Zwei junge Männer gaben Leergut ab. Sie waren wohl Deutsche, ihre Unterhaltung fand dennoch im "Eh, weischt, isch kam da grad so an."-Stil statt.
Dabei hatten sie eine Plastiktüte voller Bierflaschen, die ich selber wegsortiert habe. Teilweise waren in den Flaschen noch großzügige Reste vorhanden, am Tütengrund fand ich den Altbiersee. Meine Mimik dürfte eindeutig gewesen sein, denn der Ekelfaktor war hoch.
Laut genug, daß ich es verstehen mußte, dabei irgendwie provozierend, murmelte der eine plötzlich vor sich hin: "Eh, solche Idioten, haben nichtmal die Flaschen richtig leergemacht."
Es klang wirklich nicht so, als ob das eine Form einer Entschuldigung sein sollte. Und ich war sehr dicht davor, ihm die vollgesyffte und stinkende Tüte über den Kopf zu ziehen.
Eine Tüte voller Bierflaschen steht bei uns in der Leergutannahme zwischen den vollen Kisten. Ein guter Anlaß für ein paar Spekulationen:
Hat der Mitarbeiter am Gewicht erkannt, wie viele Flaschen sich in der Tüte befinden oder hat der Kunde die Anzahl der Flaschen genannt, die sich in der Tüte befinden sollen und der Mitarbeiter hat es einfach so geglaubt?
Möchte ich die Antwort wissen?
Nein, bloß nicht weiter darüber nachdenken. Nur wundern.
Es kommt wirklich selten vor, daß ich, nachdem ich Leergut angefaßt habe, das Gefühl verspüre, mir dringend die Hände waschen zu müssen.
Ein Kunde hatte eine Plastiktüte voller Bierflaschen. Das ganze Behältnis inkl. Inhalt roch sehr nach altemtotemschon lange totemschon sehr lange totem Fisch. :puke:
Eine Kundin drückte mir vier leere Bier- und eine Bionade-Flasche in die Hand. Nachdem ich sie verräumt hatte, hielt sie mir noch zwei leere Bionade-Flaschen entgegen und erzählte irgendetwas von "insgesamt neun leeren Flaschen".
"Nein!", sagte ich. "Es waren nur sieben. Mit denen hier drei mal Bionade und die vier Bier..."
Sie fing an, mit ihrer Bekannten ziemlich lautstark darüber zu diskutieren, daß sie "nächstes mal die Flaschen vorzählt" und sich völlig empört und betrogen zu fühlen.
Ich hatte natürlich beim ersten Laufen keine sieben Flaschen in der Hand und kann über solche Kunden nur den Kopf schütteln. Da reden sich die Leute irgendeinen "Betrug" ein und denken daraufhin schlecht über den Laden und erzählen diese Unwahrheit im schlimmsten Fall sogar noch weiter.
Vielleicht war ihre etwas benebelnde Alkoholfahne daran Schuld, daß ich mich ja doch möglicherweise verzählt habe...
Heute Nachmittag habe ich einige Waren nach Achim geliefert. Ich war gerade dabei, die Eingangstür hinter mir zuzuschließen, als ich bemerkte, daß dort jemand stand.
Ein Mann mit roter Nase hielt drei leere Dosen Billigbier in der Hand und fragte lallend, ob wir gerade Feierabend machen würden.
Als ich ihm antwortete, daß heute Sonntag sei und wir gar nicht aufhatten, guckte er etwas irritiert und schlich sich wieder...
Zwei junge Männer haben Leergut abgegeben. Überwiegend Bierflaschen in zwei großen Plastiktüten. Die Flaschen waren naß, es wirkte sehr, als ob es geregnet hätte. Am Grund der einen Tüte schwappte ziemlich viel Wasser, ich schätze mal, daß es wenigstens ein guter halber Liter war.
Es folgte meine obligatorische Frage: "Kann ich die Tüte wegwerfen? Da ist unten eine Pfütze drin."
Meine Antwort auf das verwunderte "Wirklich?" war dann doch relativ einfach: Ich hielt die Tüte an einer Ecke fest und ließ den gesamten flüssigen Inhalt schwungvoll auf den Lagerboden gleiten. Die große Lache sprach für sich.
Ich würde hier so gerne Irn-Bru verkaufen, doch leider scheitert das an einem nicht zu unterschätzenden Faktor, nämlich dem Einwegpfand.
Ich als Händler bin ja nun verpflichtet, Dosen und andere Einweggetränkeverpackungen gegen Pfanderstattung zurückzunehmen. Da es sich bei Irn-Bru (zwangsläufig) um ein Import-Produkt handelt, ist es keinem Pfandsystem zugehörig, weshalb dann für mich die pauschale Regelung in Kraft treten würde, alle Einwegverpackungen gleicher Art zurücknehmen zu müssen. Unabhängig davon, daß ich selber nichts erstattet bekommen würde. Das Risikio, mit dieser Methode hohe Verluste in Kauf zu nehmen, möchte ich nicht eingehen und so verkneife ich mir schweren Herzens den Handel mit vielen schönen Getränken.
Ein Kunde brachte einen Beutel mit leeren Beck's-Dosen, die er als Leergut abgeben wollte. Er hat zum Glück verstanden, daß sie definitiv aus der Zeit vor dem Einwegpfand stammen. Meine Frage, ob er die Dosen ausgetrunken hätte, verneinte er glücklicherweise. "Die habe ich ausgekippt.", sagte er.
