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Beef Jerky ist das umweltschädlichste Lebensmittel

Nun ist es also amtlich: Beef Jerky ist das umweltschädlichste Lebensmittel.

Da steht man als Ladenbetreiber wieder zwischen den Stühlen: Verkaufen wir solche Produkte auch weiterhin, aktuell stehen sie ja schließlich bei uns im Laden, und lassen den Kunden die Entscheidung – oder listet man Beef Jerky komplett aus und bevormundet damit aber auch wieder mit dieser Sortimentspolitik irgendwie seine Kunden?

Nicht, dass wir nun von Beef Jerky Massen verkaufen würden, aber … Bevormundung in einem Laden ist nie gut. Wenn man etwas mit einer gewissen Ideologie durchsetzen will, geht das ganz schnell nach hinten los.

Ich mag das Zeug übrigens relativ gerne. Nicht, dass ich mir in den letzten zwei Jahren mal eine Packung aufgemacht hätte. Nun könnte man ja nach "Flugscham" die Nahrungsscham einführen, aber da sind wir wieder bei der Verbots- und Bevormundungskultur. Vielleicht sollte sowas einfach der Markt (also die Verbraucher) entscheiden …


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Comments

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Martin on :

Mags total gerne aber Preis/Leistung passt dafür einfach nicht (mehr). Habs das letzte mal vor 4-5 Jahren gekauft. Habs paar mal selber in der Heißluftfritteuse selber gemacht, ist nicht wies original und dauert ewig, aber man kann dafür dann den Geschmack beinflussen (z.B. weniger süß und mehr salzig).

Raoul on :

Verzeihung, aber- Was für ein unfassbarer Schwachsinn! Abgesehen davon, daß der Artikel nichtmal ansatzweise erklärt, wie man in dieser Studie zu dieser Aussage gekommen ist, verstehe ich auch nicht ganz, wieso Du, Björn, die Aussage der Studie auf den knallig-krawalligen Titel reduzierst.

Sofern der Spiegel das überhaupt richtig wiedergibt, was keinesfalls gesagt ist, sagt die Studie aus, daß jedes Fleisch- und Käseprodukt schlecht für irgendeine imaginäre „Klimabilanz“ ist. Und die getrocknete Variante sei dann, ohne das (oder überhaupt irgendwas) näher zu begründen, nochmal schlechter. (Interessant wäre auch: Wieviele Tiere sterben unnötig bei schnell vergammelnden Frischfleisch im Vergleich zu dem fast unbegrenzt haltbaren Dörrfleisch. Wäre dann die nächste Bullshit-Schlagzeile.)

Abgesehen davon: Wie kann man als geistig gesunder Mensch überhaupt auf die Idee kommen, daß das irgendwas ausmacht? Durch diesen Artikel weiß man ganz genau: Null. Einfaches Beispiel: Analysieren wir alle Früchte der Welt und egal welche davon hat insgesamt Vitamine zu bieten (vielleicht 0,00008% weniger) dann bastelt der Spiegel daraus beispielsweise die vielleicht sachlich korrekte aber irreführende Schlagzeile „Die Kiwi ist die ungesundeste Frucht auf der Welt!“

Ich jedenfalls würde auf jeden Fall grundsätzlich Läden meiden, die kleingeistig auf solche Effekthascherei hereinfallen und ihr Sortiment an Krawalljournalismus orientieren. Beef Jerky, also Dörrfleisch, habe ich dennoch nur zweimal gekauft. Es schmeckt mir halt schlicht nicht.

Amsel on :

Ich mag das Zeug auch irgendwie. Mal eine Tüte im Monat geht schon. Daher glaube ich nicht, das mein Verzicht der Umwelt helfen würde.

Neandertaler on :

Im Sortiment lassen - und das schreibe ich als Vegetarier.

Du weißt nie, ob nicht vielleicht der Käufer, der das Zeug liebt, auf Auto und Flugzeug seit Jahren verzichtet.

Was übrigens das mit der "Flugscham" anbelangt: Das war doch eher Wunschdenken. Niemand schämt sich, der fliegt. In unserem Umfeld fliegen alle, mehrmals im Jahr. Wir als Nicht-Flieger werden dafür schräg angeschaut. Alles andere ist eine Urban Legend.

