Eine Kollegin sprach mich darauf an, dass sie "in einer dreiviertel Stunde" einen Arzttermin hat und deswegen gerne früher gehen möchte.
Seit wann weißt du von dem Termin?
Ein paar Tage. Ich hatte das ganz vergessen.
Ja, natürlich ich hätte sie gehen lassen können. Aber das Lager stand noch voller Ware. Und außerdem nervt mich manchmal meine eigene Gutmütigkeit selber ganz gewaltig. Ja, ich weiß, dass ich mir viel zu oft auf der Nase tanzen lasse. Und so reichte ich ihr diesmal nur ohne weitere Diskussion das Telefon, damit sie den Termin verschieben konnte...
Ich bin ja wirklich so oft es geht entgegenkommend - aber manchmal reicht es einfach. Und, hey, das war einfach mal notwendig!
(Und ich bin schon auf die Kommentare dazu gespannt. "Björn, der böse Tyrann..." :biggrin: )
Liebe Mitarbeiterin oder lieber Mitarbeiter, der du diese Zeilen verfaßt hast: Ich kann leider nicht hellsehen. Wenn wenigstens ein Hinweis auf die gewünschte Sorte auf dem Zettel stehen würde, wäre das sehr, sehr hilfreich. Aber so..?
Unsere "Von Kunde zu Kunde"-Anschlagtafel ist leider nicht farbecht, da sie inzwischen schon mindestens drei Farbschichten übereinander trägt. Ich berichtete ja schon einmal darüber, dass die Unsitte, dort beliebige Zettelchen mit einem Klebestreifen zu befestigen, immer wieder damit endet, dass die Farbe von der Tafel abblättert.
Dass nun ausgerechnet eine Mitarbeiterin an der Wand ein Preisschild unbedingt mit einem Pritt-Stift anpappen mußte, stößt bei mir allerdings auf schwärzestes Unverständnis. Egal, ob die Farbe nun hält oder nicht - man kann doch wohl erwarten, dass die Geschäftsausstattung hier etwas pfleglicher behandelt wird.
Zum dreijährigen Jubiläum eines Kollegen habe ich von ihm eine hochwertige Tafel Schokolade vom Hersteller Leysieffer bekommen.
Probiert habe ich sie noch nicht, preislich liegt sie etwa im Niveau von Zotter. Ob Leysieffer eine sinnvolle Erweiterung für's Sortiment wäre? Kennt die jemand?
(...und zum fünfjährigen gibt's dann von mir etwas. )
Hiermit stelle ich alle an den Pranger, die dauernd draußen auf der praktischen Ablage Fensterbank neben der Lagertür jegliche Form von Besteck und anderen Geschirrteilen abstellen - und vergessen.
Hier spielen nämlich am Wochenende oft Kinder auf dem Hof und werfen den Schutt vom Büroumbau die Kellertreppe hinunter und spielen auch oft auf unserer Rampe. Dabei könnte natürlich das eine oder andere Teil im Spiel verschwinden.
Und wer kauft dann irgendwann neues? Richtig: Cheffe.
"Und ruf' mich an, wenn die Ware da ist. Ich komme dann zum packen vorbei." - mit diesen Worten verabschiedete sich der Mitarbeiter vorhin.
Nun ist die Ware da und eine freundliche Stimme am Telefon spricht zu mir: "Versuchen Sie es später noch einmal. Ihr gewünschter Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar. The person you have called..."
Natürlich kann jeder Mitarbeiter einkaufen, wo er will.
Aber hier an der Kasse wird kein Getränk aus einer Flasche getrunken, die vielfache und deutlich sichtbare Aldi-Logos auf dem Etikett trägt.
Ein bißchen Feingefühl für sowas sollte man eigentlich schon mitbringen. Was denken denn wohl die Kunden, wenn sie hier an der Kasse sehen, dass meine Mitarbeiter hier öffentlich Aldi-Produkte konsumieren?
Es ist immer wieder ein sehr unangenehmes Gefühl, als Arbeitgeber und Mensch zwischen den Stühlen zu sitzen, wenn Mitarbeiter persönliche Probleme haben. Irgendwie den schmalen Pfad zwischen Verständnis und Arbeitsvertrag entlagzugehen.
Wie reagiert man, wenn eine Kollegin völlig fertig und verheult aufkreuzt, weil sie nicht unbedeutende Probleme im Privatleben hat? Natürlich kann man so argumentieren, dass das hier ihre Arbeit ist und sie sich, wenn sie psychisch und/oder physisch nicht in der Lage dazu ist, gefälligst etwas anderes suchen soll.
Aber man ist ja (manchmal viel zu sehr) Mensch und hört sich die Probleme der Kollegen an. Und dann steht man da und weiß nicht, was man sagen und tun soll. Nicht so sehr, in dem Moment die Entscheidung treffen zu müssen, ob oder ob nicht jemand arbeiten muß. Sondern viel mehr, mit Dingen aus dem Privatleben der betroffenen Person konfrontiert zu werden und einfach nichts machen zu können, außer sich die Geschichte anzuhören, irgendwie Verständnis zu zeigen und in Gedanken schon an einem neuen Personaleinsatzplan zu feilen.
Und zwar, nachdem alle Kollegen weg waren. Ich war zufällig nochmal kurz im Aufenthaltsraum und habe im Augenwinkel die rote Lampe am Schalter der Kaffeemaschine entdeckt. Die dazugehörige Kanne stand auf der Heizplatte und war leer, aber heiß.
Im Lebenslauf eines Bewerbers findet sich folgende Zeile:
Kenntnisse: Computer (Grundkenntnisse)
Was soll mir das sagen? Was darf ich mir denn bitte unter "Computer-Grundkenntnissen" vorstellen? Er weiß, welche Hardwarekomponenten es gibt und wie sie angeschlossen werden? Er kennt die Grundfunktionen einer Textverarbeitungssoftware? Spiele laden klappt und DVDs brennen auch? Oder hat er selber ein Linux-System installiert und eingerichtet?
Ich weiß jetzt schon, wie die Hälfte der Kommentare ausfallen wird. Aber so eine Aussage in einer Bewerbung ist doch nun wirklich völlig sinnfrei.
Eine Kollegin gab die Anweisung an einen anderen Mitarbeiter weiter, an Restware einen Zettel mit der Frage, wo die Ware hin soll, zu hängen. Ich befürchte, das scherzhaft von ihr mit ausgesprochene "Fragezeichen" wurde geringfügig missverstanden...