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Loch

Eine Kundin steht an der Leergutannahme:

"Ich würde gerne diese Bierflasche abgeben. Die habe ich gefunden. Da ist allerdings unten ein kleines Loch drin."

Eine Bierflasche mit einem kleinen Loch im 1-Euro-Stück-Format an der Seite ist ein Fall für den Altglascontainer. Das hat sie dann auch netterweise sofort eingesehen. ;-)

Zigarettenwirrwar

Ein alkoholisierter Kunde hielt beim Bezahlen seiner Ware eine ungeöffnete Packung Zigaretten in der Hand. Mein Mitarbeiter an der Kasse hat natürlich richtig reagiert und wollte die Schachtel haben, um sie in der Kasse zu erfassen. Die Aussage des Kunden, daß dieser die Schachtel schon mitgebracht hätte, konnte der Kassierer natürlich nicht ignorieren. Der Kunde äußerte dann noch, daß es diese Sorte bei uns gar nicht geben würde, aber das konnte mein Angestellter natürlich nicht unbedingt wissen. Die Zigarettenauswahl ist doch recht groß und als Nichtraucher beschäftigt man sich nunmal nicht sehr intensiv mit solchen Dingen.
Also mußte ich mal wieder die Situation aufklären. Ein Blick: Klar, die Sorte haben wir nicht - also alles okay.

Eigentlich eine relativ alltägliche Szene. Warum müssen manche Kunden solche Dinge nur immer möglichst lautstark klären? Für mich persönlich unangenehmer ist dabei weniger die "peinliche Situation" als mehr die offensichtliche Aggression, die hinter solchem Geschrei steckt. :-(

Eingesteckt

Eine gute Kundin sprach mich eben an. Ein Mann hätte "etwas in seine Jacke gesteckt".
Eine sehr schwierige Situation - aber natürlich bin ich der Sache auf den Grund gegangen und habe den Kunden an der Kasse freundlich und vor allem diskret angesprochen. Er hat leider nicht so dezent reagiert, sondern ist hochgegangen, wie ein Chinaböller D. Er wurde sogar regelrecht aggresiv und hat angefangen mich und "die Kundin" auf derbste Weise zu beschimpfen. Als "Beweis" hat er dann seine mitgebrachten Aldi-Tüten vorgezeigt ("Ich habe für alles einen Bon.") - aber den Blick auf seine Jackeninnentasche hat er nicht freigegeben.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß er wirklich etwas eingesteckt hatte - aber bevor ich mich mit einem Junk auf ein Handgemenge einlasse, verzichte ich lieber auf ein paar Euro.

Er drohte noch damit, hier nie wieder herzukommen. Vermutlich kein sehr schmerzhafter Verlust...

Just my 2 cent

Eine Kundin mußte 1,48€ bezahlen und hat der Kassiererin 1,50€ gegeben. Diese hat allerdings versehentlich 1,48€ als gegeben eingetippt, so daß auf dem Bon kein Wechselgeld ausgewiesen wurde. Deshalb hat sie dann auch vergessen, die zwei Cent rauszugeben.

Diese Kundin hat nun lautstark meine Mitarbeiterin angemacht, daß sowas ja noch nie hier passiert sei und das sie auf der Stelle ihr Wechselgeld haben möchte. Nach einer Entschuldigung wurden der Kundin natürlich unverzüglich die zwei Cent ausgehändigt. Die wollte sie aber so nicht annehmen, weil sie ja nicht auf dem Kassenbon stehen würden. Daraufhin verlangte sie, daß der Chef gerufen wurde.

Manchmal möchte man ja zu gerne... :wall:

Wurstreklamation

Eine Kundin spricht mich an und hält mir eine angeschnittene Bio-Gekochte vor die Nase:

Die ist nicht gut.

Was ist denn damit?

Die esse ich nicht.

Ja, aber was ist denn mit der Wurst?

Sehen Sie das nicht?

Nein.

Die mag ich nicht essen.

Warum denn? Schmeckt die Ihnen nicht?

Nein. Sehen Sie doch mal hin.

Ich sehe da leider nichts. Was ist mit der Wurst.

Nein, nein...

Sie müssen mir schon sagen was damit ist.

Na, die Farbe. Ich weiß doch wie Gekochte aussieht.

Das ist Bio-Wurst. Da ist weder Farbstoff noch Nitritpökelsalz drin. Das ist vollkommen normal, daß die etwas dunkler und grauer ausfällt.

Das ist doch keine Bierwurst.

B I O - Wurst. Ohne Farbstoffe.

Nein, die mag ich nicht essen.

Zwecklos. Ich habe ihr das Geld zurückgegeben - leider ohne sie über die optischen Unterschiede zwischen Bio- und konventionellen Wurstwaren aufklären zu können. Sie hat einfach nicht verstanden (oder verstehen wollen?), daß es auch unverdorbene Wurst gibt, die nicht schweinchenrosa ausfällt.

Handwäsche

Eine Kundin, die fast kein Deutsch sprach, hielt mir einen Zettel vor die Nase: "Gutes flüssiges Handwaschmittel" hatte dort jemand notiert. Man kann zwar mit so ziemlich jedem Waschmittel bei entsprechender Dosierung händisch waschen, aber meistens macht man das ja nur bei empfindlicher Wäsche - also drückte ich ihr eine Flasche Feinwaschmittel der Marke Perwoll in die Hand.

