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Bitte nicht aufrunden!

Momentan läuft eine große Werbekampagne für die Aktion "Deutschland rundet auf". Eine Kollegin hatte mich vor ein paar Tagen darauf angesprochen, allerdings zunächst nur mit dem Hintergedanken des Aufrundens: "Ist doch praktisch, wenn das hier so wie in Holland wird. Dann hat man weniger mit den ganz kleinen Münzen an der Kasse zu tun."

Das war leider ein Trugschluss. Beim "Aufrunden bitte!" handelt es sich nicht um eine Vereinfachung des Bezahlvorgangs (gut, irgendwie ja auch schon, wenn auch nur einseitig), sondern um die schlichte Jagd nach Spenden.

In den letzten Tagen wurde ich nun schon häufiger gefragt, ob ich mich daran auch beteilgen möchte, würde oder sogar werde. Nein, möchte ich nicht.

Ich empfinde die Vorgehensweise zudem schon etwas wie Nötigung. So, als würde man im Restaurant kein Trinkgeld geben. Oh, der hat sich seine acht Cent rausgeben lassen. Was für ein Knauser.

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Kommentare

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Erklärbär™ am :

Wieso genau sollte das ein Trugschluss sein? Da steht dann ja kein Sparschwein an der Kasse, in welches die exakt 8 aufgerundeten einzelnen Cents drin verschwinden. Das wird rein elektronisch ablaufen, so dass vor Ort nur noch 33,80 anstatt 33,72 kassiert werden. Insofern fällt tatsächlich weniger Kleingeld an.

Aber da dies elektronisch abläuft und du mit deiner Windows3.11-Kasse da ohnehin nicht mit kommst, ist auch klar, dass du nicht teilnehmen wirst. Allein schon aus technischen Gründen. ;-)

dr. pop am :

Liebe Supermarkt-Besitzer, liebe Discounter-Betreiber,

liebend gern nehme ich an der Aktion "Deutschland rundet auf" teil. Bei jedem Einkauf. Und ich runde nicht nur auf 10 Cent auf. Bitte glatte Euro-Beträge. Statt 16,95 gibt es dann 20,00 Euro von mir.

Unter einer Bedingung:

Fragt mich nie wieder (und mit nie meine ich NIE), ob ich eine Deutschland-Card oder irgendeine andere verschissene Kundenkarte habe.

The other one am :

Ich besitze keinen Supermarkt.

Und? Hast Du eine Kundenkarte?

dr. pop am :

Selbstverständlich habe ich für nicht vorhandene Supermärkte auch eine nicht vorhandene Kundenkarte.

The other one am :

Dann kannst Du ja jede Menge keine Punkte sammeln. Kühl.

ednong am :

Na, nicht so voreilig. Die nicht gesammelten Punkte spendet er doch der "Rundet-Ab"-Kampagne ...

Jemand am :

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass man gar nicht AUFrunden kann. Man kann nur etwas ABrunden. Und zwar nach oben hin oder nach unten hin.

Eine eckige Kante rundet man ja auch nicht auf, sondern man rundet eine eckige Kante ab, damit sie hinterher abgerundet ist.

Alex_ am :

Ganz clever,.

Nur dass man an Tischecken auch wirklich immer etwas wegnimmt, so dass abrunden=etwas wegnehmen bis es rund ist, tatsächlich passt.

Der Duden erklärt "aufrunden" als "nach oben runden". Und ich bin mir ziemlich sicher dass "nach oben abrunden" NICHT von vielen für korrekt befunden wird. Das ist wie "ich hebe -100 Euro an der Bank ab". Oder: Wenn -7 Leute im Bus sind, dann müssen 7 einsteigen, damit er leer ist.

Aber es steht Dir natürlich absolut frei, Deine eigene Sprache zu definieren.

Someone am :

Also als Kunde finde ich das total super, ich würde mir wünschen, dass es in mehr Läden möglich wäre. Erstens: Ich hasse Kleingeld. Irgendwo muss man es loswerden, und bis dahin macht es das Portemonnaie oder die Hosentasche voll, und einzeln ist es im Prinzip nichts wert. Was kann man heute noch für 5 Cent kaufen? Gerne glatte Preise, spart Zeit an der Kasse für alle Beteiligten und macht mir das Leben leichter. Die Kombination mit den Spenden ist aus meiner Sicht genial. Dem Einzelnen tuts nicht weh und insgesamt kommt da bestimmt einiges zusammen. Ich hoffe, die Idee setzt sich durch!