Sehr beruhigend. Das Bier war Anfang 2001 abgelaufen.
Der Reflex, zum Leergut zu rennen, wenn man die Klingel hört, sitzt sehr tief verankert in mir. Das fällt immer vor allem dann auf, wenn sie jemand betätigt, obwohl gar keine Kunden in der Nähe sind, z.B. abends, am Wochenende oder zu Testzwecken.
Noch beim ersten "ding" möchte man unweigerlich aufspringen und wird irgendwie nervös, weil man denkt, daß dort ein Kunde unnütz warten muß.
Nein, Björn, es ist alles im grünen Bereich. Bitte sitzen bleiben.
Diese Bierdose aus Belgien überzeugt durch Schlichtheit. Auf der Dose befinden sich ein paar gedruckte Elemente, der Großteil der Fläche ist blank.
Leider konnte ich dem Kunden dafür - wie fast immer bei ausländischen Getränkeverpackungen - kein Pfand auszahlen. Daran änderte auch nichts, daß er einen ganzen Beutel voll mit diesen Dosen anschleppte...
Daß in Bierflaschen manchmal noch mehr oder weniger große Reste sind, wenn Kunden sie als Leergut abgeben, ist normal.
Manchmal liegen die Flaschen in geschlossenen Plastiktüten, dann ist es u.U. ekelig, sie da mit bloßen Fingern herauszuangeln.
Manchmal liegen die Flaschen auch in Leinenbeuteln, so daß sich keine Pfützen bilden, sondern die Reste vorher durch den Stoff abfließen können. Und manchmal stellt man fest, daß einem das abfließende "Altbier" gerade durch den Schuh sickert, während man die Flaschen in eine Kiste sortiert.
Ein Kunde hat eben Leergut abgegeben: Ein buntes Sammelsurium verschmuter Bierflaschen und Einwegverpackungen, scheinbar das Ergebnis einer erfolgreich verlaufenen Pfandflaschensuche.
Die Flaschen und Dosen waren natürlich ausgelaufen, in der Tüte suppte irgendeine undefinierbare Flüssigkeit munter vor sich hin. Die Hände kann man waschen und normalerweise schlage ich den Kunden vor, die Tüte wegzuwerfen. Ein Vorschlag, der meistens volle Zustimmung findet. Nur diesmal bekam ich eine Antwort, mit der ich nicht gerechnet hätte: "Die nehme ich wieder mit. Die wasche ich nochmal aus..."
Was heißt hier "nochmal"?!? Das hat er noch nie getan. Zumindest ließ der Zustand der Tragetasche nichts derartiges vermuten.
Wenn morgens der erste Kunde gleich drei große Säcke mit gemischtem Leergut, unter anderem massenhaft gammeligen Dosen und anderen Einwegverpackungen, herbringt, ist das mitunter nervig, aber gehört nunmal dazu.
Die Kollegin, die das Zeugs sortierte, war jedenfalls heilfroh, daß sie dabei Handschuhe getragen hat. In einer der Tüten lagen nämlich zwei benutzte(!) Kondome.
Leider erzählte sie mir das erst, nachdem der Flaschensammler wieder weg war. Ich hätte ihm gerne selber mitgeteilt, daß er beim nächsten Mal das Zeugs bitte woanders abgeben möchte. Ich lasse mir hier wirklich viel gefallen, aber alles hat seine Grenzen.
Eine Kundin stand scheinbar völlig planlos an der Leergutannahme, als ich zufällig vorbeikam. Sie trug eine Tüte mit leeren Flaschen in der Hand, hatte aber definitiv nicht geklingelt. Ich vermutete, daß sie die Klingel gar nicht kannte und wollte demonstrativ auf den Taster drücken, als sie abwehrte:
Ich kenne die Klingel. Aber ich wollte Sie nicht stören und außerdem mögen Sie die Klingel nicht.
Ich habe kein Problem damit.
Aber die ist so laut und häßlich. [Anm.d.Red.: 3-Klang-Gong]
Die muß ja auch laut sein, sonst hört sie womöglich niemand und Sie stehen dann hier mit den leeren Flaschen so wie jetzt.
Das macht nichts. Irgendjemand kommt schon vorbei.
Ich habe mir eine bestimmte Methode angewöhnt, auch größere, gemischte Leergutsammelsurien relativ schnell und verzählsicher wegzusortieren: Im Kopf habe ich nur drei Zahlen, quasi die Zähler für die verschiedenen Gebinde (8 Cent, 15 Cent, 25 Cent). Am Schluß mulitpliziert man jeweils die Menge mit dem dazugehörigen Wert und tippt diesen in die Kasse ein. Meine Methode habe ich schon vielen Leuten beigebracht, die inzwischen genauso Arbeiten und Leergut schnell und richtig annehmen.
Nun hat ein Kunde eine Bierflasche (1x8 Cent), vier Sprudelflaschen (4x15 Cent) und drei leere Bierdosen (3x25 Cent) abgegeben, im Kopf hatte ich die Reihe "eins-vier-drei". Einer Kollegin, die gerade an der Leergutkasse stand, antortete ich auf ihre Frage, wie viel sie eingeben soll "Eins, vier, drei.", da ich davon ausging, daß sie das übliche System anwenden würde. Stattdesssen tippte sie 1,43€ in die Kasse. Ich löschte die Eingabe, und gab die korrekten Zahlen ein, nämlich 8, 60 und 75 Cent.
Die angezeigte Summe irritierte mich im ersten Moment völlig.