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Empfangskomitee

Es ist schon witzig, wenn man um 5:40 Uhr morgens zur Arbeit kommt und dort sechs Frauen vor der Tür stehen und auf Einlaß warten.
Nicht so witzig für die Mitarbeiter, die dort schon seit 5:00 Uhr morgens stehen.
Sorry. Hab' verschlafen. Kann ja mal vorkommen. Guten Morgen! :-)

Networking

Ob ich Interesse daran hätte, mehr Geld zu verdienen, fragte sie am Telefon. Mit "wenig bis gar keiner" Arbeit könnte ich mir durch den Aufbau eines "Vertriebsnetzes" eine sichere Existenz aufbauen, mit der ich einer sorgenfreien Zukunft entgegen sehen könnte. Nein, sie ist kein "Headhunter" und es würde sich bei dem "System" auch nicht um ein Schneeballsystem handeln. Ich könnte selber entscheiden, wie weit ich mein Netz, meine "Pipelines" in den 80 Ländern, in denen das Unternehmen aktiv sei, verlegen möchte. "Mehr Freizeit" war das Hauptargument um mich für den Vertrieb der Produkte von über 1000 Produzenten zu begeistern, aber auch "mehr Freiheit", "Reisen", "schöneres Zuhause", "finanzielle Sicherheit" und noch einige Dinge mehr, die sich im Grunde jeder im Überfluß wünscht.

"Naja", dachte ich mir. "Ansehen kann man sich die Sache ja mal." - und so vereinbarten wir für gestern Nachmittag einen Termin hier im Laden. Ich muß zugeben, daß Frau J. eine sehr sympathische und gut aussehende Frau ist - aber so wirklich überzeugen konnte sich mich nicht von der Sache. Sie berichtete weiter: "Networking" sei sogar ein Studiengang an der FH in Worms und die IHK würde ebenfalls mit ihnen zusammenarbeiten. Das klingt ja schonmal recht seriös.
Sie berichtete weiter, daß seit 30 Jahren mit dem System von "Network 21" Leute vom "Selbständigen" (viel Arbeit) zum "Unternehmer" (viel Freizeit) verwandelt werden.
Frau J. gab mir noch ein Buch, das ich mir mal in Ruhe duchlesen oder wenigstens überfliegen sollte. Das 143seitige Paperback sei von einem "neutralen Marketingprofessor" geschrieben und wäre der definitive Beweis für die Richtigkeit des Network-Marketing. Den Eindruck der Neutralität hatte ich allerdings nicht: Der liebe Professor benutzt in dem Buch Fachausdrücke der Firma "Network 21", ohne sie näher zu erläutern. Ein interessierter Leser ohne weitere Informationsmöglichkeiten bleibt streckenweise im Unklaren darüber, was mitunter in dem Buch genau gemeint ist. Abgesehen davon kam mir das ganze Buch wie eine Gehirnwäsche vor. 143 Seiten in einem Stil, den auch der auf "lustigen Ausflugsfahrten" ( "Mit Verkaufsveranstaltung - Teilnahme freigestellt!" ) Heizdecken und Magnetarmbänder verkaufende Lieblingsschwiegersohn benutzt. Rethorische Fragen ("Wollen Sie nicht auch xyz sein, haben, machen?" - Klar, natürlich wollen wir. Das will jeder!) am laufenden Band und bergeweise Floskeln und Rhabarberkompott:
· Obwohl Zeit-gegen-Geld-Pläne einem harte Arbeit abverlangen, kann nur der Residualeinkommensplan zum ultimativen Ziel zeitlicher und finanzieller Freiheit führen.
· Der Geschäftsplan für Das Geschäft schafft Vermögen, weil er Menschen dafür belohnt, dass sie raffinierter, nicht billiger einkaufen und dann anderen beibringen, das gleiche zu tun.
· Das Geschäft funktioniert als System von Gewinnbeteiligungen. Darum sind Gewinne so wichtig.
· Sie wollen nicht als Arbeitnehmer behandelt werden!
· Sie sind es müde und leid, leid und müde zu sein.
· usw...

