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Eigenes Haus auf fremdem Grund?

"Unser" bevorzugter Imbiss ist momentan zu verkaufen. Wir sind häufiger in Bremen Nord und wenn es zeitlich passt (und der Magen gerade knurrt), essen wir hier eine leckere Currywurst mit Pommes. Es ist sehr schade, dass sie aufgeben – aber von meinem Standpunkt aus ist es natürlich nicht zu ändern und so lohnt es sich auch nicht, sich darüber zu grämen.

Interessanter finde ich die Konstellation der angebotenen Immobilie(n). Man kauft für 90.000 Euro das kleine Häuschen mitsamt gebrauchter Einrichtung und vorhandenem Kundenstamm. In Anbetracht des Gebäudes finde ich die aufgerufene Summe schon recht gewagt. Was rechtfertigt denn nur diese Summe? Der Imbiss steht unverrückbar auf einem gepachteten Grundstück, das einem folglich nicht gehört und für das monatlich noch einmal 380 Euro bezahlt werden müssen. Irgendwie gehört einem die Immobilie also schon, aber so richtig frei und unabhängig ist man nie.

Mir kommt das ja komisch vor, scheint aber gängige Praxis zu sein. Kommt eben auf die Verträge mit dem Grundstückseigentümer an.

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Comments

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Benjamin on :

Nein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Erbbaurecht

Besonders beliebt bei der Öffentlichen Hand, Kirchen und ähnlichen Institutionen, die politische Steuerungsmacht über Grundbesitz ausüben wollen:

Man Weiß ja heute noch nicht, ob man nicht in 50 Jahren nen Kindergarten bauen möchte. Statt also heute die Grundstücke zu verhökern, die man nicht braucht, um später verzweifelt nach welchen zu überhöhten Preisen zu suchen - vermietet man einfach das Baurecht und wenn die Laufzeit vorbei ist hat man wieder alle Möglichkeiten der Welt zu überlegen, ob mans nicht doch brauchen kann.

Auf der anderen Seite steht ein Mieter, der sich den Grundstückskredit spart und nur das Haus finanzieren muss.

In vielen Fällen also Win-Win

TOMRA on :

In der Anzeige steht
"Es besteht ein Pachtvertrag mit Immobilien Bremen. Die monatliche Pacht beträgt 380,.- €."

Martin on :

Im Prinzip vereint die Erbpacht geschickt die Nachteile einer Miete und eines Kaufes. Man zahlt doppelt (ausrate und Pacht) und lebenslang, erwirbt nie Besitz oder Rechte am Grundstück und muss beim verkaufen auch wieder Klimmzüge machen.
Als Altersvorsorge untauglich, das Haus muss bei Renteneintritt komplett renoviert und abbezahlt sein (mit Grundstück), dann hat man im Rentenalter nur noch Energiekosten und ein paar Eimer Farbe zu bezahlen.

Zumal manche Leute hier in der Region nicht kapieren, dass der Käufer natürlich das vorhandene Grundstück vom ausgedachten Kaufpreis abzieht.
So hat man dann z.B. 140.000€ Kaufpreis abzüglich 2000m² "Fremdgrundstück" a 60€/m²= Hauskaufpreis 20.000€. Wer dann noch für die Bude 60.000€ Kredit offenhat, ist de Fakto zum Behalten oder, wenn kein Geld da ist, Zwangsversteigerung gezwungen... Oder man muss einen Käufer suchen, der nicht rechnen kann und wenigstens die 60.000 zahlt, der momentane Immobilienmarkt treibt ja solche Blüten.

Hans on :

Leider steht nicht da, welche garantierte Laufzeit der Pachtvertrag hat. Ansonsten könnte ich mir schon vorstellen, dass der Imbiss diese Summe wert ist, wenn ich mir ansehe, zu welchen Mondpreisen eine Portion Pommes heute verkauft werden kann.

Interessehalber: sagt man in Bremen auch 'auf die Hand'? Kannte das bisher nur aus Berlin.

Michael K. on :

Ist das der Imbiss, wo früher vom Lavagrill oder Lavasteingrill dran stand?

Der Holzkohlegrill in St. Magnus Freier Damm 1 wäre noch eine Alternative, vormals Jonscher, seit Jahrzehnten Warncke (vgl.https://www.warncke-fleischwaren.de/filialen/).

Steven Coolmay on :

Ich verstehe nicht wieso man soetwas macht. Ist doch wie Leasing, man bezahlt am Ende viel viel mehr.

Wenn ich sehe wieviel Leasingwagen irgendwo in Garagen rumstehen weils zu teuer ist den noch zu bewegen (km Grenze erreicht) lache ich mich immer schlapp.

Mein Chef hat sich per Leasing Überwachungskameras geholt. Jetzt ist bei einer das Gehäuse kaputt gegegangen, mein Fehler :/ Jetzt darf er das Leasing bezahlen, den Schaden und am Ende gehört ihm die Kamera immer noch nicht. Wo ist das die Logik? Kaufen wäre günstiger gekommen.

Alexander M. on :

Sehr kurzsichtig. Zumindest im gewerblichen Bereich kann Leasing steuerlich attraktiver als Kauf sein. Zudem bindet ein Kauf Liquidität, die gerade bei vielen kleineren Unternehmen ein limitierender Faktor ist.

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