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Kiffertreffen

Aufgeschnappt von einem Kollegen an der Kasse:

Da Fußball im Fernsehen lief, war (vermutlich nicht nur bei uns) im Laden relativ wenig los. Ein etwas verlebt aussehender junger Mann betrat mit einer Sporttasche das Geschäft. Sein sonstiger Habitus signalisierte mir, dass er vermutlich außer Darts oder Billiard keinen sonderlich anstrengenden Sport triebe.

Er brauchte relativ lange, um seine Waren in seiner mitgebrachten Tasche zusammenzusuchen. Dabei verhielt sich der Mann maximal auffällig, zumal er sich immer wieder nervös umsah, kam aber schließlich doch an die Kasse. Während ich ihn selber abkassierte, sagte ich höflich, während ich auf die Tasche zeigte, in der sich Sekunden vorher noch unsere Waren befanden: "Stichprobenartig muss ich da leider einmal hineinschauen." (Immerhin waren da unsere Sachen drin, die Geschichte mit den verbotenen Taschenkontrollen hatte er also selber ausgehebelt.)

Er entgegnete extrem leise, dass ihm das gar nicht recht wäre. "Dann muss das leider erst recht sein! Also bitte. Ansonsten müsste ich nämlich die Polizei rufen und das von denen klären lassen. Wenn du ehrlich bist und da nichts mehr von uns drin ist, ist doch alles gut."

Er schaute sich etwas nervös um, durch seine Verzögerung war inzwischen eine kleine Kassenschlange entstanden. Er öffnete die Tasche, das große Fach, aus dem er den Einkauf ausgepackt hatte, war leer, bis auf den kleinen Teil seines Einkaufs, den er da bereits wieder hineingeräumt hatte – und ein Päckchen Gras. Die Menge war schwer abzuschätzen, lag aber definitiv weit über dem, was einer alleine an einem Abend wegrauchen könnte.

Ich schmunzelte: "Dufte!"

Er wurde ganz verlegen: "Hmmm …"

Offensichtlich kam er vom Dorf, er rechnete wohl damit, dass ich böse würde oder sonstwas. Die Menschen in der Kassenschlange hinter ihm hatten mittlerweile auch mitbekommen, was da in der Tasche war und äußerten "Aaaahs" und "Oooohs", und der Herr direkt hinter ihm warf ihm schließlich sogar noch eine Visitenkarte zu "Fallste mal nicht weisst, wohin damit!".

"Das klärt bitte draußen", warf ich in die Runde. Der mit dem Gras packte ein und ging, während der Mann hinter ihm ein Päckchen lange Blättchen kaufte und ihm eilig folgte.

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Comments

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Anonymous on :

QUOTE:
zumal er sich immer wieder nervös umsah


Vermutlich hat er einfach nur etwas gesucht.

Steven Coolmay on :

:-D :D :-D
Geil, soetwas erlebe ich auch immer wieder bei Taschenkontrollen am Eingang zu Festivals. Die dummen Gesichter wenn ich sag: Ich suche nur nach Alk und Waffen, viel Spass beim feiern :-D

Fabian on :

Korrekter Typ

Fabian on :

Ok das Blog hat mein Herz geschluckt :-D

Anonymous on :

Fragwürdiges Verhalten

Steven Coolmay on :

Warum? Wenn ich denen ihr Gras wegnehme, müssen die sich drinnen neues Kaufen und es wird weniger Geld für Getränke ausgegeben. -> Schlecht für die Firma.

Wenn ich Pillen/Pepp einkassiere kaufen die sich auch neues. Wieder weniger Geld für Getränke, wieder schlecht für die Firma.

Und wer drauf ist Feiert länger, wer länger feiert trinkt mehr, ergo gut für die Firma.

Wo ist also das Problem außer das ihr Spießer uns den Spass verderben wollt?

Achso da könnt ihr jeden Fragen der im Festivalbereich arbeitet. Die schlimmsten Partys sind die, wo nur gesoffen wird. Schlagerpartys und Rock sind die Hölle. Alle besoffen und nur Streß. Ich wünschte die würden auf Gras umsteigen.

Anonymous on :

Ähnlich war auch der Kommentar zu dem Beutel eines Freundes bei der Zugangskontrolle: „Na, damit werden Se ja wohl niemanden abwerfen.“ Recht hatte er.

Santino on :

Iwie witzig.

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