Jetzt wird's also ernst! Der Automat ist offiziell schon außer Betrieb und während vorne die Kunden noch witzeln, ob das Gerät mal wieder kaputt sei, wirkt hinten schon das Lösemittel an den gammeligen Schrauben.
Die letzten Statistiken habe ich natürlich gerettet.
Der alte Leergutautomat hat ein paar Probleme. In den letzten zwei Wochen haben wir nur noch die allernötigsten Wartungen durchgeführt und ganz akut ist das Hauptproblem, dass er aufgrund eines kleinen lebenserhaltenden Umbaus einige Flaschentypen gar nicht mehr annimmt und andere sich im Inneren verkeilen. Egal, wir regen uns nicht mehr auf.
Wir nicht.
Die Kunden schon noch und so versuche ich es momentan immer mit ein paar aufheiternden Sprüchen. Schon dutzende Male habe ich heute erzählt, dass der Automat in $stunden_bis_mitternacht in Rente geht. Komischerweise lachen dann alle immer, als hätte ich mir gerade den neuesten Schenkelklopfer ausgedacht. Vom Gefühl her hat mir das höchstens ein Drittel der Leute geglaubt…
Wir hätten gerne eine Packung Eis.
Welche Sorte denn? Es gibt ja nun ziemlich viele…
Das ist egal.
In dem Fall wäre Ben&Jerry's (5,79€ pro Packung) die erste Wahl.
Endlich ist es geschafft: Heute ist der letzte offizielle Arbeitstag unseres alten UniCycle-Leergutautomaten. Am Montag Morgen heißt es zwar noch kurz "Arbeitsplatz aufräumen", aber dann war's das. Dann gibt es eine goldene Pfandflasche und einen getränkerestfeuchten Händedruck und dann verlässt uns unser nicht immer gesunder Kollege für immer. Er gibt uns allen übrigens ein persönliches Motto mit auf den Weg. Es heißt:
Viel Feind, viel Ehr! – damit dürften die letzten gut 7,5 Jahre ausreichend beschrieben sein.
Immerhin: Sechs Jahre (!) haben sie durchgehalten.
Eine Röhre ist schon vor einer Weile ausgefallen, aber nun hat noch die zweite Röhre im selben Segment den Geist aufgegeben und darum besteht nun auch an dieser Baustelle akuter Handlungsbedarf. Wie sieht das denn aus…
Kuriose Meldung auf dem Touchscreen unseres Druckers:
Hier im Markt in der Gastfeldstraße sind in nächster Zeit (Im Idealfall noch im Laufe dieses Jahres!) noch einige Baumaßnahmen und Investitionen geplant:
· Neuer Leergutautomat
· Notausgänge / Brandschutz optimieren
· Neuer Kassentisch, inkl. Zigarettenspender
· Komplett neue Kühlanlagen
· Zusätzliches Kühlregal für Salate und empfindliches Obst
· Alle Getränkekühler zu einem Regal zusammengefasst
· Neue O&G-Abteilung
· Komplett neue Elektroinstallation
· Neue Videoanlage, LAN-Technik
· Neugestaltung Getränkeabteilung, inkl. Regale
· Neue Einkaufswagen
· Neuanstrich der Wände und der Decke
· Neugestaltung der Backwarenregale
· Evtl. Anbau im Außenbereich für z.B. Leergutlager
· Komplette Beleuchtung auf LED umstellen
· Evtl. Wärmerückgewinnung aus den Kühlanlagen
Diese momentan noch "intensivverschlossene" Tür wird demnächst in einen ordnungsgemäßen Notausgang umgewandelt werden. Einen entsprechenden Besichtigungstermin durch einen Mitarbeiter eines Fachbetriebes habe ich noch diese Woche.
Mein elektronischer Terminkalender erinnert mich schon den ganzen Tag daran, den
monatlichen Funktionstest der Brandschutztür durchzuführen und zu quittieren.
Ich spare mir diesmal den Weg. Dass der Auslösemechanismus funktioniert, hat er nämlich
am Montag bereits recht eindrucksvoll bewiesen.
