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Stillleben mit Thunfischverpackungen

Als ich am Morgen zur Firma kam, prangte dieses Stillleben an der Magnetpinnwand (die im wahren Leben die Seitenwand unserer Schließfachschränke ist) und verursachte zur Begrüßung ein dickes Fragezeichen in meinem Kopf.

Ich dachte mir meinen Teil: Thunfisch geklaut.
Für weitere Antworten musste ich auf den Kollegen warten, der am Abend zuvor hier Dienst hatte.

Der Thunfisch war wohl tatsächlich gestohlen worden, ein anderer Kollege hatte die leeren Packungen hinten in einem Regal gefunden. Täter unbekannt.
Bei dem Seitenschneider dachte ich auch zunächst, dass ein erwischter Ladendieb diesen zurückgelassen hätte, aber dazu bekam ich ebenfalls keine konkrete Antwort. Das Werkzeug lag auf einem leeren Rollcontainer mitten im Laden. Ob den nun ein Bösewicht oder irgendjemand anders dort vergessen hat, blieb ebenfalls unklar.


Bio-Honig- und Nutella-Dieb

Dieser Ladendieb konnte leider entkommen, bevor die Kollegin seine Personalien erfassen konnte, aber zum Glück erst, nachdem er seine Beute wieder ausgepackt hatte.

Einen Warenwert von über 60 Euro hatte er sich in der Zeit vor dem Regal mit Brotaufstrich in seine Jacke gestopft. Neben zwei Gläsern Nutella hatten vor allem mehrere Flaschen Honig der Marke Allos temporär den Besitzer gewechselt – zum Verkaufspreis von rund acht Euro pro Flasche.

Diese Stadt ist toll.


Presseportal | Polizei Bremen | Meldung Nr.: 0511 --Nach Raub gestellt--

In dieser Pressemitteilung werden wir zwar nicht erwähnt, aber einerseits ist das alles in unserem unmittelbaren Umfeld passiert, andererseits waren hier bereits durch das Blog bekannte Personen involviert und dann waren wir durch den Vorfall tatsächlich auch noch unmittelbar betroffen.

Dass der Typ in einer Spendenbox im Flur der Moschee herumgeangelt hat, wurde mir von den Leuten bei der Moschee auch schon mitgeteilt, ansonsten hatten wir damit nichts zu tun und ich habe auch keine Ahnung, was da im Detail passiert ist.

Aber: Bei uns im Laden hatten die Kollegen an dem Abend gerade gegen 21:30 Uhr einen Ladendieb gestellt. Nach einer längeren Wartezeit fuhr schließlich um etwa Viertel nach Zehn ein Streifenwagen vor und hielt direkt vor unserer Tür in zweiter Reihe auf der Gastfeldstraße an. Mit Blick auf den eigentlich längst begonnenen Feierabend wollte der anwesende Kollege die Beamten bei uns reinlassen, aber die rannten direkt auf die andere Straßenseite und kümmerten sich zunächst alleine und schließlich noch mit hinzugerufenen Kollegen um den Typen aus der Pressemitteilung.

Eine Dreiviertelstunde später waren wir dann endlich dran …

4 von 6

Aus einer 6er-Packung Ferrero "Kinder Bueno" hat ein Ladendieb vier der Riegel geklaut. Die aufgerissene Packung mit den verbliebenen zwei Bueons lag im Konservenregal, wo eine Kollegin sie gefunden hat.

Als Dieb braucht man aber doch keinen Anstandsrest zurückzulassen, da hätte er (oder sie) die restlichen beiden Riegel doch konsequenterweise auch noch einstecken können …

Tee

Wir warteten mit einem erwischten Ladendieb auf die Polizei. Während wir wie üblich gelangweilt an der Lagertür herumstanden, saß der Mann in den späten Zwanzigern auf einer von uns angebotenen Getränkekiste.

Zwischendurch äußerte er den Wunsch, dass er gerne eine Tasse Tee hätte.

Die Chance für die Frage, ob sie auch noch etwas Gebäck dazu reichen dürfe, ließ die Kollegin leider ungenutzt verstreichen.