The other one am :

"Dem Einzelnen tuts nicht weh ...".

Aber wenn die Benzinpreise mal um so einen Minibetrag wie 3 Cent steigen, dann ist sofort die Hölle los.

steamme am :

Beim Tanken sind das aber gleich mal mehrere Euro die so ein paar cent mehr oder weniger ausmachen.

ednong am :

Also wenn ich mehrere Artikel zu dem teuren Preis kaufe, sind das irgendwann auch ein paar Euro. 60 mal 5 Cent bleiben immer 3 Euro, so oder so.

The other one am :

Was hast Du denn für einen Tank?

Mehrere Euro sind mindestens 2 Euro. Bei 60 Litern Sprit kommst Du aber gerade mal auf € 1,80.

Zudem hat ednong auch schon auf den anderen Aspekt hingewiesen. Ständig ein paar Cent hier und da, keinem tut das weh, keiner merkt das, und über ein Jahr gerechnet kommt dann doch ein nennenswerter Betrag zusammen. Im Prinzip ist das wieder mal ein sanfter Weg den Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ich persönlich sehe das aber immer weniger ein.

Ein Beispiel: Nach den letzten Veröffentlichungen in der Tagespresse erzielt China einen jährlichen Haushaltsüberschuss von ca. 200 Milliarden Euro. Die Chinesen suchen händeringend nach neuen Möglichkeiten diesen Überschuss weltweit gewinnbringend zu investieren.

Und die BRD zahlt jährlich über 300 Millionen Euro an China im Zuge der Entwicklungshilfe.

Und jetzt sollen die Bürger hier in Deutschland über Spenden eigene bestehende Probleme finanzieren?

Und weil wir weiter oben das Thema Sprit hatten:

"Auch das Bundesumweltministerium ist nicht sicher vor Däke: Es stelle dem Mineralölkonzern Shell 170.000 Euro zur Verfügung, um an 50 Tankstellen Lampen gegen energiesparende LED-Leuchten auszutauschen."

Das ist natürlich wichtig, die notleidenden Mineralölkonzerne finanziell zu unterstützen.

Kindergärten können ja gerne durch die Bürger finanziert werden, die haben ja auch schliesslich die Kinder in die Welt gesetzt.

spaggo2 am :

btw : http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2012_03/Piraten_gegen_Zuschuss_fuer_Deutsche_Oper.html
go piraten!

Mithi am :

QUOTE:
Ich hasse Kleingeld.

Schenke es mir, ich trage es zu meiner Bank.
QUOTE:
Irgendwo muss man es loswerden,

Wie wäre es mit: Beim nächsten Einkauf?

Ich bin ehrlich immer erschrocken wenn ich sehe wie unbeholfen manche Leute mit Bargeld sind.

Is es wirklich so schwer während der Wartezeit zwischen Ware-aufs-Band und Bezahlen mal kurz ins Portemonnaie zu schauen und falls vorhanden schonmal 9 Cent rauszusuchen?
Sobald man den Endpreis erfährt wirft man das die überzähligen Kupfermünzen rein und sucht nach passenden Messing und dann halt 1er, 2er und Scheine. Geht bei mir schneller als beim Durchschnitskunden das tumbe 20-€-Schein-rausholen.

cya, Mithi

PS 28 Cent im Münzfach: 10, 10, 5, 1, 1, 1

Someone am :

"Schenke es mir, ich trage es zu meiner Bank."

Da spende ich es dann doch lieber ;-)

Natürlich gebe ich mein Kleingeld auch aus, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Ab 10 Cent sowieso, denn so genau kann ich im Kopf dann meistens doch nicht mitrechnen, denn ich kaufe in der Regel nicht viel. Aufrunden finde ich trotzdem gut. Eine schöne Möglichkeit anonym und unkompliziert immer mal wieder ein kleines bisschen zu etwas Gutem beitragen. Warum denn bitte nicht?

don am :

Ich zahle so selten mit Bargeld, dass ich kein Kleingeld habe, aber die Aktion gefällt mir grundsätzlich. Das Argument "Nötigung" halte ich für Humbug. Man sollte den Kunden IMHO jedoch nicht aktiv danach fragen.

G am :

Ich finde es gut, dass du nicht daran teilnimmst.
Mir gefallen auch deine sonstigen Einstellungen (Kundenfreundlichkeit usw). Leider wohne ich nicht in Bremen, sonst würde ich immer bei dir einkaufen ;-)

FlyingT am :

Naja ich weiss nicht in wie weit das "E" bezahlt, aber ansonsten musst du als Händler ja für die Teilnahme an dem System zahlen. Ich weiss nicht wieviel aber sicherlich Geld ist Geld.

