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Praktikumsbewerbung aus Vorlage

So kann es passieren, wenn man für seine Bewerbung eine irgendwo gefundene Vorlage verwendet und diese nicht noch einmal abschließend durchließt und im Idealfall vervollständigt:

[…]

Ich bin motiviert, zuverlässig und arbeite gerne im Team. Außerdem bin ich bereit, neue Aufgaben zu lernen und mich aktiv einzubringen.

Gerne würde ich das Praktikum im Zeitraum von [Datum einfügen] bis [Datum einfügen] absolvieren.

Über eine positive Rückmeldung freue ich mich sehr.

[…]
Okay, "von [Datum einfügen] bis [Datum einfügen]" ist natürlich ein sehr flexibler Bereich, aber da wir grundsätzlich keine Praktikanten mehr aufnehmen, hat sich die ganze Anfrage ohnehin erledigt …

"Unser spezieller Service"

Eine Kundin hat einer Kollegin einen ausgedruckten Zettel in die Hand gedrückt und ganz stolz berichtet, was sie noch zu Hause gefunden hat. Es war unsere "Serviceliste", ein Ausdruck, den wir in den ersten Jahren immer bergeweise auf dem Packtisch ausliegen hatten. Diese Liste hat sich im Laufe der Zeit verändert, es gab immer wieder Aktualisierungen, aber grundsätzlich war sie immer ungefähr gleich gestaltet.

Die Dateien haben ich natürlich noch hier auf dem Rechner liegen, ich brauchte den Zettel also nicht noch einmal extra auf den Scanner zu legen.

Ich kann die Liste ja mal kurz durchgehen:

· Lieferservice: Eingestellt, weil wir kein zuverlässiges Personal gefunden haben.

· Blitzkauf: Hat nie jemand genutzt. Würden wir wohl grundsätzlich immer noch machen, aber da ist wieder das selbe Problem wie beim Lieferservice: Welche Artikel meint der Kunde genau, wenn dort "Obst" oder "Milchreis" oder "Aufschnitt" steht? Da kann man dann nur abwarten, dass man den Kunden wieder zu sehen bekommt und kann erst dann den Auftrag beenden und auch dann erst durch die Kasse ziehen.

· Kostenloser Parkplatz: Hat auch nie jemand ernsthaft genutzt. Unsere Kunden kommen normalerweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Seit wir den Zaun haben, ist das Thema ohnehin vom Tisch.

· Qualifizierte Beratung und individueller Service: Qualifizierte Beratung gibt es natürlich weiterhin, schließlich sind wir vom Fach mir vielen Jahren Erfahrung – aber unterm Strich klingt das wie eine Blabla-Floskel.

· Sonderwünsche: Haben wir immer wieder gemacht und den Kunden Sachen z. B. von unserer wöchentlichen Metro-Tour mitgebracht. Da wir da aber kaum noch sind und der Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen steht, gibt es diese Leistung nicht mehr als festes Angebot.

· Transfair-Angebot: Mehr denn je. Während wir damals nur das kleine Holzregal hatten, präsentieren wir Artikel aus fairem Handel seit Jahren schon in einem mehrere Meter langen Regal und haben auch regelmäßig eines der größten Angebote der Stadt, zumindest bei Lebensmitteln.

· Ausländische Spezialitäten und Naturkost von Rila: Diese Spezialitäten haben wir bis heute, aber natürlich hat sich das Sortiment im Laufe von über 20 Jahren immer wieder verändert, Artikel kamen und gingen. Die "Rinatura"-Naturkostsparte von Rila schrumpft immer weiter, aber das ist für uns nicht schlimm, wir belegen im gesamten Absatzgebiet der Edeka einen der Spitzenplätze hinsichtlich des Anteils an Bio-Produkten im Sortiment.

· BIO-Wurst und -Milchprodukte: Siehe letzter Punkt. Während Bio vor 20-25 Jahren noch eher ein Kuriosum für irgendwelche "Ökos" war, ist es bei uns allgegenwärtig und vollkommen normal in den Regalen parallel zur konventionellen Ware und nicht mehr in "dem" Bio-Regal zu finden.

