Die Leute aus der angrenzenden Moschee haben ungefragt auf meinen Teil vom Hof einen kleinen Fahrradständer gestellt, in dem sich ein paar Kinderräder befanden. Ich hatte mal wieder meine Anhängerkupplung angebaut, habe auf dem Hof rückwärts gewendet und die Räder dabei überhaupt nicht bemerkt. Als ich die Einfach hochfahren wollte, hörte ich so ein seltsames kratzendes Geräusch von hinten.
Ein Fahrrad fängt man sich ja auch nicht alle Tage.
ich finde dein Blog höchst interessant, es befriedigt nämlich sehr oft mein Nerd-Gehirn, welches sich zu zig Alltagsdingen (und Einkaufen im Supermarkt ist natürlich häufiger Alltag) die Frage stellt "Warum isn des so?"
Vielleicht kannst du mir helfen und deine Sicht der Dinge zu zwei mich immer wieder beschäftigenden Beobachtungen im (Tengelmann-) Supermarkt gegenüber abgeben.
Ich kann's versuchen. Nur weil ich die Läden hier seit 15 Jahren betreibe, bin ich auch nicht allwissend. Aber ich kann zumindest wie immer versuchen, den Sachverhalt mit meiner Denkweise nachzuvollziehen…
Nummer 1:
Es gibt in diesem Tengelmann eine "Resterampe", d.h. Regalkörbe mit Zeug das anscheinend raus muss (MHD, Produktabverkauf, etc).
Diese Regalkörbe standen bestimmt 3 Jahre lang zwischen den Kassenbändern, auf Höhe der tatsächlichen Scannerkasse. D.h. als schlangestehender Kunde habe ich die Regalkörbe erst erreicht, wenn meine Waren bereits beim Scannen waren und ich entsprechend zu dem Zeitpunkt dann auch schon das gescannte Zeug wieder in Taschen räume oder Geld herauskrame.
Aus meiner Sicht hat an dem Punkt im Normalfall kein Kunde Zeit oder Nerven, sich noch einen Überblick über die Resterampe zu verschaffen und sich gegebenenfalls noch was davon als Spontankauf mitzunehmen.
Ich habe nie verstanden, warum man die Regale ewig lang an diesem denkbar ungünstigsten Platz aufgestellt hat. Gibt es dafür eine Erklärung, die dir einfallen würde?
Erklärungsmöglichkeiten gibt es viele. Es war möglicherweise der einzig akzeptable Platz für diese Ware. Oder vielleicht wurde trotz des "Zeitdrucks" genügend Ware abverkauft. Wenn die Körbe da jahrelang standen, wird das Konzept wohl irgendwie funktioniert habe..
Nummer 2:
Beim Beobachten der Kassenangestellten wundert es mich immer wieder, dass diese jedes einzelne Produkt umständlich über den Scanner ziehen.
Auch wenn z.B. 3 identische Milchpacks gestapelt auf dem Band liegen, so dass man nur die unterste drüberziehen und auf den Tasten schnell "3mal" drücken müsste, nehmen sie jede einzeln und scannen diese.
Ist meine Annahme aus deiner Sicht überhaupt korrekt, dass "einmal scannen plus 3mal-Knopf auf der Kasse drücken" effizienter ist als "dreimal scannen"?
Gibt es bei dir im Markt dazu eine Best-Practice, die neuen Kassenmitarbeitern erklärt wird? Oder bleibt das jedem selber überlassen, wie er sein Waren-Scannen möglichst handgelenksschonend und effizient organisiert?
Um der durchschnittlichen Kasse eine Menge mitzuteilen, muss man meisten zwei oder Tasten drücken: Eine oder zwei Ziffern für die Anzahl der Artikel und eine Taste "x" oder "Menge", um dem Gerät mitzuteilen, dass der Artikel mehrfach erfasst werden soll. Man muss also seine Hand von der Ware nehmen, zur Tastatur fassen, diese zwei oder drei Tasten betätigen und dann die Ware wieder in die Hand nehmen. Je nach Aufbau des Kassenarbeitsplatzes und den Fähigkeiten des Mitarbeiters kann das eine oder das andere schneller gehen.
