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Wein-Kisten (Ja, MIT Bindestrich!)

Natürlich kann man die goldenen Weinkisten so hinstellen, dass vorne eine einzelne steht und dahinter ein hoher Turm. Man kann sie auch in gleichmäßigen Stapeln anordnen. Das sieht nämlich dann nicht nach solchen Wohnbauprojekten aus. :-|


Puzzle-Kartons

Ein Andenken an meinen kleinen Markt in Achim haben wir hier übrigens immer noch täglich mehrfach in der Hand: Vier gleichgroße Puzzle-Kartons mit Deckel, die damals meine Marktleitung Tanja angeschleppt hatte und in die exakt die Zählbretter mit unserem Kleingeld aus den Kasseneinsätzen passen.

Inzwischen sind sie zwar mit Gewebeklebeband verstärkt und sehen auch nicht mehr so wirklich schön aus, aber sie erfüllen noch wunderbar ihren Zweck – auch nach mittlerweile fast zehn Jahren Einsatz hier in der Gastfeldstraße. :-)

Tanja… Was aus ihr wohl geworden ist? Sämtliche Kontaktmöglichkeiten hat sie abgebrochen und es wirkt so, als wäre sie spurlos verschwunden. Dabei hatten wir uns immer gut verstanden und auch noch lange Zeit nach dem Ende des Marktes privaten Kontakt gehabt. (Sollte sie das hier zufällig sehen: Darfst dich gerne mal melden, wenn du magst…)


Gefrorenes und frisches Fleisch

Ein Kunde suchte "gefrorenes Fleisch". Spontan fielen mir da nur Hähnchen und andere Geflügelteile ein und auch das Bio-Hackfleisch, das wir seit etlichen Jahren im Sortiment haben. Da "gefrorenes Fleisch" natürlich ein sehr dehnbarer Begriff ist, erkundigte ich mich nach dem genauen Wunsch. "Huhn, Fleisch, irgendwas. Müsste ich mal gucken."

Also führte ich ihn zur Tiefkühltruhe. Während wir da standen, kam mir in den Sinn, dass wir ja auch dieses "Standardsortiment" an bratfertigen geflügelteilen haben: Cordon Bleu, Puten- und Hähnchenfilet, mit Panade, mit Marinade und so weiter – aber das war's auch nicht. Er war ganz enttäuscht, wollte nämlich nichts fertiges sondern einfach nur "frisches Fleisch", das er in der Küche verwenden konnte.

Ich horchte auf. Mooooment. Frisch oder gefroren? Wir machen da ja schon einen Unterschied. "Frisches Fleisch" wollte der gute Mann haben und so zeigte ich ihm unsere Fleischtruhe mit der abgepackten Ware.

Na, das hätte er ja auch gleich sagen können. :-)

Mr. Cool!

Nachdem ich mir am Montag Abend bei uns im Garten an einem hinterhältig aus meinem Anhänger ragenden Zweiglein die Hornhaut des rechten Auges angekratzt habe, laufe ich hier heute mit Sonnenbrille in der Firma herum.

Ich versuche zwar, die Arbeit auf den Hintergrund und die Büros zu beschränken, aber ganz verstecken kann ich mich hier auch nicht. Ein paar Kunden haben schon irritiert geguckt, aber ich habe auch keine Lust, jedem die Geschichte mit der Gartenarbeit zu erzählen.

Sollen sie mich doch für Mr. Cool halten. 8-)

WC

Eine Kundin frage mich, ob sie mal auf die Toilette gehen dürfe. Ich hatte gerade wichtige Dinge zu tun und suchte deshalb meine Mitarbeiterin, die sie auf dem Weg durch das Lager begleiten sollte. Nachdem ich alles abgesucht hatte, folgte die Erkenntnis, dass die Toilette gerade durch genau diese Mitarbeiterin besetzt war.

Da die Frau nicht warten wollte, ging sie unverrichteter Dinge wieder.

Ist das Pfand?

Eine Kundin hielt mir eine unbepfandete Saftflasche vor die Nase und frage: "Ist das Pfand oder ist das kein Pfand?"

"Das ist eine Flasche. Aber nein, kein Pfand, falls Sie das wissen wollten."

Nicht nett, diese Klugscheißerei. Es überkam mich einfach. Aber die Frau hatte den kleinen Pieks in die Seite auch gar nicht verstanden, glaube ich. :-P

Angeblich Flüchtling

Ein junger Mann hat bei uns geklaut. Er tat so, als wenn er kein Wort Deutsch verstünde, aber rein zufällig kam nach ein paar Minuten ein anderer Typ in den Laden, der vorgab, den Dieb zu kennen. "Der ist ein Flüchtling aus Syrien, hat keine Papiere und spricht noch gar kein Deutsch", erklärte er.

Nachdem der Bösewicht einsah, dass wir tatsächlich die Polizei rufen, versuchte er, ohne die Beamten aus der Nummer herauszukommen. "Ich muss zur Arbeit", drängelte er in gebrochenem Deutsch und hielt uns eine Bankkarte und eine Krankenkassenkarte als Ausweisersatz vor die Nase. Flüchtling, klar. Wie viele Flüchtlinge aus der aktuellen Welle haben hier schon ein eigenes Bankkonto? Okay, danke.

Als die Polizei kam, erklärte er übrigens nach der Frage, wo er denn arbeiten würde, dass er keine Arbeit hätte. Nebenbei kam heraus, dass er Albaner ist und mit Syrien so wenig zu tun hat, wie ich mit dem Kongo.

Bsssssssssss!

Ich hätte schwören können, dass ich dieses Foto schon einmal hier im Blog gezeigt habe – aber konnte einen eventuellen Beitrag beim besten Willen nicht finden. (Sollte jemand mehr Erfolg haben, bitte ich um die entsprechende Info.)

Dieses possierliche Tierchen saß einst auf meinem Schreibtisch, als ich gerade mit meinem Makroobjektiv herumgespielt habe. Chance genutzt. :-) (Als Dank für das Bild hatte die Fliege damals übrigens von mir die Freiheit geschenkt bekommen…)


Ostereier

Eine Mutter war mit zwei etwa dreijährigen Kindern im Laden. Als er den Osteraufbau entdeckte, rief einer der Jungs laut: "Mama, guck mal! Ostereier!" Nach einer kurzen Pause fragte er: "Warum haben die so viele?"

Mama: "Damit der Osterhase sie hier kaufen kann."

Junge: "Warum kauft der Osterhase die Eier?"

Mama, nach der Elternlüge eine Ausrede benötigend: "Öhm. Weil. Öhm. Er es nicht schafft, so viele bis Ostern anzumalen."

Unisex-Kassen

Im Rahmen der allgemeinen Gender Studies und den Forschungen an der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und dabei auch im Speziellen der systematischen Benachteiligung im Beruf und sozialem Umfeld, haben wir hier im Markt in der Gastfeldstraße ein kleines Pilotprojekt gestartet.

Ab sofort betreiben wir daher unsere ersten drei Kassen (Nummer 1 bis 3) als sogenannte Unisex-Kassen, an denen sich alle Personen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität anstellen und ihre Einkäufe bezahlen dürfen!

Links 359

Verbraucherzentralen fordern Lebensmittel-Wegwerfverbot

Wie Supermärkte zur „Wohlfühltiefkühl“-Zone werden sollen

Aus für den 500-Euro-Schein rückt näher

Plastiktüten: 20 Cent gegen die Müllberge

Obsoleszenz: Hersteller sollen Gerätelebensdauer angeben

Die Namen der Möhre

Das große Geschäft mit dem Essen aus dem Internet

Deutsche kaufen mehr als zwei Milliarden Dosen

Das dreckige Geschäft mit dem Palmöl

Wie kleine Gemeinden von großen Handelsketten kaputt gemacht werden

Den Leuten geht es gut!

Vor einer Weile hatte sich hier ein junger Mann beworben. "Jung" ist relativ, er ist knapp dreißig und bereits verheiratet. Hatte schonmal eine Ausbildung im Einzelhandel angefangen, die er aus familiären Gründen abbrechen musste und versuchte nun, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen.

Er machte einen super sympathischen Eindruck auf mich, aufgeschlossen und arbeitswillig, die Proberunde an der Kasse lief angenehm erfolgreich und letztendlich bot ich ihm sogar an, eventuell ab dem Sommer seine Ausbildung hier fortzusetzen, so dass er auch da irgendwann mal eine handfeste Berufsausbildung in der Tasche hätte.

Wir vereinbarten einen Termin für ein weiteres Kassentraining, das dann niemals stattfand, da wir nie wieder etwas von ihm hörten.

Beleidigt und sauer

Nachdem der Leergutautomat die Flaschensammlung eines Kunden aufgrund zerknickter, beschädigter und versiffter eher schlecht als recht annehmen wollte, erbarmte sich einer meiner Mitarbeiter und nahm dem Mann die Tüte ab und wollte den Inhalt gerade mit bloßen Händen rausholen – als er in irgendeine große Pfütze schmutzigen und stinkenden Getränkesud fasste.

Er drückte dem Mann die Tüte zurück in die Hand und bat ihn, die Flaschen selber auszupacken und in einen Wagen bei uns an der Lagertür zu stellen. Während mein Angestellter sich die Hände wusch, packte der Mann mit dem Leergut sein Geraffel aus und fasste dabei jede Flasche einzeln vorsichtig mit spitzen Fingern an. Er fluchte vor sich hin (und wirkte dabei auf uns ziemlich beleidigt und sauer), weil das unsere Arbeit wäre und nicht seine.

Koppschüddeln. Bis zur Schwindligkeit und noch viel weiter…