Für die nächsten Tage und möglicherweise Wochen steht ein weiterer Container hier auf dem Hof. Der neue hat einen Deckel und ist komplett abschließbar. Darin werden wir in der nächsten Woche sämtliche Einwegflaschen und Getränkedosen sammeln, die hier in der Zeit ohne Leergutautomat anfallen werden.
Voll wird er zwar nicht annähernd werden, aber wir haben trotzdem pro Tag (in unkomprimierter Form) rund zwei Kubikmeter Einweggebinde, eher mehr sogar, das ist sehr schlecht schätzbar. Aber auch nur zwei sind schon eine eine ganze Menge…
Heute hatten wir mehrere mehrminütige Stromausfälle. Das ist ist der Praxis zwar lästig, hat aber normalerweise keine Kosequenzen. Selbst die kühlpflichtige Ware hält problemlos eine Weile durch. Aber schon ungewöhnlich, den Laden KOMPLETT dunkel zu erleben, das hatte ich in all den Jahren eher selten:
Wie gesagt: Das hat normalerweise keine Konsequenzen. Unsere
neue Brandschutztür hat heute allerdings schon für einige Aufregung gesorgt. Ich hatte von Anfang an darum gebeten, dass auf BEIDEN Seite ein Drücker oder Drehknauf installiert wird. Durfte angeblich nicht gemacht werden, da im Falle eines Brandes niemand diese verschlossene Tür wieder öffnen können soll. (Womit ich zwar den Sinn der dahinterliegenden
Fluchttür nicht mehr verstehe, aber, ähm, egal…)
Durch den Stromausfall bedingt ist vorhin aber die Tür zugefallen und kein Mitarbeiter war gerade im Lager und einen Schlüssel hatte ich auf der Ladenseite der Tür auch nicht und so gab es nur eine einzige Möglichkeit: Mein Nachbar, der zufällig einen Schlüsseldienst betreibt und Notöffnungen richtig gut beherrscht, hatte die Tür innerhalb einer Minute wieder auf. Und nun brauchen wir einen neuen Schließzylinder…
Den Schlüssel des neuen Zylinders werde ich dann jedenfalls unmittelbar in der Nähe der Tür befestigen.
Montag schon bekommen wir einen großen abschließbaren Container mit Deckel, in dem wir für die Zeit, in der wir keinen Rücknahmeautomaten haben, die ungeschredderten Dosen und Flaschen lagern können. Da wird in den vier Tagen nämlich so einiges zusammenkommen, zumal es ja ab nächster Woche auch endlich sommerlich werden soll…
Mal gucken, wer sich von meinen Mitarbeitern freiwillig meldet, das ganze Zeugs hinterher in stumpfer Fließbandarbeit in den neuen Automaten zu drücken.
In einem mehrstündigen Eingriff hat unser alter Automat heute noch eine komplett neue Annahmeeinheit verpasst bekommen. Wenn das Gerät damit nicht die nächsten neun Tage durchhält, weiß ich auch nicht weiter…
Während der Arbeiten gab es wieder alle paar Minuten die üblichen hämischen Blicke: "Na, wieder kaputt?"
In zwei Wochen gibt's den neuen. Die Beweggründe, wieder ein Gerät aus Ostfildern zu nehmen, waren vielfälig. Herr Trautwein, ich habe große Hoffnungen, bitte blamieren Sie mich nicht!
Unser alter Leergutautomat macht momentan täglich Kummer. "Täglich" trifft es gar nicht mal annähernd so präzise, wie man es formulieren könnte. "Stündlich" oder "bei fast jedem Kunden" passt noch deutlich besser.
Da er der letzte seiner Art ist und auch schon seit Jahren nicht mehr in der garantierten Wartung steckt, gehen langsam die Ersatzteile aus. Wir schlagen uns mit Improvisationen von einem Tag zum anderen – entweder durch einen Trautwein-Techniker oder uns selber. Knapp zwei Wochen muss oder soll er noch durchhalten. Man bekommt das Gefühl, dass er sich seines unumgänglichen Endes bewusst ist.