Raoul on :

Giddyup! Ein Mensch mit Verstand. Mein Beitrag wurde zwar noch nicht freigeschaltet, da er sich im Kommentarhaufen wohl irgendwo unten befindet, aber er schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Chris_aus_B on :

1) Wenn das umweltschädlichste Lebensmittel weg ist, dann ist Platz zwei der neue "Sieger" usw.

2) Ich habe mir so halbwegs gut den Spiegel-Artikel durchgelesen, aber (noch) nichts weiteres, aber in die Untersuchung scheinen ja sehr (sehr) viele Faktoren eingeflossen zu sein. Und auch wenn von Transparenz usw. die Rede ist und dass auch stimmen mag, die Transparenz ist weg, wenn man alle Faktoren gewichtet und auf einen Wert eindampft, auch wenn die Formel dazu offen ist. Und wie ist der Begriff 'umweltschädlich' definiert worden.
Wenn man sieht, wie viel Kunststoffverpackung für wenige Gramm bearbeitetes Fleisch benutzt wird (ich denke, auch um den Artikel handhabbaree zu machen, den Inhalt könnte man auch viel kleiner verpacken), ist die Einsrufung nicht unverständlich, aber ich hätte gerne mehr Informationen über das Warum und Wodurch.
Außerdem ist die Wertung pro Produktmenge - wie sieht es aus bei der Betrachtung der durchschnittlichen Verzehrmenge einen Menschen? Sehr wenige Leute dürften Beef Jerky in größeren Mengen essen. Dementsprechen dürte die Produktionsmenge auch viel geringer ausfallen als die vieler anderer, besser bewerteter Produkte.

TheK on :

Im Grunde müsste man dann Rindfleisch als ganzes auslisten…

In der Studie wurde ja ein Rating zwischen 0 und 100 für die Umweltbelastung vergeben – fast alle Posten liegen dabei bei unter (oft weit unter) 10, nur Fleisch (Eintrag dort "Meat") und getrocknete Früchte sind um die 10. Und dann gibt's ganz rechts "Beef and Lamb" (also Rindfleisch) mit 30. Und haut man da jetzt noch den Faktor 3 drauf, den die Trocknung bei Früchten macht, isses wohl wirklich 100…

Jetzt kommt noch dazu, dass man Beef Jerky eher nicht kiloweise futtert (in der Tüte sind wenn ich das richtig lese 70g), ungetrocknetes Rindfleisch aber sehr wohl.

Und dann ist noch die Frage, wie das alles überhaupt gewichtet wird – irgendwo stand da was von Flächenverbrauch und wenn man dann bedenkt, wie in den USA (wo das ja her ist, genauer Arizona) Rindviecher gehalten werden, ist der Flächenverbrauch wahrlich gigantisch…

Serranoschinkenchips on :

Ui.
Dann dürfte ich auch keine Serranoschinkenchips mehr essen.
Die macht der Edeka in Bremen Burglesum selbst. Hammerlecker!
Schmecken wie die Haut von Brathähnchen.
Nur knuspriger. Mjum!
Und die werde ich mir nicht nehmen lassen.
Ich esse ja sowieso nur kleinste Mengen davon.

Information hilt beim Wählen on :

"Auszeichnungen" wie "Produkt mit extremer Umweltbelastung" sollten am Regal platziert sein.
Bei Getränken sollten die Transportwege angegeben sein.
Fakten helfen beim Wählen.

Andreas on :

Ich finde, wenn es kein Ladenhüter ist, dann solltest Du es im Sortiment lassen.

Deine Kunden können selbst entscheiden, was sie wollen oder nicht.

Produkte aus moralischen oder Trendgründen auszulisten (bestes Beispiel: alle "russischen" Produkte, die zum Großteil gar nicht russisch sind, wo es nur drauf steht), halte ich für albern oder als ein Marketing-Gag.

Das mag vielleicht anders sein bei einem Reformhaus/Bioladen, wo man den grünen Gedanke und das "gute Gefühl" mit kauft und erwartet, aber nicht bei einem Vollsortimenter.

Kurtschatow on :

Danke für den Lese Tip gleich nach den Orginal gesucht:

https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.2120584119#fig03

Der Link geht gleich zum Interessanten Teil der Studie!

