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Heilig's Kuh'le

Ein Kunde suchte Pizza "with Chicken". Ich dachte, er wäre Muslim und suchte vor allem eine Alternative zu Schweinefleisch. Ich drückte ihm die "Ofenfrische" in der Sorte "Bolognese" in die Hand und erklärte ihm, stolz, eine weitere Alternative gefunden zu haben: This ist with beef.

Angewidert warf er die Packung wieder weg.

Okay, Hindu. :-)

Alte Anruferin

Vor ein paar Tagen rief eine ältere bis ziemlich alte Frau an und hat inständig darum gebeten, dass wir ihr einige Lebensmittel, vor allem auch Getränke nach Hause bringen. Die genannte Straße war zu weit, als dass ich mal eben einen Mitarbeiter hätte rüberschicken können und da ich sowieso gerade an der Kasse zu tun hatte, bat ich sie, später wieder zurückzurufen.

"Das kann ich nicht. Ich habe die Auskunft angerufen und die haben mich weiterverbunden. Ich habe ihre Nummer gar nicht. Aber wissen Sie was? Ich schicke Ihnen ein Taxi vorbei. Dem Fahrer gebe ich eine Einkaufsliste und dann helfen Sie ihm doch bitte dabei."

Das Taxi kam nie hier an und seit dem überlege ich, ob die Frau einfach nur Großalarm auslösen wollte, wie man es bei älteren menschen hin und wieder mal erlebt, und sich schließlich doch anderweitig versorgt hat – oder ob sie, und danach klang ihre Stimme eher – richtig verzweifelt und dabei so durcheinander war, dass sie nicht (mehr) in der Lage war, überhaupt ein Taxi an meine Adresse zu schicken.

Braucht er nicht

Meinem Mitarbeiter Stephan ist gerade beim Lesen dieses Blogeintrages ein Erlebnis aus der vergangenen Nacht eingefallen:
Übrigens: Im Bezug auf deinen BE (Ausweiskontrollen) habe ich gestern einen "interessanten" Kunden gehabt:

Mitbürger kommt mit Wodka an die Kasse.
Wie üblich verlange ich nach dem Ausweis, woraufhin er (wie üblich...) anfängt rumzupöbeln.

"Ey, seh' isch aus wie 14, oder was?!?"

Wie üblich (...) erkläre ich ruhig und gelassen, dass es sich um eine Vorschrift handelt, die wir durchführen müssen.

Er: "Ja weisste, isch scheiss' auf Gesetze und Vorschriften. Mir ist das doch egal man, isch brauch' sowas nich'."
Was der Kunde da jetzt "nicht braucht", haben wir übrigens nicht verstanden...

6 Dinger

Kundin: "Sie müssen mal wieder das Ding mit den sechs Dingern bestellen. Die gekühlt werden müssen.

Häh?!? :-O

Zu stehen

Wie oft hört man das: "Das brauchst du nicht machen." oder "Das braucht nicht gesäubert werden." – und jedes Mal bekomme ich einen Knick in der Ohrmuschel und denke mir das fehlende "zu" hinzu. "Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen erst gar nicht zu gebrauchen." – diesen Spruch kannte ich schon mit 6 Jahren und es hat sich tief eingebrannt.

Hat zwar damit jetzt gar nichts zu tun, aber eben wollte ein Kunde wissen: "Enstschuldigung, wo haben Sie denn die Butter zu stehen?"

Ist das einfach nur eine vollkommen falsche Verwendung des oben genannten "zu" gewesen oder ist das irgendeine Eigenart eines Dialekts?

Total gefährlich

Gespräch mit einer Kundin. Es ging um Kartoffelchips, deren relativ kurzen Haltbarkeitsdaten und dass sie die eigentlich zu einer Bekannten nach Fernost schicken wollte, was natürlich ein paar Tage dauern kann. Nicht, dass die Zeit für den Versand nicht reichen würde, aber trotzdem sorgte sie sich um das Datum, da ihre Bekannte die Chips ja nicht alle sofort aufessen würde.

Ich erwiderte, dass das normalerweise kein Problem darstellen sollte. So schnell passiert mit der Ware ja nichts.

"Werden die nicht giftig oder sowas?"

Ich erklärte ihr, dass es sein könnte, dass die Snacks etwas pappig oder fade werden können, aber dass sie sich keine Sorge wegen möglicher Gesundheitsgefährdungen zu machen braucht.

Kein Wunder, dass so viele Leute Lebensmittel regelrecht angeekelt wegwerfen, nur weil die aufgedruckte Zahl mit der auf dem Kalender übereinstimmt. Eigentlich eine Schande.

Entsetzt

Eine Kundin sprach einen Kollegen an, der gerade mehrere Einwegflaschen in den Leergutautomaten steckte:
Warum macht das Ding so komische Geräusche?

Der Automat schreddert die Flaschen, das klingt nunmal so.

Sie machen die kaputt?!?

Ja.

Die haben Ihnen doch gar nichts getan!
:-O :-)

Flucht

Ist es gemein oder einfach nur eine vorbeugende Maßnahme, wenn man sich beim Gang durch den Laden ein Telefon an das Ohr drückt und ein bisschen mit sich selber redet...

...um zu verhindern, dass eine berühmt-berüchtigte Kundin einen festhält und mindestens zweimal ihre komplette Lebens- und Leidensgeschichte aufsagt? :-O

Tengelmann

Eine Kundin hat im Gespräch meinen Laden gerade gegenüber einer dritten Person als "Tengelmann" bezeichnet. Irre, wie fest sowas in den Köpfen sitzen kann.

