Immer wieder betreten Kunden morgens vor sieben Uhr den Laden und kaufen in aller Seelenruhe ein. Das kann man niemandem vorwerfen, denn schließlich weiß nicht jeder immer die genaue Uhrzeit und außerdem lädt eine nicht abgeschlossene Ladentür ja nun auch geradezu zum Eintreten ein.
Aber warum fällt so vielen Leuten nicht auf, daß sie hier im Halbdunkeln ihre Waren aus den Regalen suchen müssen..? :thinking:
Eine Kundin schlug vor, statt der derzeitigen Leergutklingel lieber etwas originelleres zu installieren. Sie würde zum Beispiel statt des gewohnt langweiligen Dreiklanggonges einen Uhu-Ruf gut finden.
Am 1. Oktober 2004 wurde der Uhu vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2005 gekürt.
Manchen Leuten sollten echt die Finger abfallen. Von einem Aufsteller mit Überraschungseiern fast die gesamte obere Lage einzudrücken - und damit natürlich unverkäuflich zu machen - sollte mit roher körperlicher Gewalt pädagogisch richtig geahndet werden.
Ein älterer Kunde sprach mich eben auf ein paar leere Regalböden an, die er im Laden entdeckt hat: "Räumen Sie schon aus, wird hier nun auch zugemacht?"
Nein, die Regale sind noch leer. Wir erweitern.
Wir werden nicht "zugemacht".
Mein "Von Kunde zu Kunde"-Bord ist nicht farbecht. Aus diesem Grund haben wir dort mehrfach den Hinweis angebracht, daß angeklebte Zettel entfernt werden.
Der Lehrerin, die dort gestern ihr Angebot für "Nachhilfe in Deutsch" mit Klebefilm festgepappt hat, würde ich bzgl. ihres Angebotes und der Kenntnisse in deutscher Sprache nur begrenzt trauen.
Unsere Putzfrau hat eine CD-ROM gefunden, die mit knapp 400MB Daten über Airbus und speziell auch den A380 gefüllt ist. Dabei handelt es sich offenbar überwiegend um Meß- und Prüfprotokolle, Analysemethoden und allgemeine Informationen rund um Airbus Bremen.
Ich habe keinen blassen Dunst, wie sensibel die Daten auf dieser CD sind. Ich könnte mir vorstellen, daß Airbus solche Informationen nicht gerne in der Öffentlichkeit verteilt. Ich werde den Datenträger erstmal aufbewahren. Vielleicht meldet sich ja noch ein Eigentümer...
Angebote von Boing und Fokker werde ich übrigens ignorieren.
(Auf Grund einiger besorgter Kommentare und Emails habe ich nun vorsichtshalber die Details im Bild unkenntlich gemacht.)
Eine ältere Stammkundin suchte "diese runden Dinger zum was raufschmieren".
Großes Rätselraten und schwärzestes Unverständnis unter den Kollegen. Aber die Dame wollte gleich noch einmal wiederkommen und eine leere Verpackung mtbringen.
Daß die 5-Euro-Scheine nicht sonderlich pfleglich behandelt werden, ist verständlich - oder zumindest nachvollziehbar. Schließlich handelt es sich dabei um das kleinste Element der sowieso schon unbeliebten Euro-Scheine.
Eine ältere Kundin erkundigte sich, ob wir irgendwelche Schilder oder Aufkleber hätten, mit denen sie ihren Namen am Briefkasten anbringen könne. Sowas habe ich leider nicht im Sortiment.
Zum Glück kam mir ganz spontan eine rettende Idee: Hier in der Schublade liegt noch ein kleines Gerät aus dem Hause Dymo, mit dem ich der Kundin einfach innerhalb einiger Sekunden ein paar Schilder mit ihrem Namen in unterschiedlichen Schriftgrößen ausgedruckt habe. Die hat sich vielleicht gefreut. :biggrin:
Eine ältere Kundin suchte eine Flasche Likör. Die Kassiererin empfahl ihr eine Flasche Baileys, die die Kunden auch mitnahm. Sie bezahlte an der Kasse ihre Ware, insgesamt für gut 15 Euro, verlangte den Kassenbon und verließ den Laden. Ein an sich völlig harmloser Vorgang.
Ein paar Minuten später stand diese Kundin mit fast den selben Artikeln wieder an der Kasse. Diesmal wieder mit einer Flasche Sahnelikör und noch ein paar mehr Artikeln als beim Einkauf zuvor. Meine Mitarbeiterin nannte ihr den zu zahlenden Betrag in Höhe von nun fast 20 Euro und wies sie mehrmals darauf hin, daß sie diese Artikel doch eben schon eingeholt hätte. Die Kundin bestand darauf, daß sie die Sachen bezahlen mußte, tat dieses, ließ sich abermals den Bon aushändigen und ging fort.
Eine etwas tüdelige alte Dame, die zweimal zum Einkaufen geht und nun alles doppelt im Schrank stehen hat - könnte man meinen. Seltsam nur, daß da wirklich nur eine Flasche Baileys in der Vitrine fehlt.
Über meinem Geschäft befindet sich rund ein Dutzend Mietwohnungen. Der Eingang zu den Wohnungen befindet sich genau neben der Eingangstür zum Laden.
Jahrelang standen im Eingangsbereich die aktuellen Obst- und Gemüse-Angebote, damit die Kunden sie schon gleich beim Betreten des Marktes wahrnehmen. Wie gesagt: Standen. Derzeit steht die Ware nämlich erstmal sicher hinter der Tür. Wir sind nämlich eher zufällig darauf gekommen, daß mindestens eine Bewohnerin (Vielleicht auch die ganze Familie oder WG) aus einer der Wohnungen über uns sich ständig am Außenaufbau bedient hat. Ohne zu bezahlen, versteht sich. Die Methode war ganz simpel: Haustür auf, mit dem Arm um die Ecke fassen und das Gemüse einsammeln. Wirklich beweisen kann es keiner, weshalb auch niemand konkret beschuldigt oder angezeigt wird, aber dennoch bin ich mir ziemlich sicher, daß da "krumme Dinger" gelaufen sind.
Mit der älteren Dame war ein Zeitfenster von 15-16 Uhr für die Lieferung vereinbart. Die Botin stand mit der Ware gegen 15:20 Uhr bei der Kundin vor der Tür und hat rund eine Viertelstunde immer wieder geklingelt. Aber geöffnet hat niemand.
Sollte sie später anrufen und um eine erneute Zustellung bitten, wird sie hoffentlich Verständnis dafür haben, daß die Botin auch doppelt bezahlt werden möchte.
Ein Kunde suchte Hackepeter. Unser Fleischlieferant nennt das allerdings "Mett, fein gewürzt". Dennoch handelt es sich dabei um das gleiche Produkt.
Er stellte fest, daß unser "Mett" rohes Schweinefleisch ist und hat angewiedert dankend abgelehnt. Ich weiß nicht, was er stattdessen erwartet hatte...
Eine Kollegin gab mir gerade den Tip, über die Videoanlage "drei Frauen mit Kinderwagen" zu beobachten. Zwei von denen gingen recht zügig zur Kasse und bezahlten ein paar Teile. Die dritte ging weiter durch den Laden, deponierte ein Bündel Socken in ihrer Handtasche und stopfte sich noch für über fünf Euro Haarklammern in die linke Hosentasche.
Die Frau war ziemlich abgebrüht und wußte genau was sie tat und was sie zu erwarten hatte.