Alter, wir sind doch keine Teestube. Was auch immer der Typ geraucht hatte, ich hätten davon auch gerne etwas. Macht das Leben bestimmt einfacher.

Echte Stockvideos in meinen LD-Beiträgen

Vor ein paar Wochen hat die Lebensmittelzeitung direkt meine vielen Ladendieb-Videos, die ich hier seit einer Weile veröffentliche, zum Thema gemacht: Schulung mitten aus dem Leben – Edeka-Kaufmann macht Klau-Videos zum Lehrstück

Das fand ich schön.

Da aber noch mehr Leute und Redaktionen die Inhalte der LZ (direkt) zu sehen bekommen, war diese Geschichte nach einer Weile auch in anderen Stellen im Internet zu finden. Das ist auch schön.

Auf infranken.de findet man das Thema beispielsweise unter dem Titel Edeka-Chef zeigt ungeschönte Überwachungsaufnahmen - so gehen Ladendiebe vor.

Schräg daran ist jedoch, dass der Beitrag nicht mit meinen Videoschnipseln garniert wurde, sondern mit einer Aneinanderreihung von irgendwelchen Stock-Videos, in denen auch "Ladendiebe" zu sehen sind – natürlich vollkommen unverpixelt.

Ich mache jedenfalls weiter und bleibe beim Verpixeln. Nicht, dass am Ende noch jemand glaubt, die Leute aus den Stockvideos wären echt. :-P

Späti an die Ecki, äh, Ecke

Auf unserer Straßenseite und nur rund 130 Meter die Straße runter, an der Kreuzung genau gegenüber vom Penny-Markt, entsteht derzeit offenbar ein neuer begehbarer Kiosk, die ich immer nur als Quick-Shop bezeichne; andere bezeichnen sie als "Späti", was nun auch hier auf den Schaufenstern steht. Grundsätzlich ist gegen zusätzliche Nahversorgung natürlich nichts einzuwenden und ich glaube auch nicht, dass dieses Geschäft mich in die roten Zahlen zwingen wird. Da ist wohl eher der Penny gefährdet, der nur eine Straßenüberquerung entfernt ist.

Trotz dieser pauschal erst einmal entspannten Herangehensweise beobachte ich die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Nicht wegen dieses konkreten Geschäfts und des oben erwähnten Umsatzes, zumal ich die neuen Betreiber auch gar nicht kenne und demzufolge absolut nichts über sie weiß, sondern wegen eines allgemeinen Problems, das uns im Einzelhandel (zumindest hier in Bremen und bei uns im Speziellen) seit Jahren begleitet.

Es gibt zwei Arten von Ladendieben. Die einen klauen mehr oder weniger Ware für sich selber. Die anderen, und das sind die gefährlichen, klauen im großen Stil, oft für die Geldbeschaffung, um davon den nächsten Schuss kaufen zu können. Das sind die, die mit einer Sporttasche oder einem Rucksack voll möglichst viel hochwertige Ware rausschleppen, um diese dann irgendwo zu versetzen. Schokolade, Nüsse, Alkohol, Kaffee, Käse, Butter, Drogerieartikel, eben das ganze Programm, das ihr hier von mir schon kennengelernt habt. Dass es viele Läden hier in Bremen gibt, die solche Dinge ankaufen, weiß ich schon lange. Ines hatte mal einen Ladendieb gefragt, wieviel Geld er bekommt. Wenn die Antwort ehrlich war, lag der Betrag bei etwa 10% des eigentlichen Verkaufspreises. Und die Frage, wer sowas hier in Bremen ankauft, beantwortete der Junkie ebenfalls: "Jeder Kiosk in der Stadt." Klassische Kioske gibt es kaum noch, aber gemeint waren die begehbaren Varianten, in denen man auch Edeka-Eigenmarkenkäse und Gepa-Schokolade bekommt. Wer solche Artikel dort kauft und nicht misstrauisch wird … Aber das ist ein anderes Thema.