Zu dem Thema habe ich im Web einige Diskussionen gefunden und viele, sogar sehr viele Meinungen gelesen. Es scheint tatsächlich so zu sein, daß einige mit dem System bequem zu Geld gekommen sind. Die meisten Teilnehmer dürften bei diesem Prinzip allerdings auf der Strecke bleiben.

Wenn das alles so toll ist, dann frage ich mich, warum Frau J. nicht längst irgendwo in der Karibik am Strand liegt und sich so verwöhnen läßt, wie sie es verdient hat. Freiwillige gäbe es sicherlich genug - und wenn nicht, bräuchte sie bloß ihre Visa-Karte aus dem Bikini zu ziehen und alle würden ihr zu Füßen liegen. Nein, stattdessen reist sie durch die Gegend und versucht, Leute dafür zu begeistern, zwar einerseits knallharte Geschäftsleute zu werden, aber dann nicht gegeneinander, sondern miteinander zu arbeiten. Das klingt dermaßen naiv, daß sich mir die Nackenhaare aufstellen. Sorry, aber wenn ich die ultimative risikolose(!) Geschäftsidee hätte, würde ich sie nicht mit jemandem teilen. Zumindest nicht per Aquise mit wildfremden Leuten.

Ich werde ihr am Samstag das Buch zurückgeben und mich für das freundliche Gespräch bedanken. Interesse an einer Zusammenarbeit mit Network TwentyOne habe ich nämlich in keinster Weise.

Claudi 23

Werbe-SMS:
STOP: Claudi 23 z.Zt Daheim wegen Urlaub sucht einen Herren der mich daheim besucht ! diskret und ohne finanz. Interesse !

Bei 1,99€/SMS kann ich das mit dem fianziellen Interesse nicht so ganz glauben. Abgesehen davon, plenkt Claudi und hat es auch ansonsten nicht so sehr mit korrekter Zeichensetzung.

Auto verkaufen?

Es hat ja wirklich nicht lange gedauert, bis sich ein neuer Interessent für mein Auto gefunden hat. Ein 6 Jahre alter Volvo V70 scheint unter Hinterhof-Autoschiebern immigrierten Gebrauchtwagenhändlern irrsinnig heiß begehrt zu sein.

Ich will den Wagen aber nicht verkaufen, denn er bietet nämlich schön viel Platz für alle möglichen Transporte. So gönnte ich mir auch diesmal wieder den Spaß, trotzdem die Nummer anzurufen, ganz naiv zu tun und ein bißchen zu schachern:

Hallo?

Harste, Guten Tag. Ich hatte hier eine Karte an meinem Wagen.

Was für ein Auto.

Volvo V70

Baujahr?

Neunundneunzig.

Wie viele Kilometer?

Hunderfünfundsechzigtausend.

Wieviel wollen sie dafür?

Neuntausend?

Kein Interesse.

Aber Sie haben doch die Karte da rangesteckt auf der stand, daß sie den Wagen gerne kaufen würden..?

Zu teuer.

Was heißt denn "Zu teuer"? Das Auto ist in gutem Zustand und...

...nein, kein Interesse. [klick]

Hehe. ;-)

Garantie, Gewährleistung und ein Router

Vor rund 1,5 Jahren kaufte ich bei Media Markt einen neuen Laptop mitsamt W-LAN-Zubehör: Ein Router/Access-Point und eine PCMCIA-Karte für den Rechner. Vor einigen Wochen hat der Access-Point im wahrsten Sinne des Wortes "über Nacht" das Zeitliche gesegnet. Ich suchte auch gleich den Kaufbeleg aus dem Ordner und brachte das offenbar defekte Gerät zurück zum Media Markt.
Rund zwei Wochen, nachdem das Teil eingeschickt wurde, bekam ich die Info, daß es irreparabel sei und dem Kunden (also mir) eine Gutschrift ausgestellt werden sollte. So bekam ich im Service-Center einen Beleg, auf dem stand, daß mir ein "gleichwertiges Ersatzgerät" ausgehändigt werden soll. Ganz naiv optimistisch ging ich in den Media Markt und suchte mir einen schönen Router aus. Mein alter kostete ursprünglich 129,- Euro und ich dachte mir, daß ich mit einem Gerät für 69,- Euro ("Das beste, was wir hier haben...") gut bedient sei, ohne dem Geschäft großartige Verluste zu bereiten. Idealerweise hätte ich natürlich das gleiche Modell wieder genommen - aber der wurde inzwischen ausgelistet und war nicht mehr verfügbar.
Der Verkäufer erzählte mir noch etwas davon, daß mein altes Gerät inzwischen im Preis gesenkt wurde, so daß die Gutschrift etwas kleiner ausfallen würde. Das war mir natürlich völlig egal, denn ich wollte ja nur mein Netzwerk wieder zum laufen bringen. An der Kasse dann die große Überraschung: Statt, daß mir noch 29,- Euro ausgezahlt wurden, sollte ich noch 40,- Euro dazuzahlen.
Es fiel mir schwer, mich zu beherrschen. Sehr schwer. Ich hatte da also ein defektes Gerät, für das ich vor nicht einmal 2 Jahren 129 Euro bezahlt habe und sollte noch 40 Euro dazuzahlen, um ein Austauschgerät zu bekommen, das bei Media Markt für 69 Euro verkauft wird.

