auch ab.