· frisches Bio-Fleisch: Tiefgefroren hatten wir es noch bis vor ein paar Jahren, aber auch das ist uns trotz der längeren MHDs immer wieder abgelaufen. In Anbetracht der Preis und des Aufwands für die Kunden bei der Vorbestellung hat sich das erledigt. Ich weiß nicht einmal, ob es die Produkte überhaupt noch über unseren Bio-Großhandel als SB-Ware gibt. Dafür haben wir inzwischen etliche Bio-Artikel im SB-Fleisch-Regal liegen, die wir über die Edeka bekommen können.

· muslimische Wurst: Sucuk haben wir in zwei Sorten, ansonsten aber keine Artikel.

· Ziegenkäse-Sortiment: Ziegenkäse haben wir bis heute, ob die Auswahl besonders reichhaltig ist, kann ich nicht beurteilen. Die Artikel sind nicht der Renner und man kommt daher leicht mit dem MHD in Konflikt.

· Häagen-Dazs: Haben wir seit einer Weile gar nicht mehr. Irgendwann hat die Edeka fast alle Sorten ausgelistet (oder es gab andere Gründe dafür, dass wir nur noch ein paar wenige und bei uns unbeliebte Sorten bestellen konnten) und das war dann das Ende dieser Marke bei uns.

· Chocofrüchte: Von Kneisl, ich weiß gar nicht ob die zu Gubor gehörten oder ob der Außendienst das nur parallel gemacht hat, hatten wir jahrelang die mit Schokolade umhüllten Früchte. Da waren ein paar sehr, sehr geniale Produkte dabei, aber irgendwann gab es die eben nicht mehr.

· Geschenkgutscheine: Unsere eigenen haben wir bis heute.

· Einpackservice: In den vielen Jahren hat das quasi nie jemand genutzt. Eine Kundin hat sich mal irgendwas profanes, ein Glas Honig unserer Eigenmarke oder ähnlich, in Geschenkpapier einwickeln lassen. Haben wir nicht mehr, machen wir nicht mehr.

· Präsentkörbe: Aussterbende Spezies, zumindest bei uns. Da wir auch keine Körbe mehr haben, hat sich das ebenfalls erledigt.

· Kühlboxenverleih: Mangels Kühlboxen, die sind im Laufe der Jahre alle irgendwie zerbröselt oder anderweitig abhanden gekommen, ist auch dieser Service nicht mehr verfügbar. Klingt irgendwie schade, aber auch das hat quasi nie einer genutzt. So viel Geld als Pfand zu hinterlassen und dann die Box noch wieder zurückbringen müssen war wohl den meisten Kunden zu viel Aufwand im Vergleich mit einer speziellen Tragetasche.

· Frischfisch auf Vorbestellung: Waren Artikel, die wir dann wöchentlich bei Metro geholt haben. Hat sich, siehe oben, erledigt. Aber auch das hat im Grunde nie jemand genutzt und selbst der SB-Fisch, den wir über die Edeka bekommen können und den es zum Discountpreis gibt, lief hier so schlecht, dass wir uns von dem Sortiment inzwischen wieder getrennt haben.

· Umtauschgarantie: Leben wir bis heute. Bei unterbrochenen Kühlketten nehmen wir Artikel natürlich nicht einfach so zurück, aber spätestens wenn es einen Qualitätsmangel gibt, wird diskussionsfrei umgetauscht.

· Mehrweg-Getränke auf Kommission, auch vorgekühlt: Machen wir bis heute.

· Nachladekarte für Mobiltelefone: Inzwischen haben wir für so ziemlich jeden Mobilfunkanbieter Guthaben in unterschiedlichen Höhen, dazu kommen noch alle möglichen anderen Guthaben und Geschenkkarten. Die Auswahl, die wir hier im Laden stehen haben, ist so groß, dass ich mir nicht merken kann, was da alles an dem Ständer hängt.

· Essensmarken: Nein. Hat nie jemand genutzt und diese Verpflegungsscheine / Restaurant-Schecks kann ich auch gar nicht annehmen, da wir in keinem der Systeme registriert sind.

· Nebensammelstelle der KorKampagne: Machen wir bis heute!

· Electronic-Cash-Zahlung: Vor 25 Jahren ein Kuriosum im Lebensmittelhandel, inzwischen zahlen an manchen Tagen bis zu 80% (!!!) unserer Kunden bargeldlos – mit Girocard, Kreditkarte oder dem Smartphone.

· Post-Nachbarschaftsdienst: Wird nicht oft genutzt, aber machen wir immer noch. Meistens eher ohne die vorherige Absprache, sondern weil der Paketbote die Nachbarn nicht angetroffen hat und von sich aus gefragt hat, ob er das hier ("beim Nachbarn") abgeben darf.