Bei uns ist es so geregelt: Ein einzelner Artikel wird logischerweise einzeln gescannt. Bei zwei Artikeln scannen wir diese auch einzeln. Bei drei gleichen Produkten ist es genau im Grenzbereich zwischen den beiden Abläufen. Je nach dem, wie leicht sich der Artikel erfassen lässt (Bonbontüten mit zerknickten Barcodes lassen sich z.B. häufig schwerer vom Scanner lesen), kann es schneller gehen, die Artikel einzeln über den Scanner zu schieben oder doch tatsächlich die Mengentaste zu verwenden. Ab vier auf jeden Fall die Eingabe der Menge schneller.
"Beast of the Deep" (Heller Bock) und "Sun Day" (Easy Pale Ale), zwei Biere aus der Brewers & Union UG in München in etwas ungewöhnlich schlichter Aufmachung:
Eine Frau rief an und erklärte meinem Mitarbeiter am Telefon, dass ihre Freundin bei einem meiner Mitbewerber hier beim Ladendiebstahl erwischt worden wäre und dass ihr die Art und Weise, die die Mitarbeiter in dem Markt mit ihrer Freundin umgegangen wären "gemein" vorkäme.
Antwort meines Mitarbeiters: "Wenn Sie oder Ihre Freundin klauen, ist das auch nicht nett!" – und er bat um etwas Verständnis dafür, dass Ladenmitarbeiter ihre Scheißlaune lieber an Ladendieben auslassen, die ihren Arbeitsplatz gefährden, als an ehrlichen Kunden.
Darauf ging die Frau allerdings gar nicht weiter ein. Es ging ihr wohl vor allem darum, dass in dem Markt eine recht hohe Bearbeitungsgebühr von Ladendieben kassiert würde und dass das ihrer Ansicht nach überhaupt nicht gerecht wäre.
Nach einigen Verzögerungen haben wir nun doch endlich das neue ec-Terminal für die zweite Kasse bekommen. Eigentlich ist das Gerät auch total klasse (klein, schnell) – der Haken ist, dass dort aufgrund der kompakten Bauweise auch kleinere Papierrollen hineingehören als in meine anderen drei Geräte und ich extra dafür diese (teureren) Rollen bestellen muss und folglich auch immer darauf achten muss, beide Papiersorten vorrätig zu haben.
Das muss also unbedingt noch getauscht werden, aber von dem Außendienst-Mitarbeiter des ec-Anbieters, der sich darum kümmern wollte, habe ich seit über einer Woche nichts mehr gehört. Werde ihn Montag nochmal anrufen…
Als ich spät abends nochmal im Markt ind er Münchener Straße war, habe ich den Monster-Kühlschrank nochmal ohne eingeschaltete Ladenbeleuchtung fotografiert. Da ließ sich die Wirkung dann sogar im Bild festhalten.
wenn du das Angebot schon gibst, würde mich da schon etwas interessieren:
Wie sieht denn so der Verdienst mit einem eigenen Supermarkt aus? Natürlich möchte ich jetzt nicht wissen, was du genau verdienst, mich würde nur einfach mal grundsätzlich interessieren, Wie man sich so selbstständig macht und was da monetär am Ende ungefähr bei rauskommt.
Falls es dazu schon einen Eintrag gibt, hab ich nichts gesagt. Ich lese schon lange mit, aber jeden Beitrag hab ich da doch nicht vor Augen/gesehen.
Fangen wir mit dem "wie" an: Man braucht ein gewisses Eigenkapital (oder zumindest entsprechende Sicherheiten) und muss normalerweise mehrere Jahre in einem Markt mitgearbeitet haben. Dann kann man sich an z.B. die Edeka, Büntig oder Rewe wenden und wenn man dann einen geeigneten Standort gefunden hat, kann's schon losgehen.