Ich finde es eine sehr gute Sache, 100% gehen an die Spendenprojekte die Finanzierung der Mitarbeiter und infrastruktur passiert über Beiträgen der Industrie. Find ich stark! Da weiss man was mit dem Geld passiert. Und auch wenn ich jetzt den Shitstorm hier heraufbeschwöre, ich finde es super das man mal einsieht das es Deutschland genug probleme gibt die man in den Griff kriegen sollte, dafür muss man nicht immer Tausende Km weit weg suchen.

The other one am :

"Und auch wenn ich jetzt den Shitstorm hier heraufbeschwöre, ich finde es super das man mal einsieht das es Deutschland genug probleme gibt die man in den Griff kriegen sollte, dafür muss man nicht immer Tausende Km weit weg suchen."

Natürlich. Die Bundespolitik schaufelt das Geld ins Ausland und die hier weiter bestehenden Probleme sollen die Bürger eben zusätzlich finanzieren. Guter Plan.

ednong am :

Was ist daran stark? Ich als Kunde finanziere dann über Preiserhöhungen - irgendwo müssen ja auch die Händler die Kohle herhaben zum Bezahlen an der Teilnahme - das System und dessen Infrastruktur.

Und dann zahle ich auch noch Geld in irgendein System, von dem ich nicht weiß, wie groß mein Anteil an irgendeinem Projekt, das ich nicht kenne, ggf. nicht mal unterstützen würde?

Und das ist dann toll? Sorry, da spende ich doch lieber direkt. Da weiß ich, wofür die Spende draufgeht. Und wenn ich Glück habe, kann ich mir sogar ein Spendenquittung ausstellen lassen und noch mal Steuern sparen. Wie die Großen, nur viel, viel kleiner.

FlyingT am :

Sowas läuft unter dem Überbegriff "Werbung", achja sonst machen die Unternehmen ja keine Werbung, stimmt hab ich vergessen.

Was stellst dir den da so vor? Soll jemand von "Deutschland Rundet auf" bei dir zuhause auf nen Kaffee vorbei kommen?
Man könnte natürlich auch einfach auf der Internetseite nachschauen, da sind alle Projekte aufgeführt. Aber das wäre auch voll kompliziert, quasi kaum zu Schaffen. Wie soll man so nur raus finden welche Projekte unterstützt werden?

Ich bin mir sicher The other one findet ne Lösung.

Und zur Spendenquittung, also wenn wir von 2 Einkäufen die Woche ausgehen sind das maximal 9,36€, wenn du jemanden findest dir dafür ne Spendenquittung ausstellt dann kannst echt dick absahnen

The other one am :

"Man könnte natürlich auch einfach auf der Internetseite nachschauen, da sind alle Projekte aufgeführt. Aber das wäre auch voll kompliziert, quasi kaum zu Schaffen. Wie soll man so nur raus finden welche Projekte unterstützt werden?"

Sofern die Angaben auf deren eigener Internetseite überhaupt korrekt sind. Mein Misstrauen in Spendenprojekte, egal wer das organisiert, wird immer aufs neue bestätigt.

steamme am :

Mh, eine rein praktische Frage: Wird beim "bitte Aufrunden" das auch in der Kasse gebucht oder wird einfach nur entsprechend weniger Kleingeld rausgegeben, sodass dann eine differenz ensteht die dann gespendet wird?

FlyingT am :

Ja es wird in der Kasse gebucht, und auf dem Bon steht dann drauf wieviel man gespendet hat. Sonst könnte man das ja auch nicht nachvollziehen wieviel gespendet wurde

Birger am :

Könnte ich diesen Bon beim Finanzamt als Spendenquittung einreichen?

Knoetchen am :

Ich würds versuchen. Die Spende geht ja an eine Stiftung und ist somit gemeinnützig..

Oskar am :

QUOTE:
Beim "Aufrunden bitte!" handelt es sich nicht um eine Vereinfachung des Bezahlvorgangs (gut, irgendwie ja auch schon, wenn auch nur einseitig), sondern um die schlichte Jagd nach Spenden.
Ginge es um eine Vereinfachung würde man ja nicht Aufrunden, sondern Runden, also Endbeträge von 1 bis 4 Cent nach unten und von 5 bis 9 Cent nach oben. Das sollte aufkommensneutral sein. Da es keine - oder kaum? - Einzelartikel im einstelligen Centbereich gibt dürfte sich die Ausnutzungsversuche sehr in Grenzen halten und selbst, wenn manch einer einen Artikel mehr kaufen sollte, um dann nach unten abgerundet zu werden springt dabei ja Zusatzumsatz und Zusatzgewinn für den Händler heraus.