Unterm Strich liest sich das gerade brutal, die meisten der Leistungen, mit denen wir einst geworben haben, gibt es nicht mehr. Andererseits sind diese Punkte entweder deshalb weggefallen, weil irgendwann die Grundlage fehlte oder weil sie nie in annähernd relevanter Anzahl genutzt worden sind.
Aber auch wir haben uns verändert. Damals, in den ersten Jahren nach der Existenzgründung, haben wir uns ein bisschen wie Tante Emma gefühlt und wollten uns auf alle Fälle irgendwie als besonders darstellen. Zumindest bei uns sind die Kunden ausreichend froh, wenn sie immer alles finden, der Leergutautomat funktioniert und sie an der Kasse nicht lange warten müssen. Daran arbeiten wir aber auch tagtäglich mit viel Einsatz – selbst an umsatzschwachen Tagen sind insgesamt über den Tag verteilt mindestens elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant, hinzu kommen noch meistens Ines und ich. Das ist vermutlich viel mehr wert, als jede Service-Liste.


Wieder einmal demolierte Plomben

Ich weiß auch nicht, haben wir hier einfach nur besonders viel Pech oder ist die Technik auch woanders so anfällig. SCHON wieder hat jemand (ein Name hing leider nicht dran) es geschafft, die Fluchttürhaube mitsamt Plomben von unserem Notausgang abzureißen.

Dass ich vor ein paar Wochen erst so einen recht üppigen Nachschub an diesen Plomben (aka "Ersatzoberplatten") bestellt hatte, geschah offenbar in weiser Voraussicht.

Wieder einmal 6 Euro in die Tonne …


Die Mikrowelle im Personalraum

Die Mikrowelle bei uns im Personalraum ist inzwischen gute sechs Jahre alt. Sie ist von unserer Edeka-Eigenmarke und hat immer gute Dienste geleistet, grundsätzlich funktioniert sie auch immer noch. Das ist auch gar nicht der Grund für diesen Blogeintrag.

Ich weiß nicht, ob die Mikrowelle in den Jahren überhaupt mal gereinigt wurde (ich benutze sie nicht und gucke daher da auch normalerweise nicht rein), aber im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle ist sie kein reines Küchengerät mehr, sondern ein weit darüber hinaus reichendes Archiv jahrelanger Mittagspausen.

Hier ein Spritzer Tomatensauce aus dem Jahre 2020, dort ein Klecks Chili con Carne aus dem vergangenen Herbst und wenn man die einzelnen Schichten vorsichtig abträgt, ergeben sich vielleicht auch noch die Spuren einer explodierten Packung Meica Curry King. Vielleicht sollte sie inzwischen auch gar nicht mehr geputzt werden, denn möglicherweise hat bereits das Bremer Landesamt für Denkmalpflege dieses einst profane Küchengerät unlängst zum kulturhistorisch wertvollen Querschnitt durch die Essgewohnheiten unserer Belegschaft erklärt.

(Inzwischen hat sich ein Kollege erbarmt und das Ding gereinigt.)

Merke: Wenn das Essen beim Erwärmen lauter knallt als das Feuerwerk an Silvester, lohnt sich möglichweise ein kurzer Blick in den Innenraum um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist oder sich die angehende Mahlzeit gerade an den Wänden und der Decke verteilt …


Ex-Mama-Aufsteller

Die Reste von dem Mama-Aufsteller, mit dem wir uns nun viel zu lange hier im Laden herumgeschlagen haben, waren in den letzten Tagen bereits sehr übersichtlich und haben nun endgültig den Weg auf den Restetisch gefunden.

Damit ist das Kapitel beendet.

Merke: Vorerst keine Ramen / Nudelgerichte mehr als Aufsteller.


Bon-Einzug an unserem Leergutautomaten

Was ich schon seit Jahren hier mal im Blog zeigen wollte: Der Drucker unseres Leergutautomaten ist in der Lage, Bons, die nicht mitgenommen wurden, wieder einzuziehen. Das ist sehr praktisch.