Für "professionelle" Ladendiebe sind kurze Wege und schnelle Absatzmöglichkeiten natürlich attraktiv. Ich bin ganz sicher, dass der Quickshop hier in der Parallelstraße, in den einer meiner LDs mit einem Karton Käse verschwunden war und mit dem Mitarbeiter bereits schon hinter dem Tresen stand, als wir den Laden betraten, auch in diese Kategorie gehört. Ein Polizist hatte mir gesagt, dass er den Mann kennen würde und dass der Laden sicherlich keine Hehlerware ankaufen würde, aber was hätte der Ladendieb sonst da machen sollen, als er den Käse auf dem Fußboden auszubreiten begann?

Zurück zur Entwicklung hier an der Kreuzung: Der erste Gedanke, der mir als Einzelhändler durch den Kopf ging, war: Falls unsere üblichen Verdächtigen irgendwann einen Abnehmer für geklaute Ware suchen sollten, müssen sie künftig immerhin nicht mehr so weit laufen. Keine Unterstellung, nur eine Befürchtung.

Ob der neue Laden in diesem Geschäftsmodell irgendeine Rolle spielen wird? Das weiß ich nicht. Dafür gibt es derzeit auch keinerlei Anhaltspunkte und daher will ich auch niemandem pauschal und vorverurteilend irgendetwas unterstellen. Ich hoffe ausdrücklich, dass es ein ganz normaler, sauber geführter Betrieb wird. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sich meine Skepsis als völlig unbegründet erweist. Aber ich gebe ehrlich zu, dass ich bei dem Thema das sprichwörtlich gebrannte Kind bin und ich mir darüber schon in den letzten Tagen einige Gedanken gemacht habe.


Schriftliche Hausverbotbestätigung

Wir hatten einen Ladendieb im Haus, die Polizei kam auch hinzu, alles Routine, alles friedlich. Nur die Sache mit dem Hausverbot wollte der Typ unbedingt schriftlich von uns haben. "Können Sie ihm da irgendwas aufschreiben?", fragte mich einer der Polizisten.

Konnte ich:

Hausverbot

Wir bestätigen, dass Herr xxx, geb. tt.mm.jjjj in unserem Geschäft Hausverbot auf Lebenszeit hat.

Er darf den Edeka-Markt in der Gastfeldstraße 29-33 in 28201 Bremen nicht wieder betreten.

Bremen, 12.09.2025
Aber ich gebe zu, dass das nun für mich das erste Mal in den vielen Jahren war, dass ich jemandem ein Hausverbot schriftlich geben sollte. Eigentlich reicht das als ausgesprochene, einseitige Willenserklärung. Einseitig ist sie immer noch, aber nun eben in Textform.

Fail: Polizeianruf durch LD

Während wir im Lager mit einem Ladendieb ohne Ausweis auf die Polizei warteten, wurde der junge Mann zusehends unruhiger. Schließlich "drohte" er uns damit, selber die Polizei anzurufen. Ich zuckte mit den Schultern: "Mach doch, vielleicht kommen die dann etwas schneller und wir müssen nicht so lange warten."

Er zückte sein Handy und rief tatsächlich den Notruf an. Dort erfuhr er zunächst, dass es nicht schneller gehen kann. Um unseren Vorgang wird sich gekümmert, sobald ein Wagen frei ist. Der LD versuchte spontan noch, den Spieß umzudrehen und erzählte dem Mann in der Notrufzentrale, dass er hier ungerechtfertigt festgehalten werden würde. Er hätte bei seinem Einkauf lediglich vergessen, einen Artikel aus der Tasche auszupacken. Das könne schließlich mal passieren und sei ja kein Diebstahl.

Netterweise telefonierte er mit eingeschaltetem Lautsprecher, wie es heutzutage üblich ist. Das Konzept, sich ein Telefon an die Wange zu drücken, ist immer mehr jungen Leuten offenbar nicht mehr bekannt. So konnten wir alle mithören und mussten sehr darüber schmunzeln, wie ihn der Mitarbeiter der Polizei kurzerhand abbügelte: "Ja, wenn Sie das nicht aus der Tasche gepackt haben und so aus dem Laden gehen wollten, nennt man das Diebstahl."