Nebenbei: Abrunden bei 1 bis 4 Cent und Aufrunden bei 5 bis 9 Cent ist ja eine 4 zu 5 Relation, also ausgeglichen. Aber wie könnte man das denn gerecht lösen, sodaß es tatsächlich aufkommensneutral wäre?

Oskar am :

Ich runde nicht auf...

... weil die Aktion seit 1. März läuft und aber auf der Seite verkündet wird:
QUOTE:
Der aktuelle Spendenstand: 0%von 276.276 Euro haben wir schon


... weil ja obwohl jeder aufgerundete Cent bei den Spendenprojekte ankommt für die Organisatioren, die Verwaltung, die Technik und für Pipapo nicht wenig Kosten anfallen und die von den Handelspartner getragen werden müssen. Dafür zahlen dann also also Kunden, ob sie nun stolze Aufrunder sind oder schamhafte Centverarbeiter.

FlyingT am :

Das hängt damit zusammen das die ca 40.000 Kassen die an dem System mit machen nicht in realtime ausgelesen werden (können). Deshalb gibt es erste zahlen erst ab mitte April, danach nimmt man die Daten der vergangenen Zeit und erstellt einen errechneten "realtime counter".

Und ganz ehrlich ob jetzt Netto für Deutschland rundet auf zahlt, Rewe für ihren Familientag, Lidl für die Tafel oder Jörg etwas an seine Suppenengel gibt, ist gehüpft wie gesprungen.

Fabian S. am :

Is mir egal, was andere Kunden denken, ich runde auf, wo immer es geht und ich gehe auch bevorzugt in Supermärkte, die an dieser Aktion teilnehmen.

Die paar Cents für GUTE ZWECKE tun MIR nicht weh und sind für mich unkompliziert gespendet.

Klodeckel am :

Gerade die schlimmsten Abzocker betteln jetzt noch um Spenden. Gut, dass der Spar Markt Harste da nicht mitmacht.

Vor kurzem wurde mal eben der Preis für die Dose Thunfisch erhöht. Und zwar - welch ein Zufall - gleichzeitig bei Netto, Edeka, Penny und Aldi. Überall von 79 cent auf 99 cent, Schlappe ~25% (also passend zur "offiziellen" Inflationsrate von 1,5%).
Wenn ich diesen Gaunern auch noch Trinkgeld geben würde, dann kann ich auch beim Tanken noch den Literpreis "aufrunden". So bescheuert kann eigentlich niemand sein, es sei denn, er hat wirklich zu viel Geld.

FlyingT am :

Natürlich runde ich auch bei der Tankstelle auf. Wenn ich für meinen Roller oder Rasenmäher 2L Super brauche kostet mich das 3,298€. Die 0,2 Cent hab ich mir noch nie auszahlen lassen.

Wobei die Tankstellen hier zum großteil das amerikanische "take a penny leave a penny" System eingeführt haben, und die es nicht haben sagen bei 40,01€ einfach 40€ weil sie keine Lust auf das ganze Kleingeld gefummel haben.

SethSothell am :

"Wenn Sie bei einem unserer Handelspartner einkaufen, können Sie an der Kasse mit zwei Worten einfach und transparent maximal 10 Cent spenden: “Aufrunden bitte!”. DEUTSCHLAND RUNDET AUF legt besonderen Wert darauf, dass dies freiwillig geschieht: Die Initiative zum Aufrunden geht aktiv vom Kunden aus. Das Kassenpersonal wird Sie nicht mit Fragen bedrängen."

Das finde ich eigentlich noch OK, soweit der Sozialdruck nicht so groß wird dass man, wenn man sich sein Geld rausgeben lässt, wie Du es sagst, zum Knauser abgestempelt wird. Da ich mein Kleingeld zu Hause in einer Change Jar sammel und meine Bank einen Münzannahmeautomaten hat will ich meine 8c schon haben!!! :-)

Buxbaum am :

Ich runde auf, wenn auch abgerundet wird.

Also 16€ anstatt 16,03 und 17€ anstatt 16,97€

Ich brauch die 1,2,5 Cent Münzen nicht.