Ich hatte damals etwas mehr Glück: Über die Empfehlung eines Einzelhändler-Kollegen kam plötzlich ein Mitarbeiter der SPAR auf mich zu (das war zu meiner Zeit beim Discounter PLUS) und lud mich regelrecht auf eine Zusammenarbeit ein. Die Finanzierung musste natürlich trotzdem geregelt werden, aber das klappte aufgrund der tollen Unterstützung durch die SPAR absolut reibungslos. Der Kapitalbedarf für diesen Markt (Teilweise neue Einrichtung, Renovierung und Erstausstattung an Ware) belief sich damals auf ziemlich genau 400.000DM. Das ist für jemanden mit Mitte Zwanzig verdammt viel Geld. Entsprechend groß war die Verantwortung und der damit verbundene Leistungsdruck. Die ersten fünf Jahre waren 90-100 Stunden pro Woche hier im Markt vollkommen normal. Danach entspannte sich die Situation etwas und inzwischen funktioniert das Konzept hier glücklicherweise. (Mittlerweile muss ich zwar wieder viel Geld für die zwingend notwendige Renovierung / Sanierung in die Hand nehmen, aber das hat damit jetzt ja nichts zu tun…)
Die spannendste Frage ist damit noch nicht beantwortet: Wieviel verdient man mit so einem Laden? Da das von Standort zu Standort unterschiedlich ist, kann man das im Grunde gar nicht allgemein beantworten, aber ich drück's mal so aus: Wer bereit ist, mindestens eine normale Wochenstundenzahl im Markt zu arbeiten, kann sich mit seinem Zahnarzt im selben Golfclub anmelden. Mein persönliches Einkommen fällt derzeit übrigens deutlich überschaubarer aus, da ich mir mit einem relativ großen Mitarbeiterstamm (aktuell ca. 13% Personalkosten) einiges an Freizeit erkaufe.
Das relativiert sich natürlich alles, wenn man mehrere Märkte (oder sogar eine kleine eigene Kette) hat, die allesamt jeweils vierstellige Quadratmeterzahlen aufweisen können. Da hat man durchaus gute Chancen, in den Club der Millionäre aufgenommen zu werden.
Wir freuen uns natürlich immer darüber, wenn Kunden kühlpflichtige Produkte nicht einfach irgendwo im Laden liegenlassen. Wenn sich jemand entscheidet, einen bestimmten Artikel doch nicht mehr kaufen zu wollen oder feststellt, dass die Geldbörse wohl doch noch warm und trocken zu Hause auf dem Küchentisch liegt, ist es immer nett (und entspricht auch meiner Vorstellung von gesundem Menschenverstand), gekühlte oder gefrorene Waren in die Kühlmöbel zurückzulegen.
Hier war es mal anders herum. Zum Glück hat mein Mitarbeiter die Sammlung in der Tiefkühltruhe rechtzeitig gefunden, bevor die Dosensuppe aufgeplatzt ist:
Wenn einem eine Mitarbeiterin ihre Kündigung in die Hand drückt und damit dem Chef zuvorkommt, der ihr seinerseits die Kündigung aussprechen wollte, ist wohl anzunehmen, dass die "Chemie" nicht so ganz stimmte.
Unser Zotter-Regal glänzt gerade mit fast vollständiger Leere. Aber die neue Ware für die Saison 15/16 ist schon bestellt und morgen oder spätestens Anfang nächster Woche ist wieder alles da.
Ich beschränke mich übrigens nur noch auf die 70g-Tafeln, MitziBlue, Balleros und Trinkschokoladen. Nibs, Lollys, Nougsus und (bis auf ein paar Sorten) Labooko habe ich schon gar nicht mehr im Sortiment und ansonsten kritisiere ich stark, dass das Sortiment von Zotter immer weiter ausgedehnt wird. Es gibt inzwischen so viele verschiedene Artikel, dass es kaum mehr möglich ist, überhaupt alle im Laden anzubieten. Darum habe ich den Schritt zurück gemacht und habe nur noch das Sortiment, mit dem ich vor Jahren auch mal angefangen habe.
Aktueller Zählerstand: 274.000 Gebinde hat unser Leergutautomat schon durch. Mit vier Monaten wird das Teil die halbe Million geknackt haben. Wenn es irgendwo eine Teststrecke für Flaschenrücknahmeautomaten gibt, dann hier in der Gastfeldstraße.
Fundstück auf dem Flaschentisch des Leergutautomaten. Da hat die Maschine wohl gedacht, eine kleine "Heinecken"-Flasche vor sich zu haben. Egal, acht Cent für einen Blogeintrag. Passt.
Ein Kunde hatte vor einer Weile mit zehn 5-DM-Scheinen bezahlt.
Einige Tage später löste er die Scheine bei einem meiner Mitarbeiter im Tausch gegen 25€ wieder zurück, weil er sie ja doch lieber behalten hätte.
Als sein Euro-Geld knapp wurde, hat er sich bei uns im Rahmen eines Einkaufs wieder von den alten Fünfern getrennt.
Nun wollte er sie wieder zurücktauschen, aber da habe ich diesmal einen Riegel vorgeschoben. Wir sind hier doch kein Pfandhaus und letztendlich soll das alte Geld ja auch mal irgendwann endgültig aus dem Verkehr gezogen werden.