Wenn einer "nur" zwei Dosen Bier und eine Packung Fertiggericht für 1,29€ klaut, kann man ja schon fast Mitleid bekommen…
Kollege Gregor berichtete von vier Jugendlichen, die bei ihm jeweils eine kleine Getränkeflasche bezahlten. Kollektiv erkundigten sie sich bei ihm, ob wir für sie einen Job als Kassierer hätten.
Nachdem es sie schon immens verwirrt hatte, dass wir für ihre Getränkeflaschen auch Pfand berechnet haben (was sogar deutlich sichtbar auf unseren Regaletiketten steht), war wohl der Beweis erbracht, dass zumindest die Arbeit an der Kasse für sie nichts ist.
Zumindest reichte den vieren diese Argumentation aus, um Ruhe zu geben und nicht weiter nachzufragen.
Noch eine sonderbare E-Mail erreichte mich eben:
Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen guten Tag Anita,
ich wünsche Dir alles erdenklich Gute zum Ihrem Geburtstag, vor allen Dingen Gesundheit und dass alles im Job okay geht
Wir sind noch bei Verwandten und ich danke Ihnen für die gute Zusammenarbeit.
Bis demnächst
Helga
Alles wird gut.
Aus einer Spam-Mail:
Hallo Björn Harste,
vielen Dank für Ihre Nachfrage und wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, das Sie von uns bis zu 50.000,- ohne Bonitätsprüfung oder Schufa-Auskunft ausgezahlt bekommen können.
Die Auszahlung ist bereits genehmigt und reserviert.
Es fehlen nur noch ein paar Angaben von Ihnen.
[LINK]
Die Überweisung erfolgt innerhalb weniger Tage!
Gibt es allen Ernstes Leute, die sowas lesen und sich darüber freuen, dass ein (vermutlich niemals beantragter) Kredit in
der Höhe plötzlich unkompliziert vor einer Auszahlung steht?!
"Euer scheiß Leergutautomat ist schon wieder kaputt!!!", fluchte ein Mann lautstark vor dem Gerät herum. Der Automat weigerte sich, die Flaschen weiterzutransportieren, da das kleine Förderband immer durchrutschte.
Wenn er seine scheiß Flaschen mit den scheiß Bierresten vorher in ein scheiß Waschbecken ausgeleert hätte… Ach, was rege ich mich eigentlich auf!?
Eine Stammkundin reklamierte, dass Sie eine Barauszahlung in Höhe von 50 Euro nicht bekommen hätte. Das sei allerdings schon rund zwei Wochen her. Sie hatte die Belege nicht mitgenommen und sich damit getröstet, dass ihr das geld dann wohl auch nicht vom Konto abgezogen würde – dem war allerdings nicht so.
Nachdem sie einen Kontoauszug mitbrachte, versuchte ich im Rahmen der Möglichkeiten, den Sachverhalt nachzuvollziehen. Die Abbuchung erfolgte in Höhe von ihrem Einkauf plus genau 50 Euro. Wenn sie das Geld nicht bekommen hätte, müsste es allerdings eine entsprechend hohe Kassendifferenz gegeben haben. Gab es an dem Tag bei dem Mitarbeiter allerdings nicht. Im Gegenteil: Es war überhaupt keine Differenz eingetragen, nicht einmal ein Cent. Das war allerdings schon fast wieder verdächtig, denn bei größeren Plus-Differenzen rechnen wir die Kassen oft passend ab, da kaum ein Kunde sich um größere Summen bringen läasst und sich diese Differenzen erfahrungsgemäß
immer irgendwie aufklären.
Ich schwankte hin und her und dann war da noch was: Die Kundin hat ihr Konto bei der
GLS-Bank und damit habe ich ihr einfach mal unterstellt, kein böser Mensch zu sein – und ihr das Geld in die Hand gedrückt.
Allmonatlicher Anruf eines Lieferanten für Spielzeug, Haushaltsgegenstände und sonstigen Nippes. Diesmal gab es Feuerzeuge mit Sprüchen aus der Kathegorie "Typisch Mann, Typisch Frau" – "
Wie man das von Mario Barth kennt", wollte mir die Anruferin die Ware schmackhaft machen.
DAS war nun wirklich kein Verkaufsargument. Ich finde den Typen nämlich so abgrundtief unlustig, ich würde sogar Wetten eingehen, dass ich mir eine komplette Show von ihm ansehen kann, ohne einmal lachen zu müssen.
Hier im Laden roch es eben etwas säuerlich-brenzlig. Von einer der alten Leuchtstoffröhren ist (mal wieder) eines der Vorschaltgeräte weggebrannt. Durch den dadurch entstandenen Kurzschluss hat ein 3-poliger Leitungsschutzschalter (aka Sicherungsautomat) ausgelöst, so dass schlagartig erstmal der halbe Laden dunkel war. Zumindest zwei Phasen ließen sich wieder aktivieren, den Rest muss sich später der Elektriker angucken.
Wird Zeit, dass wir endlich eine neue Beleuchtung bekommen. Die Planungen dafür laufen ja, aber es ist nicht leicht. Diese klassischen Lichtbänder will ich eigentlich nicht mehr, aber wie verteilt man einzelne LED-Panele hier auf der Fläche? Und wie macht man das alles an unserer Strohputzdecke fest? Und wo legt man die neuen Kabel dafür lang? Fragen über Fragen, an denen sogar Fachleute schon eine weile tüfteln…
Kuriose Erkenntnis: Wenn einem Tippfehler auf Dokumenten positiv auffallen, weil dadurch der Eindruck wegfällt, dass man es mit lieblos zusammengeklickerten Textbausteinen (*) zu tun hat.
*) Mal davon ausgehend, dass die Bausteine fehlerfrei sind. Höhö, oder absichtlich mit Fehler, damit Leute denken, dass es ein persönlich geschriebener Text ist. Ach, nee, das glaube ich nicht…
Mein Eizo-19"-Trio habe ich übrigens vom Schreibtisch verbannt.
Ein einzelner 24-Zöller tut es auch.
Nachtrag: "
Ein einzelner 24-Zöller tut es auch." – Dachte ich zumindest. Wer aber einmal mit mehr als einem Monitor gearbeitet hat, wird den Luxus zu genießen wissen, Fenster einfach nicht nebeneinander anordnen zu müssen, sondern sie einfach zum Vollbild aufzuziehen. Nun steht doch wieder einer der alten Monitore rechts daben als "Auslagerungsfläche"…
Das Blog "
Null, nichts" gibt es zwar noch, wird aber offensichtlich seit Mitte 2008 nicht mehr gepflegt. Meine Erwähnung ist aber auch dort
noch online:
Ein Nachbar meiner Lagerhalle rief mich letztes Jahr kurz vor Weihnachten an und berichtete, dass da "Teile des Daches" einfach so auf dem Dach liegen würden, es könnte sich dabei um einen Sturmschaden handeln. Genauer konnte er es nicht ausdrücken und so fuhr ich als erste Amtshandlung der Woche zur Halle. Dort bot sich mir von unten aus gesehen folgendes Bild:
Auf etwa der halben Gebäudelänge hatten sich die Firstbleche losgerissen. Teilweise lagen die Stücke lose auf der Dachhaut herum, teilweise hingen sie noch rudimentär in ihren Verankerungen. Aufgrund der akut drohenden Gefahr für Fußgänger durch herabstürzende Teile beschloss ich, dass die Entfernung der losen Dachteile oberste Priorität des Tages hatte. So lieh ich mir spontan eine LKW-Arbeitsbühne aus, denn auch mit meinem Rollgerüst wäre ich nicht so weit auf das Dach gekommen.
So sah das Malheur übrigens von oben aus. Die losen Teile sind jetzt weg und um den Rest muss sich nun ein Dachdecker kümmern.
War für mich übrigens eine spannende Erfahrung, mal auf so einer Arbeitsbühne zu stehen. Man gewöhnt sich dran und für jemanden, der damit täglich arbeitet (auch in größeren Höhen als 20m) dürfte es relativ belanglos sein. Aber wenn zum ersten mit so einem Teil hochfährt, ist es schon irgendwie spannend.
Das Blog "Shoppen leicht gemacht" scheint nicht mehr zu existieren, hat aber eine der ersten Erwähnungen von shopblogger.de überhaupt gebracht: