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Lachhaft

Wir haben in jüngster Zeit mal wieder Mitarbeiter gesucht, konkret ein paar Aushilfen für die Kasse in den Spätschichten. Manchmal bewirbt sich niemand, manchmal rennen einem die Interessenten beinahe die Bude ein. Das war diesmal der Fall. Wir haben in der Reihenfolge des Posteingangs die Bewerber angeschrieben und uns auch relativ schnell für drei entscheiden können.

Parallel dazu ergab es sich, dass wir Leute zum Verräumen der Ware brauchten. Die Rahmenbedingungen blieben die selben, nur die Tätigkeit wäre eine andere zu anderen Zeiten. Statt den restlichen Bewerbern also eine Absage zu schreiben, versuchte ich es hiermit:

… vielen Dank für die Bewerbung bei mir im Unternehmen. Aufgrund der Vielzahl der Bewerbungen sind die ursprünglich ausgeschriebenen Jobs an der Kasse mit größter Wahrscheinlichkeit schon vergeben.

Sollte es zeitlich passen, könnte ich (ebenfalls als geringfügige Beschäftigung) eine Alternative anbieten: Ich suche akut noch Mitarbeiter, die dienstags und freitags ab 8 Uhr morgens Ware verräumen. (Dabei möchte ich nicht ausschließen, dass nicht vielleicht sogar mal eine Tätigkeit an der Kasse daraus wird oder zumindest hinzu kommt.)

Wenn daran Interesse besteht, sollten wir kurzfristig einen Termin vereinbaren.
Ich fand das ein korrektes Angebot, vor allem auch mit der Option, schon einen "Fuß in der Tür" (zum Kassentisch) zu haben.

Von einem Studenten bekam ich folgende Antwort:

"Das Angebot finde ich ziemlich lachhaft."
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich erkannte, was das Angebot so lachhaft gemacht hatte: Student. Mitten in der Nacht arbeiten. Merkte ich dann auch. :-)

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Comments

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Micha on :

Es soll auch Studenten geben, die um diese Zeit im Hörsaal sitzen und aufgrund ihrer finanziellen Situation abends noch arbeiten dürfen.

Erzählt man sich.

Robert Stiller on :

Es soll auch Studenten geben, die ein Mindestmaß an Höflichkeit besitzen und auf ein ernstgemeintes und höfliches Angebot, auch wenn es für sie aus welchen Gründen auch immer nicht passend ist, höflich antworten.

Erzählt man sich.

xyz on :

Das hat wahrscheinlich weniger mit Student zu tun. Versetz dich doch einfach mal in den Empfänger deiner Nachricht (das sind ja alles keine Leute, die jahrelang Erfahrung mit/im Einzelhandel haben):
Für jemanden, der es nicht besser weiß, liest sich das doch erstmal so, als würdest du ihm eine "schlechtere" Stelle anbieten mit der Option, dass es irgendwann mal eine "bessere" Stelle an der Kasse wird. Natürlich kann das dann auch falsch beim Empfänger ankommen.

Exstudent on :

Dazu kommt noch, dass geringfügige Beschäftigungen in der Regel eben nicht der Lebensmittelpunkt sondern Zubrot zu einer Haupttätigkeit (Schule, Studium, etc.) sind. Unter solchen Umstenden ist "Abends" etwas ganz anderes als "morgens".
Also ich habe während meines Studiums deutlich mehr Veranstalltungen am Vormittag gehabt, als am Nachtmittag. Dafür konnte ich dann nachmittags und abends arbeiten.

Anonymous on :

Und trotzdem bleibt man höflich. Zumindest hat man mir das beigebracht. Merke aber Höflichkeit stirbt zusehens aus, "IN" ist momentan die egozentrische, kackdreiste "Platz-da-hier-komm-ich" Einstellung. ;-)

Georg on :

https://cosgan.de/images/midi/muede/b005.gif
Die Sonne lacht,die Leber brennt,
ich lieg im Bett und bin Student

Nicht der Andere on :

Den Grund seiner Erheiterung hat er ja offenbar nicht mitgeliefert. Und vielleicht hat er auch gar nicht bedacht, daß er die Einräumfrühschicht auch einlegen könnte, bevor er dann schlafen geht.

Kai on :

Es gibt doch einen (Teil)Keller unter dem Laden? Da könnte man ja mal zum lachen hingehen? 8-)

Prof. Dr, on :

Das muss die Arroganz und Ignoranz derer sein, die nie eine Uni von innen gesehen haben. Anders kann ich mit nicht erklären, dass es Leute gibt, die Studenten pauschal als „faul“ aburteilen.

Anonymous on :

Was ich eher lachhaft finde, ist die Arroganz des antwortenden Studenten: er bewirbt sich, wird zwar nicht genommen aber bekommt ein etwas abweichendes Angebot. Aber anstatt das zu ignorieren oder einfach kurz zurückzumelden, dass er das nicht annehmen will, kommt seine ganze Arroganz durch, indem er dieses Angebot als "lachhaft" tituliert.
Wer sich so verhält, muss sich nicht wundern, wenn man ihm ein weit verbreitetes Klischee als Grund dafür unterstellt, dass er ein Jobangebot als lächerlich und Dumm bezeichnet.

Max on :

Bei sonem Massen-Niesrigstlohnquatsch kann er sich es verständlicherweise leisten. Es suchen hinreichend Ausbeuter Leute zum Dumpinglohn, da kann man durchaus wählerisch sein und nicht auf jeden unpassenden Ersatzfurz eingehen.

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