Erwin Kasuppke on :

... das umweltschädlichste Lebensmittel, bezogen auf die Masse des Fertigprodukts. Kein Wunder, dass da ein annähernd darrgetrocknetes Produkt vorne liegt.
Nimmt man andere Bezugsgrößen, z.B. den Energiegehalt, kann bzw. wird die Sache komplett anders aussehen.

Man kann das übrigens auch sehr schön mit Haushaltsreinigern durchexerzieren. Herkömmliches Reinigungsmittel vs. Konzentrat. Bezieht man die Schadwirkung auf die Masse des verkauften Produkts, sehen die Konzentrate deutlich schlechter aus als das herkömmliche Zeug. Bezieht man das auf die mit dem Zeug zu reinigende Fläche, kehrt sich das komplett um.

Jonas on :

Und wie passt jetzt deine Ablehnung von Verboten und ideologischer Bevormundung mit deiner damaligen Polemik bezüglich des eingestellten Feuerwerksverkaufs zusammen ? Da formuliertest du nämlich noch wie folgt:

„Von vielen (und gefühlt immer mehr Leuten) wird Feuerwerk nicht als bunter Höhepunkt einer schönen Silvesterfeier verwendet. Viel mehr wird der Ausnahmezustand zum Jahresende knallhart dafür ausgenutzt, ohne Konsequenzen sofort nach Verkaufsbeginn der Feuerwerkskörper durch die Städte marodieren zu können. Ich möchte das nicht weiter unterstützen“

Rudolf S. on :

Hoffentlich gibt es die bald von Demeter in einer Mehrwegverpackung, dann ist es nur noch halb so wild, oder?

Raoul on :

Lel.

Anton on :

Mein Gedanke dazu: Wenn alle Händler das Zeug aus dem Sortiment nehmen, gibt es das bald nicht mehr. Wäre nicht schade aus meiner Sicht (und nein, ich bin kein Veganer oder Vegetarier, sondern ich achte grundsätzlich darauf, die Umwelt zu schonen)

A.B.S. on :

Ach deshalb essen Texaner das Zeug so gerne. Dort glaubt man ja nicht an solche Dinge wie Klimawandel im speziellen und Wissenschaft im allgemeinen.

Christine on :

In der Tat belastet Beef Jerky die Umwelt mehrfach: Die Erzeugung von Rindflisch ist ja schon mal nicht ohne. Und dann wird das Ganze auch noch getrocknet, was wieder einiges an Energie verbraucht.

Worauf ich aber hinaus will: Die Werte sind auf 100gr Lebenmittel gerechnet. Und man sollte irgendwie nicht 100gr Apfel mit 100gr Beef Jerky vergleichen.

Micha on :

Ich finde das mit der "Verbots- und Bevormundungskultur" ein ziemlich problematisches Framing. Dürfen die Verbraucher auch entscheiden, ob oder wie viel sie bei dir für die Produkte zahlen wollen? Nimmst du Oettinger ins Sortiment, wenn genug danach gefragt wird? Warum sind Preis- und Geschmacks-Gründe legitime Gründe, etwas aus dem Sortiment zu nehmen, Umweltzerstörung (und damit die Zerstörung unser aller Lebensgrundlage) aber nicht? Da ist es dann plötzlich die böse Verbotskultur und es gibt einen großen Aufschrei aus der rechtskonservativen Bubble.

Also, wenn die Hersteller sagen "ich stelle es ja nur her", die Händler "ich verkaufe es ja nur" und die Kunden "naja, das stand jetzt ja eh schon im Regal" ist am Ende niemand verantwortlich für irgendwas.

Konstruktiver Vorschlag: Häng doch den Hinweis, dass dieses das umweltschädlichste Lebensmittel ist, mit ins Regal, so dass deine Kundinnen und Kunden tatsächlich eine informierte Entscheidung treffen können.

Raoul on :

„Häng doch den Hinweis, dass dieses das umweltschädlichste Lebensmittel ist, mit ins Regal, so dass deine Kundinnen und Kunden tatsächlich eine informierte Entscheidung treffen können.“

Verzeihung, aber das ist so ungefähr das Dämlichste, was ich seit längerem gelesen habe. Ich meine das echt nicht despektierlich, aber an der Vielzahl der Kommentare kann man schonmal erkennen, daß dieser Krawalltitel keine ultimative Wahrheit darstellt; ausreichend verschiedene Gegenargumente wurden bereits angeführt. Eine „informierte Entscheidung“ ist durch gezielte Desinformation sicherlich nicht gegeben.