Schließlich war "Tengelmann" an dieser Stelle noch vor "Kaiser's" – und die sind hier vor knapp 10 Jahren ausgezogen.

Den Leinenbeutel, den man hinstellen kann

Ein Mann, mindestens nebenberuflicher Flaschensammler, hat einen Leinenbeutel, in dem er seine Fundstücke zu uns bringt. Normalerweise muss ich den nicht anfassen, aber da unser Automat gerade streikt, war händische Leergutannahme angesagt.

Bei der ersten Runde habe ich den Beutel noch mit spitzen Fingen angefasst und nichts gesagt.

Als der Mann knapp zwei Stunden später wieder da war, habe ich den Beutel wieder mit spitzen Fingern angefasst und gefragt, ob er ihn nicht mal waschen wollte.

Tolle Antwort: Ein hämisches Lachen.

Seit dem lasse ich siffige Tüten von den Kunden selber auspacken und die Flaschen direkt in die Kisten stellen.

Die schönen und die ätzenden Momente

Schön: Ein Pärchen, dass irgendwie angetrunken und heruntergekommen wirkte, hat eine Packung hochwertiges Eis kurzentschlossen wohl doch nicht mehr kaufen wollen und es deshalb einfach vor der Kasse in einen der dort stehenden Körbe geworfen.

Zwei Minuten später hat ein Stammkunde die Packung genommen und in eine Tiefkühltruhe gebracht. Einfach so, weil er nett war und mitgedacht hat.


Ätztend: Eine Kundin, die kaum Deutsch sprach, hat eine E-Plus-Guthabenkarte für ihr Handy gekauft. Beim Aufrubbeln mit einem scharfkantigen Gegenstand hat sie die Aufladenummer gleich mit weggerubbelt. Da sie aber gar kein original E-Plus sondern so eine Aldi/Medion-Karte hat, konnte ich ihr zunächst gar nicht weiterhelfen. Zu allem Überfluss kannte sie nichtmal ihre eigene Telefonnummer. Schuld an der Misere bin ich natürlich gewesen, weil ich diese Karte verkauft habe. Sie traf keine Schuld, sie kenne sich da nämlich aus, schließlich habe einen eigenen Laden.

Noch ein Notfall

Sonntag Morgen gegen 2:50 Uhr klingelte mein Handy. Aus dem Tiefschlaf hochgerissen meldete ich mich entsprechend müde:
Hallo?

Ja, ich steh' hier vor dem SPAR-Markt...

Ja. Und?

Ich dachte, der hat 24 Stunden geöffnet.

Sonntags nicht. Und darum rufen Sie mich jetzt einfach so mitten in der Nacht an?

Da steht dran, im Notfall anrufen.
Hat langsam das Zeug zum Running Gag. :-O

Blöde Situation

Durch das Bürofenster beobachtete ich, wie eine Frau verschiede Waren aus ihrem Einkaufswagen in ihre Fahrradtasche steckte, diese sorgsam verschloss und an den Haken des Einkaufswagen hängte.

Was zum..? Ich war mir 100%ig sicher, dass ich mich nicht getäuscht hatte und auch an der Kasse packte die Kundin die Ware aus der Tasche nicht aus. Sollte ich sie ansprechen? Ich war hin und her gerissen, zumal es sich bei der Frau um eine langjährige Stammkundin handelte. Was ist, wenn ich mich getäuscht hatte und deswegen eine Kundin vergrätze? Und wenn ich mich nicht täuschte und hier tatsächlich von einer vermeintlich guten Stammkundin bestohlen würde? Mist. Was tun?

Schließlich sprach ich sie freundlich und vorsichtig an und heraus kam, dass sie ihren Einkauf aus einem anderen Laden aus ihrer Tasche herausgenommen und in den Einkaufswagen gestapelt hatte, um an das Leergut, das sich in der Tasche unter der Ware aus dem anderen Laden befand, heranzukommen, um dieses im Leergutautomaten einzulösen.

Sie wirkte zum Glück nicht so, als wenn sie mir meine Frage übelgenommen hätte. Aber was hätte ich auch sonst tun sollen?

Fond und Brühe

Eine Kundin wollte Geflügelfond haben, zumindest sagte sie das. Nun haben wir im Laden sowohl Geflügelfond und Geflügelbrühe im Angebot, irgendwie ähnliche, aber dennoch verschiedene Produkte. Viele Kunden benutzten die Begriffe zwar synonym, aber das muss man doch nicht pauschal unterstellen und so ging ich mit der Kundin zum Feinkostregal und zeigte ihr das Glas mit dem Fond.

Sie guckte mich mit ganz großen Augen an: Da wäre ja gar kein Fleisch drin und dann koste das Produkt auch noch so viel Geld. Dafür würde sie ja mindestens zwei Gläser von der "anderen Sorte" bekommen.

Die "andere Sorte", die sie dann kaufte, war ganz ordinäre Hühnerbrühe mit Fleischeinlage.

Nächtliches Anpumpen

Da kommt zu nachtschlafender Zeit ein ziemlich verwahrlost wirkender Mann auf mich zu, den ich spontan nicht als Kunden identifizieren konnte und fragt mich, ob er für 15 Euro anschreiben lassen könne.

Die Antwort ist nicht schwer zu erraten, denke ich.