Der Geschäftsführer der MM-Filiale erzählte mir, daß das alles rechtens sei und daß der Verkaufspreis "meines" Gerätes zuletzt bei 29 Euro lag. Und diese Summe dürften sie nur gutschreiben, weil ihr Großhändler (Ingram Micro) ebenfalls nur diesen Betrag erstatten würde.

Das klang für mich alles sehr seltsam und vor allem nach dreister Abzocke und so begann ich, mich genauer mit dem bestehenden Recht zu beschäftigen. Und das sieht so aus:
Auf jedes Gerät gibt es eine Gewährleistung von 2 Jahren, für die der Verkäufer verantwortlich ist. Allerdings gilt dies nur im ersten halben Jahr beinahe uneingeschränkt. In den restlichen 18 Monaten muß der Käufer beweisen, daß das Gerät schon beim Kauf mit dem Mangel behaftet war - ein Beweis, der nur durch einen Sachverständigen erbracht werden kann und sich bei kleineren Anschaffungen im Wert von bis zu einigen hundert Euro folglich nicht lohnt.

Unabhängig von der Gewährleistung gibt es oftmals vom Hersteller noch zusätzlich eine Garantie. Diese Garantie kann unterschiedlich aussehen und ist eine freiwillige Leistung des Herstellers. Im meinem Fall, es handelt sich dabei übrigens um die Firma D-Link, sieht es so aus, daß ich zwei Jahre lang ohne weitere Diskussion ein Austauschgerät bekommen hätte! Mehr wollte ich ja von Anfang an nicht.
Es folgten allerdings ein paar neue Probleme: Um den Router zu tauschen, hätte ich ihn einschicken müssen. Media-Markt konnte mir meinen defekten allerdings nicht zurückgeben, da der sich "irgendwo" bei Ingram Micro befand.

Ein paar Telefonate später hatte ich dann den Abteilungsleiter bei Media Markt erst davon überzeugt, daß ich Anspruch auf das gleiche Gerät hätte und ihn dann noch dazu gebracht, mir aus einer anderen Filiale eines zu besorgen (es gab in allen Media-Markt-Filialen hier im Norden gerade noch ein knappes Dutzend der Geräte) und mir dann noch per Post nach Hause zu schicken.

Abschließend stelle ich fest, daß Media Markt sich zwar rechtlich absolut richtig verhalten hat, man die ganze Situation aber mit etwas mehr Kulanz und Entgegenkommen deutlich unkomplizierter und mit einem positiven Eindruck hätte lösen können!

Wenn ich noch einmal ein Problem mit einem Gerät habe, werde ich mich jedenfalls zukünftig zuerst ausführlich über die Garantieleistungen des Herstellers informieren, bevor ich den Weg über die Gewährleistung wähle.

Und auch heute wieder Faxwerbung

Leider erschließt sich mir so gar nicht, was die mir überhaupt verkaufen wollen...

Viel Text auf der Seite, der durch die unruhige Anordnung und verschiedene Schriftgrößen und -Arten gar nicht zum kompletten Durchlesen motiviert.
Das ganze Schreiben ist sehr persönlich verfaßt. "Sehr geehrter Herr Harste", steht dort und "Schnappen Sie sich jetzt noch schnell einen akademischen Titel mit hoher Anerkennung, dessen Wert von Jahr zu Jahr wächst..."

Mein Selbstbewußtsein ist glücklicherweise groß genug, um auch ohne einen erkauften "Dr. h.c." zurechtzukommen. Außerdem: Welcher akademische Titel gewinnt denn im Laufe der Zeit an Wert?

So ein Quark. --> Ablage rund.

Unschlüssig

Der Kalender sagt, ich soll Grillfleisch bestellen.

Beim Blick nach draußen tendiere ich allerdings eher zu Steckrüben und Suppengemüse für einen kräftigen Eintopf.

Auto kaufen?

Wer kennt sie nicht, die Visitenkarten mit dem Text "Wollen Sie Ihr Auto verkaufen?", die einem regelmäßig unter die Scheibenwischer oder zwischen die Türgummis geklemmt werden...

Scherzeshalber habe ich vorhin dort angerufen. Man ist ja neugierig, was die einem noch für sein Auto bieten wollen.
Erstaunt war ich über die Frage, was ich denn für meinen noch haben möchte. "Aber sie haben doch mich gefragt, ob ich den Wagen verkaufen will. Da werden Sie doch irgendeine Preisvorstellung haben. Was bieten Sie mir denn dafür?"

"Da muß ich erst einmal drüber nachdenken. So genau kann ich das jetzt nicht sagen."

Ich glaube nicht, daß die sich wirklich wieder bei mir melden.

Lotto?

SPAR-Markt Harste, guten Morgen.

Guten Tag, mein Name ist xyz vom Lotto-Team...

[klick]

Manchmal werden sie echt lästig.

Evakuiert

Eigentlich wollte ich nur zum Haupteingang gehen, um aus der Tür ein Foto von der Feuerwehr zu machen, die offensichtlich "irgendeinen" Einsatz im Eckhaus schräg gegenüber hatte. Es war zwar kein Feuer zu sehen, aber dutzendfach Polizei und Feuerwehr, die die Straße absperren, müssen ja einen Grund gehabt haben.

Ich stand da nun mit gezückter Kamera, als einer der Polizisten in den Laden kam und uns geradezu rauswarf. "Alle Häuser werden evakuiert. Da ist ein Gasaustritt."
Tatsächlich roch es bei uns vorne im Laden nach Stadtgas. Schnell die Türen abgesperrt und alle Mitarbeiter und Kunden hinten durch die Lagertür nach draußen gebracht.

Da standen wir dann in der Seitenstaße direkt an der Absperrung aus Flatterband und haben den Feuerwehreinsatz beobachtet. Erst rannten ein paar Leute mit Preßluftflaschen in das Haus, dann folgte ein Herr im Blaumann - vermutlich ein Techniker der Stadtwerke. Schließlich wurde das Treppenhaus noch mit einem großen Ventilator gelüftet, während nach fast einer Stunde die Absperrungen aufgehoben wurden - und schon war auf der Gastfeldstraße wieder ein reges Treiben.

Mein Laden befindet sich übrigens exakt gegenüber von dem Gebäude mit dem rot gestrichenen Erdgeschoß.


Rainmaker

Mein "Kostenbewußtsein" hat sich gelohnt: Von meiner Krankenversicherung bekomme ich eine Beitragsrückerstattung. Außerdem gibt es vom Finanzamt eine Einkommensteuerrückzahlung. Alles zusammen 208,66€.
Reicht das als erste Rate für 'ne S-Klasse? ;-)

"Wer ist Prinzessin Mary?"

Vor ein paar Tagen hatte ich hier im Laden Besuch von einem meiner Freunde. Während wir uns unterhielten, bündelte ich die alten Zeitungen und Zeitschriften. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, den einen oder anderen aufreißerischen Titel vorzulesen. Die wichtigsten und bedeutendsten Meldungen kommen natürlich aus den Königshäusern aus aller Welt - und so auch aus Dänemark. Ich weiß nicht mehr, um was es genau ging, aber die Rede war in dem Titel von Prinzessin Mary.

"Wer ist Prinzessin Mary?", bekam ich zurück.

Ich glaube, ich empfand auch ein bißchen Neid dabei.