Hihi. :-P

Eine Flasche in roter Tasche

Während seines Einkaufs konnte sich ein Mann zwischendurch zunächst nicht entscheiden, ob er eine oder zwei Flaschen Alkohol benötigt. Er nahm zwar erst zwei Flaschen aus dem Regal, stelle eine jedoch wieder zurück.

Die in der Tasche verbliebene fand letztendlich nicht den Weg mit den Waren aus dem Einkaufskorb auf das Kassenband – und wurde dem angehenden Ladendieb schließ durch die angebrachte Warensicherung (aka "Flaschenzippel") zum Verhängnis.

Der Mann versuchte zwar, sich herauszureden, war dabei aber friedlich. Schließlich folgten die obligatorische Anzeige und der Hinweis, dass er ab sofort eine neue Einkaufsstätte aufsuchen muss.


Links 805

Eine halbe Stunde nach Urteil: Ladendieb wird wieder erwischt

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Neuer Zoff wegen des Tierwohllabels

Bertelsmann beerdigt Deutschland-Card zum Jahresende

Ökosystem Plastikmüll: Auf Müllstrudeln im Ozean entsteht neuer Lebensraum

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Mit Laserstrahlen gegen Unkraut auf einem Acker in Datteln

Wir kochen eine 2000-jährige Pizza aus Pompeji – und es ist der HAMMER

Polizeitraining in der kommenden Woche

Vor ein paar Tagen war ein Student der Polizeischule Bremen bei uns und hat ganz vorsichtig angefragt, ob sie bei uns wohl in der nächsten Woche mal ein paar Stunden lang in einer realen Umgebung Ladendieb-Trainings durchführen dürften.

Klar dürfen sie, bei der Zusammenarbeit mit der Polizei helfe ich gerne mit. Wir haben ihm schon in Aussicht gestellt, gar keine so schlechte Chance auf einen echten Ladendieb zu haben. ;-)

Wollte noch bezahlen!

Ein Ladendieb, den wir an der Ausgangstür aufgehalten haben, tat vollkommen überrascht. Wie wir ihn nur des Diebstahls verdächtigen könnten, denn schließlich wollte er die fraglichen Artikel noch bezahlen.

Nur wann und wo, das blieb unbeantwortet.

IN DEN ARSCH BEISSEN!!!

Ein Mann, den wir als Intensiv-Ladendieb bereits kannten, da er hier schon (mindestens) einen mittleren dreistelligen Schaden verursacht hatte, betrat den Laden und schlich zunächst ein paar Minuten durch die Gänge. Dabei fiel er niemandem auf, auch mir nicht.

Schließlich entschied er sich dazu, zu versuchen, unsere Leergutkasse aufzubrechen, um sich an den Millionen Euro darin zu bereichern. Ob das geplant oder eine spontane Entscheidung war, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall war er nicht erfolgreich und selbst wenn er es gewesen wäre, hätte er in eine gänzlich leere Geldlade geguckt. Wir drucken mit dem Gerät schließlich nur interne Belege zur Verrechnung an der Kasse und zahlen kein Geld aus.

Irgendwann zog er einen Cutter aus der Tasche und fummelte damit in dem Schlitz der Kassenschublade herum. Da ihm der Klingenrest wohl nicht reichte, ging er in einen etwas verborgeneren Bereich (nicht für die Videoaufzeichnung) in der Getränkeabteilung und baute sein Messer um. Mit einer neuen Klinge versuchte er erneut sein Glück bei der Leergutkasse. (Die zehn Tafeln Zotter-Schokolade, die dort standen, hätten ihm eine lohnendere Beute verschafft …)

Während er dort gerade am Fummeln war, kam ich aus der Backstube. Im ersten Sekundenbruchteil hatte ich ihn von hinten wegen der schwarzen Jacke für eine Kollegin gehalten, die dort wie so oft mit einem Handauszeichner irgendeinen Artikel mit einem Preisschild beklebte. Dann fiel mir auf, dass das nicht die Kollegin war, sondern da jemand gewaltsam an der Kasse herummanipulierte.

