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Verteidigter "Einklauf"

Am frühen Abend kamen mit einem Abstand von zehn Sekunden zwei junge Männer, beide in den frühen Zwanzigern, hier in den Laden. Ihr Ziel: Besitz- ohne Eigentumsübertragung. Allerdings hatten sie es nicht speziell auf besonders hochwertige Artikel oder die üblichen Waren der Beschaffungskriminalität (wie z. B. Alkohol oder Kaffee) abgesehen. Der erste ging durch den Laden und innerhalb von nicht einmal zwei Minuten füllte er diverse Waren in seine Tasche, die allesamt kaum weiter auffällig waren: Bananen, Eis, TK-Garnelen, Nudeln und andere Lebensmittel.

Währenddessen ging der zweite zum Regal mit den Körperpflegeprodukten, nahm sich zwei Flaschen Shampoo, pulte die angebrachten Sicherungsetiketten ab und steckte die Flaschen im Toilettenpapiergang in seine Jacke. In dem Moment kam auch schon der Typ mit der Tasche hinzu. Gemeinsam gingen sie zur Kasse und stellten sich zunächst scheinbar völlig normal an und legten auch eine Alibi-Saftpackung auf das Band. Während sie wartete, ging der erste mit der Tasche plötzlich hinter den anderen Kunden in Richtung Ausgang, der zweite folgte ihm Augenblicke später und ließ die Packung einfach auf der Kasse liegen.

Weiter als bis zum Ausgang kamen sie aber nicht, denn dort versperrten ihnen bereits zwei Mitarbeiter den Weg. Die Aktion mit dem Duschgel war einer Kollegin aufgefallen, die den beiden nun zusammen mit einem Kollegen im Weg stand. Die Diebe waren überhaupt nicht eingeschüchtert, sondern verteidigten ihre Beute unverzüglich mit aller Kraft und schafften es schließlich auch, den Laden zu verlassen und wegzulaufen. Das wäre es eigentlich gewesen, aber zufällig stand gerade ein Polizeiwagen vor der Tür und die beiden Beamten reagierten geistesgegenwärtig. Danke. :-)

Ergo: Die Ware ist wieder bei uns und gegen zwei Typen aus dem Stadtteil haben wir jeweils eine Anzeige wegen räuberischen Diebstahls gestellt.

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Comments

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Philipp on :

Die Anzeige wird eingestellt weil die Räuber durch die in den Weg gestellten Mitarbeiter traumatisiert wurden und eine weitere Strafe daher nicht verhältnismäßig wäre. Da du ja sogar die Ware wieder hast ist darüber hinaus ja noch nichtmal ein Schaden entstanden.

Gut, die Argumentation wird vielleicht eine andere sein - ein anderes Ergebnis würde mich aber wundern.

Mr.Coolmay on :

Tja, das gibt dann mindestens 6 Monate :-P

TOMRA on :

Hausverbot?

Raoul on :

Aber nur auf Bewährung, sonst wäre das schon sehr grausam.

kritischer Beobachter on :

Räuberischer Diebstahl ist natürlich schon übler als einfach nur Ladendiebstahl, aber schlägt sich das irgendwie in der Behandlung der Täter durch das bremensische Justizsystem nieder?
Oder wird es auch zu einer Anzeige von Vielen, die nicht weiterverfolgt wird, weil die in Aussicht stehende Bestrafung wegen z.B. einer kürzlich erfolgten Messerstecherei unter Bewährungsauflagen sowieso alles, was sonst noch an Eigentumsdelikten war, in den Schatten stellt?
Entschuldigung, dass ich so negativ bin.

Dubuc on :

Räuberischer Diebstahl und auf frischer Tat, das müsste aber endlich mal für eine Verhandlung und anschliessendem Urteil reichen.

Der Hamburger on :

War die Alibi-Saftpackung zufälligerweise eine albi-Saftpackung?

eigentlichegal on :

Also eine Alibi-Albi-Saftpackung?

naja on :

...und in drei Monaten gibts die Post der Staatsanwaltschaft, dass aus mangelndem öffentlichem Interesse von einer Strafverfolgung abgesehen wird. :-|

naja on :

Aber sieh es positiv: Ohne das erdiebte Duschgel geht es den beiden bestimmt ziemlich dreckig.

TOMRA on :

Vielleicht sogar Albi Saft als Alibi? :-O

e.g. John Doe on :

Sehr gut. Ich hoffe, den Mitarbeitern geht es gut.

Georg on :

Justizminister wollen Reform: Bald keine Haftstrafen mehr für Bagatelldelikte?
https://www.rtl.de/cms/justizminister-wollen-reform-bald-keine-haftstrafen-mehr-fuer-bagatelldelikte-1956658.html

Raoul on :

QUOTE:
Diebe sollten bei Delikten bis 50 Euro eine Art Bußgeld zahlen oder gemeinnützige Arbeit leisten.


Das ist ja furchtbar! Da muss man den Diebstahl künftig auf mehrere Einzeltaten aufteilen, um rechtssicher vorzugehen. Und das erhöht natürlich das Risiko, erwischt zu werden.

Aber zum Glück ist es ja nur „eine Art“ Bußgeld.

Martin Hausmann on :

Nachdem ich einen flüchtenden Junkie mit einem Rucksack voller Alk zur "Fluchtverhinderung" im Windfang des örtlichen REWE mit einem tief gesetzten Tackle (spiele Football als offensive tackle mit 136 kg) schwungvoll in die Auslage "Alles zum Grillen" katapultiert hatte kam prompt eine Anzeige von dem W.xx.r.

Verfahren wurde eingestellt - trotzdem nerviger Papierkrieg.

So 6 - 12 Monate Arbeitslager östlich des Ural würden den einen oder anderen Junkie wohl ins grübeln bringen ob Heroin echt so cool ist.

Drogensucht ist keine Krankheit, es ist eine Willensschwäche . Arbeit und Schmerz vermag es sie zu heilen!

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