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Der nachhaltige Präsentkorb

Eine Frau hatte während meiner Abwesenheit bei einem meiner Mitarbeiter einen Präsentkorb in Auftrag gegeben. Die Sachen lagen am nächsten Tag allesamt in einem Einkaufswagen im Lager, zusammen mit der Info, dass das alles bitte als Präsentkorb eingepackt werden soll. Die Information, dass der fertige Korb ausdrücklich nicht in Kunststofffolie eingepackt werden soll, fehlte leider und so richteten wir den Korb in gewohnter Art und Weise her.

Als die Frau den Präsentkorb abholen wollte, gab es ein großes Drama deswegen. Sie wollte den Korb ausdrücklich ohne die Folie, da schon (Zitat) genug Plastik in den Meeren schwimmen würde. Ich bat um Entschuldigung und erklärte wahrheitsgemäß, dass das ein internes Kommunikationsproblem war und bot an, die Folie wieder zu entfernen. Das wollte sie nun aber auch nicht, denn das Material wäre ja nun ohnehin schon verschwendet und würde auch von uns nur weggeworfen werden. Sie bezahlte den Korb demonstrativ zähneknirschend und nahm ihn mit.

Zwei Sachen möchte ich dazu anmerken:

1. Ja, es schwimmt unglaublich viel Plastik in den Meeren. Das werden wir Menschen auch vermutlich nie wieder rückgängig machen können. Aber nicht jedes entsorgte Kunststoffprodukt landet automatisch im Ozean, auch wenn viele Leute das ernsthaft zu glauben scheinen. (Was natürlich nicht heißen soll, dass die Vermeidung von Plastik, alleine auch aufgrund der dafür benötigten Rohstoffe, kein erstrebenswertes Ziel ist!)

2. Auf dem Foto seht ihr den (noch nicht eingepackten) Präsentkorb in der Originalausstattung. So viel zum Thema Kunststoffvermeidung und Nachhaltigkeit …


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Kommentare

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Zonen-Gabi im Glück am :

Brokkoli im Präsentkorb? Ooooookay!

Bernd am :

... natürlich in Folie eingepackt... *lach*

Kassen-Kalle am :

Wieso Brokkoli?
Welchen Sinn hat das?
Wenn Gemüse/Obst dann vielleicht Äpfel oder Orangen oder Mangos oder eine Ananas...aber BROKKOLI???

Bitte klär uns auf Björn!

Sabine am :

"Nicht aufregen, kleiner Hamster!" :-O

TT am :

Das stimmt. Am besten, wenn man es kurz vor dem Verzehr gegen eine Frikadelle tauscht.

Asd am :

Orangen, Mango und Ananas ist aber nicht nachhaltig. Das wird doch per Flugzeug von sonstwo importiert.

Wenn schon nachhaltig, dann nur Bio-Produkte aus der Region.

e.g. John Doe am :

Nachhaltig? Ist doch egal, hauptsache keine Plastikdekofolie!

Erica am :

Da ist nicht nur viel Plastik in den Verpackungen, die Lebensmittel selber sind außer dem Brokkoli von der höchst ungesunden Fett -und Zuckerlastigen Sorte....Der Brokkoli soll dann wahrscheinlich das gesunde Alibilebensmittel sein.

Ehrlich, wer so was aussucht , und dann über die Kunststofffolie drumrum lamentiert, der sollte sich mal das Gehirn durchlüften lassen. Da passt so einiges nicht zusammen

Jan Reiners am :

Lässt auf höchstes Bildungsniveau schliessen , die Auswahl... abern Broccoli als Tarnung ? :-D

DerBanker am :

Erinnert mich an den Kunden, der mich wegen einer ungewünscht ausgedruckten Quittung auf Thermo-Bonpapier rundmachte, aber zusammen mit seiner Schnalle mit je einem Plaste-Getränkebecher vor mir stand.

Asd am :

Ich wage zu behaupten, dass das Plastik hierzulande zum Großteil verwertet ider verbrannt wird und gerade nicht im Meer landet.
Deutschland ist ja nicht dafür bekannt, dass Müll einfach in den Fluss gekippt wird. Da fallen mir eher andere Länder ein.

Natürlich sollte man Plastik vermeiden, so gut es geht. Wird schließlich alles aus Erdöl hergestellt, das bekanntlich endlich ist. Außerdem verrottet es schlecht.

Wegen der Dekofolie dann aber einen Zwergenaufstand zu veranstalten ist dann aber auch übertrieben.

Chris aus Nordbaden am :

1. Der Großteil des systemgerecht entsorgten Plastikabfalls wird leider verbrannt. Ob das nun so positiv ist?

2. Was heißt hier Zwergenaufstand? Klarer Auftrag, Auftrag unzureichend erfüllt. Ist doch kulant, den falsch produzierten Artikel dennoch so abzunehmen.

wupme am :

Es ist Zwergenaufstand denn das Problem wäre in wenigen Sekunden gelöst gewesen. Nein stattdessen muss man eine riesen Show abziehen.

Chris aus Nordbaden (der echte) am :

Kollege, wie kommst Du dazu meinen Nicknamen zu verwenden? Bitte zukünftig einen anderen verwenden, danke!
Christian S. aus Bretten, Nordbaden

TripleT am :

Im Prinzip richtig. Gegen Verbrennung finde ich ist auch nicht viel einzuwenden, in modernen Anlagen passiert das halbwegs sauber und Strom/Fernwärme produziert es obendrein. Es ist natürlich fragwürdig, dass die Verbraucher alles vorher schön sortiert haben.