Warum auch immer - sie zeigte noch auf ein paar andere Sorten flüssiges Waschmittel und schaute mich fragend an. Ich bin mir absolut nicht sicher, was sie von mir wollte. Sie verstand zwar offenbar nichts von dem, was ich erklärte, entschied sich dann aber doch letztendlich für eine Flasche Persil Gel. Obwohl dieses sogar teuerer war.

Auf der Rückseite von Persil Gel steht fett gedruckt: Nicht für Wolle und Seide verwenden. (Normal gedruckt darunter: Bitte nehmen Sie Perwoll Classic.)

Ich hoffe, derjenige, der sich extra die Mühe machte, einen Zettel aufzuschreiben, wird den Aufdruck lesen...

Genügsam

Eine Kundin wollte "drei gelbe Säcke" haben. Nicht drei Rollen, nein - wirklich nur drei Säcke.
Wir konnten sie aber dann davon überzeugen, daß eine ganze Rolle auch umsonst und dabei handlicher ist. ;-)

Nie fragen...

Ähm. Tzja...
Heute Vormittag war ein sehr alter, zittriger Mann bei uns und hat persönlich eine Bestellung aufgegeben. Wir sollen die Waren zwar selber zusammensuchen, aber er wollte sich den Laden mal ansehen.
Der Kollege, der die Wünsche aufschrieb, berichtete, daß dieser Kunde sehr nett und höflich gewesen ist.

Das Ungewöhnliche daran? Es war genau dieser Kunde.

*Nerv*

Manche Kunden sind sehr seltsam ungeduldig.
Vor einer knappen halben Stunde habe ich einem Lieferkunden zugesagt, daß er seine Ware gleich bekommt und nun ruft er wieder an und ist wütend, weil wir immer noch nicht da sind.

Sorry, aber zusammenstellen und hinbringen der Bestellung dauert nunmal auch einen kleinen Moment.

Nachtrag:
Auf dem Zettel stand "125g Mett". Unter "Mett" kann man nun fachlich und umgangssprachlich vieles verstehen. Von Salami bis Tartar kann da alles drin sein. Ich habe ihm dann gemischtes Hack gegeben. Das war leider falsch - er wollte nämlich Mettwurst in Scheiben haben. Nachdem er sich dann erneut aufregte (schlechter Tag?) hat er den Boten ziemlich rüde angemacht und ihn aufgefordert, die Sachen komplett wieder mitzunehmen. Er bestellt nun woanders. Ja, gerne.

Alt werden

Ein Paar, beide im mittleren Rentenalter, kommt unregelmäßig, aber schon seit Jahren, bei mir einkaufen. Sie haben (oder hatten zumindest) eine Parzelle und wirkten immer sehr aktiv.

Innerhalb der letzten Monate hat er zumindest stark abgebaut und wirkt sehr viel älter. Aus dem "rüstigen Renter" ist ein schwacher, alter Mann geworden. Irgendwie erschreckend. :-|

Käse-Reklamation

Eine Kundin berichtet, daß sie eine Packung geschnittenen Käse gekauft hat, dieser aber trotz Kühlung vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums verschimmelt sei. Den Käse hat sie zu Hause und einen Kassenbon leider gar nicht mehr.

"Kein Problem, ich gebe Ihnen einen neuen mit. Und den verschimmelten werfen Sie bitte einfach weg."

Eigentlich sind Reklamationen etwas Schönes. So seltsam das jetzt klingen mag - aber wann sonst hat man die Gelegenheit, einem Kunden so direkt Kulanz und Kompetenz nahezubringen? Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich in anderen Geschäften angestellt wird, weil ein (höchstwahrscheinlich ehrlicher Kunde) sich ja ein paar Euro erschleichen könnte. ("Ohne Kassenbon tauschen wir das nicht um. Basta.")

Falscher Laden?

Eine Frau kam eben in den Laden, sah kurz auf, drehte sich um und verschwand wieder zur Tür hinaus.

Übrig blieben zwei Mitarbeiter, die darüber nachdachten, was diese Kunden wohl wollte.

Verwirrt?

Bei einer Lieferung für eine Kundin ist etwas schiefgelaufen: Sie hat die gewünschte Brokkoli-Rahm-Suppe nicht in Dosen bekommen, sondern in Form eines Instant-Produktes von Knorr.
Der Fehler liegt klar auf unserer Seite, da ich die Bestellung zwar richtig aufgeschrieben habe, der die Lieferung zusammenstellende Mitarbeiter sich allerdings vertan hat.

Natürlich wird die Suppe umgetauscht. Da ich mich nicht mehr genau an die Menge erinnern konnte, fragte ich die Kundin am Telefon, wieviele Tüten denn zurückgenommen werden müssen.

"Fünf sind das. Eigentlich nur vier. Ich habe eine aufgemacht, weil ich das erst nicht bemerkt hatte.", antwortete sie mir.

Mir ist rätselhaft, wie jemand nicht den Unterschied zwischen einer Konservendose und einer Papiertüte bemerken kann. Wo hat die denn da bloß den Dosenöffner angesetzt?!? :thinking: