Ist der Chef aus dem Haus, toben sich die Angestellten aus – und machen kreativen Werbeschilder mit eigenen Fotos von sich selber.
Vor einigen Monaten wurden ein Bekannter von mir und ein Freund von ihm (der auch bei mir hier im Markt an der Kasse arbeitet) von einer Gruppe Heranwachsender angegriffen. Dabei wurden sie nicht nur bestohlen, sondern ihnen wurde auch körperliche Gewalt zugefügt.
Nun war einer dieser Typen in Begleitung einer anderen Person hier im Markt. Sie kauften ein paar Getränke ein und mein zuvor genannter Mitarbeiter, der in dem Moment gerade an der Kasse saß, sprach mich besorgt an und fragte, wie er sich verhalten solle.
Schwierig, wirklich schwierig.
Spontan und auch von meinem eigenen Bauchgefühl her, hätten es die Typen verdient, einfach gar nicht bedient zu werden. Da mir aber klar war, was das für Konsequenzen mit sich hätte bringen können (wobei ich Beleidigungen für die am wenigsten schwerwiegende Folge gehalten habe), entschieden wir uns dafür, den beiden die gewünschten Getränke doch zu verkaufen. Mein Mitarbeiter durfte sich aber hochoffiziell von jeder Höflichkeit distanzieren – was die beiden wiederum kein Stück interessiert hat. Aber es tat zumindest dem eigenen Ego ganz gut.
Die beste Warensicherungsanlage ist nutzlos, wenn ein Ladendieb einfach durch die offenstehende Schranke am Eingang herausrennt und im Dunkel der Nacht irgendwo hier in den Seitenstraßen verschwindet.
So ist es hier gestern Abend geschehen. Ich saß gegen 22 Uhr mit einem Kollegen bei mir im Büro, als wir plötzlich den Alarm der Warensicherung und ein lautes Rufen hörten. Geistesgegenwärtig sprangen wir auf und rannten nach vorne – doch bis wir die Lage halbwegs überblickt und in Erfahrung gebracht hatten, in welche Richtung der Täter gerannt war, hatte sich eine Verfolgung auch für geübtere Läufer im Grunde schon erledigt.
Dank der Videoanlage wissen wir nun aber, wie der Typ aussah, und dass er zwei Flaschen hochwertigen Amaretto und einmal Cpt.Morgan eingesackt hatte.
Ein normaler Tag in einem Supermarkt in Sibirien.
(Vielen Dank an Björn für den Hinweis.)
Blogleser und Nachbar Arjan wollte wissen:
Willst du eigentlich Bescheid gegeben bekommen, falls man Ware mit überschrittenem MHD bei dir entdeckt (was ja selbst in dem besten SPAR-Markt mal vorkommen soll)? Als ich letzte Woche in der Nähe war, musste ich meinen Einkauf doch einfach mal wieder bei dir machen. Da ist mir ein Produkt aufgefallen, was leider seit des Monats das MHD überschritten hat. Mir tut es immer Leid, wenn Lebensmittel verschwendet werden. Ganz uneigennützig würde ich mich um die fachgerechte "Entsorgung" der leckeren Zotterschokolade kümmern, falls ihr sie noch nicht aussortiert habt.
Natürlich möchte ich es wissen, wenn jemand abgelaufene Ware hier im Laden findet. Sowas kommt aufgrund der beinahe unüberschauberen Menge an Artikeln in eigentlich sämtlichen Supermärkten leider immer wieder vor und selbst wir hier sind davor nicht sicher.
Was mit der abgelaufenen Ware passiert, ist vermutlich für viele die spannendere Frage. In den meisten Filialmärkten landet sowas aufgrund geltender Arbeitsanweisungen schlichtweg im Müllcontainer.
Wenn wir hier einen abgelaufenen (oder bald ablaufenden) Artikel finden, gehen wir immer die Möglichkeiten in dieser Reihenfolge durch:
1. Um was handelt es sich dabei und würde sich das das Produkt überhaupt noch für einen Supersonderpreis verkaufen lassen? "Supersonderpreis" kann in diesem Fall auch durchaus mal "5 Cent" bedeuten. Für uns bedeutet das, den Artikel an jemanden zu "verschenken", der ihn wirklich haben möchte.
2. Kann und mag ich das Produkt selber mitnehmen und verbrauchen?
3. ...oder Mitarbeiter?
4. Können die
Suppenengel damit was anfangen?
5. Wenn sich gar niemand finden lässt, fliegt das Produkt tatsächlich in den Müllcontainer. Das sind dann aber meistens die Fälle, in denen niemand mehr ernsthaft traurig darüber ist.
Na, wer hat's noch nie probiert?
Die Anweisung lautete, die Bonrollen ordentlich auf das Regal zu stapeln. Ordnung liegt natürlich auch jeweils im Auge des Betrachters. Was mich betrifft, war das Ergebni nicht ganz das, was ich gemeint hatte…
Sorry, CNR!
So kann man Tischtennis natürlich auch spielen.
Wenn man kann.
Was will uns dieser Satz nur sagen?
Warum finden es eigentlich so viele Kunden witzig oder spannend, ihre Ware selber (von ihrer Seite des Kassentisches dann natürlich überkopf zu erleben) am Scanner vorbeizuziehen?
Hmm, diese Begeisterung müsste man ausnutzen… Bin ich der einzige, der sich gerade an die Geschichte von Tom Sawyer und den Gartenzaun erinnert, den
er eigentlich streichen sollte?
Sieht zwar aus wie
Uwes Folterkiste (Joah, lange her…), ist es aber nicht.
Die Sammlung aber auch mal wieder etwas damit zu tun, die richtige Leergutannahme zu lernen. Diesmal betrifft es allerdings keine neuen Mitarbeiter, sondern unseren Rücknahmeautomaten, der mit einem Teil dieser Flaschen seine Probleme hat. Entweder, weil er bepfandete Gebinde nicht oder mit dem falschen Wert annimmt – oder weil er unbepfandete Flaschen fälschlicherweise akzeptiert. Das können wir bei unserem Automaten zum Glück selber pflegen, es müssten nur mal ein paar Minuten Ruhe und genug Muße dafür vorhanden sein.
Witzig finde ich übrigens die kleinen Sichtfenster in den "Mitzi-Blue"-Verpackungen, die von Zotter liebevoll "Genussvorschau" getauft wurden.
(Auch wenn es zugegebenermaßen auf dem Foto gerade ziemlich blass und überhaupt nicht nach "Genuss" aussehen will…)