Und dann das "aber": Leider exportieren wir erschreckend viel Müll, gerade auch die problematischeren Sachen. Erst kürzlich hat China einen Importstop für deutschen Plastikmüll verhängt, da ging anscheinend fast 10% des eingesammelten Plastiks hin... wo das dann genau endet (und vor allem wo es jetzt stattdessen endet), mag ich gar nicht so genau wissen. Vermutlich müsste man Müllexporte einfach verbieten, aber mit Müll lässt sich nunmal sehr viel Geld verdienen...

Theo am :

Ich glaube, da ging es um die Einwegflaschen. Die wurden bisher günstig nach China verschifft, weil die Kähne, die uns die Ware von dort geliefert haben, oft mehr oder weniger leer zurück mussten. Dort wurde die Flaschen dann recycelt. Inzwischen haben die Chinesen dank steigenden Konsums aber 1. wohl selber mehr Plastik, als sie recyceln können, und 2. ist die Nachfrage nach westlichen Produkten gestiegen, so dass die Schiffe auch auf der Rückfahrt besser ausgelastet sind und der Transport unserer Flaschen zu teuer wird.

Simon. am :

Das war tatsächlich eine politische Entscheidung mit der der Import von Müll nach China verboten wurde, Stichwort „Operation National Sword“: https://99percentinvisible.org/episode/national-sword/

Und weil das recht kurzfristig war (halbes Jahr, seit Anfang 2018 gilt das), gibt/gab es in den USA und Europa einen massiven Mangel an Verwertern.

Naya am :

Leider landet auch einiges an deutschem Plastikmüll auf Müllkippen in Südostasien (früher China, seit die das nicht mehr nehmen, eher Malaysia), von wo es sich dann auch in Flüsse und darüber ins Meer verteilt.
"Ins Ausland verkauft" zählt als "verwertet", auch wenn die angeblichen Recyclinganlagen dort dann gar nicht existieren.

Die Verbraucher sortieren also brav, nur damit es dann in Schiffscontainern, die bei der Rückfahrt nach Asien sonst leer wären und damit billig zu haben sind, auf mehr oder weniger illegale Müllabladen verschifft wird, und sich von da doch ins Meer verteilt.

Nicht der Andere am :

Die Waren sind doch samt und sonders nachhaltig. Abgesehen vom überflüssigen Brokkoli besteht's praktisch komplett aus Zucker und Fett. Das geht so schnell nicht wieder in irgendeinen Müll- und Produktionskreislauf, sondern setzt nachhaltig an. Im Vergleich dazu ist das bißchen Plastik in und um den Korb vernachlässigbar.

matthiasausk am :

Ich würde mir schwere Gedanken über mich und den Überbringer machen, wenn ich einen Korb mit diesem Inhalt bekäme.

Das kann nur ein Scherz sein - für einen Kantinenkoch zur Pensionierung oder sowas ...

Gorden am :

Und denoch gibt es viel zu viel Plastik"müll".
Ich habe mal bei mir zuhause einen kleinen Test gemacht und "richtig" getrennt, nach einer Woche bin ich bei 1 Restmüllbeutel zu 3/4 gefüllt (20L), ca. 20L Altpapier, aber 4x20L Verpackungsmüll. Und warum?

Weil jeder noch so kleinste Schrott mit Plastik verpackt werden muss. Gerade im Bereich Hygiene und Drogerie findet man kaum was ohne. Die 3 Schwämme, eingepackt in Plastik, der Doppelpack Deo, eingewickelt in Folie.

Es gäbe soviele Möglichkeiten, in bestimmten Bereichen an Folie zu sparen, aber das will die Industrie scheinbar nicht. Warum auch, wird ja eh gekauft.

scheissschlammbel am :

Der größte Scheiß ist doch, dass der Verbraucher (in Deutschland) als kleinstes Glied in der Kette wieder "bluten" muss.

Sonderabgabe DSD bei jedem Einkauf betreffender Artikel in den EK des Händlers reingerechnet.

Aufwendiges und nicht zielführendes sortieren des Mülls.

Daraus resultierender zeitlicher und finanzieller Aufwand (auch für die etwas höher in der Kette sitzenden wie Hausbesitzer, Kommunen, ...).

Wofür? Damit die "Großen" unseren fein sortierten Müll irgendwo verklappen und er dann als Mikroplastik über unseren Fisch in unserem Blut landet oder als billiger Pullover im (Klamotten)discounter.

Aber "muuh recycling!", denn der Deutsche an sich macht
selbstverständlich nicht genug.

solange die Lobbies dies den Verantwortlichen verkaufen können, solange haben wir ein Problem.

Sei es die Pastiktüte, der Strohhalm, das nur doppelverglaste Fenster oder der "Schummelkdiesel".

Der Endverbraucher hat, schon alleine wegen seiner shcieren Masse natürlich auch einen Anteil an den Umweltschäden. Doch ist dieser erschreckend gering und auf den einzelnen heruntergebrochen, beinahe lächerlich, im Vergleich zu den Schäden, von denen die Lobbyisten ablenken, in dem die Endverbraucher zum Buhmann erklärt werden.

Aber wir lasse es ja auch mit uns machen.- Und ja, wir unterstützen das System leider auch mit unserem Verhalten.

Das Perverse ist aber, dass das System unserem Verhalten angepasst wurde und wird.

Simmiy am :

Besonders der in FOLIE eingeschweißte Broccoli!!! Versteh echt nicht warum Händler sowas überhaupt mit ins Programm nehmen. Broccoli brauch keine Folie,so wie viele andere Obst und Gemüsesorten auch nicht. Finde ich ganz schlimm!

Florian Hechenberger am :

Würde mich fast ein bisschen schämen, solche Produkte wie Brokkoli, Chips und einen Kartoffelsnack zu verschenken... Produkte sehen auch nicht besonders nachhaltig aus.

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