Zum einen ist es ein Sicherheitsmechanismus: Vergessen Kunden ihren Bon, wird dieser automatisch nach einer Minuten wieder in den Automaten gezogen. In der Zeit besteht natürlich auch die Chance, dass jemand ihn entdeckt und mitnimmt, aber oft genug stehen die Kunden auch nicht unmittelbar hintereinander vor dem Automaten. Das hat in all den Jahren schon oft für glückliche Kunden gesorgt, wenn wir ihren vergessenen und verloren geglaubten Bon doch noch aushändigen konnten.

Die Funktion kommt aber auch zum Einsatz, wenn ein Bon gedruckt werden soll und noch ein anderer Leergutbon im Drucker hängt. "Schwupps" ist er weg. (Und liegt einfach im Gehäuse hinter der Tür. Dafür nun noch extra eine eigene Auffangschale zu installieren wäre dann doch etwas übertrieben gewesen.)


450-Euro-Präsentkorb

In einer E-Mail erklärte mir ein Mann, dass er sich mit mehreren Leuten zusammentun und jemandem zu einem hohen, runden Geburtstag einen Präsentkorb im Wert von 400-450 Euro verschenken wollte.

450 Euro in einem Präsentkorb ist schon 'ne Ansage, zumindest mit Produkten aus unserem Sortiment. Selbst mit einem guten Cognac, weißem Thunfisch, ein paar Tafeln Zotter-Schokolade und einigen anderen höherwertigen Lebensmitteln könnten wir mit den Artikeln bei uns aus dem Laden kaum einen durchschnittlich großen Korb füllen, um auf diese Summe zu kommen.

Das hatte ich dann auch so geantwortet, aber nie eine Antwort bekommen.

Frosty Pocket

Vor ein paar Tagen kam von einer regionalen Handelsagentur, mit der ich seit mindestens zwei Jahrzehnten schon immer wieder mal unregelmäßig zusammenarbeite, eine E-Mail mit dem Flyer für Slush zum selber Einfrieren. Dass die "Frosty Pocket"-Produkte einen Elefanten im Logo tragen, war nicht für die Bestellung ausschlaggebend, ich schwör's. Höchstens unbewusst tief aus dem Inneren, aber dann war das nicht mutwillig gesteuert.

Ich fand das Produkt einfach mal interessant und so haben wir jetzt einen kleinen Aufsteller mit 180 dieser Quetschbeutel hier stehen und ich bin gespannt, ob sie laufen werden:


Eddieday (26)

Wir kannten Eddie gut, wir konnten ihn wirklich gut lesen. Seine Reaktionen, seine Geräusche, sein Verhalten. Er war ein echtes Familienmitglied und nicht nur ein felliger Mitbewohner, der sich ständig über einen leeren Napf beschwerte. Okay, das auch. Aber manchmal fragte man sich wirklich, was dieses kleine Katzenhirn gerade wohl für Gedanken dachte …


Verwirrende E-Mail an mich und nicht an mich!

Mit dem Außendienstler eines Lieferanten bin ich per Du. Nachdem ich eine Frage an ihn hatte, bekam ich die folgende E-Mail, die bei mir für geringfügige Verwirrung hinsichtlich meines Kenntnisstandes bezüglich der Anzahl meiner Persönlichkeiten sorgte:

Gute Morgen Björn,

kannst Du das bitte klären und Herrn Harste informieren?
Ein Blick in die Kopfzeilen der Mail sorgen aber schnell für Entwirrung: Der angesprochene Björn bin nicht ich, sondern ein gleichnamiger Kollege des Außendienstlers, den derselbe um Rat gefragt hat.

Ich habe die Mail nur bekommen, da ich im CC mit drin stand.

Aber natürlich fühlt man sich in so einem Fall erst einmal direkt angesprochen … :-P

Streichholzschächtelcheneimerchen

Da ich keinen adäquaten Ersatz für die geklaute blaue Stapelbox finden konnte, und auch sämtliche Pappkartons irgendwie untauglich waren, steht nun auf dem Packtisch ein ausgemusterter Blumeneimer, in dem die alten SPAR-Werbezündhölzer nun wie in den vergangenen Wochen auch zum kostenlosen Mitnehmen bereitliegen.

Falls wieder jemand das Schild für sich so auslegt, dass der ganze Behälter gemeint ist, werde ich das selbstverständlich hier erwähnen, aber ich werde mich nicht darüber aufregen. Dies scheint mein absolut missverständliches Schild wohl zu implizieren, aber das Schild bleibt so und da uns der Vorrat an Eimern auch nicht so schnell ausgehen wird, ist das hier wohl jetzt die beste Lösung: