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Wenn MA im eigenen Restaurant essen …

Früher, vielleicht bis vor maximal ein paar Jahren, hatte ich immer folgenden Gedanken, wenn ich in ein mir unbekanntes Restaurant oder einen mir unbekannten Imbiss gegangen bin: Wenn die Mitarbeiter dort selber essen, kann und wird es wohl nicht so schlecht sein. (Sofern man gerade Mitarbeiter gesehen hat, die sich aus dem eigenen Angebot nehmen.)

Das war früher.

Heute ist das für mich KEIN entscheidendes Kriterium mehr.

Warum? Nun:

Die alte Sichtweise impliziert ausschließlich, dass die Gastronomiebetriebe mutwillig und im vollen Bewusstsein ihres Handels verdorbene oder minderwertige Ware an ihre Kunden abgeben. Das passiert vermutlich jedoch sehr selten.

Man braucht sich nur einmal durch die Veröffentlichung gem. § 40 1a LFGB der Lebensmittelüberwachung des Landes Bremen anzusehen und gründlich durchzulesen, um darauf zu kommen, dass das Problem ein ganz anderes ist.

Es ist nicht "mutwillig verdorbene Ware" sondern das eigene nicht vorhandene Hygienebewusstsein der Imbiss- und Restaurantbetreiber, vor denen man Angst haben sollte. Es stört sie nicht, so zu arbeiten, wie sie arbeiten und natürlich essen sie auch ihre eigenen Produkte. Fleisch, dass in einem Müllsack gelagert wird und langsam bei Zimmertemperatur im eigenen Saft auftaut? Normal. Ungekühlt gelagerte Milchprodukte? Easy. Eine Toilette im Küchenbereich eines Imbisses, nur durch einen Vorhang abgetrennt und ohne Handwaschmöglichkeit? Gab es auch schon in den Berichten in irgendeinem Dönerladen hier in Bremen. Entschuldigt mich, wenn ihr jetzt schon beim Gedanken daran kotzen müsst.

Es stört den Mitarbeiter nicht, sich nach dem Toilettengang nicht die Hände zu waschen und es denkt auch gar nicht an die Keime, die im Bereich der Toilette oder von irgendwelchen Bedarfsgegenständen auf diese Weise mittels Kontaktinfektion auf die Hände gelangen und sich von dort in die zubereiteten Lebensmittel weiterverbreiten. Der Mitarbeiter sieht da kein Problem drin, weil er nämlich daran gar nicht erst denkt, und natürlich würde er selber die Produkte auch noch essen. Das Hygienebewusstsein und die Ekelgrenze ist bei jedem anders. In einer Food-Sharing-Gruppe wurde mal selbstgemachter Kartoffelsalat angeboten (da fängt bei mir schon die Überlegung an, wie die Leute wohl in ihrer eigenen Küche arbeiten), der von einer Party am Vorabend (wer hatte seine Finger da drin, stand der den ganzen Abend ungekühlt herum?) übrig geblieben war und nun "zum Abholen" im Vorgarten stand – ungekühlt bei sommerlichen Temperaturen. Während sich mir der Magen umgedreht hat, haben andere sich fröhlich für das Angebot bedankt …)

Wie auch immer: Es ist nicht das mutwillige Anbieten mangelhafter Lebensmittel, es ist das fragwürdige Hygieneempfinden, das manche Leute an den Tag legen, gepaart mit einer gehörigen Portion Dummheit und/oder Ignoranz.

DAS ist der Grund, warum ich nicht in unbekannten Gastronomiebetrieben essen mag, auch WENN die Mitarbeiter augenscheinlich selber ihre zubereiteten Speisen verzehren.

Die eigenen Zubereitungen zu essen ist für mich inzwischen auf jeden Fall schon lange kein Garant mehr für "muss in Ordnung" sein.

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Kommentare

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Filialkasper am :

Richtig. Darum esse ich auch nie außer Haus. Zu lange selber in der Gastro gearbeitet :-P

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