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Pilz- und Flaschensammler

Ob diese Serviceleistung heute noch so angeboten wird, weiß ich nicht, aber vor einiger Zeit war es wohl so, dass es in vielen oder einigen Verbraucherzentralen die Option gab, gesammelte Pilze von einem Pilzsachverständigen durchsehen zu lassen, damit man sich nicht das eine oder andere versehentlich eingefangene giftige Schwammerl in die Pilzpfanne schnippelt. Vor sehr vielen Jahren habe ich mal irgendwo einen Artikel darüber gelesen und darin wurde ganz arg kritisiert, dass sich aus dieser Serviceleistung eine ganz blöde Angewohnheit bei vielen Pilzsammlern entwickelt hatte: Sie haben einfach alles abgeschnitten, was nach Pilz aussah und dann die gesammelten Werke beim Sachverständigen aussortieren lassen, wobei dann teilweise beachtliche Mengen an giftigen und ungenießbaren Pilzen im Müll landeten. So war das Angebot natürlich von den Verbraucherzentralen auch nicht gedacht gewesen.

An diesen Artikel musste ich denken, als ein Pärchen mit zwei großen Müllsäcken voller gesammelter Werke vor dem Leergutautomaten stand. Einweg, Mehrweg, unbeschädigt und eingedrückt, Glas, PET, Dosen, Konservengläser, Saftflaschen, Wodkaflaschen – gefühlt befand sich so ziemlich jede Art von Behältnissen in den beiden Säcken.

Wie bei den Pilzsammlern bei der Verbraucherzentrale hatten sie einfach diesen riesigen Haufen angeschleppt und ließen den automatischen Pfandsachverständigen aus dem Hause Trautwein aussortieren: Mööp, Annahme verweigert, das war ein Risspilz. Champignon erkannt, 25 Cent auf den Bon. Grüner Knollenblätterpilz, Gebinde unbekannt, Annahme verweigert. Fliegenpilz, Annahme verweigert. Morcheln, 8 Cent pro Stück, rauf auf den Flaschentisch gleich neben die Seitlinge. Oh, ein Satansröhrling, bitte Umdrehen. Ach, jetzt als ein Hexenröhrling erkannt; Annahme erfolgreich für 15 Cent das Stück.

So landete das meiste an Flaschen und Dosen im Leergutautomaten, jedoch füllte sich zusehends auch der Müllsack mit allerlei vom Gerät verweigerten Dingen.

Pilz- und Flaschensammler verbindet wohl eine lange Tradition. :-P

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Comments

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TOMRA on :

Vielleicht haben die dabei was verwechselt?
Die wollten oder sollten besser Pilssammler sein.

Ariadne on :

Ist ja auch ein irrer zeitlicher Aufwand, all diese Gebinde nach Kennzeichnungen und Aufdrucken abzusuchen. Maschinen sollen doch unser Leben erleichtern - hust - hat ja niemand gesagt, wessen Leben genau und dass manche Erleichterung letztlich auch auf Kosten anderer Leute gehen kann. Nun musst du den üppigen Rest halt entsorgen.
Björns Service-Oase für Hilfestellungen aller Art... :-)

Chris_aus_B on :

Sehen wir aber auch das Gute an der Sache: der Müll ist im Müll und nicht in die Botanik gekommen oder dort gelieben.
:-)

SPages on :

Pilzsachverständige/Pilzberater gibt es bei uns in der Region zumindest noch einen der mir bekannt ist. Ein Ehrenamtlicher, der wohl einfach vom Verzehr des ganzen Korbs abraten würde, wenn man ihn mit Giftpilzen "zuschütten" würde. Zu recht wie ich finde.

DerBanker on :

Japp, ein Pilzberater bei uns im Forum macht das genau so: wenn was gefährliches drin gelandet ist, von dem sich Brösel auf die anderen Pilze übertragen könnten, wird der gesamte Korb nicht freigegeben.

pfandsammler on :

was die leute teilweise auch in die pfandautomaten versuchen reinzuwerfen, da frage ich mich, machen die das aus unwissenheit?

das deutsche pfandsystem ist doch nicht so schwer, wenn auch teilweise etwas unlogisch

DerBanker on :

Ich bin erstaunt, Björn, du kennst dich ja vergleichsweise gut mit Pilzen aus.
Bist du auf den Risspilz gekommen (den du ja auch als Ersten genannt hast), weil kürzlich eine neue Art entdeckt wurde?

Irene on :

Pilzkontrolleure sind in der Schweiz glücklicherweise vielerorts vorhanden, meist bezahlt vom Kanton. Gerade kürzlich war meine Freude über vermeintliche Stockschwämmchen von kurzer Dauer, der Kontrolleur hat die 8 tödlich giftigen Gifthäublinge konfisziert. Die waren übrigens getrennt von der restlichen "Beute" transportiert worden, sonst muss der gesamte Korbinhalt dran glauben. Aussortiert wird da gar nicht mehr, sobald ein giftiger dabei ist.
Ich würde das mit dem Leergut übrigens wohl ähnlich machen wie die von dir beschriebenen Kunden - bis ich bei jeder einzelnen Flasche mit der Lupe nach der Pfand-Info gesucht habe, hat der Automat das schon längst erkannt...

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