Und ich will 1 Euro Scheine.

Metzger am :

"Die Jagd nach Spenden"

Deine Einstellung als vermeintlicher moralischer und kaufmännischer Nabel des deuten Einzelhandes mündet einmal mehr in einer unsäglichen Arroganz.

Wenn Du Dich mit der Aktion einmal ein "klein wenig" beschäftigt haettest würdest Du sehen, dass es sowohl von der Idee und der Durchführung als auch von der Quote an ankommenden Spenden her eine gute Sache ist.

Ich möchte dich mal sehen, wenn Du aus persönlicher, unverschuldeter Not Hilfe eines x-beliebigen gemeinnützigen Vereins annimmst - das wäre dann selbstverständlich?

Naja, ich spare mir weitere Ausführungen. Komm ein wenig von Deinem hohen Ross runter und siehe ein, dass es auch andere erfolgreiche Menschen gibt, die gute Dinge auf die Beine stellen.

The other one am :

"... als auch von der Quote ...".

Wo findet man da verlässliche Angaben?

G am :

Die unsägliche Arroganz sehe ich nur auf deiner Seite. Die "Jagd nach Spenden" geht mir auch auf die Nerven. Wenn ich spenden will suche ich mir gezielt ein Projekt aus. Dazu möchte ich weder an der Haustür noch durch Spendeneintreiber, die einen in der Stadt ständig anquatschen noch an der Kasse im Supermarkt bedrängt werden egal ob es "eine gute Sache" ist. Natürlich wird auch hier der Druck aufgebaut, falls alle Kunden aufrunden und nur man selbst nicht.
Da die Grundsicherung von allen durch Sozialhilfe gedeckt ist im Gegensatz zu anderen Ländern, wird auch niemand verhungern.
Deine Argumentation:
"Ich möchte dich mal sehen, wenn Du aus persönlicher, unverschuldeter Not Hilfe eines x-beliebigen gemeinnützigen Vereins annimmst - das wäre dann selbstverständlich?"
habe ich mir selbst von einem schmierigen, Spendeneintreiber (sicherlich auf Provisionsbasis, das sind auch keine Leute, die hinter der "guten Sache" stehen) anhören müssen, der penetrant auf einen weiter eingeredet hat bis man ihn mit rabiateren Mitteln vertreiben musste.
Wahrscheinlich bist du auch einer von denen.

chrisla am :

Wie in den Niederlanden: Man verzichtet auf 1- und 2-Cent-Münzen, jedoch nicht auf die 5-Cent Münzen.

chrisla am :

Meine Antwort galt Oskar (#9).

robertdd am :

Eine schöne Umverteilung und ein Trugschluß anzunehmen daß irgendwer was davon hat, außer der Werbeagentur und dem sog. "Kuratorium" an welches die Beiträge der Mitglieder fließen.
Am Ende wird woanders weniger gespendet weil man seine Seele bequem bei netto und penny für ein paar cent schon reinwaschen kann.
Ach ja und den Kassiererinnen werden auch noch die paar cent Trinkgeld geklaut die sie sonst bekommen hätten.

renfield11 am :

"Ach ja und den Kassiererinnen werden auch noch die paar cent Trinkgeld geklaut die sie sonst bekommen hätten."

Seit wann dürfen KassierInnen (Lebensmittelmarkt, Discounter, hier Netto/Penny...) Trinkgelder annehmen?

:-O

Oskar am :

Wer sich dafür bezahlen läßt, daß er andere zum Spende animiert muss sich automatisch viel mehr kritische Fragen gefallen lassen als das zum Beispiel bei ehrenamtlichen Helfern der Tafeln und tausend anderen Stellen der Fall ist.

Die konkrete Firma existiert ja bereits seit 2009 und beginnt erst nun mit dem Spendensammeln. Zum einen existierte ja bislang nicht die erwünschte Anzahl von Handelspartnern. Haben die anfangs paar, wenigen Handelspartner von Anfang an sämtliche Firmenkosten samt Gehältern getragen? Oder werden die Gründer, Unternehmer und Angestellten der Firma zum Teil erst jetzt nachträglich "angemessen" bezahlt?

Die entsprechende Domain ist übrigens erst am 27.2.2012 registriert worden - soviel zur langjährigen Vorbereitung.

