Irgendjemand hat ein kleines Stofftier bei uns im Markt verloren oder vergessen. Nun sitzt das plüschige Wesen erstmal auf einer der Kassen und guckt sich jeden Kunden einzeln an. Vielleicht finden Tier und Herrchen/Frauchen wieder zusammen.
So lange paßt der kleine Tiger eben auf die Kassen auf.
Ich darf mich doch aufregen, wenn eine als Putzfrau angestellte Mitarbeiterin einfach ungefragt an einer neuen Wischmaschine herumfummelt!?! Warum ist die Bürste abgefallen und warum der Schlüssel verbogen? Möchte ich das alles wissen? Nein, ich werde es lieber nicht hinterfragen.
Im "Lehrstellen-Endspurt 2005" sollen freie Ausbildungsplätze direkt an die Lehrstellenbörse der Handelskammer weitergereicht werden. Klar, das ist ein Massenbrief an alle eingetragenen Betriebe und wurde nicht individuell ausgewählt.
Ich habe nämlich nicht vor, in diesem Jahr noch einen weiteren Azubi einzustellen. Drei sind dann doch wirklich genug und ich denke, für meinen relativ kleinen Betrieb auch schon eine ganze Menge.
Die allgemeine Umsatzflaute ist nicht nur bei mir zu spüren:
In Achim haben wir aus verläßlicher Quelle erfahren, daß dort ein bekanntes Filialunternehmen 30% (!) unter den geplanten Umsätzen liegt - eine Situation, die wohl derzeit überall ähnlich zu finden ist.
Gestern abend lief im NDR-Fernsehen der Wetterbericht für heute.
Hinter jedem Ortsnamen stand eine zweistellige Zahl.
Ich dachte mir noch, daß die Temperaturen doch okay sind. Vielleicht etwas kühl für Mitte August, aber wenigstens keinen Frost.
Vorne am Laden hängt kein Briefkasten. Wozu auch - der Briefträger kommt meistens vormittags und fällt damit problemlos mitten in die Öffnungszeiten, so daß er die Post auch direkt im Markt abgeben kann.
Nur die Conrad-Kataloge, die kommen nach 20 Uhr und werden dann einfach so vor den Haupteingang gelegt.
Das aktuelle AOK-"Unternehmer-Magazin" habe ich doppelt bekommen. Beide Hefte sind "Ausgabe 3 · August 2005", die Titelseiten sehen (fast) gleich aus. Die Themen im Heft sind überwiegend verschieden, auch der Editorial ist in einem Heft durch den Beitrag "Aktuell" ersetzt worden. Nur ein paar Fachthemen sind in beiden Heften gleich, wenn auch auf unterschiedlichen Seiten abgedruckt. Die Verwirrung war perfekt.
Ich rief also beim Verlag an und hoffte, daß dort das Rätsel gelöst werden könnte. Noch während des Wählens entdeckte ich den entscheidenen Unterschied der beiden Hefte: Eines war von der "AOK Niedersachsen" und das andere kam von der "AOK Bremen/Bremerhaven".
Und tatsächlich: Die "Praxis aktuell"-Hefte sind zwar prinzipiell gleich, aber jede Region kann Inhalte individuell entscheiden und anpassen. Da ich Mitarbeiter aus Bremen und Niedersachsen beschäftige, bekomme ich nun von jeder AOK-Niederlassung das Unternehmer-Magazin. Na, denn...
Anruferin, mit suuuupersäuselnder Stimme: Guten Tag, mein Name ist xyz vom Heinz Heise Verlag. Demnächst erscheint das neueste "Das Örtliche"-Telefonbuch und wir wollten uns nur erkundigen, ob Ihr Eintrag darin besonders hervorgehoben werden soll, damit man Ihr Unternehmen in Zukunft besser erkennt.
Nein, danke. Kein Interesse.
Anruferin, sehr kurz angebunden: Gut. Danke.
[klick]
...wenn man sich auf Grund eines Kassenproblems über das Laufband beugt und plötzlich ein lautes, summendes Geräusch vernimmt.
Ein Summen, das mich daran erinnerte, daß ich einen kompletten Streifen mit Warensicherungsetiketten in der Westentasche trug, welcher jetzt im Müll liegt. Das Summen stammte vom Entwerter, der die Klebeetiketten deaktiviert und dabei zerstört.
"Flashing - der Fun für alle die gerne mal was verbotenes machen.
Aufregend wilde Girls haben ihren Spaß daran in der Öffentlichkeit zu
zeigen, was sie haben und gerne machen.
Zum Beispiel unsere Rachel mit ihrer 100% natürlichen 90 DD Oberweite.
Sei dabei und erlebe... [...]:
http:// ..."
Als ich den Betreff zwischen meinen E-Mails las, dachte ich spontan an die Aktion von zwei Teenies (wahrscheinlich Touristen, weiblich, 16-18J), die vor ein paar Jahren wahrscheinlich aus einem Anflug von guter Laune heraus (die beiden waren die ganze Zeit nur am lachen und kichern) vor einer meiner Überwachungskameras einen spontanen Striptease geliefert haben. Keine Ahnung, ob die dachten, daß die Kamera nicht echt ist oder ob sie davon ausgingen, daß das einfach zufällig niemand sieht. Vielleicht haben sie ja auch gehofft, daß jemand zuschaut. War ja quasi anonym, niemand kannte sie, mehr als rauswerfen hätte ihnen nicht passieren können...