Jetzt kommt der Moment, in dem ich mich immer wieder ohrfeigen könnte: Ich kann zwar komplexe Projekte vollständig aus dem Gedächtnis koordinieren, aber mein Erinnerungsvermögen für Gesichter ist für den Allerwertesten. So verwechselte ich den Mann adrenalingeladen im ersten Augenblick mit einem anderen Typen, der hier längst Hausverbot hat, dessen Personalien uns aber bekannt sind. Weil ich wenig Zeit hatte, schob ich den Kerl wortwörtlich und ziemlich rüde aus dem Laden und drohte ihm an, sich hier nicht wieder blicken zu lassen.

Es dauerte keine fünf Minuten, bis mir die Erkenntnis kam, dass das der Dieb ist, der hier schon häufiger volle Taschen mit Käse und Schokolade aus dem Laden getragen hat. ICH HÄTTE IHN GEHABT!!! AHHHH!

War vielleicht aber auch gar keine so schlechte Entscheidung, die unmittelbare Konfrontation mit ihm zu vermeiden. Ich war ihm zwar körperlich haushoch überlegen, aber falls der sein Messer gezückt hätte, wäre das unter Umständen ungesund ausgegangen.

Das Videomaterial ist auf jeden Fall vollumfänglich gesichert und wird mit einem Strafantrag gegen Unbekannt den Weg zur Polizei finden. Der Typ ist auf jeden Fall nicht nur ein Gelegenheitsdieb und das Mitführen des Messer und der Versuch, eine Kasse aufzubrechen, werden vielleicht sogar in Bremen anders gewertet als ein Ladendiebstahl. lol.


Der gefundene Käse

Ein Mann löste nach dem Bezahlvorgang den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Er blieb brav stehen und half bei der Suche nach der Ursache für das Piepen. Es stellte sich heraus, dass ein Stück Hartkäse, das sich in einem Fach seines Rucksacks befand, dafür verantwortlich war. Originalverpackt, mit einem noch aktiven Sicherungsetikett versehen und auch bei uns im Sortiment zu finden.

Der Mann erklärte den anwesenden Kollegen, dass er den Käse vor ein paar Tagen auf der Straße gefunden haben will und beteuerte, dass er ganz sicher kein Dieb ist. Zum Beweis zückte er sogar aus eigenem Antrieb seinen Ausweis und ließ den Kollegen seine Personalien aufschreiben. Den Käse ließ er auch hier und sagte, dass er am nächsten Tag wiederkommen und seine Ware abholen wolle. Bis dahin sollte die Sache doch geklärt sein.

Als mir nun mein Mitarbeiter am nächsten Tag von dem Vorfall berichtete, lachte ich spöttisch auf. "Klar, er lässt seinen Käse einfach so ohne Diskussion hier", da ist er nicht der erste Ladendieb der sich so bereitwillig von "seinem Eigentum" trennt. Und die Ausrede, dass er den Käse gefunden haben will, ist ja ohnehin mehr als seltsam. Wer sammelt denn irgendwo auf der Straße ein Stück Käse auf? "Wo gefunden? Bei uns im Kühlregal?", lachte erst ich und dann lachten wir beide.

Wir hatten ja seine Personalien und so sondierte ich die Videoaufzeichnung gründlich. Wenn das eindeutig zu sehen ist, kann ich den Diebstahl zur Anzeige bringen, das Beweisvideo könnte ich der Polizei dann gleich mitliefern – und so begann ich, mir die Videoaufzeichnung von seinem Besuch hier im Markt minutiös durchzusehen.

Kurz: Der Mann hatte nicht gelogen – zumindest nicht hinsichtlich seiner Aussage, dass der Käse nicht von uns war. Was ich nun davon halten soll, dass er das Stück irgendwo auf der Straße gefunden hat und er diesen dann auch noch mehrere Tage in seinem Rucksack spazieren trägt, weiß ich auch nicht so genau.