Daß niemandem die paar Cent pro Einkauf fehlen werden ist zudem pure Behauptung. Selbstredend kalkulieren manche mit ihrem Geld bis zum letzten Cent. Unter der Maßgabe, daß bei den meisten die Centdifferenz keine Auswirkung auf's eigene Leben haben wird kommt angesichts der täglichen Kaufvorgänge möglicherweise trotzdem eine nennenswerte Spendensumme zusammen. Andererseits wäre es noch ertragreicher und für die Spender noch angenehmer, wenn jeder Mensch bei den alltäglichen Gedanken an den Geschlechtsverkehr jedesmal ein paar Cent spenden würde.

Schon im Augenblick des Lesens des letzten Satzes hätte die Spendekasse schon wegen dieses Blogs wild gebimmelt.

www.deutschland-vögelt-rauf.de [Noch frei! Letzte Chance!]

The other one am :

Ja, die Angst vor der Erfüllung der ehelichen Pflichten könnte ein guter Spendenmotor sein. 8-)

renfield11 am :

Meine Fresse, was ICH mit meinen Cents oder Spermien mache, ist mein Ding!

Oskar am :

Stimmt, schon eine Minimalspende pro Vollzug würde erkleckliche Beträge zusammenkommen lassen. Ob dies eheliche Pflichterfüllung ist oder eine freiwillige Leistung ohne (direkte) Bezahlung wäre für Päpste und sonstige Strenggläubige von Belang.

Ich meinte das aber um Dimensionen weitreichender und ergiebiger. Laut beständiger Statistik denkt ja jeder Mann pro Tag x-mal an Sex und auch Frauen immer noch ein x-tel davon. Dabei käme ein vielfacher Spendenbetrag zusammen und selbst katholische Pfarrer und sonstige Papstkandidaten könnten anonym reinen Gewissens spenden und dabei nicht nur sich selbst etwas Gutes tun.

The other one am :

"... und selbst katholische Pfarrer und sonstige Papstkandidaten ..."

Die lassen es ja leider nicht nur beim "mal dran denken". :-(

Oskar am :

Ich könnte schwören, daß ich vorhin an dieser Stelle einen Kommentar nicht nur geschrieben, sondern nachher auch abgesandt zu haben. Seltsam...

Oskar am :

Ob die Anzahl oder auch nur die Quote unrechtmäßiger Geschlechtlichkeit in jener Kaste höher liegt als in der restlichen Bevölkerung wäre wohl sowieso noch zu klären, wenn auch kaum zu schätzen und noch unmöglicher zu ermitteln.

Aber sowieso wird ja weitaus mehr phantasiert als gehandelt, und dafür können ja auch Ordensleute zahl- und gewissenlos spenden. Und angenehme Gedanken spornen sicher auch die allgemeine Bevölkerung zu einer gern gebenen Centspende an. Damit manifestiert und dokumentiert ja sogar quasi nebenbei sein reges Interesse.

www.deutschland-phantasiert-sich-was-zusammen.de

Someone am :

Es muss doch niemand spenden. Eine völlig freiwillige Sache. Ich verstehe die Aufregung nicht...

TheK79 am :

Bei der Aktion machen hier schon praktisch alle Supermärkte mit. Das ganze besteht einzig aus einem Aufkleber, der irgendwo am Förderband sitzt. Bevor ich da spende, will ich aber wissen, wohin das Geld geht – gerade im Bereich "Kinder helfen" gibt es leider eine ganze Menge Organisationen, die meinen, "Hilfe" bestände in Lobby-Maßnahmen für völlig überzogenen Jugendschutz und evangelikale Moralvorstellungen.

Klaas am :

Also ich kann die "Nötigung" nicht nachvollziehen.
Ich wollte eigentlich mitmachen, habe es an der Kasse aber bisher immer vergessen. Waren vorsortiert auf das Band legen und im Anschluß dann den Wocheneinkauf transportfreundlich im Wagen verstauen, kann einen schon ablenken.
Und ich halte das Ganze zwar für eine gute Idee, aber es ist nun auch keine Sache, die mir auf der Seele brennt.
Wenn jemand ein Projekt kennt, dem er direkt spenden möchte, weil es eine so gute Sache ist, dann sollte die Person das vorziehen.
Aber es gibt sicherlich auch eine Großzahl von Menschen, die sich nicht die Zeit nehmen, um bewusst zu spenden. Die nutzen halt die Gelegenheit, wenn sich eine bietet.
Und damit meine ich explizit nicht, dass man einfach gedankenlos spendet. Sondern, dass man das Projekt einschätzt und dann gibt oder nicht. Ein Merkmal dafür ist für mich z.B. auch die Unaufdringlichkeit.

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