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Man muss nur dreist sein…

Eine Kollegin benutzt immer einen Einkaufswagen, wenn sie in ihrer Abteilung arbeitet. In dem Wagen sammelt sie ihre Pappe, aber bewahrt auch z.B. ihre Bestellunterlagen und ihr Getränk darin auf.

Ein Mann, der zwar relativ häufig hier im Laden ist, den ich aber nicht gerade als "guten Stammkunden" bezeichnen würde, hat sich nun im Vorbeigehen die Dose genommen, den Rest in den Mülleimer vor dem Leergutautomaten geschüttet und die Dose am Automaten eingelöst. Leider fiel das erst etwas später auf, so dass wir den Typen nicht mehr direkt darauf ansprechen konnten.

Da wir aber wissen, wer es war, wird er meiner Mitarbeiterin demnächst eine neue Dose kaufen dürfen. Vorschlag eines Kollegen dazu: "Häng' doch ein Schild auf: 'Flaschensammeln im Laden verboten'.

36x0,25l Rote Bullen

Was ist an Red Bull nur so spannend, dass das Zeugs hier in letzter Zeit ständig in großen Mengen zu klauen versucht wird? Der Typ eben hat sich sage und schreibe 36 Dosen des Energydrinks in seine Sporttasche gepackt.

Glücklicherweise hatte ich das gemerkt (Welcher normale Kunde nimmt schon einen Karton aus dem Regal und stellt ihn drei Meter weiter wieder zwischen die andere Ware?) und so kam er nicht weiter als bis zum Ausgang. Völlig abgeklärt ließ er die darauf folgenden Prozeduren durch uns und die Polizei über sich ergehen. Der Blick, mit dem er mich währenddessen immer wieder betrachtete, sprach Bände; ich glaube, er war ziemlich sauer auf mich, weil wir ihn erwischt hatten. Verständlich, zumal die Polizisten zwischendurch während der Überprüfung noch etwas von "Bewährung" sagten und dass man manche Sachen währenddessen nicht machen sollte. Hrhr…

Witzig war der Gesichtsausdruck eines Polizisten, nachdem er mich gefragt hatte, wie ich den Dieb denn überhaupt bemerkt hätte. "Im wahrsten Sinne im Vorbeigehen", antwortete ich wahrheitsgemäß. "Dieses Gefühl kennen wir vermutlich beide ganz gut", ergänzte ich und das konnte er dann nur noch bestätigen…

Diebstahl von losem Traubenzucker?!

Im Zuckerregal haben wir eine noch zu etwa 20 Prozent gefüllte Packung mit Traubenzucker gefunden. Mein erster Gedanke, als die Kollegin mit der Packung zu mir kam: Die hat jemand als Muster für den Neukauf einer vollen Packung mitgebracht und dann hier liegengelassen. Aber hätte man das nicht mit einer vollständig leeren Schachtel getan?

Die andere Idee ist im Grunde genauso unsinnig, aber erfahrungsgemäß nicht weniger abwegig: Jemand hat den Traubenzucker geklaut. Packung auf und den Inhalt in irgendein Gefäß, eine Tüter oder schlicht und einfach lose in die Jackentasche umgefüllt.


Nicht aggressiv!!!

Kurz vor Feierabend: Eine Gruppe aus acht Heranwachsenden benahm sich erwartungsgemäß unangepasst.

Als sie sich aufregten, als sie den Schaden bezahlen sollten, schlug ich vor, die Polizei zu rufen.
"Warum die Polizei?!"

"Weil Ihr aggressiv seid!"
Sie bauten sich vor uns auf.
"Was willscht du? Wir sind nisch aggressiv!!!"
Ihr doch nicht. Tut mir Leid, dass ich das gesagt habe.

Kaugummi

Eine Kundin bezahlte zwei Brötchen und fing danach plötzlich an, nervös durch den Laden zu gehen. Sie sagte, sie solle noch "irgendetwas" mitbringen, könne sich aber beim besten Willen nicht erinnern.

Da ich leider gerade an der Kasse festsaß, konnte ich ihr bei ihrer Suche nicht zugucken. Leider, denn dann hätte ich gleich gesehen, dass sie ein Päckchen Kaugummi für 59 Cent geklaut hat. Dummerweise konnte ich das erst ein paar Minuten später auf der Videoaufzeichnung überprüfen und da war die Frau auf der Straße und auch in den beiden nächsten Seitenstraßen nicht mehr zu sehen.

Aber sie versprach ja, später wiederzukommen…

Trio Infernal

Mit ziemlicher Regelmäßigkeit kamen fast jeden Morgen drei relativ kaputte Typen hier in den Laden. Sie gaben Leergut ab, holten Biernachschub und waren eigentlich ganz friedlich dabei. Und trotzdem hatte ich immer so ein sonderbares Gefühl bei denen. Dieses komische Kribbeln in den Fingerspitzen, mit dem ich schon so oft richtig lag.

Meistens habe ich sie nicht oder nur viel zu spät gesehen, heute liefen sie mir zufälligerweise direkt über den Weg, als die den Laden betraten. Natürlich ging ich sofort ins Büro und positionierte mich vor den Monitoren der Videoüberwachungsanlage. Ich sollte nicht enttäuscht werden, denn einer der drei Typen ging direkt zum Regal mit den Bierdosen und schon verschwand eine von den Dosen in seiner Jacke. Ach, wer hätte das gedacht? Ich und meine Ahnungen…

Die Konsequenz war ein gepfleger Rauswurf inklusive Hausverbot für die komplette Truppe. Mit denen brauche ich mich jedenfalls nicht mehr herumzuärgern.

Schmierereien

In einer der vergangenen Nächte ist irgendjemand auf die glorreiche Idee gekommen, meinen Eingangsbereich, sowohl die Wand als auch den Griff meiner Eingangstür, mit dekorativen künstlerischen Ergüssen zu verschönern. Vielen Dank dafür. Bremen ist ja für das jahrzente alte Projekt "Kunst im öffentlichen Raum" bekannt.




Leere Alufolienpackung

Dass die Leute hier im Laden ständig die Packungen mit Alu- und Frischhaltefolie, Müllsäcken und Gefrierbeuteln aufreißen und den Inhalt mehr oder weniger im Regal verteilen, ist ja ein schon lange bekanntes Problem.

Nun haben wir gerade im Haushaltsfolienregal eine leere Schachtel Alufolie entdeckt. Alufolie! Irgendwie wissen wir ja inzwischen, dass die Leute einfach ALLES klauen – aber das war dann auch eine Premiere…

Björn vs Björn

Ein Mann betrat den Laden und steckte sich eine einzelne Packung Kaffee (Hey, immerhin war er bescheiden…) in die Jacke und wollte mein Geschäft nur zwei Minuten später ohne weiteren Einkauf schon wieder verlassen. An der Kasse löste allerdings zu seinem Pech der Alarm der Warensicherungsanlage aus.

Er war friedlich, geständig und hatte seinen Ausweis dabei und so folgte das normale polizeilose Programm: Daten aufnehmen, Hausverbot erteilen, auf Nimmerwiedersehen. Hoffentlich diesmal. Vor ein paar Jahren hatte er hier nämlich schon einmal geklaut: "Hausverbot? Kann ich mich nicht dran erinnern."

Dass wie den Typen hier schon einmal erwischt hatten, fiel mir aber gleich wieder ein, als ich seinen Namen sah. Der einzige Ladendieb in zwölf Jahren, der mit mir den Vornamen teilt.

Helfen lassen und beklauen…

Ein ziemlich heruntergekommener Typ betrat den Laden. Eine Hand blutete stark und er bat einen meiner Mitarbeiter, ihm ein paar Tücher zu geben, um seine verletzte Hand einwickeln zu können. Weitere Hilfe oder einen Krankenwagen wollte er nicht haben.

Als "Dank" nahm er sich noch mehrere Dosen Tabak im Gesamtwert von über 60 Euro aus dem Regal an der Kasse und stopfte sie in seinen Ruchsack, bevor er den Laden verließ. Ohne zu bezahlen, logisch…

Ich wünsche dem Kerl irgendeine ekelige Entzündung in seine Wunde. Mögen ihm die Finger abfaulen. :-(

Erstmal sichern…

In unserem neu gestalteten Haushaltswarenregal habe ich auch einige Scheren und ähnliche Artikel entdeckt. Zum Stückpreis zwischen acht und zwölf Euro. Der Aufdruck "Klau mich!" war in allen Sprachen inkl. Esperanto zu lesen.

Wir haben erstmal alle Scheren bis auf jeweils eine in Sicherheit ins Lager gebracht und die verbliebenen Exemplare manipulationssicher mit Warensicherungsetiketten versehen.

Sieht zwar nicht toll aus, ist aber besser.