Ich hab's gesehen und ich habe bedauert, daß wir hier die Videoüberwachung nicht aufzeichneten.
Naja, wie auch immer... Die "Flashing"-Mail war bloß Spam.
Wer in Delmenhorst spät abends oder früh morgens unterwegs ist, braucht einen guten Orientierungssinn: Seit einigen Tagen wird im gesamten Stadtgebiet die Straßenbeleuchtung abends nicht mehr mit der Dämmerung aktiviert, sondern erst Stunden später bei völliger Dunkelheit. Dem entsprechend werden die Lampen morgens sehr früh wieder abgeschaltet.
Ich halte diese Maßnahme für nicht gut. Es ist geplant, pro Jahr 50.000 Euro einzusparen - pro Bürger und Monat entspricht das rund 5 Cent. Meiner Meinung nach sollte dringend versucht werden, an anderer Stelle zu sparen. Das Risiko für Fußgänger und Radfahrer halte nicht nur ich für erheblich. Auch in der lokalen Presse wurde inzwischen mehrfach darüber berichtet.
Einer Mitarbeiterin von mir wurde (privat und bei ihr zu Hause) telefonisch ein Zeitungs-Abo "verkauft": Die Anruferin teilte ihr mit, daß sie eine Reise gewonnen hätte und bezog sich dabei auf ein Gewinnspiel, an dem meine Mitarbeiterin tatsächlich Wochen vorher teilgenommen hatte, so daß die Aussagen über den vermeintlichen Gewinn recht plausibel klangen.
Aber, und das wurde in watteweiche Worte verpackt, es sei aus wettbewerbsrechtlichen Gründen notwendig, ein "pro forma" Zeitungsabo abzuschließen, damit die Reise auch tatsächlich übergeben werden kann. Natürlich kein richtiges Abo, sondern nur theoretisch, damit "wenigstens die Daten irgendwo nachweisbar stehen würden". So beantwortete meine Mitarbeiterin dann einige Fragen, entschied sich für die Zeitschrift "TV Spielfilm" und brach das Gespräch ab, als nach ihrer Kontonummer gefragt wurde.
Einige Tage später bekam sie ein Exemplar der TV Spielfilm zugeschickt.
Zwei Wochen später kam das zweite.
Dann die Rechnung.
Und nun ihre Antwort an den Verlag:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in ihrer Mitteilung vom 30. Juli 2005 heißen Sie mich im Kreis Ihrer Abonnenten willkommen und bitten mich, den Betrag in Höhe von 23,40€ gleich nach Erhalt der ersten Ausgabe zu begleichen.
Nehmen Sie es sich nicht allzu sehr zu Herzen, aber leider gehöre ich nicht zu Ihrem auserwählten Abonnentenkreis. Offenbar handelt es sich dabei um eine Fehlinformation, so daß ich – verständlicherweise – auch nicht bereit bin, den mitgelieferten Überweisungsträger oder gar die Bankeinzugsgenehmigung zu unterschreiben.
Die mir bislang zugesandten zwei Exemplare der Zeitschrift „TV Spielfilm“ habe ich vorerst sicher und unversehrt eingelagert, damit ein Abgesandter von Ihnen diese bei Gelegenheit bei mir persönlich abholen kann. Ich bin nicht gewillt, Ihnen diese auf meine Kosten zurückzuschicken. Abgesehen davon kann ich sie gar nicht gebrauchen, da ich nicht einmal einen Fernseher habe. Für diese Einstellung haben Sie sicherlich großes Verständnis, denn es wäre zu frustrierend, permanent zwischen Unterschichten-TV und Werbeblöcken entscheiden zu müssen.
Ich bitte Sie, mir keine weiteren Zeitschriften zuzuschicken, da ich Ihnen ansonsten eine angemessene Lagergebühr berechnen müßte. Diese Gebühr habe ich mit einem Satz von 10%, ausgehend vom Brutto-Warenwert und Monat, veranschlagt. Die ersten beiden Hefte archiviere ich für Sie aus Kulanz kostenlos, damit Sie Gelegenheit haben, dieses Mißverständnis aufzuklären.
Abschließend weise ich noch einmal darauf hin, daß es sich bei dieser „Rechnung“ (so ist das Schreiben betitelt) um ein Versehen handeln dürfte. Sicherlich hat einer Ihrer Callcenter-Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen sich bei der Eingabe der Daten zu einem Gewinnspiel in der Eingabemaske vertan und versehentlich „ABO TV-SPIELFILM“ angeklickt. Aber wir sind ja alles nur Menschen und jeder macht mal einen Fehler und darum bin ich nicht nachtragend. Daß kein Abonnenment vorliegt, können Sie übrigens leicht überprüfen: Suchen Sie in Ihren Unterlagen doch einfach nach einem von mir persönlich unterschriebenen Antrag. Allerdings versichere ich Ihnen: Sparen Sie sich die Mühe (und damit wertvolle Zeit), denn sie werden keinen finden...
Ich hoffe, Ihnen mit diesem Schreiben geholfen zu haben, zukünftig unnötige Kosten durch das fälschlicherweise laufende Abonnenment für die Zeitschrift TV-Spielfilm zu vermeiden.
Hochachtungsvoll
Fall darauf keine Reaktion kommt, schalte ich einen Gang höher.