Außerdem: Wer möchte einen Supermarkt besuchen, in dem neben jedem zweiten Artikel Ausdrucke hängen wie „Wussten Sie eigentlich, daß Reis in den Anbauländern ganz oft von achtjährigen Kindern geerntet wird?“, „Der Kakao in dieser Schokolade ist nicht UTZ-Zertifiziert und trägt möglicherweise zur Zerstörung des Regenwaldes bei.“, „Das Tomatenmark kommt aus China und abgesehen davon, daß es der Unterstützung eines totalitären Regimes dient, wird es auf chemikalienüberfluteten Feldern angebaut“, „26 von 341 Zuliefererhöfen für die Milchverarbeitung in diesem Betrieb mussten aufgrund unzureichender Hygienebedingungen geschlossen werden“, „Die Garnelen wurden in Aquakulturen unter Zuhilfenahme von 3kg Antibiotika pro 10.000 Liter Wasser gezüchtet“, „Die Dosenmandarinen wurden durch ein Salzsäurebad von ihrer Haut befreit und durch Lauge anschließend genussfertig gemacht“?

Entweder einen interessiert der Schwachsinn, dann sorgt man sich darum und informiert sich selbst, oder: Man lässt es.

Mussjaauchnich on :

Ich empfehle bei allen Nachrichtenartikeln, die auf einer wissenschaftlichen Veröffentlichung basieren, die Originalveröffentlichung (https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2120584119) in aller Ruhe mal durchzulesen. Hier ist das recht einfach möglich, da sie im Artikel direkt verlinkt und frei zugänglich ist (das ist leider nicht immer so, Stichwort Open Access ... aber das ist eine lange Debatte und gehört hier nicht hin).

Wenn man sich dann da mal rein gräbt, sieht man, dass das Team hinter der Veröffentlichung einen Algorithmus gebaut hat, der die vieldimensionale und komplexe Problemstellung auf einige numerische Werte herunterbrechen soll. Sie schreiben selbst von "first steps" und "first estimates of the environmental impacts", und weiter im Text wird klar, dass Beef Jerky verliert, weil Rindfleisch schon von vornherein sehr hohe Impact-Werte in fast allen relevanten Faktoren hat und -- tada, Mathematik -- für 100 g fertiges Produkt mehr als 100 g Rohfleisch notwendig sind. Dadurch erhöhen sich die Werte.

Da hat also die Presse mal wieder einen isolierten, eigentlich unwichtigen Punkt aus einem Paper genommen und "herausgearbeitet". Leider ist dieses Muster (und da muss man kein Verschwörungstheoretiker für sein; es reicht anzunehmen, dass die Redaktionsteams unter krassem Zeitdruck stehen) so verbreitet, dass man nach einigen solcher Fälle zu dem Schluss kommen muss, dass Presseartikel nach dem Schema "Wissenschaftler haben herausgefunden, dass..." einfach ignoriert werden sollten.

Was von dem Paper im Gedächtnis bleiben sollte: Gemüse ist von der Umweltbilanz her tendenziell unproblematisch, gefolgt von vielen anderen pflanzenbasierten Lebensmitteln. Fleisch und auch Käse / MoPro haben dagegen in mehreren Dimensionen einen deutlich problematischeren Einfluss auf Ressourcenverbrauch und Umwelt. Und es gibt ein Team, das darüber in Form standardisierter, vergleichbarer Metriken reden kann.

Raoul on :

Danke für die Ausführung. Ich hatte bei meinem ersten Kommentar keine Lust, das ausführlich nachzulesen, aber schön zu sehen, wie sich mein Vorurteil bestätigt hat.

Silvan Theiss on :

Drin lassen, sollen die Leute selbst entscheiden ob sie dieses Hundefutter essen wollen

Nils on :

Ist es tatsächlich eine Bevormundung, wenn Du entscheidest, was Du im Laden anbietest und was nicht? Ist es nicht auch eine Art Bevormundung für dich, wenn du dich schlicht den Verkaufszahlen fügst?

Aber warum ich eigentlich schreibe: Ich störe mich daran, wenn dem Streben nach Umweltbewusstsein mit "Ideologie" so ein Anstrich gegeben wird, als sei das etwas schlechtes. Vielleicht gibt es dafür auch einen weniger wertenden Ausdruck.

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